Netzteile: Nachlese zur Computex von Corsair bis Sea Sonic

Nico Schleippmann 63 Kommentare
Netzteile: Nachlese zur Computex von Corsair bis Sea Sonic

Eine höhere Leistungsdichte von Netzteilen zeichnet sich als klarer Trend auf der Computex 2019 ab. Diese macht sich auch in höheren Leistungen von Netzteilen mit Passivkühlung bemerkbar. Mit der weiten Verbreitung von Netzteilabdeckungen bleibt eine RGB-Beleuchtung bei Netzteilen weiterhin die Ausnahme.

Corsair-RM-Netzteile unterstützen „Modern Standby“

Das in der ATX-2.52-Spezifikation eingeführte Feature des Modern Standby von Microsoft unterstützen als erstes die RM-Netzteile von Corsair. Kompatible Mainboards erlauben im Standby Netzwerkverbindungen in einem Low-Power-Energiesparmodus wiederholt herzustellen, um beispielsweise eine dauerhafte Synchronisation des E-Mail-Postfachs zu ermöglichen. Die Designsprache der neuen Serie hat Corsair etwas angepasst, die nun deutlich dunkler auftritt.

Eine weitere Neuerung ist der beigefügte Kabelsatz, der überwiegend aus Flachbandkabeln besteht. Drei Modellvarianten von 650 Watt bis 850 Watt sind ab sofort im Handel zu Preisen leicht unterhalb der Preisempfehlung von 104,90 Euro bis 124,90 Euro gelistet.

RGB-Beleuchtung auch bei Enermax

Mit der Revolution-RGB-Serie zeigt Enermax erstmals Netzteile mit adressierbarer RGB-Beleuchtung. Der Beleuchtungseffekt ist am halbtransparenten Seitenteil und dem Lüfter wirksam. Keine Kompromisse macht der Hersteller in der restlichen Ausstattung, die aus einem vollmodularen Kabelset mit Einzelsleeve-Adern, einer Semi-Passiv-Lüftersteuerung und einem Wirkungsgrad nach 80Plus Gold besteht. Die Revolution-X't-Serie wird von den Revolution-D.F.-Netzteilen beerbt, die das Design und die Features der Platimax-D.F.-Serie bis auf die Einzelsleeve-Adern übernimmt, weiterhin aber nur einen Wirkungsgrad nach 80Plus Gold bietet. Beide Serien sind in den Ausgangsstufen 650 Watt, 750 Watt und 850 Watt geplant. Für die 750-Watt-Version des Revolution RGB nennt Enermax eine Preisempfehlung von 99 Euro.

Das Maxpro II setzt am unteren Ende des Netzteilportfolios an und ist lediglich darauf ausgelegt die für Systemintegratoren verpflichtende Effizienzanforderungen mit 80Plus EU zu erfüllen. Ein Lüfter mit hohem statischen Druck wird mit einer Semi-Passiv-Lüftersteuerung gepaart. Vier Modellvarianten decken die Ausgangsleistungen von 400 Watt bis 700 Watt zu Ladenpreisen des Vorgängers ab. Mit dem Maxrevo 1800W ist zudem ein Hochleistungsnetzteil in Entwicklung, das nach einem Wirkungsgrad von 80Plus Gold und 80Plus Gold EU zertifiziert ist und einen starken 135-mm-Doppelkugellagerlüfter mit einer Maximaldrehzahl von 3.100 Umdrehungen pro Minute besitzt, um die volle Nennleistung bei Umgebungstemperaturen von 50 °C abgeben zu können. Die Gehäusetiefe beträgt lediglich 180 mm und es wird eine Garantiedauer von 10 Jahren geboten.

EVGA mit zahlreichen 80Plus-Gold- und P3-Netzteilen

Das EVGA-Netzteil-Lineup wird um immer mehr 80Plus-Gold-Serien ergänzt. Die G7-Serie zeichnet sich über die geringe Bautiefe von nur 130 mm aus und kommt mit Ausgangsleistungen von 650 Watt bis 1.000 Watt. Wie auch die P3- und G5-Serie verfügen die Netzteile über ein Lüftergitter aus Aluminium in einer jeweils serienspezifischen Farbe. Die P3- sind wie die G7-Netzteile mit einem HDB-Lüfter ausgestattet, der aber eine Rahmenbreite von 130 mm anstatt 120 mm aufweist. Die P3-Serie mit 80Plus-Platinum-Zertifizierung ist auf die beiden Leistungsklassen 750 Watt und 850 Watt bei einer Bautiefe von 150 mm beschränkt. Eine zweistufige Überlastsicherung wurde für P3 und G7 implementiert. Eine der beiden Stufen löst ganz herkömmlich mit einem fixen Schwellwert aus. Ein zusätzlicher, niedrigerer Auslösepunkt berücksichtigt die Zeit als weiteren Parameter, weshalb kurzzeitige Lastspitzen oberhalb der Nennleistung geduldet werden.

