Marvells ARM-Server-CPU: ThunderX3 mehr als doppelt so schnell wie ThunderX2

Volker Rißka 32 Kommentare
Marvells ARM-Server-CPU: ThunderX3 mehr als doppelt so schnell wie ThunderX2

ARM-Server-Prozessoren haben derzeit Rückenwind. Die zugrundeliegende Architektur hat einen großen Sprung nach vorn gemacht, davon profitieren nun die Hersteller, die sie für ihre Lösungen adaptieren. Marvells nächste Generation an ThunderX-Prozessoren soll den aktuellen Prozessor um deutlich mehr als das Doppelte übertreffen.

Präsentation schon Anfang 2020

Bereits Anfang 2020 will Marvell den ThunderX3 vorstellen. Während die spezifischen technischen Details noch Mangelware sind, geht der Hersteller bereits in die mediale Offensive. Marvell vergleicht das neue Produkt dabei mit AMDs Server-Prozessor Epyc, der von Generation 1 Naples zu Generation 2 Rome im Gesamtpaket auch um über den Faktor 2 zulegen konnte, dank doppelter Anzahl an Kernen und gesteigerte IPC. Diesen Schritt will Marvell mit ThunderX3 sogar noch übertreffen.

ThunderX3 will come out in the early part of 2020, and we are driving a greater than 2X generational performance improvement. You will recall what AMD was able to do going from Naples to Rome in the Epyc X86 server chips, which was a 2X generational improvement due to higher core counts and better IPC, and so on. We have a very similar model here. Our IPC from generation to generation is going up substantially and so is our core count. So the delta between ThunderX2 and ThunderX3 is much higher than 2X.

Marvell

Timothy Prickett Morgan hat für das auf Serverentwicklung spezialisierte Portal The Next Platform einige weitere Details zusammengetragen. ThunderX3 wird demnach weiterhin ein klassisches, monolithisches Ein-Die-Design vorweisen. Auch hier wird, wie in vielen Bereichen der IT-Industrie, TSMCs 7-nm-Fertigung zum Einsatz kommen, die von Haus aus bereits für eine deutliche Frequenzsteigerung sorgen soll.

Ein Geheimnis macht Marvell aus der Verwendung der genauen ARM-IP. Der Hersteller erklärt, keine Kerne, die eigentlich für Smartphones und Notebooks entworfen wurden, zu nutzen. Der Kern sei eine komplette Eigenentwicklung, bediene sich aber bei Grundlagen aus dem ARM-Portfolio, zitierte WikiChip einen Sprecher von Marvell bereits vor einigen Wochen zur gleichen Thematik. Allgemein wird dennoch davon ausgegangen, dass sich Marvell stark am Neoverse-N1-Design von ARM orientieren wird, welches zu Beginn dieses Jahres als neue Architektur vor allem für den Server vorgestellt wurde. Auf dem Papier soll das fertige Endprodukt bei geringem Flächenbedarf extrem effizient sein, gibt sich Marvell selbstbewusst.

When we move to 7 nanometers with ThunderX3, we see that our area and power advantage actually gets better. Our area compared to AMD Rome and Intel Ice Lake is better, and our power efficiency will be significantly better.

Marvell

ThunderX4 ist bereits in Arbeit

Und beim ThunderX3 ist nicht Schluss, bereits jetzt arbeitet Marvell am ThunderX4, der erneut eine Steigerung um mehr als den Faktor 2 bieten soll. Auch hier dürfte es wieder die Mischung aus Kernen, IPC und Takt sein. Der Sprung von ThunderX2 auf ThunderX3 ist dabei relativ schnell möglich: Das original Design von Cavium, die Marvell vor zwei Jahren übernommen hat, bietet als ThunderX2 maximal 32 Kerne bei 2,5 GHz und 200 Watt TDP. Die neuesten ARM-Technologien sind ausgelegt auf bis zu 128 Kerne, die gängigste Lösung ist wie zuletzt bei Amazons zweiter ARM-CPU der Schritt auf 64 Kerne. Ein solcher Satz wird auch für ThunderX3 erwartet. ThunderX4 könnte dies dann binnen zwei Jahren problemlos noch einmal verdoppeln und die Vorgabe nach Skalierung um den Faktor 2 wäre bereits erfüllt.

Marvells ThunderX Roadmap
Marvells ThunderX Roadmap (Bild: The Next Platform)