Intel-Prozessoren: Lieferprobleme bei 14 nm sind noch nicht ausgestanden

Volker Rißka 77 Kommentare
Intel-Prozessoren: Lieferprobleme bei 14 nm sind noch nicht ausgestanden

Die 14-nm-Fertigung bei Intel ist noch immer auf Kante genäht und kann nicht so viele Produkte bereitstellen, wie sie der Markt verlangt. DigiTimes berichtet aus Taiwan, dass sich die Situation im zweiten Quartal dieses Jahres in einigen Bereichen sogar noch zuspitzen könnte.

Bisher wurde primär im Einsteigerbereich der größte Mangel betrachtet, Prozessoren aus der Familie Gemini Lake und des Vorgängers Apollo Lake waren nur in geringen Mengen bei größeren Herstellern in Produkten zu sehen. Viele kleinere Anbieter oder chinesische Firmen, die beispielsweise Notebooks ohne Branding für andere Firmen bauen, wurden zum Teil komplett bei der Belieferung außen vorgelassen, schreibt DigiTimes.

Zum zweiten Quartal hin soll das Segment Core i3 und Core i5 noch stärker betroffen sein als zuletzt, vor allem der Core i5 auf Basis von Coffee Lake habe zuletzt einen deutlichen Einbruch bei den Liefermengen gezeigt, wobei es sich primär um Notebook-Prozessoren handelt. Denn während riesige OEMs wie HP die Lager direkt von Intel befüllen, musste selbst Lenovo mit hunderttausenden zu wenig gelieferten CPUs zurechtkommen und sich zum Jahresanfang 2019 neu arrangieren. Und selbst Apple soll als einer der wichtigsten Abnehmer von Amber Lake-Y für das stromsparende MacBook Air die Lieferprobleme zu spüren bekommen. Viele Notebooks auf Basis von Whiskey Lake-U waren ebenfalls über Monate nicht zu sehen, obwohl der Start der CPUs bereits im August 2018 erfolgte.

Der Fokus bei Intel liegt laut offizieller Darstellung in erster Linie auf Xeon- und dann den Core-Prozessoren, mit absteigender Reihenfolge in der Nomenklatur. Seit Jahresbeginn werden die neuen Xeon-Prozessoren Cascade Lake-SP mit ihren 700-mm²-Dies in stetig steigender Stückzahl gefertigt, offizieller Start dafür ist in wenigen Wochen.

AMD kann profitieren

Profitieren davon kann unter anderem AMD. Von 9,8 Prozent Marktanteil Anfang 2018 ist die Marke auf 15,3 Prozent geklettert, im zweiten Quartal soll sie möglicherweise schon 18 Prozent erreichen. AMD hatte kürzlich die zweite APU-Generation Picasso an den Start gebracht, zudem ältere Modul-Prozessoren in 28-nm-Fertigung für Chromebooks noch einmal aktualisiert – exakt dort sind die Lieferprobleme von Intel am größten. Die Wachstumschancen von AMD in dem Bereich sind deshalb derzeit besser als je zuvor.

Mehr 14-nm-Kapazität ab August

DigiTimes zufolge ist kein schnelles Aufbäumen seitens Intel im zweiten Halbjahr 2019 zu erwarten. Ab dem Sommer sollen zwar bis zu 25 Prozent zusätzliche Kapazität in 14 nm verfügbar sein, doch ein Teil wird dann wiederum auch für 10 nm abgezweigt. Die Probleme in dem Bereich sollen in Bezug auf die Serienfertigung noch immer deutlich ausgeprägt sein, kleine Notebook-Chips auf Basis von Ice Lake sind deshalb die ersten Produkte – wie schon beim Fehlschlag Cannon Lake. Ein 10-nm-Desktop-Produkt wird es demnach ohnehin erst einmal nicht geben, Comet Lake soll auf den Coffee Lake Refresh mit eventuell zehn Kernen weiterhin mit 14-nm-Fertigung erscheinen.