Die G5-Serie ist für den deutschen Markt interessant, weil der Einsatz eines 135-mm-FDB-Lüfters eine geringe Lautstärke verspricht und es eine Abschaltung des Lüfters mit dem Semi-Passiv-Modus wie bei der P3- und G7-Serie gibt. Für die Serie einzigartig ist das beleuchtete Herstellerlogo auf der Rückseite. Es werden die vier typischen Leistungsklassen von 650 Watt bis 1.000 Watt abgedeckt. Während P3, G7 und G5 von Super Flower gefertigt werden, stammt die GA-Serie von Andyson und wird als günstigere Option von EVGA gehandelt. Zur Kühlung wird ein 135-mm-Doppelkugellagerlüfter eingesetzt und ein vollmodulares Kabelmanagement ist weiterhin Teil des Feature-Umfangs. Wie für die anderen Serien gibt es eine zehnjährige Herstellergarantie und vier Modelle decken die Leistungsklassen 550 Watt bis 850 Watt ab. Die GD-Serie markiert den Einstieg in die 80Plus-Gold-Netzteile von EVGA. Die Netzteile müssen auf ein modulares Kabelmanagement verzichten und kommen in den drei Leistungsvarianten 500 Watt, 600 Watt und 700 Watt. Qualitätseinschnitte gibt es mit einem Standard-120-mm-Lüfter. Als technische Basis wird auf die Active-Clamp-Reset-Forward-Topologie von FSP gesetzt, wobei es zusätzliche DC-DC-Abwärtswandler für die Minor-Rails gibt. Die Garantiedauer ist auf fünf Jahre beschränkt.

Passivnetzteil mit 750 Watt von Mistel

Der taiwanische Hersteller Mistel hat sich passiven ATX-Netzteilen verschrieben und bietet ab August 2019 mit dem Quake MP750 Fanless ein mit 750 Watt sehr leistungsfähiges Passivnetzteil an. Der Wirkungsgrad erreicht das 80Plus-Platinum-Niveau. Im Inneren des Netzteils gibt es ein Herstellerlogo, das mit einer RGB-LED-Beleuchtung ausgestattet ist. Mit einem weißen Gehäuse gibt es neben Schwarz eine zusätzliche Farbvariante und es wird eine fünfjährige Herstellergarantie geboten. Mit europäischen Distributoren baut Mistel derzeit eine Vertriebsstruktur auf, weshalb demnächst mit dem gesamten Sortiment des Herstellers gerechnet werden kann.

Als Konzept ist mit dem MP650 auf dem Messestand außerdem noch eine aktive Variante der Quake-Serie zu sehen.

Phanteks mit günstigeren Netzteilen

Die AMP-Serie bezeichnet Phanteks als „Revolt Pro Link certified“ und ist deswegen als günstigere Option zur Kombination mit einem Revolt-Pro-Netzteil geeignet, dessen Funktion einen parallelen Betrieb zweier Netzteile zur Versorgung eines einzelnen Systems erlaubt. Die AMP-Netzteile sind aber auch als Standalone-Lösung geeignet, um in Phanteks-Systemen unter der herstellerspezifischen Designsprache ein einheitliches Bild abzugeben. Bis auf das Design soll es aber keine Unterschiede zum Basisprodukt – dem Sea Sonic Focus Plus Gold geben, weshalb die technischen Daten keine Unterschiede zu dieser aufweisen.

Eine Verfügbarkeit nennt der Hersteller für Mitte August 2019 für die drei Varianten mit 550 Watt, 650 Watt und 750 Watt zu Preisempfehlungen von 89,90 Euro bis 109,90 Euro.

Mehr Leistung und hohe Effizienz mit aktiver und passiver Kühlung bei Sea Sonic

Mehr Leistung mit passiver Kühlung gibt es auch von Sea Sonic. Das Prime TX-700 Fanless ist nach einem Wirkungsgrad von 80Plus Titanium zertifiziert und kann 700 Watt Leistung abgeben.

Im Hochleistungsbereich gibt es mit dem Prime TX-1600 ein neues Netzteil mit Semi-Passiv-Kühlung. Wie auch in den bisherigen Prime-Netzteilen wird ein 135-mm-FDB-Lüfter verbaut und Ausfälle werden mit der zwölfjährigen Herstellergarantie abgedeckt. Auch mit einem Wirkungsgrad nach 80Plus Titanium gibt es mit dem Prime STX-800 einen weiteren SFX-L-Vertreter. Der Marktstart beider Netzteile ist zum dritten Quartal 2019 geplant.