Abdeckung verlagern: Vodafone testet Mobilfunk­antenne an Roboterarm

Nicolas La Rocco
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Abdeckung verlagern: Vodafone testet Mobilfunk­antenne an Roboterarm
Bild: Vodafone

Vodafone testet im albanischen Tirana, wie sich mit einer per Roboterarm ausrichtbaren Mobilfunkantenne der Empfang bei schwierigen Wetterverhältnissen oder hoher Auslastung in der Mobilfunkzelle verbessern lässt. Das Unternehmen verspricht sich dadurch auch deutlich kürzere Wartungszeiten. Tests in Deutschland sollen folgen.

Künstliche Intelligenz soll Mobilfunknetze laut Vodafone noch leistungsfähiger machen, das sei „klar“, erklärt der Netzbetreiber. Zu dieser Prognose gehört jetzt auch ein Mobilfunkmast mit „KI-Gehirn“ und Roboterarm, wie Vodafone ergänzt. Installiert wurde die Technik im albanischen Tirana. Vodafone hat in Tirana seinen lokalen Firmensitz und ist neben ONE Albania einer der zwei großen Mobilfunkanbieter des Landes.

Künstliche Intelligenz steuert Roboterarm

Vodafone erläutert, dass eine künstliche Intelligenz mithilfe eines eigens entwickelten Algorithmus' den Roboterarm des südkoreanischen Herstellers Humax Networks steuere, an dem wiederum die Mobilfunkantenne hängt. Damit lasse sich die Antenne drehen oder neigen, wobei ein Ausrichtungsvorgang etwa 20 bis 30 Minuten benötige. Das klingt zunächst nicht besonders schnell, doch stellt Vodafone diesem Vorgang den bisherigen Ablauf mit deutlich längeren Wartungszeiten gegenüber.

Halbe Stunde statt mehreren Tage

Bislang müssten Techniker nämlich auf den Mobilfunkmast klettern, um die Antennen händisch zu justieren – ein Vorgang, der von der Planung bis zur Umsetzung oft Tage in Anspruch nehme. Der Einbau einer zusätzlichen Antenne ziehe sich noch länger hin: Behördliche Genehmigungen und Vereinbarungen mit Standort-Eigentümern müssten vorliegen sowie Straßensperrungen für schweres Gerät eingerichtet und geeignete Wetterbedingungen vorherrschen. Das könne Wochen dauern, so Vodafone. „Mobilfunk-Netze werden künftig schlauer sein. Das Zusammenspiel aus KI und Roboter-Technik ist ein frühes Beispiel dafür, wie sich die Netzqualität zukünftig weiter optimieren lässt“, erklärt Fabrizio Rocchio, Netz- und Technik-Chef bei Vodafone Deutschland.

Tagsüber Einkaufszentrum, nachts Wohngebiet

In Tirana wird die Technik genutzt, um tagsüber ein belebtes Einkaufszentrum in der Nähe des Mobilfunkstandorts abzudecken, während nachts die Abdeckung durch den Roboterarm automatisch in ein nahegelegenes Wohngebiet verlagert wird, um zusätzliche Kapazität bei hoher Internet-Nutzung zu schaffen.

Der KI-gesteuerte Roboterarm sei dabei nur einer von mehreren Ansätzen, um eine dynamische und autonome Antennensteuerung in die unternehmensweite Plattform zur Automatisierung von Komponenten des Radio Access Networks (RAN) zu integrieren. Weitere Lösungen sollen in den kommenden Monaten folgen, darunter auch kleinere bewegliche Komponenten lediglich im Inneren der Antenne. Bereits letztes Jahr wurden bei Vodafone Mobilfunkantennen mit satellitengestützten Sensoren eingeführt, sodass sich per GPS aus der Ferne prüfen lässt, ob die Antennen korrekt ausgerichtet sind.

Auf die Tests in Albanien sollen weitere auch in Deutschland folgen. Vodafone prüfe derzeit, wo sich die Technik in Deutschland versuchsweise einsetzen lässt.

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