News Rechtsstreit: UMC schießt gegen Micron im neuen DRAM-Verfahren zurück

Volker

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#1
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#2
Ich habe mal ne Frage zum Rechtsstand. Im Text steht das Micron UMC in den USA verklagen will. Geht das den überhaupt? Muss die Klage nicht am Ort des Beklagten, also in China erfolgen?
 
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#5
Als ob internationales Recht in China jemand juckt... Die nehmen es mit Menschenrechten auch nicht so ernst da darf man also nicht zu hohe Erwartungen an den Rechtstaat haben...
Hauptsache der Rubel rollt. Und da China ein immer größerer Absatzmarkt wird, nimmt man das billigend im Kauf, bis man selber kopiert wird und von der Bildfläche verschwindet. Da sind die damaligen Entscheidungsträger samt Boni schon längst weg. Es geht ja nicht nur um Menschenrechte oder Patente die man sich zu eigen macht, auch der Umweltschutz kommt zu kurz, aber Deutschland rettet ja bekanntlich das Klima.

Hoffe Trump setzt sich durch. Wobei auch wir Konsumenten selber Schuld sind wenn wir uns bei Ali Express & Co. alles billig einkaufen. Würde mir ein Gütesiegel wünschen, unter welchen Bedingungen ein Produkt produziert wurde, aber international wird sich das nie durchsetzten, da würde China ziemlich blöd dastehen.

Update:
Hab erst kürzlich ein Beitrag gelesen, bei dem der Ersteller es gut fand das China mit den Solarmodulen den Markt geflutet hat, nun wäre das ja alles schön billig und bezahlbar und das wäre ja toll. Daher wäre es auch egal das alle deutsche Firmen hops gegangen sind ... unter welchen Bedingungen diese Module produziert werden, darüber hat er sich gar keine Gedanken gemacht. Das ist für mich echt Wasser predigen und Wein saufen.
 
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#6
In China kann man nicht klagen, in Deutschland wird's auf die Verbraucher abgeschoben...

Da würde ich auch eher in den USA Klagen ^^
 

estros

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#7
@Cool Master
Natürlich juckt den Chinesen internationales Wirtschaftsrecht. Sorry, aber sie sind fester(!) Bestandteil unserer westlichen Wirtschaft und haben sich zwingend an grundlegende Vorgänge zu halten. Wie sie entscheiden, das ist oft gesteuert. Aber darum es hier nicht und da bin ich völlig bei dir.
 
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#8
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#11
Genau so ist es! Ich fand z.B. auch den Verkauf von Kuka an China einfach nur kurzsichtig. Damit geht ein weiterer Bereich der für Made in Germany stand ins Ausland. Wenn es nicht so traurig wäre, wäre es lutstig:

Zitat von https://de.wikipedia.org/wiki/Kuka_AG:
Am 17. Mai 2016 legte der chinesische Haushaltsgerätehersteller Midea ein Übernahmeangebot über 4,6 Milliarden Euro oder 115 Euro je Aktie vor. Dies entsprach einem Aufschlag von mehr als 35 Prozent auf den Schlusskurs vom Vortag. Midea betonte aber zugleich, Kuka nicht komplett übernehmen und auch keinen Beherrschungsvertrag schließen zu wollen. Man verfolge mit dem Übernahmeangebot das Ziel, den eigenen Anteil von 13,5 Prozent auf bis zu 49 Prozent auszubauen.[11]

Am 8. August 2016 wurde bekannt, dass Midea fast 95 Prozent der Kuka-Aktien übernommen hat.[12][13]
Natürlich juckt den Chinesen internationales Wirtschaftsrecht.
Nicht wirklich. Zur Not wird Firma X einfach zu gemacht und Firma Y neu gegründet. Gerade wenn der Staat auch noch mit im Boot ist ist dies erst recht der Fall. Es ist einfach Fakt, dass Patente und andere IP in China einfach keinen juckt. Kurzfristig ist ein Geschäft mit China für beide gut aber langfrsitig wird die deine IP einfach geklaut.
 

estros

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#12
Nicht wirklich. Zur Not wird Firma X einfach zu gemacht und Firma Y neu gegründet. Gerade wenn der Staat auch noch mit im Boot ist ist dies erst recht der Fall. Es ist einfach Fakt, dass Patente und andere IP in China einfach keinen juckt. Kurzfristig ist ein Geschäft mit China für beide gut aber langfrsitig wird die deine IP einfach geklaut.
Wie gesagt, darum geht es mir doch nicht, da bin ich völlig deiner Meinung. Lies doch alles von mir, als nur diesen einen Satz.
 
