Gigaset GX290 und Cat S52 im Test: Leistung, Akkulaufzeit und Fazit

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Frank Hüber 44 Kommentare

Für anspruchsvolle Spiele sind CPU und GPU zu langsam

Bei der Leistung des SoCs bekleckern sich weder Gigaset noch Cat Phones mit Ruhm. Die gewählten Prozessoren von MediaTek sind nicht mit den aktuellen High-End-SoCs wie dem Qualcomm Snapdragon 855 vergleichbar, sondern liefern eine Leistung, die auf dem Niveau eines Motorola Moto G6 oder Samsung Galaxy A6 liegt. Wer häufig aktuelle Spiele optisch ansprechend mobil spielen möchte, für den sind die beiden Smartphones keine gute Wahl. Es kommt immer wieder zu kurzen Aussetzern. Wer es dennoch wagt, ist mit dem S52 schneller unterwegs und profitiert von kürzeren Ladezeiten als beim GX290. Allerdings wählt etwa Asphalt 9 beim GX290 höhere Grafikeinstellungen als auf dem S52, so dass das Spiel auf dem GX290 besser aussieht, aber noch mehr mit Aussetzern zu kämpfen hat.

Auch bei den meisten Benchmarks ist das Cat S52 auf niedrigem Niveau etwas schneller als das Gigaset GX290. Beim Schreiben auf den internen Speicher ist letztgenanntes Modell allerdings sehr schwach und deutlich langsamer.

Bei der Navigation innerhalb von Android genehmigen sich beide Kontrahenten dann auch immer wieder kürzere Auszeiten und der Nutzer muss warten, bis beispielsweise das Untermenü geöffnet wird. Beim Webbrowsing reagieren beide Smartphones in der Praxis gleich schnell.

Akkulaufzeit

6.200 mAh des Gigaset GX290 gegen 3.100 mAh des Cat S52 führen zwar nicht zu einer doppelt so langen Laufzeit, dennoch überzeugt das GX290 in dieser Hinsicht auf ganzer Linie. Mit 18 Stunden und 49 Minuten liegt es hinter dem Motorola Moto G7 Power auf dem zweiten Platz des Testfeldes. Das S52 kommt hingegen auf 11 Stunden und 22 Minuten YouTube-Dauerwiedergabe. Kein schlechter oder herausragender, sondern schlicht ein guter Wert.

Fazit

Am ähnlichsten sind sich Cat S52 und Gigaset GX290 bei der Auflösung des Displays und der Leistung, die jeweils bei beiden der Mittelklasse zuzuordnen ist. Preislich liegen beide Smartphones deutlich auseinander. Denn während das Gigaset GX290 schon für eine unverbindliche Preisempfehlung von 299 Euro erhältlich ist, liegt diese beim S52 bei 499 Euro. Das S52 bietet die besseren, aktuelleren (Funk-)Standards und die etwas schnellere Hardware. Die Kamera des Cat S52 ist in der Praxis der des Gigaset GX290 deutlich überlegen, auch wenn sie überzeichnet und es an Schärfe und Details im Vergleich zu High-End-Modellen mangelt.

Akku und Wireless Charging sind die Trümpfe des GX290

Überlegen ist das GX290 dem S52 in zwei Punkten: dem 6.200-mAh-Akku, der für eine ausgezeichnete Laufzeit sorgt, und dem Wireless Charging, das ein Öffnen der Abdeckung des USB-C-Ports und Klinkensteckers unnötig macht, sofern man auf Bluetooth-Kopfhörer setzt. Genau diese Abdeckungen benötigt das S52 jedoch gar nicht erst, da sowohl der USB-C-Anschluss als auch der Klinkenstecker selbst gegen Wasser und Staub abgedichtet sind.

Design, Gewicht und Kamera sprechen für das S52

Was wiederum zu dem größten Unterschied zwischen den beiden Outdoor-Smartphones führt: dem Design. Denn während das Gigaset GX290 ein klassisches Rugged-Smartphone mit entsprechender Dicke und Gewicht ist, ist das Cat S52 nicht unmittelbar als solches zu erkennen. Der Rahmen aus Aluminium und der Verzicht auf Abdeckungen über den Anschlüssen und weiches Plastik lassen das S52 zunächst wie ein normales Mittelklasse-Smartphone aussehen. Zwar muss dem erhöhten Schutz weiterhin Tribut gezollt werden, etwa in Form der TPU-Rückseite und der Kunststoffeinfassung des Displays, aber der Schritt von einem Cat S41 oder auch dem GX290 zum S52 ist eklatant.

Mit Handschuhen lassen sich hingegen beide Modelle bedienen. Die zusätzliche Zertifizierung nach MIL-STD-810G des S52 ist nur dann von Relevanz, wenn man das Smartphone extremen Temperaturschwankungen oder einem Salznebel aussetzen möchte – wasser- und staubdicht nach IP68 sind wiederum beide.

Beide bieten unverfälschtes Android 9

Positiv anzumerken ist bei beiden Smartphones das nahezu unverfälschte Android 9.0, das zum Einsatz kommt. Aufwendige, verspielte Launcher, die der Hardware zusätzlich zu schaffen machen, kommen nicht zum Einsatz. Für das Cat S52 garantiert der Hersteller ein Update auf Android 10, das voraussichtlich im ersten Quartal 2020 erscheinen soll. Auf einen genauen Termin wollte sich Cat Phones aber noch nicht festlegen. Auch Gigaset plant zumindest ein Update auf Android 10 beim GX290. Für das Gigaset GX290 stehen derzeit die Sicherheitsupdates vom 5. September zur Verfügung, beim Cat S52 sind hingegen schon die Sicherheitsupdates vom 5. Oktober verfügbar.

Cat S52 und Gigaset GX290
Cat S52 und Gigaset GX290

Schlussendlich hängt es davon ab, was man sucht, ob das Cat S52 oder das Gigaset GX290 die bessere Wahl ist. Bei der Leistung trennt sie nur wenig. Für einen täglichen Begleiter ist das GX290 aber zu dick und zu schwer. Wer sein Outdoor-Smartphone auch im Alltag nutzen möchte, greift zum Cat S52, das das deutlich ansprechendere Design bietet, leichter ist und brauchbare Fotos schießt. Wer jedoch zu einem vergleichsweise günstigen Preis ein möglichst gut geschütztes Smartphone sucht, das vor allem mit einer erstklassigen Akkulaufzeit etwa auf GPS-Touren überzeugt, der greift zum GX290, sollte dabei aber die Dicke und das hohe Gewicht berücksichtigen, das im Outdoor-Einsatz wahrhaftig zum Tragen kommt.

ComputerBase wurden das GX290 und das S52 leihweise von Gigaset und Cat Phones zum Testen zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme der Hersteller auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Es gab kein NDA.

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