GeForce RTX 2080 & 2080 Ti im Test: Heute mehr Leistung und viel Zukunft

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Wolfgang Andermahr 1.882 Kommentare

Lautstärke & Kühlung

Nvidia lässt auf beiden Exemplaren der Founders Edition die zwei Lüfter mit jeweils 1.500 Umdrehungen in der Minute bei niedrigen Temperaturen agieren. Das hat zur Folge, dass sowohl GeForce RTX 2080 FE als auch die GeForce RTX 2080 Ti FE unter Windows mit 31,5 Dezibel lauter als die alten Referenz-Modelle arbeiten und damit hörbar sind. Das Geräusch ist zwar angenehm (es gibt nur Lüfterrauschen), aber auch aus einem geschlossenen Gehäuse sofort zu hören. Da sich die Lüfterdrehzahl auch manuell nicht weiter reduzieren lässt, kann man nichts gegen dieses Verhalten unternehmen. Laut Nvidia soll es sich dabei um einen Treiber-Bug handeln – mit einer zukünftigen Software-Version soll die Drehzahl unter Windows sinken.

Ergänzung vom März 2019: Während Nvidia den Leerlaufverbrauch der GeForce RTX 2080 Ti schon kurz nach der Markteinführung gesenkt hat, laufen die Lüfter bei Turing-Grafikkarten vom Typ Founders Edition auch weiterhin mit mindestens 1.500 U/min. Davon, dass auch diese Einschränkung noch angegangen werden soll, ist mittlerweile keine Rede mehr. In Bezug auf die GeForce RTX 2070 spricht Nvidia laut Aussage eines Käufers im Forum des Herstellers mittlerweile von einem „beabsichtigten Verhalten“.

Lautstärke – Windows-Desktop
Angaben in dB(A)
  • 3.840 × 2.160, 60 Hz:
    • AMD Radeon RX Vega 64
      28,5
    • Nvidia GeForce GTX 1080 FE
      29,0
    • Nvidia GeForce GTX 1080 Ti FE
      29,0
    • Nvidia GeForce RTX 2080 FE
      31,5
    • Nvidia GeForce RTX 2080 Ti FE
      31,5

Im Spielebetrieb überzeugt das neue Kühlsystem dagegen. Die GeForce RTX 2080 Founders Edition bleibt bei 1.980 Umdrehungen in der Minute mit 39 Dezibel drei Dezibel leiser als das Pendant der GeForce GTX 1080. Die GeForce RTX 2080 Ti ist mit 2.200 Umdrehungen und 42 Dezibel 2,5 Dezibel leiser als die GeForce GTX 1080 Ti FE. Hinzu kommt, dass die Art des Geräusches bei den neuen Grafikkarten angenehm ist. Denn man hört eigentlich nur das Luftrauschen durch die Lüfterdrehzahl. Unangenehme Lagergeräusche gibt es keine.

Lautstärke – beim Spielen
Angaben in dB(A)
  • Kingdom Come, 3.840 × 2.160:
    • Nvidia GeForce RTX 2080 FE
      39,0
    • Nvidia GeForce GTX 1080 FE
      42,0
    • Nvidia GeForce RTX 2080 Ti FE
      42,0
    • Nvidia GeForce GTX 1080 Ti FE
      44,5
    • AMD Radeon RX Vega 64
      50,0

Damit sind sowohl GeForce RTX 2080 FE als auch GeForce RTX 2080 Ti keine Silent-Grafikkarten – diesen Job müssen die Partnerkarten erledigen. Aber wer nicht unbedingt eine flüsterleise Grafikkarte haben möchte, wird mit dem Geräuschpegel beider Grafikkarten gut leben können, denn störend ist dieser nicht.

Kaum elektronische Störgeräusche

Beide Founders-Edition-Modelle geben unabhängig der Framerate leichte und übliche elektronische Störgeräusche von sich. Diese fallen aus einem geschlossenen Gehäuse nicht auf. Erst bei mittleren bis hohen dreistelligen Frameraten lässt sich ein unangenehmes Spulenfiepen feststellen.

Die RTX-Serie bleibt kühl

Die neuen Nvidia-Grafikkarten bleiben durchweg kühl. Im Spielebetrieb wird die GeForce RTX 2080 Founders Edition in einem geschlossenen Gehäuse nicht wärmer als 75 Grad Celsius. Die GeForce RTX 2080 Ti Founders Edition erhitzt sich auf 79 Grad. Das ist nicht nur kühler als die Vorgängergeneration, sondern auch noch weit von dem Temperature Target entfernt. Entsprechend sollte es auch in warmen Sommertagen nicht zu Problemen mit dem Temperature Target kommen. Auf der Kartenrückseite lassen sich Temperaturen bis zu 66 Grad (RTX 2080) und 69 Grad Celsius (RTX 2080 Ti) messen.

Messung der Leistungsaufnahme

Der Stromhunger im Desktop-Betrieb

Auf dem Windows-Desktop zeigt sich mit beiden Grafikkarten ein deutlich höhere Leistungsaufnahme als mit der alten Generation. Die GeForce RTX 2080 FE benötigt im Idle-Modus zwölf Watt, die GeForce RTX 2080 Ti FE 21 Watt. Die Vorgänger-Modelle kommen auf sechs respektive neun Watt. Das ist nicht wirklich problematisch, aber ein interessantes Verhalten. Laut Nvidia handelt es sich um einen Treiber-Fehler, der in Zukunft behoben werden soll.

