Roto VR Chair: Selbstdrehender VR-Stuhl ist für 2.149 Euro lieferbar

David Pertzborn 83 Kommentare
Roto VR Chair: Selbstdrehender VR-Stuhl ist für 2.149 Euro lieferbar
Bild: Roto VR

Gut fünf Jahre nach der abgebrochenen Kickstarter-Kampagne bringt Roto VR den selbstdrehenden VR-Stuhl für 2.149 Euro nach Deutschland. Der motorisierte Stuhl sowie das Zubehör werden über Schenker Technologies verkauft. Die Kompatibilität mit aktuellen VR-Headsets wird jedoch erst voraussichtlich im Dezember nachgeliefert.

Mehr Immersion bei weniger Motion-Sickness

Der VR-Sitz soll laut Roto VR für mehr Immersion bei gleichzeitig weniger Simulatorkrankheit in VR-Erlebnissen sorgen, da die Sinneseindrücke der Augen mit der wahrgenommenen Bewegung im Raum besser übereinstimmen. Hierfür dreht sich der Roto VR Chair mit bis zu 22 Umdrehungen pro Minute mit den Kopfbewegungen des Nutzers mit – zumindest, solange das Gesamtgewicht aus Nutzer und VR-Headset die Marke von 120 Kilogramm nicht überschreitet. Ist das der Fall, sinkt die maximale Drehgeschwindigkeit auf 18 Umdrehungen pro Minute. Grundsätzlich ist der Stuhl jedoch laut Roto VR für bis zu 250 kg ausgelegt.

Per Kopfbewegung oder im Cockpit-Modus

Das Plattform-unabhängige VR-Accessoire nutzt einen eigenen Head-Tracker, der an der Seite der VR-Brille angebracht wird und die Bewegungen an den in der Basisplatte verbauten Motor weiterleitet. Auf diese Weise sollen sich sowohl mobile VR-Anwendungen per Smartphone als auch stationäre VR-Systeme mit dem VR-Sitz nutzen lassen. Im Cockpit-Modus soll sich der Stuhl passend zu den Bewegungen im Spiel bewegen und so die Illusion und Immersion besser aufrecht erhalten. Hierzu gibt es spezifisches Zubehör, mit dem sich beispielsweise Lenkräder oder HOTAS-Systeme an dem VR-Stuhl befestigen lassen.

Laufen mit Pedalen

Wie bei 360-Grad-Laufbändern soll sich die Steuerung der Laufbewegung bei Bedarf von der Blickrichtung entkoppeln lassen. Zwei in der Fußleiste des VR-Sitzes angebrachte „Berührungs-Pedale“ sollen angedeutete Schritte in die virtuelle Realität umsetzen. Die beiden „Pedale“ werden dem mit dem Stuhl verbundenen PC als eigenständiges HID-Eingabegerät gemeldet. Wie der Hersteller erläutert, entspricht die Funktionsweise der Pedale im Grunde genommen einer digitalen Zwei-Knöpfe-Maus, wobei das Antippen der linken Taste einen Schritt mit dem linken Fuß auslöst, analog dazu das gleichzeitige Drücken beider „Pedal“-Tasten mit dem Springen des virtuellen Avatars verknüpft werden kann.

Derzeit noch veraltete Anschlüsse

Ein großes Problem an langen Entwicklungszeiträumen und Kickstarter-Kampagnen wird bei den Anschlüssen des Roto VR Chair deutlich. Grundsätzlich erlaubt es der Stuhl, die Signale von und zum Headset intern weiterzuleiten und erlaubt somit trotz der Daten- und Stromversorgungskabel eine freie 360-Grad-Rotation. Dies passiert über austauschbare sogenannte Cable Magazines. Ausgelegt ist dieses System jedoch auf die erste Generation VR-Headsets (Oculus Rift und HTC Vive), die auf eine HDMI-Verbindung zwischen PC und VR-Headset setzt. Die neuere Generation setzt allerdings durchgängig auf DisplayPort. Somit ist der 2.149 Euro teure VR-Stuhl aktuell nur für Nutzer älterer Systeme geeignet. Wer aber noch auf ein älteres VR-System setzt, wird kaum über 2.000 Euro für Zubehör ausgeben wollen, und gerade Enthusiasten mit Flug- und Rennsimulatoren, für die der Stuhl durchaus interessant sein könnte, setzen hier auf neuere, hochauflösende VR-Headsets wie beispielsweise die kommende HP Reverb G2.

Die Kompatibilität mit neuen VR-Headsets soll angeblich bis Dezember durch neue Cable Magazines erfolgen. Die Preise und tatsächliche Verfügbarkeit kann aber noch nicht eingeschätzt werden. Verfügbar ist der Roto VR Chair im Onlineshop bestware.com von Schenker Technologies für 2.149 Euro.

Roto VR Cable Magazines
Roto VR Cable Magazines (Bild: Roto VR)