GDDR6X-Grafikspeicher: 21 Gbps und verdoppelte Kapazität von Micron ab 2021

Volker Rißka
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GDDR6X-Grafikspeicher: 21 Gbps und verdoppelte Kapazität von Micron ab 2021
Bild: Micron

Die Vorstellung der neuen Nvidia GeForce RTX 3000 ist auch für Micron ein Meilenstein. Denn erstmals wird GDDR6X genutzt, der die Nachfolge von GDDR6 mit höheren Taktraten und letztlich mehr Bandbreite antritt. Im kommenden Jahr stehen schnellere Muster und die doppelte Kapazität auf dem Plan.

Die ersten Chips sind lediglich 1 GByte groß, sodass auf den Flaggschiff-Lösungen entsprechend viele zum Einsatz kommen müssen. Die GeForce RTX 3090 nutzt deshalb nicht nur zwölf Positionen auf der Oberseite, sondern muss auch noch zwölf Plätze auf der Rückseite in Beschlag nehmen, um 24 GByte Grafikspeicher bereitstellen zu können. Die nächsten Profi-Lösungen der Quadro-Familie auf Basis der Ampere-Architektur sollen bis zu 48 GByte GDDR6X bieten – das geht nur mit entsprechend größeren Speicherchips.

Geschwindigkeit und Bandbreiten in der Entwicklung
Geschwindigkeit und Bandbreiten in der Entwicklung (Bild: Micron)

Bei den Geschwindigkeiten stimmt letztlich das, was bereits seit Wochen in den Gerüchten zugegen ist. Nvidia setzt bei seinen ersten Lösungen konservative 19,5 Gbps an, Micron hat die Lösungen mit 19 bis 21 Gbps spezifiziert. Mit letztgenannter Angabe fällt am passenden Speicherinterface die Marke von 1 TB/s Speicherbandbreite. Die Spannung der gleich großen Speicherchips wie bei GDDR6 liegt wie zuvor bei 1,25 bis 1,35 Volt. Dennoch sollen die Chips bei 50 Prozent mehr Bandbreite weniger Energie verbrauchen.

GDDR6X Leistungsaufnahme
GDDR6X Leistungsaufnahme (Bild: Micron)

Zum Einsatz kommt seitens Micron erstmals das sogenannte PAM4-Verfahren (4-level pulse amplitude modulation), welches in Zukunft auch bei klassischem RAM genutzt werden wird und das PAM2-Verfahren (auch NRZ genannt) ablöst. Dabei gibt es vier Spannungsstufen zum Encodieren und es können zwei Bits pro Takt übertragen werden, effektiv verdoppelt es die Bandbreite bei der gleichen Frequenz. Anders herum gesagt müsste der Vorgänger GDDR6 im klassischen Verfahren doppelt so hoch takten, um die gleiche Datenrate pro Pin zu ermöglichen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Nvidia und Micron gemeinsame Sache machen und einen Speicherstandard voran bringen. Bereits GDDR5X war eine Lösung der beiden Hersteller, die Nvidia exklusiv auf ihren Karten nutzen konnte. Inwiefern es solch eine Klausel auch bei GDDR6X gibt, ist bisher nicht bekannt. Zumindest aber ein gewisser zeitlicher Rahmen der exklusiven Verfügbarkeit für Nvidia ist mehr als wahrscheinlich.