Sommerzeit-Votum: EU-Server halten dem Andrang nicht stand

Aljoscha Reineking 960 Kommentare
Sommerzeit-Votum: EU-Server halten dem Andrang nicht stand
Bild: pexels.com | CC0 1.0

Die EU-Kommission wollte über die eigene Website mit einem Online-Fragebogen die Meinung zur Sommer- und Winterzeit der Bürger einholen. Das Interesse an der aktuellen Online-Abstimmung ist dabei so groß, dass die Server in die Knie gezwungen werden.

Die Sommer- und Winterzeit spaltet bereits seit der Einführung 1980 die Gemüter. Während viele Menschen die Umstellung auf die Sommerzeit als enorm irritierend und für den Biorhythmus schädlich ansehen, genießen Andere die im Sommer „theoretisch“ längere Stunde an Tageslicht am Abend.

Umfrage vorerst nicht/nur eingeschränkt möglich

Die EU-Kommission wollte ein Meinungsbild zu der aktuellen Situation um die Sommerzeit. Mit einem Online-Fragebogen sollten die EU-Bürger der Kommission mitteilen, wie sie persönlich zu dieser Thematik stehen. Der Andrang an die Umfrage war dabei so groß, dass die Server der EU-Kommission nicht mehr erreichbar waren. Aktuell ist der betreffende Server teilweise beim zweiten oder dritten Aufruf wieder erreichbar, Aussetzer sind aber noch immer die Regel, der Seitenaufbau geschieht extrem schleppend.

Server-Probleme bei der Abstimmung
Server-Probleme bei der Abstimmung (Bild: EU)

Meinungsbild als Diskussionsgrundlage

Wie der Kommissionssprecher Jean-Claude Juncker erklärte, hat die Umfrage keinen direkten Einfluss auf die Politik. Die EU-Kommission kommt lediglich der Anfrage des Europaparlaments nach, die Richtlinie zur Sommerzeit noch einmal unter die Lupe zu nehmen. Dabei sollen die Meinungen der Bürger genauso wie die allgemeinen Vor- und Nachteile der Zeitumstellung beleuchtet werden. Erst wenn die EU-Kommission die Nachteile als überwiegend und maßgeblich ansieht, wird dem Europaparlament vorgeschlagen ein entsprechendes Gesetz zur Änderung in den EU-Ländern zu verabschieden.

Energiesparziel konnte nicht erreicht werden

Die Zeitumstellung wurde als Reform der Ölkrise von 1973 eingeführt, um das Tageslicht besser nutzen und elektrisches Licht sparen zu können. Wie das Umweltbundesamt feststellte, wurde durch die Zeitumstellung auch weniger elektrisches Licht in den Sommermonaten genutzt, dafür stiegen aber die Heizungskosten im Herbst und Frühling an. Insgesamt konnte mit der Zeitumstellung kein Energiesparziel erreicht werden.

Mehrheit der Deutschen lehnen Sommerzeit ab

Bereits frühere Umfragen in Deutschland haben gezeigt, dass die Sommerzeit hierzulande nicht sonderlich beliebt ist. In einer repräsentativen Studie des Forsa-Instituts sprachen sich im März 2018 rund 70 Prozent der Befragten gegen die Sommerzeit aus.