Intel Comet Lake-S: Core i9-10900 kommt mit zehn Kernen ab $422 im Mai

Update Volker Rißka
1.697 Kommentare
Intel Comet Lake-S: Core i9-10900 kommt mit zehn Kernen ab $422 im Mai
Bild: Intel

tl;dr: Es ist der umfangreichste Start von Intel seit Jahren: Neben 32 CPUs vom Typ Comet Lake-S aus der 14-nm-Fertigung werden heute diverse Chipsätze für Mainboards mit neuem Sockel LGA 1200 vorgestellt. Die Speerspitze bilden Zehn-Kern-CPUs ab 422 US-Dollar vor Steuern. Einen Rekord setzt die Leistungsaufnahme der Topmodelle.

Update

Intels CPU-Datenbank Ark verrät interessante Details zu den K-CPUs sowie der Effizienz des Core i7-10700K im Vergleich zum ebenfalls 8 Kerne und 16 Threads starken Core i9-9900K. Der Artikel wurde um den Abschnitt Alle K-CPUs nutzen 10-Kern-Die ergänzt.

Erstmals Intel Core ohne X mit 10 Kernen

Die heutige Neuvorstellung war wieder einmal eines der am schlechtesten gehüteten Geheimnisse, schließlich gab es vor vier Wochen neue High-End-Notebook-Chips und bekanntlich sind diese in der Regel zu den Desktop-Ablegern im Kern identisch. Unterschiede finden sich neben dem Wechsel auf einen neuen Sockel im Detail.

Allen voran sind das natürlich die ersten Prozessoren mit zehn Kernen von Intel für die Mittelklasse, denn im Notebook ist es mit Comet Lake-H bei maximal acht Kernen geblieben. Die Core i9-10900 mit 10 Kernen werden in vier von fünf Varianten zudem die einzigen sein, die den temperaturabhängigen Thermal Velocity Boost (TVB) im Desktop-Umfeld nutzen, er kommt zusätzlich zum Turbo Boost 3.0 zum Einsatz. Wie im Notebook setzt Intel als auch im Desktop den Fokus klar auf Takt, wenngleich im Desktop zumindest auch mehr Kerne geboten werden.

Die-Shot des Intel Comet Lake-S mit zehn Kernen
Die-Shot des Intel Comet Lake-S mit zehn Kernen (Bild: Intel)

Die Neuerungen auf einen Blick

Von Core i9 bis hin zu Core i3 bringt die 10. Generation Core eine ganze Reihe an Neuerungen mit sich und auch Pentium und Celeron werden angepasst. Aus der Vogelperspektive zusammengefasst lauten die Neuerungen:

  • Erstmals 10 Kerne auf dem Mainstream Sockel (5 × Core i9-10900)
  • Core i9, i7, i5 und i3 mit Hyper-Threading
  • DDR4-2933 und Turbo 3.0 für Core i9 und Core i7
  • 125 statt 95 Watt TDP für K-CPUs
  • Thermal Velocity Boost (TVB) für Topmodelle
  • DDR4-2666 und AVX2 für Pentium und Celeron

32 Core-CPUs mit Comet Lake-S im Überblick

Wie bei Intel üblich, gibt es nicht alle Features überall. Der Thermal Velocity Boost (TVB) wird beispielsweise nur bei den Zehn-Kern-CPUs geboten, Turbo 3.0 nur ab dem Core i7, schneller Speicher ebenfalls nur oberhalb des Core i7. Einige Modelle werden zudem in fünf Varianten aufgesplittet: normal (-), normal ohne integrierte Grafik (F), übertaktbar (K), übertaktbar ohne integrierte Grafik (KF) sowie stromsparend (T). Die folgende Tabelle wurde mit dem Ziel erstellt, sie möglichst übersichtlich zu halten, ohne elementare Dinge wegzulassen.