Jedoch sind auch noch andere Szenarien denkbar, die auf die Leistungsaufnahme zumindest einen Einfluss haben könnten. Größeren Chips benötigen mehr Energie. Ein weiterer Faktor könnte der GDDR6-Speicher sein. Während die Turing-GPUs auf die für Nvidia-Beschleuniger gewohnten 300 MHz heruntertakten, bleibt der Speicher bei einer Frequenz von 810 MHz und damit doppelt so hoch wie bei der vorherigen Generation. Sprich, ob der Treiber die Leistungsaufnahme auf Pascal-Niveau reduzieren kann oder darüber bleibt, wird sich erst zeigen müssen.

Leistungsaufnahme der Grafikkarte – Windows-Desktop
Angaben in Watt (W)
  • 3.840 × 2.160, 60 Hz:
    • Nvidia GeForce GTX 1080 FE
      6
    • Nvidia GeForce GTX 1080 Ti FE
      9
    • AMD Radeon RX Vega 64
      11
    • Nvidia GeForce RTX 2080 FE
      12
    • Nvidia GeForce RTX 2080 Ti FE
      21

Der Stromhunger auf YouTube

Auf YouTube steigt die Leistungsaufnahme hingegen nur teilweise an. Bei einem Ultra-HD-Video mit 60 FPS benötigen die neuen Grafikkarten 34 beziehungsweise 36 Watt. Der Unterschied zur GeForce GTX 1080 mit 17 Watt ist damit immer noch groß, der zur GeForce GTX 1080 Ti mit 29 Watt aber nur noch recht klein.

Kommt bei derselben Auflösung sowie Framerate noch HDR hinzu, benötigen die GeForce RTX 2080 mit 42 Watt und die GeForce RTX 2080 Ti mit 59 Watt dagegen gleich viel wie die Vorgänger. Vielleicht spielt dabei die bessere HDR-Beschleunigung eine Rolle.

Leistungsaufnahme der Grafikkarte – YouTube-Video
Angaben in Watt (W)
  • 3.840 × 2.160, 60 FPS:
    • Nvidia GeForce GTX 1080 FE
      17
    • AMD Radeon RX Vega 64
      28
    • Nvidia GeForce GTX 1080 Ti FE
      29
    • Nvidia GeForce RTX 2080 FE
      34
    • Nvidia GeForce RTX 2080 Ti FE
      36
  • 3.840 × 2.160, 60 FPS, HDR:
    • Nvidia GeForce RTX 2080 FE
      42
    • Nvidia GeForce GTX 1080 FE
      43
    • AMD Radeon RX Vega 64
      52
      Hinweis: Full HD!
    • Nvidia GeForce GTX 1080 Ti FE
      58
    • Nvidia GeForce RTX 2080 Ti FE
      59

Der Stromhunger im Spielen

Nvidias Pascal-Serie ist eine sehr energieeffiziente Generation, die gegenüber der älteren Maxwell-Serie große Fortschritte gemacht hat. Turing legt noch einmal einen drauf, auch wenn die Messwerte an sich gestiegen sind. Die GeForce RTX 2080 Founders Edition benötigt beim Spielen 229 Watt. Die GeForce GTX 1080 hingegen nur 178 Watt – ein Plus von 51 Watt. Wird der Turing-Beschleuniger bei vollem Power Target übertaktet, steigt der Energiebedarf auf 282 Watt.

Genauso sieht es beim Flaggschiff aus. Die GeForce GTX 1080 Ti hat sich noch mit geringen 254 Watt begnügt. Die GeForce RTX 2080 Ti Founders Edition benötigt hingegen mit 277 Watt etwas mehr. Das Plus an Energie fällt mit 23 Watt aber deutlich kleiner aus. Zudem benötigt die deutlich schnellere GeForce RTX 2080 Ti immer noch weniger Energie als AMDs Radeon RX Vega 64. Wird das Flaggschiff übertaktet, werden 335 Watt benötigt.

Performance pro Watt

Mit der Pascal-Generation hat Nvidia einen riesen Schritt bezüglich der Energieeffizienz gemacht. Die Turing-Generation ist noch einmal effizienter, wobei der Abstand zur Vorgängergeneration nicht allzu groß ausfällt. So liefert die GeForce RTX 2080 FE pro Watt neun Prozent mehr Bilder in der Sekunde als die GeForce GTX 1080 FE. Bei den Flaggschiffen wächst der Unterschied an. Die GeForce RTX 2080 Ti FE ist 24 Prozent effizienter als die GeForce GTX 1080 Ti FE. Interessanterweise ist die GeForce RTX 2080 Ti effizienter als die GeForce RTX 2080. Bei der Vorgängergeneration war dies noch anders herum. Die GeForce RTX 2080 Ti liefert fast doppelt so viele FPS pro Watt wie AMDs Radeon RX Vega 64.

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