Im Test vor 15 Jahren: DDR550 von OCZ für Übertakter ab 400 Euro

Robert McHardy 62 Kommentare
Im Test vor 15 Jahren: DDR550 von OCZ für Übertakter ab 400 Euro

tl;dr: Um Corsair, 2004 der Marktführer in puncto Overclocking-Arbeitsspeicher, das Wasser abzugraben, führte OCZ mit dem PC4400 (Test) Speichermodule mit DDR550 und schickem Heatspreader ein. Dafür hatte sich der Preis mit 400 Euro für zwei 512 MByte Module aber auch gewaschen.

Dual-Channel mit 1 GByte

Bei dem getesteten Speicher handelte es sich um ein Dual-Channel-Kit mit jeweils 512 MByte Kapazität pro Riegel, sodass insgesamt 1 GByte RAM zur Verfügung stand. Bei einem Effektivtakt von 550 MHz (DDR550) arbeitete der Speicher mit Timings von CL3-4-4-8. Die dafür benötigte Spannung betrug 2,8 Volt, der Hersteller gab aber für Spannungen von bis zu 3 Volt eine lebenslange Garantie.

Typisch für OCZ-Speichermodule der damaligen Zeit war der glänzende Heatspreader. Während er bei anderen Modellen in den Farben Silber oder Gold gehalten war, erhielt der schnellste OCZ-Speicher einen glänzenden Kupferkühler. Wie auch heute noch galt bereits im April 2004, dass der Heatspreader bei RAM vorrangig der Optik diente und keinen oder einen nur marginalen Kühleffekt erzielt.

Probleme gab es im Test bei dem hinterlegten SPD-Profil des Speichers. Wie bereits bei mehreren Modulen zuvor war das SPD-Profil fehlerhaft und nicht die korrekten Taktraten und Timings hinterlegt, sodass sie manuell im BIOS eingestellt werden mussten. Die Timings für DDR400 respektive DDR500 konnten im Test auf CL2-3-3-5 beziehungsweise CL2.5-4-4-5 gesenkt werden. Damit lag das OCZ-Speicherkit in allen getesteten Frequenzen gleichauf mit dem zur Referenz herangezogenen HyperX PC4300 von Kingston. Lediglich DDR550 war dem OCZ-Modul vorbehalten, im Test konnten sogar Taktraten von DDR560 erreicht werden. Ab diesem Bereich limitierten in Zeiten von Pentium 4 und Athlon 64 aber insbesondere das Mainboard und der Prozessor.

In den Benchmarks selbst lieferte der Speicher ohne Ausreißer die erwartete Leistung. Gegenüber den 540 MHz Effektivtakt, den das Kingston Speicherkit noch erreichte, lag der Geschwindigkeitsgewinn im vernachlässigbaren Bereich. Wie auch bei anderem RAM dieser Kategorie waren die hohen erzielbaren Taktraten aber weniger dem Gewinn an Speicherbandbreite, sondern vielmehr der Möglichkeit, Prozessoren höher zu übertakten, zugedacht. Durch den Front Side Bus, der unter anderem die Taktraten von Prozessor und RAM bestimmte, stieg bei Prozessoren mit festem Multiplikator zwangsweise auch der Takt des Arbeitsspeichers an. Im Umkehrschluss wurde schneller Arbeitsspeicher benötigt, um einen Prozessor voll auszureizen.

Der Preis bei OCZ belief sich dafür auf knapp 400 Euro. Wer bereit war so viel Geld für Arbeitsspeicher zu investieren, der war mit dem OCZ PC4400 im April 2004 technisch bestens beraten. Im Normalfall war das Geld aber besser in einer schnelleren CPU oder Grafikkarte investiert.

OCZ gibt es nicht mehr

Heute gibt es die Marke OCZ nicht mehr. Nachdem das Unternehmen Ende 2013 Insolvenz anmelden musste, übernahm Toshiba Anfang 2014 das SSD-Geschäft. Mittlerweile ist die Marke OCZ im SSD-Portfolio von Toshiba nur noch eine kleine Randnotiz.

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