Intel Core i-10000 auf Basis von Comet Lake-S
Modell Kerne/Threads Basistakt Max. Turbo 2.0 Turbo 3.0 TVB 1C/xC All Core Turbo TDP Speicher Grafik Preis
Core i9-10900K 10/20 3,7 GHz 5,1 GHz 5,2 GHz 5,3 / 4,9 GHz 4,8 GHz 125 W DDR4-2933 UHD 630 $488
Core i9-10900KF 10/20 3,7 GHz 5,1 GHz 5,2 GHz 5,3 / 4,9 GHz 4,8 GHz 125 W DDR4-2933 $472
Core i9-10900 10/20 2,8 GHz 5,0 GHz 5,1 GHz 5,2 / 4,6 GHz 4,5 GHz 65 W DDR4-2933 UHD 630 $439
Core i9-10900F 10/20 2,8 GHz 5,0 GHz 5,1 GHz 5,2 / 4,6 GHz 4,5 GHz 65 W DDR4-2933 $422
Core i9-10900T 10/20 1,9 GHz 4,5 GHz 4,6 GHz 3,7 GHz 35 W DDR4-2933 UHD 630 $439
Core i7-10700K 8/16 3,8 GHz 5,0 GHz 5,1 GHz 4,7 GHz 125 W DDR4-2933 UHD 630 $374
Core i7-10700KF 8/16 3,8 GHz 5,0 GHz 5,1 GHz 4,7 GHz 125 W DDR4-2933 $349
Core i7-10700 8/16 2,9 GHz 4,7 GHz 4,8 GHz 4,6 GHz 65 W DDR4-2933 UHD 630 $323
Core i7-10700F 8/16 2,9 GHz 4,7 GHz 4,8 GHz 4,6 GHz 65 W DDR4-2933 $298
Core i7-10700T 8/16 2,0 GHz 4,4 GHz 4,5 GHz 3,7 GHz 35 W DDR4-2933 UHD 630 $325
Core i5-10600K 6/12 4,1 GHz 4,8 GHz 4,5 GHz 125 W DDR4-2666 UHD 630 $262
Core i5-10600KF 6/12 4,1 GHz 4,8 GHz 4,5 GHz 125 W DDR4-2666 $237
Core i5-10600 6/12 3,3 GHz 4,8 GHz 4,4 GHz 65 W DDR4-2666 UHD 630 $213
Core i5-10600T 6/12 2,4 GHz 4,0 GHz 3,7 GHz 35 W DDR4-2666 UHD 630 $213
Core i5-10500 6/12 3,1 GHz 4,5 GHz 4,2 GHz 65 W DDR4-2666 UHD 630 $192
Core i5-10500T 6/12 2,3 GHz 3,8 GHz 3,5 GHz 35 W DDR4-2666 UHD 630 $192
Core i5-10400 6/12 2,9 GHz 4,3 GHz 4,0 GHz 65 W DDR4-2666 UHD 630 $182
Core i5-10400F 6/12 2,9 GHz 4,3 GHz 4,0 GHz 65 W DDR4-2666 $157
Core i5-10400T 6/12 2,0 GHz 3,6 GHz 3,2 GHz 35 W DDR4-2666 UHD 630 $182
Core i3-10320 4/8 3,8 GHz 4,6 GHz 4,4 GHz 65 W DDR4-2666 UHD 630 $154
Core i3-10300 4/8 3,7 GHz 4,4 GHz 4,2 GHz 65 W DDR4-2666 UHD 630 $143
Core i3-10300T 4/8 3,0 GHz 3,9 GHz 3,6 GHz 35 W DDR4-2666 UHD 630 $143
Core i3-10100 4/8 3,6 GHz 4,3 GHz 4,1 GHz 65 W DDR4-2666 UHD 630 $122
Core i3-10100T 4/8 3,0 GHz 3,8 GHz 3,5 GHz 35 W DDR4-2666 UHD 630 $122

So viel zum groben Überblick. Nachfolgend werden die wesentlichen Neuerungen im Detail vorgestellt und analysiert.

