Android-Spielkonsolen: Razer beerdigt Ouya und schaltet die Server ab

Max Doll 64 Kommentare
Android-Spielkonsolen: Razer beerdigt Ouya und schaltet die Server ab
Bild: Ouya

Rund sieben Jahre nach ihrer Geburtsstunde wird die Android-Spielkonsole Ouya zu Grabe getragen. Ab dem 25. Juni wird Razer die Server für die Ouya sowie Forge TV und MadCatz Mojo abschalten. Das Ende der Plattform ruft in Erinnerung, welche Risiken Kunden mit rein virtueller Distribution von Spielen eingehen.

Ouya wurde im Jahr 2012 mit einer damals rekordträchtigen Summe von 8,5 Millionen US-Dollar über Kickstarter finanziert. Die hohen Erwartungen konnte das Projekt aber nicht erfüllen, schon drei Jahre später wurde die Konsole von Razer übernommen, um Software und Kundenstamm für die eigene Android-Konsole Forge TV zu nutzen. Die Produktion von Ouya wurde bereits direkt nach dem Kauf eingestellt.

Den Schlussstrich unter das Kapitel zieht Razer aber erst jetzt. Wenn im Juni der Game Store der Plattform abgeschaltet wird, können keine weiteren Spiele gekauft oder heruntergeladen werden. Bestehendes Guthaben muss bis zu diesem Zeitpunkt aufgebraucht werden, es wird weder ausgezahlt noch kann es übertragen werden. Auch der Zugriff auf das Nutzerkonto geht verloren. Forge TV selbst kann danach noch als Set-Top-Box sowie mit dem Play Store genutzt werden, die Wiedergabe der Spiele aus Razers bald ehemaligem Shop wird jedoch eingeschränkt.

Denn dass Spiele nach dem Abschalten der Server noch funktionieren, garantiert Razer nicht. Bereits heruntergeladene Titel lassen sich nur dann noch spielen, wenn sie beim Start keine Online-Authentifizierung voraussetzen – die ist mangels Servern nicht länger möglich. Hier verweist Razer an die Entwickler für nähere Informationen. Fragen nach dem Transfer der Spiele auf eine andere Plattform sollen die Urheber ebenfalls beantworten, hier gibt Razer ebenfalls keine Auskunft.

Tücken des Digitalzeitalters

Die Abschaltung der Server beleuchtet unfreiwillig auch die Tücken des Digitalzeitalters. Mit dem Erwerb einer Nutzungslizenz in digitalen Shops binden sich Käufer schließlich auf Gedeih und Verderb an eine Plattform, von deren fortgesetztem Bestand die langfristige Nutzung des erworbenen Guts abhängt. Ist das, wie hier, nicht der Fall, hilft nur der erneute Kauf anderswo.