Im Test vor 15 Jahren: Externe Festplattengehäuse mit USB 2.0 und FireWire

Robert McHardy 43 Kommentare
Im Test vor 15 Jahren: Externe Festplattengehäuse mit USB 2.0 und FireWire

tl;dr: Für den schnellen Datenaustausch größeren Umfangs standen im Jahr 2004 drei Alternativen zur Wahl. Neben DVD-Brennern und „richtigen“ externen Festplatten boten sich externe Festplattengehäuse an, in die ein eigenes Laufwerk verbaut werden konnte. Produkte aus der 3. Kategorie hatte ComputerBase im Test.

Berliner Festplattengehäuse

Vier der getesteten Modelle stammten von dem Berliner Hersteller Lingus, der sich auf externe Festplattengehäuse spezialisiert hatte. Die restlichen zwei Gehäuse kamen aus dem Hause Revoltec. Jeweils eines der Modelle der beiden Hersteller war für 2,5-Zoll-Laufwerke ausgelegt, die restlichen Gehäuse für 3,5 Zoll.

Laufwerke für 2,5-Zoll-HDDs

Die beiden kleineren Modelle waren das Lingus USB 2.0 Gehäuse 2,5" und das Revoltec Alu Book Edition 2,5" USB 2.0 – die den Namen entsprechend für 2,5-Zoll-Festplatten ausgelegt waren und über jeweils einen USB-2.0-Anschluss verfügten. In Sachen Abmessungen hatte Lingus mit 128 × 74 × 13 mm gegenüber den 132 × 82 × 15 mm des Revoltec-Gehäuses die Nase vorne. Auch bei der Montage konnte Lingus punkten: Während bei Revoltec die Festplatte mit der Platine des Gehäuses verschraubt und dann eingeschoben wurde, konnte bei Lingus die Festplatte einfach aufgesteckt, eingeschoben und dann verschraubt werden. Bei Revoltec war so unter anderem die Passgenauigkeit beeinträchtigt, sodass das Einschieben und Herausziehen der Festplatte schwer fiel. Bei dem beigelegten Kabel konnte hingegen Revoltec mit 120 cm zu 90 cm Länge punkten.

Laufwerke für 3,5-Zoll-HDDs

Das 3,5-Zoll-Modell von Revoltec glich dem kleinen Bruder bis auf die Abmessungen und die Länge der Kabel. Diese betrugen 200 × 143 × 40 mm, das USB-Kabel kam auf 130 cm, die Stromkabel waren 120 und 180 cm lang.

Das Lingus Protektor USB 2.0 3,5" und Lingus Protektor Combo 3,5" unterschieden sich nur bezüglich der Konnektivität. Das Combo verfügte neben einem USB-2.0- noch über einen FireWire-Anschluss, außerdem war die Farbgebung auf der Front mit Grau (Combo) gegenüber Blaumetallic (USB 2.0) leicht anders. Die Gehäuse verfügten über eine externe Stromversorgung und daher auch über einen Ein/Aus-Schalter. Eine Besonderheit der Protektor-Modelle war, dass das Laufwerk in einem Kunststoffrahmen befestigt wurde, welcher wieder herum auf zwei mit Federn gelagerten Schienen montiert wurde. Der Hersteller versprach dadurch eine höhere Lebensdauer bei mobilem Einsatz der Festplatte, bei dem häufig Erschütterungen auftreten. Die USB- und FireWire-Kabel waren etwa 100 cm, das Stromkabel gute 220 cm lang, während die Abmessungen des Gehäuses selbst bei 190 × 140 × 45 mm lagen.

Als Luxus-Modell im Test befand sich das Lingus Profi-Gehäuse USB 2.0 3,5", welches über ein eingebautes Netzteil sowie einen 50-mm-Lüfter im Boden des Gehäuses verfügte. Zusätzlich ließ sich auf der Rückseite ein weiterer 35-mm-Lüfter installieren. Zur Entkopplung von Vibrationen befanden sich sowohl außerhalb als auch innerhalb des Gehäuses jeweils vier Gummifüße. Die Abmessungen betrugen mit 200 × 143 × 40 mm nur minimal mehr als bei den kleineren Modellen aus dem eigenen Haus.

Ein gemischtes Bild

In den Benchmarks setzte sich bei den 3,5-Zoll-Gehäusen die Lingus-Modelle an die Spitze des Testfeldes, bei den kleineren 2,5-Zoll-Gehäusen hatte Revoltec die Nase vorne. Interessant war, dass die anliegende Prozessorlast bei Nutzung der USB-Schnittstelle deutlich höher war als bei FireWire. So lagen zwischen USB 2.0 und FireWire bei dem Ligus Protektor gute 14 Prozent CPU-Last Differenz. Und auch bei der Lautstärke waren hohe Unterschiede zu verzeichnen. So kam das Lingus Profi-Gehäuse auf 52,3 dB(A) bei Festplattenzugriff, während das Protektor nur auf 47,3 dB(A) kam.

Am Ende des Tests konnte die Redaktion keine klare Empfehlung für eines der getesteten Modelle geben. Abhängig von Einsatzszenario und Budget wiesen die Festplattengehäuse deutliche Unterschiede auf. Interessenten mussten daher selbst abwägen, was genau ihre Anforderungen waren – oder ob nicht doch ein bereits voll ausgestattete externe Festplatte sinnvoller war. Das war in der Regel aber teurer.

In der Kategorie „Im Test vor 15 Jahren“ wirft die Redaktion seit Juli 2017 jeden Samstag einen Blick in das Test-Archiv. Die letzten 20 Artikel, die in dieser Reihe erschienen sind, führen wir nachfolgend auf:

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