Zehn Kerne und neue Turbo-Modi

Mit den fünf Core i9-10900 gibt es erstmals Zehn-Kern-CPUs für Intels Mainstream-Sockel. Intel erklärte, dass es zwei grundlegende Dies gibt: Der Zehn-Kern-Chip wird auch für die Acht-Kern-Prozessoren genutzt, alles unterhalb von und mit sechs Kernen bekommt einen separaten Die spendiert. Alles andere wäre auch wirtschaftlich kaum vertretbar.

Ebenfalls angefasst hat Intel, wie die CPUs den Turbo nutzen. Der kleinste gemeinsame Turbo-Nenner ist auch für die 10. Generation Core im Desktop der Turbo 2.0. Dieser gilt für alle Kerne und unterscheidet sich je nachdem, wie viele belastet werden. Beim Flaggschiff ist der maximal mögliche All-Core-Turbo beispielsweise mit 4,8 GHz spezifiziert. Auf den Turbo 2.0 setzt der Turbo Boost Max 3.0 auf, der nur für maximal zwei Kerne gilt. Er hebt die Taktfrequenz sowohl im Single- als auch Multi-Core um 100 MHz an und ist in den Serien Core i7 und Core i9 zu finden. Laut Intel benötigt der Turbo 3.0 keinen Treiber mehr – das war in der X-Serie mitunter noch nötig.

Intel Turbo Boost 3.0 im Mainstream
Intel Turbo Boost 3.0 im Mainstream (Bild: Intel)

Bei vier neuen CPUs, den Flaggschiffen der gesamten Familie, gibt es über dem Turbo 3.0 dann noch den Thermal Velocity Boost (TVB), der im Notebook vor zwei Jahren eingeführt wurde und in strengen Temperaturgrenzen einen noch höheren Takt freigibt. Im Desktop darf er bis zu einer Temperatur von 70 Grad Celsius 100 MHz zusätzlich bereitstellen – auf ein bis allen Kernen.

K-Modelle mit 125 Watt TDP

Neben neuen Turbo-Modi und in der Spitze auch zwei Kernen mehr wird Comet Lake-S auch über die TDP zu mehr Leistung verholfen. Statt vormals 95 Watt hat Intel sie auf 125 Watt angehoben. D.h. in einer von Intel definierten, aber nicht weiter ausgeführten Multi-Core-Last ziehen die neuen CPUs bei Basistakt jetzt 125 Watt statt vormals 95 Watt. Auch die Leistungsaufnahme bei Nutzung des Turbos sollte in Folge dessen gestiegen sein. Weitere Informationen zur TDP liefert der Artikel CPU-Leistungsaufnahme: Was „TDP“ bei AMD und Intel aktuell bedeutet.

Core i9-10900K: 250 Watt für 56 Sekunden

Die Parameter PL1, PL2 und Tau für die Leistungsaufnahme unter Last haben auch bei der neuen Core-Generation Bestand. Allerdings hat sie Intel bei Comet Lake-S deutlich angepasst, insbesondere bei den K-Prozessoren.

PL1 entspricht weiterhin der TDP, PL2 dem maximal erlaubten Wert, den die CPU an Leistung über den Zeitraum Tau aufnehmen darf. Bisher galt für PL2 der Faktor 1,25 mal PL1 über maximal 28 Sekunden. Für den Core i9-10900K gilt ab sofort wiederum der Faktor 2,0 über 56 Sekunden. Der Zehn-Kern-Prozessor darf also direkt nach Intels Vorgabe bis zu einer knappen Minute 250 Watt Leistung aufnehmen.

CPU PL1 PL2 Tau
Core i9-10900K 125 Watt 250 Watt 56 Sekunden
Core i7-10700K 125 Watt 229 Watt 56 Sekunden
Core i5-10600K 125 Watt 182 Watt 56 Sekunden
Core i9-9900K 95 Watt 119 Watt 28 Sekunden
Core i9-9900KS 127 Watt 159 Watt 28 Sekunden

Bei den beiden anderen K-Modellen sind die Abstufungen anders. Der Core i7-10700K darf maximal 229 Watt Leistung aufnehmen, der Core i5-10600K noch 182 Watt. Ausgehen von den 125 Watt TDP alias PL1, die alle Modelle haben, entspricht dies dem Faktor 1,83 respektive 1,46 und liegt damit noch immer deutlich über den bisher stets genutztem Faktor 1,25.

