AMD Radeon RX 590 im Test: Das Full-HD-Angebot zum Weihnachtsfest

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Wolfgang Andermahr et al. 534 Kommentare

Testsystem und Testergebnisse

Wie beim Test der Turing-Grafikkarten setzt der Test der Radeon RX 590 auf den neu gestalteten Testparcours. Sämtliche Spiele-Benchmarks wurden im Spätsommer neu erstellt, dasselbe gilt für alle Temperatur-, Lautstärke- und Leistungsaufnahme-Messungen. Für die Benchmarks wurde Windows 10 mit dem April 2018 Update (Version 1803) sowie sämtlichen Updates genutzt.

Ein auf 4,7 GHz übertakteter Intel Core i7-8700K dient als Prozessor. Zwei 16 Gigabyte große DDR4-Module (Dual-Rank) werden mit DDR4-3200 bei den Timings 16-16-16-38-1T betrieben. Verschiedene Grafikkarten-Treiber wurden für den Test genutzt, da es innerhalb kurzer Zeit mehrere neue Versionen gegeben hat, die zudem längst nicht alle Modelle unterstützen. Zu einem späteren Zeitpunkt Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres wird der gesamte Parcours noch einmal erneuert – mit einheitlichen Treibern, weiteren neuen Spielen etc.

Grafikkarte Genutzter Treiber
AMD Radeon RX Vega 64 Adrenalin 18.8.2
AMD Radeon RX Vega 56, Sapphire RX Vega 64 Adrenalin 18.9.3
AMD Radeon RX 590 Beta-Launch-Version
AMD Radeon RX 580 Adrenalin 18.9.3
Nvidia GeForce RTX 2080 Ti, RTX 2080 GeForce 411.51
Nvidia/Asus GeForce RTX 2070, Gainward GTX 1080 GeForce 416.33
Nvidia GeForce GTX 1080 Ti, GTX 1080 GeForce 399.07
Nvidia GeForce GTX 1070 GeForce 411.70
Nvidia GeForce GTX 1060 GeForce 416.16

Details zu den Spieletests

Sämtliche Grafikkarten wurden einmal mit den Standardvorgaben von AMD und Nvidia betrieben. Darüber hinaus gibt es einen zweiten Durchlauf, für den die Grafikkarten übertaktet wurden. Die genauen Angaben dazu finden sich in einem folgenden Abschnitt. Soweit nicht anders in den Diagrammen angegeben, wurde immer DirectX 11 genutzt. Die Ausnahmen sind Shadow of the Tomb Raider (DirectX 12) und Wolfenstein II (Vulkan).

Die Benchmarks wurden in 1.920 × 1.080 und teils in 2.560 × 1.440 durchweg mit der maximalen Detailstufe des Spiels durchgeführt.

Die tatsächlichen Taktraten unter Last

Die Taktraten auf den drei Modellen der Radeon RX 590 verhalten sich wie von Polaris bekannt und damit unterschiedlich zu den moderneren Vega-Ablegern. Der maximale Takt wird auf den Grafikkarten damit direkt bestimmt und nicht über das Power State.

Alle drei Modelle wurden von den Herstellern so konfiguriert, dass der maximale mögliche Takt durchweg gehalten werden kann. Zumindest gab es in Full HD während der Testreihen keinen einzigen Titel, in dem eine der drei Grafikkarten den Takt selbstständig reduziert hat. Damit hat die PowerColor Radeon RX 590 Red Devil durchweg mit 1.576 MHz, die Sapphire Radeon RX 590 Nitro+ mit 1.560 MHz und die XFX Radeon RX 590 Fatboy OC+ mit 1.600 MHz gearbeitet. Die gesetzten GPU-Limits von 185 Watt sind dafür ausreichend.

Die tatsächlichen Taktraten im Fractal Design Define R5
Spiel (2.560 × 1.440) PowerColor Red Devil Sapphire Nitro+ XFX Fatboy OC+
Maximaler Takt in Spielen 1.576 MHz 1.560 MHz 1.600 MHz
Alle 16 getesteten Spiele 1.576 MHz 1.560 MHz 1.600 MHz
[P] = Power Target limitiert, [T] = Temperature Target limitiert

Ein manuell erhöhtes Power Limit ist damit nur in Verbindung mit Übertakten sinnvoll. Dafür lässt sich die maximale Leistungsaufnahme der GPU um 50 Prozent erhöhen, die in der Praxis aber nicht einmal annähernd ausgenutzt werden können.

