5G-Ausbau mit Huawei: Vodafone-Chef plädiert für hohe Strafen bei Spionage

Sven Bauduin 40 Kommentare
5G-Ausbau mit Huawei: Vodafone-Chef plädiert für hohe Strafen bei Spionage
Bild: Vodafone

Der Chef von Vodafone Deutschland, Hannes Ametsreiter spricht sich in der nicht enden wollenden Diskussion um Huawei und den 5G-Ausbau in Deutschland für empfindliche Strafen im zweistelligen Milliardenbereich bei Spionage aus. Der Manager verwies zudem noch einmal auf die Sensibilität des Kernnetzes.

Die sensiblen Daten stecken nicht in den Zugangsnetzen

Wie der Vodafone-Chef der Frankfurter Allgemeine Zeitung sagte, steckten die sensiblen Daten vor allem im Kernnetz, jedoch nicht in den Zugangsnetzen, um die sich die Diskussion in der Regel drehe und auf welche zudem ein Großteil der Investitionen für den Netzausbau von 5G entfalle. Grundsätzlich seien die 4G- wie auch 5G-Mobilfunknetze in Deutschland aber „sehr sicher“, so Ametsreiter weiter. Der Manager sieht die Sicherheitsbedenken demnach weniger bei den Netzen.

Die größte Herausforderung ist nicht das Netz, sondern das schwächste Glied in der Kette. Wenn ich Sie in Ihrem Haushalt hacken will, dann ist das Netz relativ egal – weil es der sicherste Faktor ist. Dann hacke ich Ihren Fernseher, Ihren Router oder Ihren Toaster.

Hannes Ametsreiter, Vodafone-Chef Deutschland

Europäische Gesetzgebung bei Spionage

Der Deutschlandchef von Vodafone forderte neben einer europäischen Lösung auch eine europäische Gesetzgebung „mit klareren Instrumenten und Konsequenzen“ und plädiert dafür Unternehmen bei nachweislichen Spionagefällen mit einer empfindlichen Geldstrafe im zweistelligen Milliardenbereich zu belegen. Wenn beispielsweise ein Zulieferer von 5G-Technologie Daten missbrauche, sollte dieser seine Erlöse als Netzausrüster aus den letzten zehn Jahren zurückzahlen müssen. Wichtig sei es vor allem, hier eine Lösung der Gemeinschaftsstaaten der EU zu finden, taktisch sei es „nicht schlau und wenig zielführend, nur eine deutsche Antwort darauf zu suchen.

Ein klares Signal sendete Ametsreiter aber auch an die europäischen Netzausrüster. Während Huawei seinen Quellcode bereits offenlegen und einen Einblick erlauben würde, würden sich die europäischen Wettbewerber Nokia und Ericsson noch immer dagegen sträuben. Während Teile der Politik Huawei noch immer ausschließen wollen, haben sich sowohl Telefónica Deutschland als auch Vodafone bereits mehrfach für eine Beteiligung von Huawei am 5G-Netzausbau – sowohl in Deutschland als auch in Europa – ausgesprochen.