Intel Core i9-10900K
Intel Core i9-10900K (Bild: Intel)

Je kürzer die Last, desto deutlicher werden sich PL2 und Tau in der Leistung einer nach Intels Vorgaben betriebenen CPU niederschlagen. Viele Benchmark-Tests werden 250, 229 oder 182 Watt über ihre komplette Dauer nutzen können, während bisher viel engere und bei den 95-Watt-CPUs mit PL2 von 119 Watt auch viel niedrigere Grenzen gesetzt waren. Der Nachfolger des Core i9-9900K darf nun ganz offiziell doppelt so lange 100 Watt mehr verbrauchen, was ihn natürlich in Tests weiter nach vorne bringt, obwohl 9900K und 10700K sonst bis auf 100 MHz Taktunterschied im Mittel quasi Zwillinge sind. Doch Vorsicht, das gilt nur solange, wie Mainboards die CPUs auch mit den von Intel definierten Obergrenzen betreiben.

Mainboardhersteller können weiterhin mit den Größen so spielen, wie sie es in den letzten Jahren getan haben. Dass heißt, dass die High-End-Platinen mitunter die Tau-Grenze komplett aufheben und auch PL2 noch weiter gesteigert wird. Die CPU läuft dann unter allen Umständen immer mit ihrem maximal möglichen Takt. Wie viel schneller die neuen K-CPUs auf handelsüblichen Mainboards sind und was sie dann verbrauchen, werden deshalb erst Tests zeigen. Für die verbleibenden Prozessoren hat Intel die Angaben zum Start nicht veröffentlicht. Doch auch dort ging die Klappe mitunter nach oben auf, wie beispielsweise der Test eines 35-Watt-T-Modells zeigte, das problemlos über 110 Watt verbrauchen konnte. Dies scheint sich auch nun fortzusetzen, wie ASRock bereits andeutet.

ASRock BFB lässt auch neue Non-K-CPUs höher takten
ASRock BFB lässt auch neue Non-K-CPUs höher takten (Bild: ASRock)

Alle K-CPUs nutzen 10-Kern-Die

Intels CPU-Datenbank Ark offenbart ein interessantes Detail zum Core i7-10700K mit 8 Kernen und 16 Threads. Mit den ab Werk spezifizierten 125 Watt TDP bietet die CPU einen um 200 MHz höheren Basistakt als der Core i9-9900K mit ebenfalls 8 Kernen und 16 Threads. Intel spezifiziert die CPU aber auch bei einer reduzierten TDP von 95 Watt (TDP-down), was den Basistakt um 300 MHz senkt. Er liegt gegenüber dem identisch konfigurierten Core i9-9900K damit um 100 MHz niedriger. Der Core i7-10700K ist demzufolge ineffizienter als der Core i9-9900K.

CPU Kerne/Threads TDP Basistakt Turbo 1C/xC
Core i9-10900K 10/20 125 W 3,7 GHz 5,2/4,8 GHz
Core i7-10700K 8/16 125 W 3,8 GHz 5,1/4,7 GHz
Core i7-10700K (TDP-down) 8/16 95 W 3,5 GHz 5,1/4,7 GHz
Core i9-9900K 8/16 95 W 3,6 GHz 5,0/4,7 GHz

Interessantes weiß Ark auch zum Core i5-10600 zu berichten. Sofern die Angaben korrekt sind, basiert der Core i5-10600K in den Varianten K und KF nicht auf dem 6-Kern- sondern auf dem 10-Kern-Die (Stepping Q0), nur das sparsame T- und das Standardmodell nutzen den 6-Kern-Die (Stepping G1).

