Nvidia GeForce RTX 3090 im Test: Benchmarks in Ultra HD, mit Raytracing & DLSS

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Wolfgang Andermahr et al. 1.010 Kommentare

Testsystem und Testmethodik

Für die neue Generation an High-End-Grafikkarten hat ComputerBase den Testparcours umgebaut und entsprechend erneuert. Überarbeitet wurde die Spieleauswahl, wobei mehrere neue Titel wie Doom Eternal und Death Stranding aufgenommen, die Testszenen teils geändert wurden und sich andere Spiele wiederum verabschieden mussten. Da der Parcours explizit für die schnellsten AMD- und Nvidia-Produkte gedacht ist, kommen durchweg die maximalen Grafikdetails zum Einsatz.

Auch das Testsystem wurde angepasst. Alle Details und einen Überblick über die Unterschiede zwischen altem und neuem Parcours liefert der Artikel High-End-Grafikkarten im Test: AMD und Nvidia im neuen Testparcours im Vergleich.

Die alten Grafikkarten wurden mit dem Adrenalin 20.7.2 beziehungsweise dem GeForce 451.67 getestet. Nur für Horizon Zero Dawn kam der Adrenalin 20.8.1 zum Einsatz. Die GeForce RTX 3080 FE wurde mit dem GeForce 456.16 getestet, die GeForce RTX 3090 mit dem GeForce 456.38.

Die getesteten Grafikkarten
AMD Nvidia
Radeon RX Vega 64, 1.336–1.400 MHz GeForce GTX 1080, 1.759–1.785 MHz
Radeon VII, 1.655–1.764 MHz GeForce GTX 1080 Ti, 1.721–1.746 MHz
Radeon RX 5700 XT, 1.753–1.772 MHz GeForce RTX 2070 Super FE, 1.890 MHz
GeForce RTX 2080 Super FE, 1.830–1.845 MHz
GeForce RTX 2080 Ti FE, 1.665–1.680 MHz
GeForce RTX 3080 FE, 1.680-1.815 MHz
GeForce RTX 3090, 1.440-1.770 MHz
Gigabyte GeForce RTX 3090 Gaming OC, 1.665-1.695 MHz
MSI GeForce RTX 3090 Gaming X, 1.590-1.845 MHz
Taktrate nach 30 Minuten Doom Eternal, Ultra HD, maximale Details

Benchmarks in 3.840 × 2.160

Die GeForce RTX 3090 erobert – wenig verwunderlich – die Spitzenposition im Testfeld, der Vorsprung ist aber vergleichsweise klein. Hält sich die GeForce RTX 3090 an die Spezifikationen von Nvidia (350 Watt TDP), liefert die Grafikkarte 11 Prozent mehr Durchschnitts-FPS als die GeForce RTX 3080 FE und 11 Prozent bessere Perzentil-FPS. Damit ist die Grafikkarte nur 5 bis 6 Prozent schneller als eine übertaktete GeForce RTX 3080.

Übertakten lässt sich aber natürlich auch die GeForce RTX 3090 und genau das machen die zwei Custom-Modelle im Test. Die Gigabyte GeForce RTX 3090 Gaming OC legt aufgrund des höheren Power Limits und des leicht erhöhten Taktes um 2 und 3 Prozent zu, die MSI GeForce RTX 3090 Gaming X um etwas höhere 4 Prozent. Gegenüber der GeForce RTX 3080 FE steigt der Vorsprung dann auf bis zu 14 Prozent an, jedoch gibt es auch von der GeForce RTX 3080 schnellere Custom-Designs, sodass die Differenz von Custom zu Custom dann wieder etwa auf dem Niveau von Standard- zu Standard-Modell liegt: knapp über 11 Prozent. Nvidia selbst hatte im Vorfeld von 10 bis 15 Prozent gesprochen.

