Dirt Rally 2.0 im Test: Solide PC-Grafik und überraschende Benchmarks

Wolfgang Andermahr 214 Kommentare
Dirt Rally 2.0 im Test: Solide PC-Grafik und überraschende Benchmarks

tl;dr: Dirt Rally 2.0 hebt das Rallye-Spiel auf eine neue Stufe. ComputerBase hat sich die Technik der PC-Version angeschaut. Die Grafik ist im Vergleich zum Vorgänger deutlich besser geworden, mehr als guter Durchschnitt aber nicht. Die Benchmarks zeigen eine angemessene, wenn auch keine gute Performance.

Die Grafik ist deutlich hübscher, bleibt aber Durchschnitt

Dirt Rally 2.0 soll spielerisch nach der Meinung der Presse gegenüber dem ohnehin schon guten Vorgänger noch einmal zugelegt haben. Die Technik hat dies auf jeden Fall getan, denn Dirt Rally 2.0 sieht deutlich besser als der erste Teil der Rennsimulation aus. Beleuchtung, Fahrzeugmodelle, Streckendetails, Partikelsimulation, alles hat einen sichtbaren Schritt nach vorne gemacht. Das soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Dirt Rally 2.0 grafisch nur guter Durchschnitt ist. Das Spiel sieht ordentlich, stellenweise auch schön aus. Die grafischen Platzhirsche der Rennspiele bleiben technisch aber in einer eigenen Liga.

Auch das hauseigene, da ebenso von Codemasters stammende Rennspiel F1 2018 sieht besser aus. Deutlich sogar. Die Entwickler sprechen bei Dirt Rally 2.0 einzig von der hauseigenen EGO-Engine, die auch in der F1-Serie genutzt wird. Diese hat mit der EGO-Engine 3.0 vor einigen Jahren ein neues Grundgerüst geschaffen und baut seitdem darauf auf. Dirt Rally nutzte aber noch die EGO-Engine 2.0 und in Dirt Rally 2.0 macht es den Anschein, als würde selbige noch einmal genutzt werden, wenn auch mit vielen Verbesserungen.

In den nächsten Abschnitten wirft ComputerBase einen Blick auf die Technik der PC-Version. Darunter gehören auch Benchmarks mit mehreren Grafikkarten und Prozessoren sowie ein Videovergleich zwischen Pascal, Turing und Vega.

Viele Grafikoptionen, wenig Highlights

Das Grafikmenü von Dirt Rally 2.0 hat viele Einstellmöglichkeiten. Anhand 32 verschiedener Schalter kann Einfluss auf die Qualität beziehungsweise die Performance genommen werden. Das könnte ein neuer Rekord in PC-Spielen sein. Abgesehen von der reinen Anzahl an Optionen bietet das Grafikmenü aber quasi keine Highlights. Da ist das ebenfalls von Codemasters stammende F1 2018 besser.

Die zwei niedrigsten Presets haben eine „interessante“ Grafik

Fünf verschiedene Presets finden sich im Grafikmenü. Die zwei niedrigsten Einstellungen „Sehr niedrig“ und „Niedrig“ sollte man nicht allzu ernst nehmen und höchstens mal für einen Lacher zwischendurch ausprobieren. Gefühlt wird auf beiden Stufen alles abgeschaltet, was möglich ist. Das Spiel ist damit schlicht hässlich, das Auto schwebt optisch mangels Schatten. Ab der Stufe „Mittel“ sieht man dann das eigentliche Dirt Rally 2.0. Und das sieht gar nicht so übel aus. Das einzige größere Problem ist ein recht aggressives LOD, sodass einige Objekte immer wieder sichtbar aus dem Nichts auftauchen.

Das Problem gibt es bei „Hoch“ nicht mehr. Darüber hinaus sehen die Schatten besser aus beziehungsweise werden einige damit überhaupt erst dargestellt. Außerdem wird die Vegetation dichter. Mit „Sehr hoch“ und damit zugleich den maximalen Grafikdetails nehmen die Reflexionen sichtbar an Qualität zu und die Umgebungsverdeckung wird auf mehr Objekten dargestellt. Zudem werden die Schatten auf größerer Distanz schöner. Es lässt sich sagen, dass das Mittel-Preset das Minimum ist, was genutzt werden sollte. „Hoch“ sollte für eine gute Grafik anvisiert werden. „Sehr hoch“ sieht durchaus besser aus, ist aber kein Must-have und man verpasst nur wenig.

Grafik-Presets in Dirt Rally 2.0
  • AMD Radeon RX Vega 64:
    • Sehr Niedrig
      223,0
    • Niedrig
      186,3
    • Mittel
      126,2
    • Hoch
      107,6
    • Sehr Hoch
      71,5
  • Nvidia GeForce RTX 2070:
    • Sehr Niedrig
      250,4
    • Niedrig
      203,9
    • Mittel
      138,7
    • Hoch
      115,2
    • Sehr Hoch
      69,3

Mit den zwei niedrigsten Grafik-Presets lässt sich die Performance massiv steigern, was aufgrund der dann extrem schlechten Grafik aber auch kein Wunder ist. Wenn man die ordentlichen mittleren Details als untere Grenze ansieht, gibt es aber ebenso ein gutes Tuning-Potenzial. Denn wer von „Sehr hoch“ auf „Hoch“ zurückschaltet, erhält auf der GeForce RTX 2070 bereits satte 66 Prozent mehr FPS. Auf der Radeon RX Vega 64 sind es gute 50 Prozent. Den Großteil machen dabei die Schattendetails und die erweiterte Umgebungsverdeckung aus. Die restlichen Schalter haben dagegen gar keinen oder allenfalls einen minimalen Einfluss. Mit dem mittleren Preset lässt sich die Framerate so um weitere 20 (Nvidia) bis 17 Prozent (AMD) steigern.

TAA ist die Kantenglättung der Wahl

Dirt Rally 2.0 bietet wie der Vorgänger klassisches MSAA in den Stufen 2 ×, 4 × und 8 ×. Allerdings ist der optische Gewinn gering, denn die komplette Vegetation wird überhaupt nicht bearbeitet und daher flimmert das Spiel extrem. Gleichzeitig sind die Performance-Kosten hoch. Während MSAA aus der EGO-Engine 2.0 stammt – alleine das ist ein recht sicheres Zeichen, dass Dirt Rally 2.0 noch die alte Technologie nutzt –, hat sich aber auch eine Kantenglättung aus der EGO-Engine 3.0 ins Spiel eingeschlichen. Die Rede ist von TAA. Und das Post-Processing-AA funktioniert in Dirt Rally 2.0 auch gleich mit Abstand am besten. Denn aufgrund einer temporalen Komponente wird auch die Vegetation geglättet.

Diese flimmert daher selbst in Full HD kaum. Das Spiel ist zwar nicht komplett ruhig, störend ist das stellenweise auftretende Flackern aber nicht. Das TAA erzeugt jedoch eine Unschärfe, die in Full HD gut zu sehen ist und in höheren Auflösungen deutlich abnimmt. In Ultra HD bleibt die Grafik auch mit TAA scharf. Trotz der Unschärfe ist TAA immer die Kantenglättung der Wahl in Dirt Rally 2.0. Falls genügend Performance da ist, kann zusätzlich vierfaches MSAA hinzugeschaltet werden.

Auf der nächsten Seite: Testreihen, Testsystem und Grafik-Einstellungen