The Division 2 im Test: DirectX 12 ist ein Muss, eine schnelle Grafikkarte ratsam 2/3

Wolfgang Andermahr et al. 496 Kommentare

Testreihen, Testsystem und Grafik-Einstellungen

Die nachfolgenden Grafikkarten-Benchmarks sind mit einem auf 4,7 GHz übertakteten Core i7-8700K durchgeführt worden, der auf insgesamt 32 Gigabyte Arbeitsspeicher mit einer Geschwindigkeit von DDR4-3200 (16-16-16-38, Dual-Rank) zugreifen kann. „Windows 10 Oktober Update“ (1809) inklusive aller derzeit verfügbaren Patches ist installiert. Als Nvidia-Treiber wurde der GeForce 419.35 genutzt, der für The Division 2 optimiert ist. Für Radeon-Grafikkarten kam ein spezieller, von AMD zur Verfügung gestellter Beta-Treiber zum Einsatz, der ebenso für das Spiel optimiert ist und einer frühen Version des Adrenalin 19.3.2 entspricht. Öffentlich verfügbar ist er noch nicht.

Die 25 Sekunden lange Testszene zeigt einen schnellen Marsch durch die Natur Washingtons im ersten Abschnitt des Spiels direkt neben dem Weißen Haus. Durch die hohe Weitsicht gibt es viel Vegetation, Volumennebel, zahlreiche Objekte und mehrere Gebäude im Hintergrund zu sehen. Die Szene ist anspruchsvoll und belastet zudem das Streaming der Engine, was in einer großen offenen Welt ein Problem sein kann. Meistens läuft das Spiel schneller als im Benchmark. Die Testszene wird nur bei Tag und gutem Wetter durchlaufen, was viel Zeit und Geduld in Anspruch nimmt. The Division 2 ist ein sehr dynamisches Spiel, die Benchmark-Werte sind aber dennoch mit einer Abweichung von rund einem Prozent reproduzierbar.

The Division 2 ist fordernd. Die maximalen Grafikdetails werden in den Benchmarks daher nur in 1.920 × 1.080 aufgerufen. Für 2.560 × 1.440 wird auf das Ultra-Preset zurückgeschaltet und für 3.840 × 2.160 auf die Hoch-Einstellungen. Als API kommt durchweg DirectX 12 zum Einsatz.

Auflösung Grafikdetails
1.920 × 1.080 Maximale Grafikdetails, DirectX 12
2.560 × 1.440 Ultra-Preset, DirectX 12
3.840 × 2.160 Hoch-Preset, DirectX 12

DirectX 11 vs. DirectX 12

Standardmäßig nutzt The Division 2 die DirectX-11-API, allerdings lässt sich auch DirectX 12 im Menü aktivieren. Die Redaktion testet auf einem auf 4,7 GHz übertakteten Core i7-8700K, ob es Vorteile durch die Low-Level-API gibt. Dabei ist zu bedenken, dass es sich um eine rechenstarke CPU handelt, sodass das Ergebnis mit schwächeren Prozessoren anders ausfallen kann.

DirectX 12 bringt in The Division 2 allerdings schon auf einer schnellen CPU fast durchweg spürbare Vorteile. Das gilt auch für die absolute Framerate, wobei sich dort der Vorteil noch in Grenzen hält. So arbeitet DirectX 12 in 1.920 × 1.080 auf einer GeForce GTX 1080 11 Prozent schneller als DirectX 11, auf einer GeForce RTX 2070 sind es 12 Prozent und auf einer Radeon RX Vega 64 14 Prozent.

The Division 2 – DirectX 11 vs. DirectX 12, 1.920 × 1.080
  • FPS, Durchschnitt:
    • GeForce RTX 2070 @ DX12
      71,6
    • GeForce GTX 1080 @ DX12
      68,1
    • Radeon RX Vega 64 @ DX12
      66,7
    • GeForce RTX 2070 @ DX11
      64,3
    • GeForce GTX 1080 @ DX11
      61,3
    • Radeon RX Vega 64 @ DX11
      58,5
  • 99,9th Percentile (Frametimes in FPS):
    • GeForce GTX 1080 @ DX12
      51,3
    • GeForce RTX 2070 @ DX12
      50,3
    • Radeon RX Vega 64 @ DX12
      48,5
    • GeForce RTX 2070 @ DX11
      33,6
    • GeForce GTX 1080 @ DX11
      31,7
    • Radeon RX Vega 64 @ DX11
      31,4

Noch deutlich größere Vorteile bringt DirectX 12 aber bei den Frametimes, DirectX 11 hat hier keine Chance. Die Frametimes der GeForce GTX 1080 fallen mit DirectX 12 um 62 Prozent besser aus, die der GeForce RTX 2070 um 50 Prozent und die der Radeon RX Vega 64 um 54 Prozent. Im Klartext: Mit DirectX 11 stockt The Division 2 immer mal wieder, mit DirectX 12 läuft das Spiel butterweich.

