Microsoft: Gute Quartalszahlen sorgen dennoch für Enttäuschung

Aljoscha Reineking 31 Kommentare
Microsoft: Gute Quartalszahlen sorgen dennoch für Enttäuschung
Bild: FirmBee | CC0 1.0

Die offiziellen Quartalszahlen von Microsoft für das zweite Fiskalquartal 2019, welches mit dem 31. Dezember 2018 endete, zeigt eine durchaus positive Bilanz. Die hohen Erwartungen vieler Analysten kann das Unternehmen allerdings nicht erfüllen.

Gewinn von 8,4 Milliarden US-Dollar

Microsoft konnte in dem letzten Quartal 2018 stattliche 32,5 Milliarden US-Dollar Umsatz erzielen und damit einen Gewinn von 8,4 Milliarden US-Dollar erwirtschaften. Im Vergleich zum Vorjahresquartal stieg der Umsatz um fast 12 Prozent und der Gewinn um 18 Prozent. Der hohe Gewinnsprung ist allerdings vor allem auf die US-Steuerreform zurückzuführen, welche Microsoft im vergangenen Jahr noch rund sechs Milliarden US-Dollar kostete.

Analysten mit zu hohen Erwartungen

Trotz der eigentlich sehr guten Quartalszahlen kann das Unternehmen die Erwartungen vieler Analysten nicht erfüllen, was sich kurzzeitig nach der Veröffentlichung des Finanzberichtes auch negativ auf die Aktien auswirkte. Nach einem Verlust von 2,5 Prozent erholte sich das Wertpapier von dem Unternehmen aus Redmond aber noch etwas und schloss mit 90,69 Euro und einem Minus von 1,42 Prozent im Vergleich zum Vortag an der Börse.

Server-Produkte und Cloud-Dienste mit starkem Wachstum

Vor allem die Server-Produkte von Microsoft und die Cloud-Dienste entwickelten sich mit einem allgemeinen Zuwachs von 24 Prozent sehr gut. Insbesondere im Cloud-Bereich rund um Azure haben viele Analysten wohl mit noch besseren Werten gerechnet. Während der Umsatz in diesem Bereich in den vergangenen Quartalsberichten sich fast immer verdoppelte, konnte in den letzten drei Monaten 2018 sich der Umsatz nur um 76 Prozent steigern.

Microsoft Azure Sphere
Microsoft Azure Sphere (Bild: Microsoft)

Laut CRN soll allerdings der Cloud-Markt insgesamt ein weniger großes Wachstum verzeichnet haben, als von vielen Anlegern erhofft wurde. Microsofts ist mit der Azure-Lösung derzeit der zweitgrößte Anbieter hinter Amazon Web Services (AWS) und kann sich sogar vor Google positionieren. Als weiteren positiven Faktor für einen höheren Umsatz werden die Office-Produkte genannte, welche mit Office 365 maßgeblich zu den hohen Umsatzzahlen beitragen konnten.

Microsoft nicht nur ein Software-Unternehmen

Der von Konzernchef Satya Nadella eingeschlagene Weg Microsoft nicht nur als reines Software-Unternehmen weiterzuführen und eine breite Aufstellung in verschiedenen Bereichen anzustreben, scheint aktuell Früchte zu tragen.

Microsoft konnte mit Suchmaschinenwerbung rund 14 Prozent mehr Umsatz generieren als im Vorjahresquartal und ebenfalls im Gaming-Bereich weitere Pluspunkte erzielen, obwohl die Xbox-Verkaufszahlen um 19 Prozent eingebrochen sind.