Chrome 73: Neue Synchronisation und einfacherer Datenschutz

Michael Schäfer 44 Kommentare
Chrome 73: Neue Synchronisation und einfacherer Datenschutz
Bild: geralt | CC0 1.0

Google hat seinen eigenen Browser Chrome auf Version 73 gehoben und zum Download freigegeben. Auch wenn die neue Bild-in-Bild-Funktion anfänglich lediglich Entwicklern zugänglich ist, soll die verbesserte Synchronisation sowie vereinfachte Konfiguration der Datenschutzeinstellungen auch Anwendern zu Gute kommen.

Neben zahlreichen Neuerungen schließt die nun für Windows, macOS und Linux erschienene neue Version 60 Sicherheitslücken.

Datenschutzeinstellungen ziehen um

Die neuen Funktionen konnten von Nutzern zuletzt in der im letzten Monat veröffentlichten Beta-Version unter Augenschein genommen werden und sind nun final. So findet der Nutzer in der neuen Version nun alle Optionen, welche zur Sammlung von Browser-Daten herangezogen werden, nicht mehr wie bisher unter dem Einstellungspunkt „Datenschutz‟, sondern in dem eigens geschaffenen Bereich „Synchronisation und Google-Dienste‟, welcher zudem um einige Einstellungspunkte erweitert wurde. Darüber hinaus stehen Anwendern in Chrome 73 eine „erweiterte Rechtschreibprüfung‟ sowie ein „erweiterter Safe-Browsing-Bericht“ zur Verfügung; über „Suche und Browsen verbessern‟ können nun auch erstmals direkt über Chrome anonymisierte URLs erzeugt werden.

Weiter enthält die neue Browser-Version einen neuen Download-Manager, bei welchem sich die Download-Seite wiederum ab sofort nach Videos, Bildern oder anderen Dateitypen filtern lässt.

Bild-in-Bild und Überspring-Button

Die neue Bild-in-Bild-Funktion soll vor allem Verbesserungen bei Videokonferenzen im Browser bieten, indem sie sich beim Wechsel zwischen Web-Seite und Programmen von selbst aktiviert und wieder deaktiviert. Auf diese können zunächst jedoch nur Entwickler zugreifen.

Darüber hinaus wird es Nutzern in der neuen Chrome-Version möglich sein, über einen eigenen Button die angezeigte Werbung in Video-Diensten wie unter anderem YouTube überspringen zu können. Außerdem ist es ab sofort möglich, die Wiedergabe von Medien im Browser mit Hardware-Tasten zu steuern, unabhängig davon, ob sich der wiedergebende Tab im Vorder- oder Hintergrund befindet. Das Feature steht aber zunächst nur Anwendern unter Chrome OS, macOS und Windows zur Verfügung.

Neue Schnittstelle für Benachrichtigungen

Als letzte große Neuerung führt Google eine neue Programmierschnittstelle ein: Mit der Badging-API erhalten Entwickler ein Werkzeug, mit welchem dem Desktop- oder Taskleisten-Symbol eines Programms ein Indikator für bestimmte Ereignisse hinzugefügt werden kann, wie zum Beispiel ungelesene Nachrichten. Darüber hinaus können mit den neuen konstruierbaren Stylesheets gemeinsam genutzte CSS-Styles definiert und schnell angewendet werden.

iFrames-Schutz nicht unter iOS

Bereits Ende Januar hatte Google bereits ein neues Sicherheitsfeature für die neue Version bekanntgegeben, um zukünftig Drive-by-Downloads-Angriffe zu verhindern. Diese Funktion ist schon seit langer Zeit Bestandteil des Sicherheitskonzeptes von Microsoft Edge und Mozillas Firefox.

So wird nun auch Chrome ab sofort iFrames standardmäßig in einer Sandbox laden, um das Starten von Downloads ohne Nutzerinteraktion (also automatisch startende Downloads) zu unterbinden. Website-Entwickler erhalten jedoch die Möglichkeit, auf der einbindenden Website die Einschränkung mit dem iFrame-Attribut sandbox="allow-downloads-without-user-activation" im Quelltext in Einzelfällen gezielt aufzuheben.

Wie bereits seinerzeit von Google angegeben, wird die neue Funktion jedoch keinen Einzug auf Chrome für iOS halten, da Apple nach wie vor im eigenen Betriebssystem Drittanbietern die Nutzung einer eigenen Browser-Engine untersagt. Daher ist Google gezwungen, unter iOS auf Apples Safari-Engine WebKit zu setzen, der dieser Schutz bisher jedoch fehlt.

Downloads

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    3,6 Sterne

    Chrome ist ein sehr schneller Browser mit vielen Erweiterungen und tollen Entwickler-Tools.

    • Version 73.0.3683 Deutsch