Exklusiv im Epic Store: Epic übernimmt Erstattungen bei Kickstarter-Spielen

Max Doll 149 Kommentare
Exklusiv im Epic Store: Epic übernimmt Erstattungen bei Kickstarter-Spielen
Bild: Ys Net

Wenn Kickstarter-Projekte wie Shenmue 3 nicht auf Steam, sondern urplötzlich exklusiv im Store von Epic Games erscheinen, sind Ärger und der Wunsch nach einer Rückerstattung der beigesteuerten Summe in der Regel groß. Die durch Rückerstattungen bedingten Gewinnausfälle will Epic Games nun übernehmen.

Wie das Rundenstrategiespiel Poenix Point ist Shenmue 3 kurz vor der geplanten Veröffentlichung auf Steam überraschend für den Zeitraum von einem Jahr exklusiv in den Epic Store umgezogen, was zumindest gemäß Äußerungen im Internet auf wenig Liebe bei Unterstützern stieß.

Erstattungen sind allerdings, nachdem eine solche Möglichkeit beziehungsweise der Wunsch nach einer solchen zunächst ignoriert wurde, nun möglich. Laut einem Kickstarter-Update bietet Entwickler Ys Net den Spendern einen Epic-Aktivierungsschlüssel zum Veröffentlichungszeitpunkt sowie nach Ablauf der Exklusivität einen zusätzlichen Steam-Schlüssel an. Alternativ besteht die Option zur Erstattung des Beitrages.

Die Kosten dafür übernimmt Ys Net allerdings nicht. Epic-CEO Tim Sweeney verriet auf Twitter, dass sein Unternehmen dafür aufkomme, damit „Erstattungen die finanziellen Mittel für die Spieleentwicklung bei Ys Net nicht verringern“. In einem ähnlichen Licht hatte Sweeney auch die geringeren Gebühren des Epic Stores sowie die Exklusivdeals dargestellt; stets wurde ein Nutzen für die Branche hervorgehoben.

Flankenschutz für Exklusivdeals

Das Vorgehen hat aber noch einen weiteren Hintergedanken. Epic Games versichert Entwicklern damit, dass ein Exklusivdeal selbst bei Kickstarter-Projekten mit keinerlei finanziellen Nachteilen verbunden ist. Auf diese Weise steigt die Bereitschaft zu ähnlichen Abkommen bei anderen Studios – was gleichzeitig bedeutet, dass Epic weitere Titel einkaufen möchte. Darauf deuten auch weitere Äußerungen Sweeneys hin. Künftig wird das Unternehmen beim Wechsel von Crowdfunding-Projekten in den eigenen Store entweder die Verfügbarkeit von Aktivierungsschlüsseln im Vorfeld sicherstellen oder garantieren, dass zum Zeitpunkt der Ankündigung dieses Wechsels Rückerstattungen für das betroffene Spiel verfügbar sind.

Die Redaktion dankt ComputerBase-Leser „M@rsupil@mi“ für den Hinweis zu dieser Meldung!