Der große Die kommt demzufolge für alle K-CPUs zum Einsatz. Doch damit nicht genug: Derselbe Die ist auch bei den Versionen von Core i5-10400 und Core i5-10400F, die einen verlöteten Heatspreader haben, die Basis, doch beide Modelle gibt es auch mit dem G1-Stepping und damit nur mit Wärmeleitpaste. Dies kann der Kunde nur anhand des Produktcodes (Ordering Code, Spec Code) feststellen. Der sparsame Core i5-10400T nutzt nur den 6-Kern-Die, unterhalb des Core i5-10400 findet sich dann nur der 6-Kern-Die wieder.

Weitere Neuerungen

Dünnerer Prozessor-Die und neuer Heatspreader

Mit Comet Lake-S nutzt Intel zwar weiterhin die angestammte 14-nm-Fertigung, hat diese jedoch noch einmal optimiert. In der verbesserten Produktion kommt nun ein Verfahren zum Einsatz, das die Dicke des Dies deutlich reduziert. Der jetzt kommunizierte Schritt von 0,8 auf nur noch 0,5 mm ist überraschend groß.

Dünnerer CPU-Die und neuer Heatspreader
Dünnerer CPU-Die und neuer Heatspreader (Bild: Intel)

Das sorgt auf der anderen Seite aber für ein Dilemma, welches Intel einfach löst: Um mit allen bisherigen Kühlern kompatibel zu bleiben, muss die Höhe der CPU inklusive Heatspreader identisch sein. Intel hat also den Heatspreader dicker gemacht und den Eingriff gleich dafür genutzt um den Kupferanteil in unbekanntem Ausmaß zu erhöhen. Kupfer ist bekanntlich ein guter Wärmeleiter, es könnte den CPUs deshalb bei der Kühlung helfen – genaue Zahlen gibt Intel aber nicht preis.

Wie zuletzt wird Intel den Prozessor-Die bei den größeren CPUs mit dem Heatspreader verlöten, unterhalb des Core i5-10400/10400F kommt erneut nur Wärmeleitpaste zum Einsatz. Der 10400er wird wie bereits sein Vorgänger 9400 ein Lotteriespiel: Es kann Modelle geben, die verlötet wurden, andere wiederum sind auch nur mit Paste versehen. Das ist dem Binning geschuldet, ein Teil der Modelle sind teildefekte 10-Kerner mit verlötetem IHS, die restlichen native Sechs-Kern-CPUs mit Paste.

Pentium und Celeron können AVX2

Zum Start wird Intel nicht nur die Core-Familie aktualisieren, auch das Einstiegssegment wird überarbeitet. Die Pentium und Celeron bekommen nun erstmals AVX2-Unterstützung und ziehen damit mit der Core-Familie gleich. Zusammen mit schnellerem Speicher dürfte dies in gewissen Szenarien für einen deutlichen Leistungssprung sorgen. Ansonsten gibt es aber nur geringe Taktsteigerungen, auch die Halbierung der Grafiklösung von UHD 630 mit 24 EUs auf UHD 610 mit nur noch 12 EUs bei den kleinsten Varianten bleibt. Einen Turbo gibt es weiterhin bei keiner CPU.

Intel Pentium und Celeron auf Basis von Comet Lake-S
Modell Kerne/Threads Basistakt Turbo TDP Speicher Grafik Preis
Pentium Gold G6600 2/4 4,2 GHz 58 W DDR4-2666 UHD 630 $86
Pentium Gold G6500 2/4 4,1 GHz 58 W DDR4-2666 UHD 630 $75
Pentium Gold G6500T 2/4 3,5 GHz 35 W DDR4-2666 UHD 630 $75
Pentium Gold G6400 2/4 4,0 GHz 58 W DDR4-2666 UHD 610 $64
Pentium Gold G6400T 2/4 3,4 GHz 35 W DDR4-2666 UHD 610 $64
Celeron G5920 2/2 3,5 GHz 58 W DDR4-2666 UHD 610 $52
Celeron G5900 2/2 3,4 GHz 58 W DDR4-2666 UHD 610 $42
Celeron G5900T 2/2 3,2 GHz 35 W DDR4-2666 UHD 610 $42

