Support-Ende: Ab 15. Januar warnt Windows 7 im Vollbild vor sich selbst

Jan-Frederik Timm 568 Kommentare
Support-Ende: Ab 15. Januar warnt Windows 7 im Vollbild vor sich selbst
Bild: Zero_Point

Mit dem Patch KB4530734 hat Microsoft Windows 7 beigebracht, nach dem Support-Ende am 14. Januar 2020 mit einem Vollbild-Hinweis vor sich selbst zu warnen. Sicherheitsupdates gibt es dann nur noch für Unternehmen, die dafür zahlen.

Schon seit einiger Zeit erhalten Nutzer von Windows 7 einen Pop-up-Hinweis, der über das Aus von Windows 7 am 14. Januar aufklärt, den gesamten Bildschirm ausgefüllt hat er allerdings nicht. Wie bisher werden Nutzer aber auch ab Mitte Januar noch die Möglichkeit haben, den Hinweis dauerhaft auszublenden. Systeme, die den kostenpflichtigen „Extended Support“ nutzen, erhalten den Hinweis nicht.

Auf aktueller Hardware nicht immer lauffähig

Windows 7 erhält wie Windows 8.1 und Windows 10 zwar derzeit noch Sicherheitsupdates zum monatlichen Patchday, echte funktionale Updates gibt es allerdings bereits seit dem 13. Januar 2015 nicht mehr. Das hat zur Folge, dass aktuelle Hardware schon heute nicht, nur über Umwege oder nur noch eingeschränkt mit Windows 7 zusammenarbeitet.

Auf Systemen mit AMD Ryzen lässt sich das Betriebssystem von USB-Sticks beispielsweise oft nur noch über einen Trick installieren, weil das BIOS der AM4-Platine nur noch USB 3.0 ohne Legacy Support bietet – die Installationsroutine von Windows 7 beherrscht USB 3.0 aber noch nicht. Für aktuelle Intel-Plattformen gilt dasselbe.

Doch auch bei den Sicherheitsupdates gibt es seit zwei Jahren eine Einschränkung: Auf Rechnern mit AMD Bristol Ridge, Ryzen oder Intel Kaby Lake und neuer werden sie nicht mehr bereitgestellt. Microsofts Begründung: Wenn das Betriebssystem eine Architektur in Ermangelung eines Funktionsupdates nicht mehr unterstützt, erhält es auch keine Sicherheitsupdates mehr. Die Abfrage kann allerdings umgangen werden.

Auch neuen Microcode gegen die CPU-Sicherheitslücken Meltdown und Spectre verteilt Microsoft bis heute nur für Windows 10, Rechner mit Windows 8.1 und Windows 7 sind hingegen auf BIOS-Updates der Mainboard-Hersteller angewiesen.

Umso stärker verwundert hatte in diesem Jahr Microsofts Entscheidung, DirectX 12 grundsätzlich auch unter Windows 7 zu ermöglichen – die API gab es bisher exklusiv für Windows 10. Genutzt haben die Option bisher wenige Entwickler, denn sie muss auf Spiele-Ebene umgesetzt werden. Dass Microsoft dem System so kurz vor dem Aus noch einen Vorteil aus Windows 10 verpasst hat, passte trotzdem nicht zur Strategie.

Vollbild-Warnung auch für Windows Server 2008 (R2)

Parallel zu Windows 7 für Desktop-PCs endet am 14. Januar 2020 auch der Support für Windows Server 2008/2008 R2 für Server sowie Windows Embedded Standard 7. Auch in diesem Fall gibt es gegen Bezahlung auf Wunsch maximal drei weitere Jahre Support. Neben dem Wechsel auf ein neueres Betriebssystem bewirbt Microsoft in diesem Fall aber auch noch eine andere Option: Die Verlagerung der eigenen Server-Kapazitäten in die Cloud.

Auf ComputerBase sind im Dezember bisher noch gut sieben Prozent der Seitenabrufe über Windows 7 erfolgt, global liegt der Anteil – rein bezogen auf Desktop-Systeme – laut NetMarketShare noch bei 27 Prozent.