Thermalright TA 140 im Test: Eine Hommage an den True Spirit

Thomas Böhm 48 Kommentare
Thermalright TA 140 im Test: Eine Hommage an den True Spirit

tl;dr: Thermalright stellt den Tower-Kühler TA 140 vor, der zwar nicht mehr den Namen, wohl aber die Gene des True Spirit 140 trägt: Ein schlanker Tower-Kühler trifft auf einen großen 140-mm-Lüfter. Der Prozessorkühler zeigt sich im Test stark, bringt aber auch bekannte Altlasten mit.

Kühler von Thermalright waren in letzter Zeit am deutschen Markt eine Rarität. Nicht etwa der Hersteller, sondern das Vertriebsnetz in Deutschland war ins Taumeln geraten. Allmählich beginnt sich die Liefersituation jedoch wieder zu entspannen und mit im Gepäck bekannter Produkte gibt es einen Neuling: Der Thermalright TA 140 heißt zwar nicht True Spirit, doch von seinem Aussehen her ist er ein klarer Ableger der schlanken Single-Tower-Prozessorkühler aus der True-Spirit-Reihe.

Thermalright TA 140
Thermalright TA 140

Der TA 140 ist wie beispielsweise der Thermalright True Spirit 140 Direct (Test) so schlank ausgeführt, dass der Tower-Kühler keine Einschränkungen für Arbeitsspeicher verursacht. Der größere Doppelturm Thermalright Silver Arrow T8 (Test) schafft das durch den Verzicht auf einen zweiten Lüfter und das Kühler-Urgestein Thermalright HR-02 Macho (Test) ermöglicht Freiraum für RAM durch einen asymmetrischen Aufbau seines großen Radiators. Im Test muss der Neuling mit seinem 140-mm-Lüfter zeigen, wie er sich gegen die Konkurrenz behaupten kann.

Thermalright TA 140
Bauform: Tower
Größe (L × B × H): 42 × 140 × 159 mm (ohne Lüfter)
Gewicht: 610 g (ohne Lüfter)
770 g (mit Lüfter)
Heatpipes: Kupfer (vernickelt), 5 × 6 mm (Ø)
Kupferbasis (vernickelt)
Lamellen: Aluminium, 45 Stück
Abstand: 2,0 mm
Kühler-Montage: Zweistufige Halterung mit Rückplatte
Lüfter (Modell 1): 1 × 140 × 152 × 26,5 mm
Gleitlager
600 – 1.500 U/min
48,1 – 144,4 m³/h
17,0 – 23,0 dBA
4-Pin-PWM
Lochabstand 105 mm (analog 120mm-Lüfter)
Lüfter (Modell 2):
Lüfter-Montage: Befestigung: Drahtbügel
Entkopplung: Entkoppler-Pads
weitere Halterung beigelegt
Kompatibilität: AMD: Sockel AM4
Intel: LGA 2066/2011/1366/LGA 1200/115x/775
Preis: ab 60 €

Thermalright TA 140 im Detail

Thermalright bleibt seinem typischen Kühlerdesign treu: Vernickelte Heatpipes treffen auf Aluminiumlamellen, von denen die oberste ohne größere Zierelemente in Schwarz gehalten ist. Der TA 140 wird mit einer Preisempfehlung von 54,90 Euro in die gehobene Preisklasse einsortiert, weshalb eine kupferne Bodenplatte anstelle von „Heatpipe Direct Touch“ wie beim True Spirit 140 Direct zum guten Ton gehört.

Mit der vernickelten Bodenplatte sind fünf Heatpipes verlötet, deren Enden gut sichtbar sind: Bei einigen Konkurrenten werden diese vor Blicken verborgen, doch Thermalright lässt sie sichtbar. Sowohl die Bodenplatte als auch der Kühlturm sind erstklassig verarbeitet. Mit der kupfernen Bodenplatte ähnelt der TA 140 dem True Spirit 140 Power, der jedoch mit sechs Heatpipes mit 8 mm Durchmesser im Kern noch etwas mehr bietet. Der TA 140 ordnet sich mit seiner identischen Heatpipe-Ausstattung zum True Spirit 140 Direct (fünf Heatpipes mit 6 mm Durchmesser), aber einer kupfernen Bodenplatte zwischen den beiden True-Spirit-Kühlern ein.