Eine weitere Rolle spielt potentiell die maximal erlaubte Temperatur, die AMD unantastbar auf 85 Grad Celsius festgesetzt hat. Wird diese erreicht und überschritten, taktet die GPU herunter. Keine der drei Partnerkarten kommt allerdings auch nur annähernd an die Marke heran.

Radeon RX 580 & GeForce GTX 1060 mit OC

Radeon RX 580 und GeForce GTX 1060 werden auch übertaktet getestet. Bei der Nvidia-Grafikkarte wird das Referenzdesign genutzt, bei der AMD die Sapphire Radeon RX 580 Nitro+. Die Modifizierungen betreffen ein maximiertes Power- sowie Temperatur-Limit und manuell erhöhte GPU- sowie Speichertaktraten. Nur die Spannungen werden nicht geändert.

Die Radeon RX 590 lässt sich nicht gut übertakten

Alle drei Modelle der Radeon RX 590 lassen allerdings kaum höhere Frequenzen zu. 1.625 MHz packen alle drei Modelle, bei 1.650 MHz stürzen dagegen alle drei Partnerkarten ab. Je nach Modell lässt sich die Polaris-30-GPU damit nur um zwei bis vier Prozent übertakten. Besser sieht es beim Speicher aus, der auf den drei neuen Radeons die maximal möglichen 4.500 MHz problemlos mitmacht. Das sind zusätzliche 500 MHz.

Die im Test genutzten Taktraten bei den OC-Einstellungen
GPU-Takt Speicher-Takt
AMD Radeon RX 580 1.425 MHz
(+80 MHz)
4.500 MHz
(+500 MHz)
Nvidia GeForce GTX 1060 FE 1.711 MHz
(+205 MHz)
4.606 MHz
(+606 MHz)

Benchmarks in 1.920 × 1.080 und 2.560 × 1.440

AMD macht mit der neuen Radeon RX 590 einen größeren Schritt als mit der Radeon RX 580. So ist letztere in 1.920 × 1.080 nur fünf Prozent schneller als die Radeon RX 480, die Radeon RX 590 aber wiederum zehn Prozent schneller als die Radeon RX 580. Trotz der gleichen GPU, die auf allen drei Grafikkarten im Vollausbau betrieben wird, und trotz derselben Speicherbandbreite ist die Leistung damit um 15 Prozent gestiegen.

Schneller als Custom Designs der GeForce GTX 1060

Die GeForce GTX 1060 bleibt hinter der Radeon RX 590 neun Prozent zurück. Wird diese manuell bis ans Maximum übertaktet, gibt es einen Gleichstand. Dazu muss die Nvidia-Grafikkarte aber per Hand übertaktet werden, Custom Designs sind von Haus aus etwas langsamer.

Apropos Partnerkarten: AMD hat auch die Radeon RX 590 bereits von Haus aus sehr nahe am Maximum getaktet, viel Spielraum bleibt den Herstellern damit nicht. Die Sapphire Radeon RX 590 Nitro+ ist dann auch die schnellste der drei Grafikkarten im Test, obwohl der GPU-Takt am geringsten ist. Erklärung: Sapphire hat als einziger den Speicher übertaktet. Die neue Sapphire-Iteration legt damit um neun Prozent gegenüber dem direkten Vorgänger Radeon RX 580 Nitro+ zu.

Im Silent-Modus dieselbe Performance wie die Referenz

Die PowerColor Radeon RX 590 Red Devil und die Sapphire Radeon RX 590 Nitro+ takten mit dem Silent-BIOS genau so schnell, wie AMDs Referenzvorgaben es für eine Radeon RX 590 vorsehen. Entsprechend ist auch die Geschwindigkeit im Bereich der Messungenauigkeit identisch.

Esports-Spiele (Fortnite und Co.) im Benchmark

In Esports-Spielen wie Fortnite und Overwatch muss sich die Radeon RX 580 noch knapp der GeForce GTX 1060 geschlagen geben. Die Radeon RX 590 dreht das Spielchen dagegen um. Sieben Prozent mehr Leistung bedeuten einen Vorsprung der neusten AMD-Grafikkarte von drei Prozent gegenüber dem Nvidia-Modell als Founders Edition. Damit ist der Vorsprung in den Mehrspieler-Titeln zwar immer noch kleiner als in den großen AAA-Spielen, jedoch gibt es nun eine einheitliche Reihenfolge der Produkte.

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