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#13
@estros

Du schreibst es doch schon selber:

Alleine wenn das der Fall ist kann es doch nicht rechtsstaatlich zu gehen.

Sorry, aber sie sind fester(!) Bestandteil unserer westlichen Wirtschaft und haben sich zwingend an grundlegende Vorgänge zu halten.
Tun sie aber nicht und gerade weil sie fester Bestandteil sind juckt es sie auch nicht. Für div. Unternehmen ist es nicht einfach so möglich zu sagen wir verzichten auf China, vor allem wenn diese Unternehmen Produkte oder Dienstleistungen in China verkaufen wollen.
 
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#14
Naja, ner Firma vorzuwerfen Betriebsinterna mitgenommen zu haben und gar nicht in der Lage zu sein ohne diese überhaupt Ram zu produzieren ist schon sehr weit aus dem Fenster gelehnt - speziell wenn betreffende Firma nachweislich schon damals eigene Verfahren zur Dram Herstellung konzipiert hatte - ich denke Micron geht auch in den USA baden, es sei denn sie haben Hieb- und Stichfeste Beweise.
 

Holt

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#15
Ist das nach internationalem Recht überhaupt legal?
Das juckt die Chinesen nicht und man mag von Trump halten was man will, aber es wurde höchste Zeit die Missstände mal offen und nicht immer nur hinter vorgehaltener Hand anzuprangern und wirklich etwas dagegen zu tun. Die bisherigen Versuche über Verhandlungen etwas zu erreichen, haben nicht wirklich was gebracht und die Verhandlungen werden von den Chinesen immer wieder verschleppt.
Natürlich juckt den Chinesen internationales Wirtschaftsrecht.
Träume weiter. Du hast wohl diesen Teil der News überlesen:
Das erste Urteil aus China ging für den lokalen Anbieter aus, die Micron-Anwälte wurden seinerzeit nicht einmal angehört und konnten ihren Fall nicht darlegen.
Wenn die Anwälte einer Seite nicht einmal gehört werden, dann kann dies kaum mit irgendeinem internationalen Recht in Einklang zu bringen sein.

Die Chinesen juckt nur das Geld und die Regierung will weg von der billigen Werkbank der Welt hin zu technologischer Dominanz, dazu gehört die massive Förderung der eigenen Halbleiterhersteller und dabei werden alle Behörden für diesen Zweck mobilisiert, auch die Gerichte und Kartellbehörden.
 
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#16
Als ob internationales Recht in China jemand juckt... Die nehmen es mit Menschenrechten auch nicht so ernst da darf man also nicht zu hohe Erwartungen an den Rechtstaat haben...
Also hast du an die USA auch nicht so hohe Erwartungen an den Rechtsstaat?
Guantánamo... Einmarsch in den Irak... Und das sind nur die "aktuellen" Ereignisse.

Hoffe Trump setzt sich durch. Wobei auch wir Konsumenten selber Schuld sind wenn wir uns bei Ali Express & Co. alles billig einkaufen.
Was soll daran positiv zu werten sein, wenn sich Trump durchsetzt?
und wir Konsumenten. Warum sollte ich ein Produkt nicht bei Aliexpress kaufen, wenn es deutlich billiger ist?
Weil sonst der arme, arme Importeur das ganze für 37 Cent einkauft und hier für 9,99€ vertickt?
Es kommt eh alles aus der selben Fabrik... in China muss man eher sagen Stadt namens Chenzen.
 

estros

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#17
Also hast du an die USA auch nicht so hohe Erwartungen an den Rechtsstaat?
Guantánamo... Einmarsch in den Irak... Und das sind nur die "aktuellen" Ereignisse.
Vergleiche kein Kriegsrecht mit Wirtschaftsrecht.
Sorry, aber aus meiner Sicht haben die Amis auch die besseren Gesetze, um gegen Unternehmen vorzugehen.
Was soll daran positiv zu werten sein, wenn sich Trump durchsetzt?
und wir Konsumenten. Warum sollte ich ein Produkt nicht bei Aliexpress kaufen, wenn es deutlich billiger ist?
Weil das ein einziger fremdfinanzierter Mist ist. Ich kaufe auch gerne bei Ali, weil es billig ist. Aber es macht unsere Händler kaputt und die Logistiker müssen den Versand querfinanzieren. Der einheimische Handel wird doppelt bestraft. Das hat nichts mehr mit Globalisierung zu tun, sondern ist schlicht unfair.
 
