Cyberpunk 2077: Mikrotransaktionen nur in der Multiplayer-Auskopplung

Max Doll 97 Kommentare
Cyberpunk 2077: Mikrotransaktionen nur in der Multiplayer-Auskopplung
Bild: CD Projekt

Cyberpunk 2077 wird keine Mikrotransaktionen enthalten, die Mehrspieler-Auskopplung des Spiels hingegen schon. Aufregung um diese beiläufige Ankündigung kann das Entwicklerstudio nicht nachvollziehen. Für Skepsis gibt es trotzdem Gründe.

Raum für diese Entscheidung hat sich das Studio gelassen. Noch im vergangenen Jahr wurde angekündigt, für den Online-Part mit verschiedenen Optionen zu experimentieren. Daraus sind nun Mikrotransaktionen geworden. Sie sollen nicht aggressiv eingebunden werden, versicherte CEO Adam Kiciński gegenüber Investoren (PDF), „wir wollen das Spieler gerne Geld ausgeben“, es gehe darum, ein Gefühl von Gegenwert zu erzeugen, sie sollen Spieler sogar „glücklich machen – zumindest ist das unser Ziel“.

The goal is to design monetisation in a way that makes people happy to spend money. I’m not trying to be cynical or hide something; it’s about creating a feeling of value. Same as with our single-player games: we want gamers to be happy while spending money on our products. The same is true for microtransactions [...]

Adam Kiciński

Dass diese Aussagen nicht zynisch klingen sollen, liest sich aber wie solche, die Electronic Arts zur Verteidigung von Zusatzkäufen aufführt – wie Schönfärben. Denn selbst wenn die Kaufangebote dezent ausfallen, handelt es sich um eine bemerkenswerte Abkehr von der bisherigen Kommunikationsstrategie: Mikrotransaktionen wurden bislang abgelehnt, der Verzicht in diesem Punkt wurde gar als Alleinstellungsmerkmal hervorgehoben. Spielerfreundliches Produktdesign wird nun jedoch reduziert auf eine vorgeblich freundliche Umsetzung von Ingame-Angeboten, die aber Spielraum für Interpretationen lässt. Besser als andere Anbieter zu sein, heißt zudem nicht, gleichzeitig bereits gut zu sein.

Damit hat sich einiges geändert, auch wenn die Entwickler auf Twitter versuchen, dieser Information ihren Neuigkeitswert abzusprechen oder gar den Begriff Clickbait in die Runde zu werfen. Hier ist insbesondere bis heute und weiterhin unklar, was „Multiplayer“ im Bezug auf Cyberpunk meint, denn bislang wurde nicht klar kommuniziert, wie dieser Teil des Spiels aussieht.

Denkbar sind eine Veröffentlichung als DLC, als kostenloses Update oder als eigenständig lauffähiges Produkt. Licht ins Dunkel bringt auch die Ankündigung nicht. Gesprochen wird nur von einem separaten „Projekt“. Mit der Frage nach der Erweiterung verbindet sich aber die Frage nach der Glaubwürdigkeit von Zusicherungen, denn versprochen wurde, dass Cyberpunk 2077 keinerlei Ingame-Käufe beinhaltet – was nur dann stimmen würde, wenn der Multiplayer ein eigenes Spiel wird. In Anbetracht solcher Unklarheiten, die leicht das Ausnutzen sprachlicher Feinheiten sein können, scheint Skepsis zumindest in Bezug auf Cyberpunks Online-Modus angebracht.