Pascal zieht bei den Frametimes in Full HD dabei größere Vorteile aus DirectX 12 als Turing – das ist merkwürdig, denn normalerweise ist es andersherum. Ebenso eher selten ist, dass Nvidia mehr von der Low-Level-API profitieren kann als AMD.

In Ultra HD sind die Vorteile noch größer

Im GPU-Limit werden die Vorteile von DirectX 12 meistens kleiner. Doch auch hier macht The Division 2 eine Ausnahme. In 3.840 × 2.160 steigt die Framerate auf einer GeForce RTX 2070 durch DirectX 12 um 13 Prozent und die der Radeon RX Vega 64 um 15 Prozent an. Die Frametimes verbessern sich gleichzeitig gar um 70 respektive 77 Prozent. Nur die GeForce GTX 1080 verliert in „Ultra HD“ hier 6 Prozent an FPS. Die Framerate steigt aber dennoch mit einem Plus von 46 Prozent deutlich an. DirectX 12 bleibt damit auch auf Pascal die API der Wahl.

The Division 2 – DirectX 11 vs. DirectX 12, 3.840 × 2.160
  • FPS, Durchschnitt:
    • GeForce RTX 2070 @ DX12
      41,1
    • Radeon RX Vega 64 @ DX12
      40,6
    • GeForce GTX 1080 @ DX11
      38,7
    • GeForce GTX 1080 @ DX12
      36,4
    • GeForce RTX 2070 @ DX11
      36,3
    • Radeon RX Vega 64 @ DX11
      35,2
  • 99,9th Percentile (Frametimes in FPS):
    • Radeon RX Vega 64 @ DX12
      32,7
    • GeForce RTX 2070 @ DX12
      32,5
    • GeForce GTX 1080 @ DX12
      29,6
    • GeForce GTX 1080 @ DX11
      20,3
    • GeForce RTX 2070 @ DX11
      19,1
    • Radeon RX Vega 64 @ DX11
      18,5

Die Ergebnisse zeigen, dass DirectX 12 auf einem schnellen Prozessor im GPU-Limit in dem Spiel sogar größere Vorteile als in eher CPU-limitierten Szenarien bringt. Das ist sehr ungewöhnlich.

Berichte über Probleme mit DirectX 12 (Update)

Während der Grafikkarten-Tests gab es mit DirectX 12 in The Division 2 kein einziges Problem, keinen Absturz, keine Ruckler, nichts. In den Foren haben sich aber einige Spieler gemeldet, bei denen es anders aussieht und The Division 2 Probleme mit der Low-Level-API bereitet und regelmäßig abstürzt. Nicht unbedingt sofort, aber spätestens nach einigen Stunden. Mit DirectX 11 zeigen sich diese Probleme nicht. Andere berichten auch von kurzen Leistungseinbrüchen.

Warum manche Systeme davon betroffen sind, andere hingegen nicht, ist unklar. Bei den Prozessor-Tests ist der Redaktion jedoch aufgefallen, dass die Probleme je nach Prozessor auftauchen können. Bei den CPU-Tests zeigte sich nämlich ein Proband auch mehr als störrisch und stürzte entweder sofort, oder nach wenigen Minuten ab.

Der Core i3-8100 stürzt andauernd ab

Dabei handelt es sich um den Intel Core i3-8100, der die Probleme macht. Es ist möglich, dass die vier CPU-Kerne der Grund sind. Denn alle anderen AMD- und Intel- Testprobanden können auf mehr Kerne beziehungsweise Threads zurückgreifen und zeigen diese Probleme nicht. Die im Forum berichteten, kurzen Frame-Einbrüche über ein bis zwei Sekunden zeigten sich im Test nicht. Diese soll es auch mit schnelleren Prozessoren geben, dafür aber nur selten auftreten.

Grafikkarten-Benchmarks von Full HD bis Ultra HD

Turing-Grafikkarten arbeiten in The Division 2 sehr schnell. So liegt die Radeon VII vor allem in niedrigen Auflösungen ein gutes Stück hinter der GeForce RTX 2080 und nicht auf demselben Niveau. Die GeForce RTX 2070 hat die Radeon RX Vega 64 klar im Griff und die GeForce RTX 2060 liefert mehr FPS als die Radeon RX Vega 56. Die einzige Ausnahme ist interessanterweise die neue GeForce GTX 1660 Ti, die weiter hinter der Radeon RX Vega 56 zurückbleibt als gewöhnlich.

