Quartalszahlen: Einmalzahlung durch Apple verdoppelt Qualcomm-Umsatz

Nicolas La Rocco 10 Kommentare
Quartalszahlen: Einmalzahlung durch Apple verdoppelt Qualcomm-Umsatz
Bild: Qualcomm

Qualcomm hat im dritten Quartal 2019 einen Umsatz von 9,6 Milliarden US-Dollar und damit 93 Prozent über dem Ergebnis des Vorjahres erzielt. 4,7 Milliarden US-Dollar davon stammen jedoch aus einer Einmalzahlung durch Apple. Schon für das kommende Quartal erwartet Qualcomm einen deutlichen Umsatzrückgang.

Die bis mindestens 2025 laufende Übereinkunft zwischen Apple und Qualcomm für Modems und Lizenzen sorgt im abgelaufenen dritten Quartal für ein Umsatzplus von 4,7 Milliarden US-Dollar im Hause Qualcomm. Damit liegt die Einmalzahlung am oberen Ende der von Qualcomm zum zweiten Finanzquartal genannten Prognose.

Qualcomms drittes Quartal 2019 ist ohnehin von Einmalzahlung geprägt, mal zugunsten von Qualcomm, mal auf Kosten des Unternehmens. Zwar sorgt Apples Zahlung für ein deutliches Plus, parallel dazu musste das Unternehmen aber 2,5 Milliarden US-Dollar im Rahmen einer Übereinkunft an die US-amerikanische Steuerbehörde IRS nachzahlen. Weitere 275 Millionen US-Dollar gingen an die EU-Kommission wegen des vorgeworfenen Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung zu 3G-Zeiten. Insgesamt 800 Millionen US-Dollar zusätzlich hat Qualcomm mit verschiedenen Lizenzübereinkünften mit Huawei eingenommen. Umstrukturierungen bei Qualcomm schlagen jedoch mit einem Minus von 112 Millionen US-Dollar zu Buche.

Während unter Berücksichtigung all dieser Faktoren ein Umsatz von 9,6 Milliarden US-Dollar steht, soll das kommende vierte Quartal schon wieder deutlich zurückhaltender ausfallen. Qualcomm geht dann nur noch von einem Umsatz in Höhe von 4,3 Milliarden bis 5,1 Milliarden US-Dollar aus, was einen Rückgang um 12 Prozent bis 26 Prozent bedeutet. Der Nettogewinn beträgt im abgelaufenen Quartal 2,1 Milliarden US-Dollar.

Qualcomm verkauft weniger Chips

Mit 156 Millionen verkauften Chips, darunter SoCs und Modems, hat Qualcomms QCT-Sparte 22 Prozent weniger Chips als im Vorjahr verkauft. Der Umsatz der Sparte ist mit 3,567 Milliarden zu 4,087 Milliarden US-Dollar 13 Prozent rückläufig. Im kommenden Quartal soll das Chip-Geschäft Qualcomm zufolge um 31 Prozent bis 40 Prozent einbrechen. Auch das Lizenzgeschäft der Sparte QTL ist um 10 Prozent geschrumpft. 1,292 Milliarden US-Dollar letztes Quartal stehen 1,443 Milliarden US-Dollar im Vorjahr gegenüber. Im vierten Quartal erwartet Qualcomm bei den Lizenzen ein Minus von 10 Prozent bis hin zu einem Plus von 8 Prozent.

Mit 5G soll das Geld wieder fließen

Im schwierigen LTE-Geschäft, wie Qualcomm selbst eingestehen muss, habe Qualcomm dennoch ein solides Quartal abgeschlossen, so CEO Steve Mollenkopf. Den Fokus und ein wenig die Hoffnung legt Qualcomm indes voll und ganz auf 5G. Die sogenannten Designs Wins, also die Zusagen etwa von Smartphone-Herstellern für den Einsatz von 5G-Komponenten von Qualcomm, haben sich laut Mollenkopf in den letzten drei Monaten verdoppelt. Der Chef sieht Qualcomm vor allem für Anfang 2020 sehr gut aufgestellt. Bis dahin muss Qualcomm allerdings noch eine Durststrecke überwinden.