Rechtsstreit: UMC schießt gegen Micron im neuen DRAM-Verfahren zurück

Volker Rißka 24 Kommentare
Rechtsstreit: UMC schießt gegen Micron im neuen DRAM-Verfahren zurück
Bild: Micron

Der Streit zwischen UMC und Micron ging Anfang November in die nächste Runde. UMC legte mit eigenen Argumenten kürzlich noch einmal nach, da sich der Konzern verunglimpft fühlt. Micron hat in den USA eine neue Klage angestrebt, nachdem es im Sommer 2018 in China wenig rosig aussah.

Anfang November wurde sowohl die strafrechtliche als auch zivilrechtliche neue Klage von Micron in den USA öffentlich gemacht. Die Anklagepunkte gegenüber UMC sind nahezu die gleichen wie bisher: Geheimnisse sollen von ehemaligen Mitarbeitern gestohlen worden sein, die bei UMC eine neue Anstellung fanden, wo die Technologien dann genutzt worden sein sollen. Die Anklagepunkte wiegen schwer und werfen UMC unter anderem vor, ohne diese Technologien gar nicht im DRAM-Geschäft tätig sein zu können. Exakt dem Punkt widerspricht UMC deutlich.

This is emphatically untrue. From 1996 to 2010, UMC accumulated nearly 15 years of experience in manufacturing DRAM products. [...] In addition to traditional DRAM, through 2009, UMC successfully developed its own embedded DRAM foundry process, which is far more complicated and difficult than the process for making commodity DRAM.

UMC

Primär geht es Micron aber auch in der neuen Klage um die Zusammenarbeit von UMC mit den aufstrebenden chinesischen Firmen, allen vorab die Fujian Jinhua Integrated Circuit Co., Ltd. (JHICC), kurz Jinhua. Das Unternehmen hat eine „technische Kooperation“ mit UMC aus Taiwan über DRAM-Technologien und begann bereits im April 2016. Im Dezember 2017 kam eine erste Klage durch Micron: Es ging um DRAM-Patente und geistiges Eigentum, welches JHICC verletzt haben soll, die Staatsanwaltschaft durchsuchte daraufhin Büros von UMC in Taiwan. Doch UMC schlug einen Monat später zurück, im Sommer dieses Jahres dann das erste überraschende Urteil: Micron darf bestimmte Waren nicht mehr nach China einführen.

Der Handelskrieg zwischen USA und China im Hintergrund

Der Streit zwischen UMC und Micron wird auch vor dem Hintergrund der Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China geführt. Das erste Urteil aus China ging für den lokalen Anbieter aus, die Micron-Anwälte wurden seinerzeit nicht einmal angehört und konnten ihren Fall nicht darlegen. Vor einem US-Gericht werden Micron entsprechend höhere Chancen für einen positiven Ausgang ihrerseits eingeräumt. Wie das Urteil letztlich aber ausgehen wird, werden die kommenden Monate zeigen.