Serienlüfter und Lieferumfang

Der 140-mm-Serienlüfter des TA 140 ist mit einer Tiefe von 26,5 mm ein klein wenig dicker als klassische PC-Ventilatoren mit ihren 25 mm Tiefe. Länge und Breite des Axiallüfters weichen mit 140 × 152 mm ebenfalls vom quadratischen Standard ab. Der Lüfter wird vom Hersteller auf 600 bis 1.500 U/min spezifiziert und erreicht im Testsystem zwischen knapp 550 und gut 1.400 U/min. Dabei arbeitet er im niedrigen Drehzahlbereich mit kaum wahrnehmbaren Nebengeräuschen, sodass er den Kühler für einen leisen Betrieb im Leerlauf qualifiziert.

Beim Lieferumfang des TA 140 bleibt Thermalright ebenfalls alten, aber in diesem Fall keinen guten Traditionen treu: Es finden sich viele Kleinteile, die für die Montage des Kühlers benötigt werden. Auf der anderen Seite ist das Zubehör großzügig, denn es werden ein zweites Paar Lüfterklammern sowie Gummi-Entkopplungen für einen zweiten Ventilator mitgeliefert. Wärmeleitpaste gibt es in einer verschließbaren Spritze und in so großer Menge, dass auch eine zweite Montage des Kühlers ermöglicht wird. Ein Kreuzschlitz-Schraubendreher fehlt im Lieferumfang, doch wegen des schlanken Kühlturms kann die Montage auch mit einem handelsüblichen Schraubendreher durchgeführt werden.

Montage im Testsystem

Im ersten Schritt der zweistufigen Montage wird ein Halterahmen über vier Abstandshalter mit der Backplate des Mainboards verschraubt. Auf dem Sockel AM4 wird die Backplate des Mainboards genutzt. Für Intel-Plattformen abseits der Sockel 2011 und 2066 (die eine im Mainboard integrierte Backplate besitzen) wird eine Backplate aus Metall mitgeliefert. Im nächsten Schritt wird der CPU-Kühler auf den Prozessor gesetzt. Ein loser Metallbügel presst den Kühler schließlich per Verschraubung mit dem Halterahmen auf das Mainboard.

Damit bleibt Thermalright nach wie vor bei einem alten und mittlerweile überholten Montagekonzept: Es gibt keinen auf dem Kühler vorinstallierten Haltebügel, obwohl dieser obligatorisch für jede Plattform ist. Auch vorinstallierte Schrauben für den Haltebügel gibt es nicht. Die Montage des TA 140 ist im Vergleich zu größeren Kühlern wie dem Thermalright Silver Arrow T8 (Test) dennoch schnell erledigt, weil der sehr schlanke Kühlturm einen einfachen Zugriff ermöglicht. Ein Update des Befestigungssystems auf einen aktuellen Stand, wie er beispielsweise vom Scythe Mugen 5 (Test) oder vom Noctua NH-U12A (Test) genutzt wird, ist davon unabhängig längst überfällig.

Im Testsystem hält der TA 140 durch seinen schlanken Kühlturm ausreichend Abstand zum Arbeitsspeicher, um keine Höhenbeschränkungen zu verursachen. Die Bauhöhe des Kühlers beträgt 15,9 cm und liegt somit haarscharf unter den 16 cm, die bei vielen Midi-Towern das Höhenlimit für CPU-Kühler darstellen. Mit seinem breiten Axiallüfter ragt der Kühler im Testsystem knapp über die seitlichen Begrenzungen der RAM-Slots hinaus. In sehr ungünstigen Konstellationen könnte deshalb der Einbau einer Grafikkarte im ersten Erweiterungs-Slot zum Problem werden.

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