Schaut man sich die Ergebnisse im Detail an, fällt Folgendes auf: Je höher die Auflösung ist, desto mehr kommen die AMD-Grafikkarten in Fahrt. So ist zum Beispiel die Radeon VII in 1.920 × 1.080 noch 5 Prozent langsamer als die GeForce GTX 1080 Ti, in 2.560 × 1.440 gibt es dann einen Gleichstand und in 3.840 × 2.160 ist AMDs Flaggschiff plötzlich 8 Prozent schneller und auch der Abstand zur GeForce RTX 2080 beträgt nur noch 3 anstatt 16 Prozent in Full HD. Über die Auflösungen hinweg wird die Radeon VII damit 13 Prozent schneller im Vergleich zur GeForce GTX 1080 Ti. Das lässt sich auch auf die Radeon RX Vega 64 und die Radeon RX Vega 56 übertragen.

Bei den Frametimes rücken Turing und Vega näher zusammen

Bei den Frametimes sieht es für AMD dagegen deutlich besser aus, auch wenn Turing immer noch die Nase vorne hat. Bei der Messreihe liegt die Radeon VII in Full HD jetzt aber nur noch um 3 Prozent hinter der GeForce RTX 2080 zurück. In WQHD gibt es einen kleinen Dämpfer, der Abstand vergrößert sich auf 7 Prozent, in „Ultra HD“ herrscht dann aber plötzlich Gleichstand. Für die Radeon RX Vega 64 und die Radeon RX Vega 56 sieht es bei den Frametimes noch besser aus. Sie liegen nochmals näher an den Konkurrenzmodellen beziehungsweise überholen sie sogar.

Nvidias ältere Pascal-Generation schneidet zwar gut in The Division 2 ab, kann mit Turing aber nicht mithalten. So ist die GeForce RTX 2080 zum Beispiel klar schneller als die GeForce GTX 1080 Ti. In Full HD liegt diese 11 Prozent vorne, in WQHD sind es 10 Prozent und in „Ultra HD“ 12 Prozent. Auch im Vergleich zu AMD schneidet Nvidia ähnlich wie in anderen Spielen ab. So ist die Radeon RX Vega 64 in Full HD leicht langsamer als die GeForce GTX 1080, in WQHD dagegen leicht schneller.

In der Einsteigerklasse hat AMD die Nase vorn

Während die Vega-Grafikkarten erst in hohen Auflösungen in Fahrt kommen, funktioniert Polaris bereits in Full HD gut. Die Radeon RX 580 liefert 5 Prozent mehr Bilder in der Sekunde als die GeForce GTX 1060, die Frametimes sind um denselben Wert besser. Die Radeon RX 590 legt dann noch einmal 6 respektive 10 Prozent obendrauf.

Die Frametimes auf der RTX 2070, GTX 1080 und RX Vega 64

Bereits anhand der Balkendiagramme hat sich erkennen lassen, dass die Frametimes bei AMD und Nvidia unterschiedlich gut ausfallen. Das genauere Liniendiagramm mit dem Vergleich der drei bei den FPS fast gleich schnellen Grafikkarten Radeon RX Vega 64, GeForce GTX 1080 und RTX 2070 bestätigt das. Klar die besten Frametimes hat in The Division 2 die Radeon RX Vega 64. Sie sind zwar nicht ganz perfekt, aber durchaus nahe dran.

Dahinter folgt die GeForce GTX 1080. Die Grafikkarte hat deutlich mehr Ausreißer bei den Frame-Abständen. Die schnellste Grafikkarte unter den dreien bei den FPS, die GeForce RTX 2070, hat hingegen die schlechtesten Frametimes. Sie fallen vom Muster sehr ähnlich wie bei der GeForce GTX 1080 aus, allerdings gibt es deutlich mehr Ausreißer.

Da die Ausreißer auf den beiden Nvidia-Grafikkarten nicht allzu groß ausfallen, lassen sich die unregelmäßigeren Frametimes normalerweise nicht spüren. Bei geringen Frameraten machen sich diese aber durchaus bemerkbar. Dann haben AMD-Grafikkarten leichte Vorteile gegenüber den Konkurrenzmodellen.

Die Texturqualität ist gut und ohne Aussetzer

The Division 2 hat eigentlich durchgängig eine gute Texturqualität. Wenn man nahe an ein Objekt herangeht, zeigt sich zwar, dass die letzten Details fehlen. Beim Spielen fällt dies aber nicht auf. Hinzu kommt, dass während des Tests keine größeren Aussetzer einzelner Texturen aufgetreten sind.

Für die schönsten Texturen in „Ultra HD“ ist eine Grafikkarte mit mehr als 8 GB empfehlenswert. Auch wenn das Spiel im Test teils 13 Gigabyte an Speicher adressiert hat, gibt es mit einem 11-GB-Modell keine spürbaren Nachteile. Auch mit 8 GB sind 3.840 × 2.160 Bildpunkte noch spielbar – um auf Nummer sicher zu gehen, ist aber mehr Speicher sinnvoll. Für 2.560 × 1.440 sind auch Grafikkarten mit 8 GB ausreichend, bei 1.920 × 1.080 gilt das für 6 GB. Hat die eigene Grafikkarte nur 4.096 MB Speicher, sollten die Texturdetails zurückgedreht werden.

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