Mehr Threads zum gleichen Preis

Auf den ersten Blick sieht es nach einer Preissenkung aus und in einigen Bereichen stimmt das auch. Doch gravierend hat sich in Intels Matrix eigentlich nichts geändert. Durch das Mehr an Threads pro Prozessor gibt es im Endeffekt deutlich mehr Leistung für das Geld, das zuvor hätte in ein noch größeres Modell investiert werden müssen. Besonders deutlich wird das bei den Acht-Kernern, wo der Core i7-10700K nun quasi dem Core i9-9900K entspricht, jedoch für 374 statt 488 US-Dollar vor Steuern verkauft wird. Im i5-Segment bleiben die Preise sogar gleich, durch stets aktiviertes Hyper-Threading hat sich Anzahl der Threads dort aber verdoppelt. Das gleiche Spiel gilt auch für die Core i3.

Intel Comet Lake-S Familienfoto
Intel Comet Lake-S Familienfoto (Bild: Intel)

Angriff auf AMDs Einstiegs- und Mittelklasse

Die Anpassungen reichen aus, um die 10. Generation Core in einigen Bereichen auf dem Papier in direkte Konkurrenz zu Ryzen 3000 zu stellen.

Der Ryzen 7 3700X als eine der besten Lösungen von AMD kostet aktuell 295 Euro im Handel, mit dem Core i7-10700F hat er nun für 298 US-Dollar UVP (vor Steuern) einen Gegenspieler, der ebenfalls mit acht Kernen und 16 Threads antritt und dabei Taktraten bis zu 4,8 GHz bietet. Das gleiche Spiel gibt es in der 5er-Liga: Ryzen 5 3600 für 166 Euro mit sechs Kernen und zwölf Threads bekommt den Herausforderer in Form der kleinen Core i5, angeführt vom Nachfolger des beliebten 9400F, dem Core i5-10400F. In diesem Bereich wird zukünftig das interessanteste Duell ausgefochten, zumal in Deutschland auch nur der von AMD bevorzugt genutzte Shop Mindfactory diese niedrigen Preise bietet. Alle anderen Shops liegen darüber.

Direktes Duell von AMD und Intel
Modell Kerne/Threads Takt Speicher GPU TDP Preis
AMD Ryzen 7 3700X 8C/16T 3,6 – 4,4 GHz DDR4-3200 keine iGPU 65 Watt 295 Euro
Intel Core i7-10700F 8C/16T 2,9 – 4,8 GHz DDR4-2933 keine iGPU 65 Watt 298 USD
AMD Ryzen 5 3600 6C/12T 3,6 – 4,2 GHz DDR4-3200 keine iGPU 65 Watt 166 Euro
Intel Core i5-10400F 6C/12T 2,9 – 4,3 GHz DDR4-2666 keine iGPU 65 Watt 157 USD

AMDs Modelle haben kleine Vorteile auf der CPU-Seite, der schnellere Speicher spricht für sie, auch der garantierte Basistakt bei auf dem Papier gleicher TDP ist höher. Intels höherklassige CPUs bringen einen sehr hohen Boost-Takt mit, zudem dürfte die Auswahl an Hauptplatinen und das gesamte Ökosystem binnen weniger Wochen deutlich größer ausfallen. Hier legt AMD endlich Ende Juni nach, wenn mit dem B550 ein zweiter neuer Chipsatz kommt – fast ein Jahr nach dem X570.

Erweiterte Overclocking-Features

Bei Intel rücken mit der neuen Generation auch die Overclocking-Prozessoren wieder in den Fokus, wenngleich es lediglich 6 von 32 Modellen sind. Denn auch im Jahr 2020 ist Intel das komplette Gegenteil zu AMD, erlaubt das Übertakten nur auf einer Handvoll der Modelle, während es AMD durch die Bank weg überall ermöglicht.

