C:\B_retro\Ausgabe_7\: Die Anfänge von World of Warcraft

Sven Bauduin 203 Kommentare
C:\B_retro\Ausgabe_7\: Die Anfänge von World of Warcraft
Bild: Blizzard Entertainment

Am 3. September 2001 kündigte Blizzard das Spiel World of Warcraft an, das das Genre der MMORPG für immer verändern sollte. Die European Computer Trade Show, eine von 1989 bis 2004 jährlich in London stattfindende Messe für Videospiele, wurde zum Schauplatz der Geburt eines der allergrößten Computerspiele dieser Zeit.

Jeden Sonntag wirft C:\B_retro\ einen unterhaltsamen Blick zurück auf drei Jahrzehnte voller bewegter Geschichten und die Entwicklung der Computerszene: Was geschah in den 30 Jahren zwischen 1980 und 2010 in der Informationstechnik? Geschichten von Mythen, Meilensteinen und Meisterwerken: C:\B_retro\.

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Die Anfänge von World of Warcraft (2001 – 2007)

Nachdem sich C:\B_retro\Ausgabe_6\ ganz den legendären Mainboards von Abit gewidmet hat, legt C:\B_retro\Ausgabe_7\ seinen Fokus erstmalig auf den Bereich Software und Computerspiele – insbesondere auf einen der bedeutendsten Vertreter seines Genres und dessen Anfänge: World of Warcraft.

C:\B_retro\Ausgabe_7\Die Anfänge von World of Warcraft\

Nachdem der US-amerikanische Spielentwickler Blizzard Entertainment sein bis dahin streng geheimes Projekt World of Warcraft am 3. Dezember 2001 auf der European Computer Trade Show, der zu der Zeit größten und zudem einflussreichsten Fachmesse für Videospiele in Europa, ankündigte, hielt sich die Begeisterung bei Spielern aus aller Welt noch stark in Grenzen.

Selbst gegen Ende der 1990er stellten Online-Rollenspiele, sogenannte MMORPG, ein echtes Nischen-Genre dar. Die Faszination der teils extrem „fummeligen“ Spiele wie Ultima Online oder auch Everquest erschloss sich nur den wenigsten Spielern und von Verkaufsrekorden waren diese Titel noch weit entfernt. Doch bereits damals gehörten einige der Mitarbeiter und Entwickler von Blizzard Entertainment zu den Fans der beiden genannten Spiele, weshalb ihnen um 1998 die Idee zu einem eigenen MMORPG kam.

Warcraft 3 war weder Vorbild noch Vorgänger

Auch wenn viele Spieler Warcraft 3, welches als WarCraft 3 Reforged am 31. Dezember 2019 komplett überarbeitet erscheinen soll, als Vorgänger von World of Warcraft sehen, wurden das Echtzeitstrategiespiel und das MMORPG doch beinahe zeitgleich entwickelt. Auch beim 1999 angekündigten und 2002 veröffentlichten Warcraft 3 begann Blizzard in etwa 1998 mit der Entwicklung. Das zentrale Element beider Spiele war der Fokus auf zwei unterschiedliche Fraktionen und in diesem Zusammenhang unterschiedliche Spielstile.

Mit einem Comic-Look gegen die breite Masse

Gegen Ende der 1990er versuchte sich ein Großteil der Online-Rollenspiele in erster Linie an einer – gemessen am damaligen Stand der Technik – realistischen Optik. Da sich die Entwickler von Blizzard mit World of Warcraft aber gezielt von der Masse abheben wollten, wurde vom Beginn der Entwicklung an mit einem anderen Grafikstil experimentiert, weshalb das MMORPG schließlich den aus Warcraft 3 bekannten Comic-Look spendiert bekam.

Das Release am 23. November 2004 bot Überraschungen

Nach einer Entwicklungszeit – laut Unternehmensangaben von Blizzard – von rund vier bis fünf Jahren, von denen alleine die Testphase zwei Jahre in Anspruch nahm, erschien die Originalversion von World of Warcraft – auch Classic oder Vanilla genannt – am 23. November 2004 in Mexiko, Neuseeland, Kanada, Australien und den USA. Während das Spiel in Südkorea am 18. Januar 2005 erschien, wurde es in Europa am 11. Februar 2005 veröffentlicht.