45 Prozent Vorsprung auf die GeForce RTX 2080 Ti

Gegenüber der GeForce RTX 2080 Ti beträgt das Leistungsplus der GeForce RTX 3090 im UHD-Parcours 45 Prozent. Damit ist der Sprung von Generation zu Generation ein gutes Stück kleiner als der von der GeForce RTX 2080 Super zur GeForce RTX 3080, der 59 Prozent beträgt.

In den einzelnen Spielen schwanken die Ergebnisse nur wenig, ab und zu gibt es aber Abweichungen. So arbeitet die GeForce RTX 3090 in Horizon Zero Dawn um 15 Prozent schneller als die GeForce RTX 3080 FE, was der größte Abstand im Testfeld ist. In Shadow of the Tomb Raider ist das Leistungsplus dagegen am geringsten, es liegt bei neun Prozent.

24 GB sind manchmal besser als 10 GB

Hatte es im Test der GeForce RTX 3080 noch danach ausgehen, dass 10 GB im Vergleich zu 8 GB im Parcours immer ausreichend sind, zeigt die GeForce RTX 3090 bei den Perzentil-FPS im Einzelfall, das dem doch nicht so ist.

Überraschend groß ist das Plus in Ghost Recon Breakpoint, wo die GeForce RTX 3090 reproduzierbar deutliche 22 Prozent vor der GeForce RTX 3080 liegt. Dieses Spiel erfordert in Ultra HD bei maximalen Details am Ende doch mehr als 10 GB Speicher, ist aber der einzige so reagierende Titel im Parcours.

Auf der anderen Seite steht Anno 1800: In diesem Titel ist die GeForce RTX 3090 bei dieser Messreihe gerade einmal um 6 Prozent schneller als die GeForce RTX 3080 FE, auf denselben Abstand kommen die zwei Grafikkarten in Doom Eternal.

Immer schnell genug für UHD mit vollen Details

Die GeForce RTX 3090 ist dazu in der Lage, alle Spiele im Testparcours in Ultra HD bei maximalen Details ohne Raytracing flüssig wiederzugeben. An der 60-FPS-Marke scheitern schlussendlich zwar einige Spiele, dennoch laufen diese dann immer noch mit 50 FPS und mehr.

Benchmarks mit Raytracing in Full HD, WQHD und Ultra HD

Mit aktiviertem Raytracing ändert sich an den Relationen nicht viel. Die GeForce RTX 3090 verliert in 2.560 × 1.440 im Durchschnitt 31 Prozent mit aktiviertem Raytracing, bei der GeForce RTX 3080 sind es 32 Prozent. Damit ist Nvidias neues Consumer-Flaggschiff bei der Messreihe 8 Prozent schneller als die GeForce RTX 3080. In Ultra HD sind es dann wieder die gewohnten 11 Prozent, flüssig wird die Wiedergabe auch auf einer GeForce RTX 3090 mit Raytracing aber nicht.

In den einzelnen Spielen zeigen sich in der Regel keine Besonderheiten zwischen der GeForce RTX 3080 und der GeForce RTX 3090, unabhängig davon ob Raytracing an- oder abgeschaltet ist. Einzig in Deliver Us The Moon ist auffällig, dass sich die GeForce RTX 3090 in allen Auflösungen kaum noch von der GeForce RTX 3080 bei den Perzentil-Absetzen kann, bei den Durchschnitts-FPS aber schon.

Auch bei den reinen Pathtracing-Spielen Minecraft RTX und Quake 2 RTX verhält sich die GeForce RTX 3090 genau gleich wie in den anderen Spielen. Die Grafikkarte ist damit knapp zweistellig bis einstellig schneller als die GeForce RTX 3080.

Benchmarks mit Nvidia DLSS inklusive Raytracing

Mit DLSS zeigt sich das gewohnte Verhalten einer GeForce RTX: die FPS steigen – je nach Titel ohne Qualitätsverlust – deutlich an. Weil mit dem KI-Upsampling allerdings die interne Auflösung reduziert wird, fällt der Abstand zur GeForce RTX 3080 geringer aus. So ist die GeForce RTX 3090 in der Testreihe nur 6 Prozent schneller als das kleinere Modell.

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