Doch Intel weiß um den Markt, hat nach eigenen Angaben im letzten Jahr 4 bis 5 Millionen K-Prozessoren verkauft. Und diesen Markt will Intel halten. Die neuen K-CPUs bieten deshalb auch neue OC-Funktionen, allen voran das Deaktivieren von Hyper-Threading pro Kern, was auf CPUs mit vielen Kernen mitunter einen Vorteil bringen kann. Darüber hinaus kann an der Spannungs-Taktfrequenz-Kurve Hand angelegt werden, was bei einigen Mainboardherstellern über deren Tools bereits in ähnlicher Weise möglich war. Intels Software XTU soll dafür zeitnah in aktualisierter Fassung zur Verfügung stehen.

Overclocking-Verbesserungen
Overclocking-Verbesserungen (Bild: Intel)

Neue Plattform mit neuen Chipsätzen

Die neue Plattform wird um den neuen Sockel LGA 1200 herum gebaut. Der Sockel sieht dabei den bisherigen Lösungen sehr ähnlich, sodass alle Kühllösungen auch weiter verwendet werden können. Doch die Möglichkeiten für die Zukunft und eine nochmals erhöhte Leistungsaufnahme machten nach vielen Jahren einen Sockelwechsel notwendig. Ausgeschöpft wird dabei zu Beginn nur die erhöhte Leistungsaufnahme, neue Features wie PCI Express 4.0 gibt es nicht – auch wenn Mainboardhersteller das unter Intels Missmut bewerben.

Mit dem Z490-Chipsatz als erste Lösung werden auch die Controller Hubs aktualisiert. Auf diesen folgen die Varianten H470, B460, H410 und später auch noch Q- und W-Chips für den Business-Bereich.

Verfügbar ab Ende Mai, Tests zum Marktstart

Heute werden sie vorgestellt, bis zur Verfügbarkeit dauert es aber noch: Erst ab dem 20. Mai werden die ersten Prozessoren verfügbar sein. Das sind alle K-Modelle der Serien Core i9, Core i7 und Core i5 sowie Core i5-10400 und 10400F als von Intel auserwählte Preis-Leistungs-Champions im Wettstreit mit AMD.

Ab dem 27. Mai und damit nur eine Woche später folgen alle anderen CPUs. In so kurzer Zeit hat Intel seit Jahren nicht mehr alle Modelle auf einmal auf den Markt gebracht. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie das im Handel letztlich aussieht. Denn die 14-nm-Liefersituation ist nach wie vor angespannt und alle neuen CPUs sowie auch die neuen Chipsätze setzen darauf. Lieferprobleme bei der einen oder anderen Variante sind deshalb quasi vorprogrammiert und dürften in den kommenden Wochen und Monaten für Schlagzeilen sorgen.

Wie es um die Leistungsfähigkeit und die Leistungsaufnahme bestellt ist, wird die Redaktion klären, sobald das NDA für Tests fällt. Das soll zum Marktstart der Fall sein.

Intel selbst lieferte eine Folie mit Ergebnissen, die wie immer mit großer Vorsicht betrachtet werden muss. Einige der Zugewinne sind insbesondere gegenüber dem Vorjahresmodell Intel Core i9-9900K extrem groß, nur mit zwei zusätzlichen Kernen bei quasi gleichem Takt unter Nutzung der gleichen GeForce RTX 2080 Ti sind sie nicht nachvollziehbar.

Testergebnisse laut Hersteller mit gleicher RTX 2080 Ti
Testergebnisse laut Hersteller mit gleicher RTX 2080 Ti (Bild: Intel)

ComputerBase hat die Informationen von Intel unter NDA erhalten. Einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt.

Dieser Artikel war interessant, hilfreich oder beides? Die Redaktion freut sich über jede Unterstützung durch ComputerBase Pro und deaktivierte Werbeblocker. Mehr zum Thema Anzeigen auf ComputerBase.