GeForce RTX 2070 im Test: Nvidias kleine Turing-GPU im Duell mit Pascal und Vega 3/5

Wolfgang Andermahr 496 Kommentare

Benchmarks in 2.560 × 1.440

Die Asus GeForce RTX 2070 Turbo liefert in 2.560 × 1.440 31 Prozent mehr Bilder in der Sekunde als die GeForce GTX 1070 in der Founders Edition, die Frametimes fallen um 32 Prozent besser aus. Damit ist der Unterschied etwas kleiner als zwischen der GeForce GTX 1080 FE und der GeForce RTX 2080 FE sowie der GeForce GTX 1080 Ti und der GeForce RTX 2080 Ti FE in Ultra HD. Allerdings gilt es zu bedenken, dass die Founders-Edition-Modelle der Turing-Generation von Haus aus übertaktet sind, die RTX 2070 Turbo aber nicht.

Auch die GeForce GTX 1080 schlägt die GeForce RTX 2070, wobei der Vorsprung mit sechs beziehungsweise acht Prozent recht gering ausfällt. Eine durchschnittliche Partnerkarte der GeForce GTX 1080 ist damit ziemlich genau so schnell wie eine nicht übertaktete GeForce RTX 2070.

Die GeForce RTX 2080 Founders Edition arbeitet wiederum 26 beziehungsweise 29 Prozent schneller als das Einsteigermodell. Eine Radeon RX Vega 64 hält zwar gut mit der Nvidia-Grafikkarte mit, muss sich aber schlussendlich knapp mit fünf und sechs Prozent geschlagen geben. Auch hier gilt, dass eine von Haus aus übertaktete Radeon RX Vega 64 ziemlich genau gleich schnell wie die GeForce RTX 2070 Turbo ist. Wer die Turbo von Asus übertaktet, verbessert die Framerate um zehn Prozent und die Frametimes um neun Prozent.

Keine Überraschungen in den einzelnen Spielen

In den einzelnen Spielen verhält sich die GeForce RTX 2070 genauso wie GeForce RTX 2080 und GeForce RTX 2080 Ti mit ihren Stärken und Schwächen. So ist die GeForce RTX 2070 in Mittelerde mit einem Vorsprung von 13 Prozent der GeForce GTX 1080 deutlicher voraus. Dasselbe gilt für Wolfenstein 2, wo der Abstand mit 22 Prozent sehr groß ausfällt.

Genauso gibt es aber auch Spiele, wo sich die GeForce RTX 2070 kaum noch absetzen kann oder auch leicht langsamer arbeitet. Das gilt zum Beispiel für Destiny 2, wo die GeForce RTX 2070 nur noch zwei Prozent mehr FPS liefert und bei den Frametimes um zwei Prozent langsamer ist. Far Cry 5 ist die größte Schwachstelle. Dort ist ist die Framerate noch um ein Prozent besser, die Frametimes aber um acht Prozent schlechter. Auch die anderen Turing-Grafikkarten haben in Far Cry 5 zu kämpfen. Auch in Shadow of the Tomb Raider und Star Wars: Battlefront 2 kann sich die kleinste neue Nvidia-Karte nicht von der GeForce GTX 1080 absetzen.

Benchmarks in 1.920 × 1.080 und 3.840 × 2.160

In 1.920 × 1.080 sowie in 3.840 × 2.160 gibt es nur kleine Änderungen. In Full HD schrumpft der Abstand zu den großen Turing-Modellen naturgemäß zusammen, da die GeForce RTX 2080 und vor allem die GeForce RTX 2080 Ti trotz des schnellen und übertakteten Prozessors häufiger ins CPU-Limit laufen. In 3.840 × 2.160 ziehen sich die Abstände zwischen den Topmodellen dagegen etwas weiter auseinander.

Die Abstände zwischen der GeForce GTX 1080 und der GeForce RTX 2070 verändern sich dagegen kaum. In Full HD gibt es bei den Frametimes einen nur noch drei Prozent großen Unterschied, allerdings kann dies mit einem einsetzenden CPU-Limit begründet werden. In 3.840 × 2.160 macht dann die Radeon RX Vega 64 deutlicher auf sich aufmerksam. AMDs schnellste Grafikkarte muss sich bei den FPS nur noch um sechs Prozent geschlagen geben, bei den Frametimes nur um drei Prozent.

Interessant ist die Betrachtung von Hellblade: Senua's Sacrifice. Dort ist die GeForce RTX 2080 in 1.920 × 1.080 hohe 44 Prozent schneller als die GeForce RTX 2070, in 2.560 × 1.440 ist es derselbe Wert. In 3.840 × 2.160 reduziert sich der Abstand dann plötzlich auf 30 Prozent. Es ist gut denkbar, dass in den niedrigeren Auflösungen das gegenüber der TU104-GPU (RTX 2080) reduzierte Front-End des TU106-Chips (RTX 2070) nicht schnell genug die Rechenaufgaben an die Ausführungseinheiten verteilen kann. In Ultra HD spielt das dann keine Rolle mehr, da die Ausführungseinheiten deutlich komplexere Berechnungen durchführen müssen und daher mehr Zeit benötigen. Das lässt sich in dieser Form allerdings nur in Hellblade beobachten.

Benchmarks in Fortnite, Overwatch und Co.

Bei den vier getesteten populären Multiplayer-Spielen kann sich die GeForce RTX 2070 etwas weiter von dem Vorgänger absetzen. Hier ist die Turing-Grafikkarte in 2.560 × 1.440 zehn Prozent bei den Frametimes und elf Prozent bei den FPS schneller als die GeForce GTX 1080. Der Abstand zur GeForce RTX 2080 beträgt 23 Prozent, die GeForce GTX 1080 Ti ist um 16 Prozent voraus.

Grafikkarten von AMD haben es durchschnittlich in Fortnite, Overwatch, Rainbow Six: Siege und World of Warcraft schwerer als in den AAA-Spielen. Entsprechend kann die GeForce RTX 2070 den Vorsprung zur Radeon RX Vega 64 auf 22 beziehungsweise 23 Prozent ausbauen.

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