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#18
Also ich kaufe aus China eigentlich nur zeug was ich so hier nicht kaufen kann.
Tastatur teile und zuletzt mal eine Qi Ladestation die mir optisch gefallen hat.
 
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#19
Ist das nach internationalem Recht überhaupt legal?
Ich hole mir eine Knarre. In USA ist es erlaubt. Auto fahre ich auf der anderen Seite. In UK ist es erlaubt.
In China fahre ich mit 300 km/h. Ist hier auf der Autobahn erlaubt. Ich zahle keine Steuern. Ist in Luxemburg erlaubt.

International? Glaube kaum, dass das geregelt ist. Die Chinesen hätten da sicherlich nicht unterschrieben.

BTT:
Waren einige nicht der festen Meinung alle DRAM Hersteller steckten unter einer Decke, um sie mit Preisabsprachen abzuzocken?

Ansonsten wiederholt sich hier wohl das was man mit zuerst mit Japan und dann Korea durchexerziert hat in Sachen (Vor)urteilen. Alles geklaut, kopiert, nix selbstentwickelt da zu blöd.

Jeder der etwas hat versucht es zu beschützen. Bei Porzellan, Seide, Baumwolle, Schießpulver hat man sich um Patente auch nicht geschert. Jetzt geht der Wissenstransfer mal in die andere Richtung.

Ich staune aber, dass da mit so harten Bandagen gekämpft wird. Bei den Preisen sollte doch jeder noch sein Schäfchen sichern können? Sind die Hersteller nicht außerdem durch eine Wolke von Patenten geschützt die sie gegenseitig tauschen?
 

Holt

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#20
Weil sonst der arme, arme Importeur das ganze für 37 Cent einkauft und hier für 9,99€ vertickt?
Erstens scheinst Du die Spannen im Handel zu überschätzen, wenn es dort wirklich was um so viel billiger wie hier gibt, dann dürfte es bzgl. der Qualität auch entsprechend schlecht aussehen und ist nicht selten eine Fälschung, aber da schaut man als Kunden eines chinesischen Händler dann im Zweifel in die Röhe,. was dem natürlich Kosten spart. Zweitens übersiehst Du welches Kosten der deutsche Händler hat, der muss sich mit Gewährleistung und Rückgaben rumschlagen, dazu die Steuern und ggf. Zölle bezahlen, beides sparen sich die chinesischen Händler gerne, im Zweifel darf der Kunden dann sein Paket beim Zoll auslösen und wenn er Pech hat, bekommt er es gar nicht, weil die Ware in der EU gar nicht verkehrttauglich ist. Bestimmte Geräte müssen nämlich auch entsprechende Sicherheitsstandards erfüllen, z.B. bzgl. der Störstrahlung, elektrischen Sicherheit, giftiger Inhaltsstoffe etc. und dies über ein CE Zeichen nachweisen, welches aber eben nicht das gleich wie das China Export Zeichen auf viele Waren ist die eigentlich eines haben müssten. In dem Fall sollte der Zoll die Ware gar nicht rausrücken.

Ein deutscher Importeur muss die Geräte also im Zweifel auch auf ihre Verkehrsfähigkeit prüfen lassen, was eine Menge Geld kostet und wenn es dann ein Problem gibt einen Rückruf veranlassen und ggf. Schadensersatz leisten. Oben drauf kommt bei vielen Geräten noch die Entsorgung, die für den Kunden zwar umsonst ist, nicht aber für den Hersteller bzw. Importeur.

Der chinesische Händler spart sich also eine Menge Kosten, das Wohl seiner Kunden ist ihm aber egal und diese Kunden stehen im Zweifel im Regen, wenn mit dem Produkt etwas ist und erst recht wenn dies auch noch einen Folgeschaden verursacht. Die Ersparnis kann also teuer werden und man sollte es sich gut überlegen ob man wirklich wegen ein paar Euro auf den ganzen Verbraucherschutz den wir hier in der EU genießen, wirklich verzichten möchte.
 
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