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Computex

RTX Spark und Snapdragon C: Sind 50 Prozent Marktanteil für Windows on Arm machbar?

Nicolas La Rocco
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RTX Spark und Snapdragon C: Sind 50 Prozent Marktanteil für Windows on Arm machbar?

Nvidia RTX Spark und Qualcomm Snapdragon C sind zur Computex 2026 in Taiwan die zwei neuen PC-Plattformen, die Windows on Arm zum Durchbruch verhelfen sollen. Arm hatte vor zwei Jahren das ambitionierte Ziel in Aussicht gestellt, bis Mitte 2029 einen Marktanteil von 50 Prozent im PC-Segment mit Windows erreichen zu wollen.

Unterschiedlicher könnten RTX Spark und Snapdragon C nicht aufgestellt sein. Die eine Plattform richtet sich an das High-End-Segment und dürfte Notebooks oberhalb von 2.000 Euro hervorbringen, während die andere günstige Windows-Notebooks ab 300 US-Dollar ermöglichen soll. Und doch verfolgen Nvidia und Qualcomm dasselbe Ziel: der alteingesessenen x86-Garde, also AMD und Intel, Marktanteile abzugraben.

Bald zehn Jahre Snapdragon für Windows on Arm

Nvidia kann sich dabei für reichlich Vorarbeit bei Qualcomm bedanken. Das Unternehmen aus San Diego versucht die x86-Vormachtstellung vor allem von „Wintel“ seit bald einer Dekade aufzubrechen. Den ersten Schritt machte Qualcomm bereits Ende 2017 mit der Ankündigung der Snapdragon 835 Mobile PC Platform für damals noch Windows 10. Richtig erfolgreich waren die bis 2022 mit dem Snapdragon 8cx Gen 3 veröffentlichten Lösungen aber nicht, das hatte auch mit den genutzten Standard-Kernen von Arm und dem mittelmäßigen Support seitens Microsoft zu tun.

Der Werdegang von Snapdragon X und C
Der Werdegang von Snapdragon X und C

Oryon brachte für Qualcomm den Durchbruch

Für deutlichen Aufwind sorgten der Zukauf von Nuvia, die Entwicklung eigener Oryon-Kerne für den Snapdragon X Elite und Microsoft mit den sogenannten Copilot+ PCs, eine neue Generation von KI-optimierten Windows-11-Computern, die auch Gebrauch von Qualcomms leistungsfähiger NPU machten. Es folgten Snapdragon X Plus, Snapdragon X und letztes Jahr dann schließlich die 2. Generation Snapdragon X2 Elite (Extreme), bevor Anfang dieses Jahres der Snapdragon X2 Plus an der Reihe war.

Snapdragon C für das 300-USD-Segment

Der neue Snapdragon C soll im weiteren Verlauf des Jahres ein gänzliches neues Segment für Qualcomm öffnen: das der besonders günstigen 300-USD-Notebooks. Auf die Plattform setzt Acer mit dem Aspire Go 15, später sollen HP und Lenovo folgen.

Qualcomm erreicht teils zweistelligen Marktanteil

Aber wie erfolgreich ist Qualcomm mit den Snapdragon-Chips? Das Unternehmen selbst sagte Anfang 2025, dass es in den USA im 800-USD-Segment und aufwärts über 10 Prozent Marktanteil im Windows-PC-Segment erreicht habe. Auch zur Computex 2026 spricht der Konzern weiterhin von einem „zweistelligen“ Marktanteil, wie Kedar Kondap, SVP and GM of Compute and Gaming, auf Nachfrage gegenüber ComputerBase erklärte. Die x86-Plattformen von AMD und Intel dominieren aber weiterhin. Je nachdem, welche Marktanalyse herangezogen wird, lässt sich bei Intel von 65 bis 70 Prozent, bei AMD von 25 bis 30 Prozent Marktanteil bei Windows-PCs ausgehen. Der (kleine) Rest geht an Qualcomm respektive Arm. Inklusive Apple kommt Arm jedoch auf 10 bis 15 Prozent.