Blizzard selbst war nicht nur vom Erfolg seines neuen Vorzeigetitels überrascht, der Entwickler hatte auch nicht damit gerechnet, wie schnell die ersten Spieler das damalige Höchstlevel 60 erreichen würden. Abhilfe sollten die sogenannten Raids schaffen. Onyxia und Molten Core waren bereits zum Release verfügbar. Innerhalb kürzester Zeit reichte Blizzard zudem Blackwing Lair, Zul’Gurub und Naxxramas nach, um Spieler auf Maximallevel bei Laune zu halten. Patch 1.9 öffnete dann die Tore nach Ahn’Qiraj, während seinerzeit in der Wüste von Silithus Horden von Spielern darauf warteten, das neue Gebiet erkunden zu können.

Die Originalversion von World of Warcraft war nicht nur bei Spielern ein Erfolg, sondern wurde auch von Kritikern gefeiert und erreichte zudem einen Score von 93 Prozent auf Metacritic – eine Bewertung, die keine der bis heute erschienenen sieben Erweiterungen des Spiels jemals wieder erreichen sollte.

Cross-Server-Support als Segen für PvP-Schlachten

Eine der letzten fundamentalen Veränderungen, die die Entwickler gegen Ende der Vanilla-Phase von World of Warcraft vornahmen, war die Unterstützung der Cross-Server und server-übergreifender PvP-Schlachten. Das neue Feature sollte sich vor allem für Server mit geringer Bevölkerung – auf denen mitunter eine der beiden Fraktionen klar die Oberhand hatte – als echter Segen erweisen.

Paladin oder Schamane? Das ist hier die Frage!

Eine der zentralen Fragen in World of Warcraft Vanilla lautete „Paladin oder Schamane?“ und war ein entscheidender Faktor bei der Auswahl der eigenen Fraktion. Denn während der Paladin nur von der Allianz gespielt werden konnte, stand der Schamane ausschließlich auf Seiten der Horde zur Auswahl. Neben der Einführung fliegender Reittiere sollte diese Beschränkung eines der neuen Features der ersten Erweiterungen „The Burning Crusade“ sein, deren neu eingeführten Rassen Blutelfen und Draenei erstmals in die Klassen der jeweils anderen Fraktion schlüpfen konnten.

Burning Crusade wurde am 28. Oktober 2005 offiziell von Blizzard angekündigt und erschien am 15. Januar 2007. Neben der Scherbenwelt, 16 neuen Dungeons, 8 neuen Schlachtzügen sowie zwei neuen Arenen und einem neuen Schlachtfeld hob die erste Erweiterung zu World of Warcraft das Maximallevel von Stufe 60 auf Stufe 70 an. The Burning Crusade führte zudem Fliegende Reittiere, Arenakämpfe, den Instanzenfinder sowie die Gildenbank und das Juwelenschleifen als neuen Beruf ein. The Burning Crusade konnte sich bereits am ersten Tag mehr als 2,4 Millionen Mal verkaufen.

Das seit Ende 2017 angekündigte World of Warcraft: Classic, mit dem sich Spieler auf Stand des Patches 1.12.0 vom 22. August 2006 erneut in die ursprüngliche Welt von Azeroth begeben können, startete Ende August dieses Jahres.

Die Redaktion freut sich über ganz persönliche Anekdoten und Geschichten der Community-Mitglieder aus der Anfangszeit von World of Warcraft.

Erfahrungsbericht aus der ComputerBase Community

Nachdem die Redaktion die Community dazu aufgerufen hatte, im dazugehörigen Diskussionsthread ihre Erfahrungen mit den Anfängen von World of Warcraft zu teilen, hat Community-Mitglied „sidewinderpeter“ einen sehr umfangreichen Erfahrungsbericht im Forum geteilt.

Hast du bereits 2004 die World of Warcraft Vanilla gespielt?
  • Ja und ich spiele auch heute noch WoW Classic
    22,1 %
  • Ja, aber mit dem neuen WoW Classic kann ich nichts anfangen
    26,0 %
  • Nein
    51,9 %

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