AMD Epyc „Rome“: 64-Kern-Prozessor taktet im Supercomputer mit 2,35 GHz

Volker Rißka 50 Kommentare
AMD Epyc „Rome“: 64-Kern-Prozessor taktet im Supercomputer mit 2,35 GHz

Auf der SC18 hat das High-Performance Computing Center der Universität von Stuttgart (HLRS) zusammen mit Hewlett Packard Enterprise (HPE) den Supercomputer „Hawk“ enthüllt. Dabei haben sie nicht nur verraten, dass dieser auf AMD Epyc setzt, sondern auch, dass die 64-Kern-Prozessoren mit 2,35 GHz Takt arbeiten sollen.

Während der Takt auf den ersten Blick gering klingt, ist er auf den zweiten Blick erstaunlich hoch. Denn in der Regel werden für diese Zwecke nur die Basis-Taktraten benannt, dort liegen die 32-Kern-Epyc-Prozessoren, allen voran das aktuelle Flaggschiff Epyc 7601, derzeit bei 2,2 GHz. Erst die Kombination aus Turbo-Taktraten und TDP erlauben je nach Einsatzgebiet noch einmal deutliche Taktsteigerungen, der Epyc 7601 darf mit bis zu 3,2 GHz takten. Allerdings gibt es auch einen All-Core-Boost von 2,7 GHz für den Epyc 7601 – eventuell ist dieser beim Rome-Modell gemeint.

AMD Epyc Rome mit 2,35 GHz für 64 Kerne
AMD Epyc Rome mit 2,35 GHz für 64 Kerne (Bild: HLRS)

Bei Rome ist ebenfalls eine noch feinere Abstufung des Turbo-Taktes zu erwarten. Mit Precision Boost 2 hat AMD dies bereits im Desktop- und Notebook-Umfeld gezeigt – Epyc-Prozessoren haben diese Möglichkeit noch nicht, da sie noch auf der ersten Ausbaustufe der Architektur Zen basieren. Insbesondere Threadripper 2 könnte einen Ausblick geben, der mit Rome fortgesetzt wird: Die CPU geht in erster Linie immer auf das Power Limit, danach folgt ein Temperaturlimit. Der 32-Kern-Prozessor erreicht so statt 3,0 GHz Basistakt je nach Arbeitslast bis zu 4,2 GHz. Wird die CPU maximal ausgelastet und alle Grenzen nahezu erreicht, liegt der Takt nur noch bei 3,25 GHz – aber immer noch über dem Basistakt.

Precision Boost 2 bei 64 Threads
Precision Boost 2 bei 64 Threads (Bild: AMD)

IPC-Gerüchte von +29 Prozent sind falsch

AMD sah sich nach dem Event in der vergangen Woche genötigt, den IPC-Gerüchten zu widersprechen, die auf einigen Websites im Umlauf waren. ComputerBase hatte davon abgesehen, diese zu veröffentlichen, da sie fehlinterpretiert werden. AMD stellt nun klar, dass die IPC nicht um 29 Prozent zulegt.

Some news media interpreted a "Zen 2" comment in the press release footnotes to be a specific IPC uplift claim. The data in the footnote represented the performance improvement in a microbenchmark for a specific financial services workload which benefits from both integer and floating point performance improvements and is not intended to quantify the IPC increase a user should expect to see across a wide range of applications.

AMD