Viele Hürden hat Snapdragon bereits genommen

Vorarbeit hat Qualcomm über die letzten Jahre aber nicht nur mit mehreren Hardware-Iterationen geleistet, sondern auch über die Kooperation mit Microsoft und damit aufseiten des Betriebssystems und der Software. Zahlreiche Apps aus den Bereichen Browser, Office, Multimedia und teils auch Games laufen mittlerweile nativ unter ARM64, darunter fallen auch Größen wie Google Chrome, Microsoft Office, Adobe Photoshop und Lightroom, Blender, DaVinci Resolve, Slack, Spotify, WhatsApp und mehr. Spiele sind noch am ehesten das „Problem“, sie laufen aber dennoch, nur zum Großteil eben nicht nativ. Bei den Anti-Cheat-Technologien werden zwischenzeitlich Tencent Anti-Cheat Expert (ACE), Roblox’s Hyperion, Denuvo by Irdeto, InProtect GameGuard, BattleEye und Uncheater unterstützt.

Spiele laufen auf Snapdragon X stetig besser
Spiele laufen auf Snapdragon X stetig besser

Der Spiele-Gigant Nvidia betritt das Feld

Jetzt, respektive mit der angekündigten Verfügbarkeit von RTX Spark im Herbst, betritt Nvidia das Feld und könnte den Spielen unter Windows on Arm damit einen gehörigen Schub verpassen. Qualcomm hat sich über die letzten Monate viel um Treiber und Support gekümmert, einem Spiele-Giganten wie Nvidia kann das Unternehmen aber noch nicht das Wasser reichen. Windows-on-Arm-Nutzer können mit Nvidias Einzug in das Segment den exzellenten Treiber-Support und Features wie DLSS erwarten.

6.144 CUDA-Cores mit bis zu 128 GB LPDDR5X

So viel GPU-Leistung wie mit RTX Spark gab es im Windows-on-Arm-Segment ebenfalls noch nie zuvor, auch wenn Qualcomm die Adreno-Grafikeinheit des Snapdragon X2 Elite (Extreme) deutlich gegenüber der ersten Generation aufgebohrt hat. Bei Nvidia erhalten Käufer eine 6.144 CUDA-Cores starke Blackwell-GPU wie bei der GeForce RTX 5070 (Test) für Desktop-Systeme. Die Leistung soll allerdings mehr derer einer GeForce RTX 5070 Laptop GPU (4.608 CUDA-Cores) entsprechen. Das überrascht nicht, schließlich wird die GPU von RTX Spark mit einer deutlich geringeren TDP als der Desktop-Chip betrieben. Ein Nvidia-Sprecher nannte in einer Computex-Presserunde eine TDP von maximal 80 Watt für RTX-Spark-Notebooks. Und LPDDR5X ist langsamer als GDDR7 auf dedizierten Grafikkarten – dafür mit wahlweise bis zu 128 GB reichlich vorhanden.

Namhafte Hersteller setzen auf RTX Spark

Analog zu Qualcomm hat auch Nvidia viele große Hersteller vom eigenen Chip überzeugen können. RTX-Spark-Notebooks und Mini-PCs sind zunächst von Asus, Dell, HP, Lenovo, Microsoft und MSI geplant, später wollen Acer und Gigabyte hinzustoßen. Eine „Founders Edition“ direkt von Nvidia sei aber nicht geplant, wie Nvidia-CEO Jensen Huang in einer Frage-Antwort-Runde zur Computex verneinte, nachdem seine stille Antwort auf die Frage zunächst das Signieren eines Microsoft Surface Laptop Ultra war.

Microsoft Surface Laptop Ultra mit RTX Spark
Microsoft Surface Laptop Ultra mit RTX Spark

Es bleibt ein Marathon, kein Sprint

Mit Qualcomms breit aufgestelltem Portfolio vom Einsteiger- bis zum High-End-Segment und jetzt Nvidias Hinzustoßen in den Windows-on-Arm-Markt rückt das von Arm ausgeschriebene Ziel, bis Mitte 2029 auf einen Marktanteil von 50 Prozent zu kommen, zumindest in erreichbare Nähe, wenngleich es sich weiterhin um ein ambitioniertes Ziel handelt. Es ist ja nicht so, als seien aktuelle x86-Plattformen wie Intel Panther Lake oder AMD Gorgon Point schlecht aufgestellt – ganz im Gegenteil. Qualcomm und Nvidia müssen sich auf einen schweren Marathon einstellen und können keinesfalls mit einem schnell erledigten Sprint rechnen.

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