ThinkPad X1 Nano im Test: Leistung und Akkulaufzeiten

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Nicolas La Rocco
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Das ThinkPad X1 Nano wird ausschließlich mit einer Intel-Plattform auf Basis von Tiger Lake-UP4 angeboten. UP4 steht für das, was einmal die Y-Serie war, wie die Ankündigung von Tiger Lake zur IFA im September 2020 zeigt. Tiger Lake-UP3 sind die Prozessoren mit 15 bis 28 Watt TDP, die ehemals als U-Serie bezeichnet wurden, während Tiger Lake-UP4 mit 7 bis 15 Watt TDP spezifiziert ist. Im Testgerät kommt mit dem Core i7-1160G7 die größte CPU dieser UP4-Prozessorklasse zum Einsatz.

Lenovo bietet eine große Auswahl von Prozessoren für das ThinkPad X1 Nano an. Was genau angeboten wird, unterscheidet sich Lenovo-typisch je nach Bezugskanal, also etwa Lenovo selbst, Online-Händler und manchmal auch große Abnehmer wie Media-Saturn. Derzeit sind im deutschen Onlineshop von Lenovo zwei Modelle mit Core i5-1130G7 und Core i5-1140G7 zu finden, aber keines mit dem Core i7-1160G7 aus dem Testgerät. Ein Blick in den ComputerBase-Preisvergleich bringt Varianten mit Core i5-1130G7 und dem getesteten Core i7-1160G7 zum Vorschein, aber nicht mit Core i5-1140G7.

Das Testgerät entspricht der im regulären Online-Handel verfügbaren Variante 20UN002UGE für rund 2.000 Euro, die neben dem Core i7-1160G7 über 16 GB LPDDR4X-4267 (verlötet) und eine 512 GB große SSD im kompakten M.2-2242-Format verfügt, die über PCIe 3.0 x4 angebunden ist. Zur Ausstattung gehört außerdem das WWAN-Modul Fibocom L850-GL für bis zu LTE Cat. 9 mit maximal 450 Mbit/s im Downlink als Alternative zum verbauten Wi-Fi-6-Modul Intel AX201. Im weiteren Verlauf der Markteinführung des ThinkPad X1 Nano soll das Notebook zusätzlich mit einem für 5G (neben LTE) geeigneten WWAN-Modul angeboten werden.

Intel Core i7-1160G7 im Benchmark

Während die TDP (PL1) des Prozessors bei 15 Watt liegt, können nach Definition des hinterlegten PL2 kurzzeitig bis zu 40 Watt abgerufen werden. In der Praxis kommt dieses Limit allerdings weder in den Multi-Core- und erst recht nicht in den Single-Core-Tests zum Zug. Im Blender-Benchmark springt die CPU innerhalb der ersten Sekunden auf bis zu 36 Watt, nach 20 Sekunden sind es 30 Watt und nach 103 Sekunden noch 17 Watt. Letztlich pendelt sich der Prozessor bei 14 bis 18 Watt ein und orientiert sich damit an der TDP von 15 Watt. Diese Schwankungen des PL1 spiegeln sich letztlich im Takt- und Temperaturverlauf des Notebooks wider. In diesem Szenario liegt die Temperatur bei 68 bis 76 ℃, der eine Lüfter bleibt dabei mit einem leisen Rauschen relativ dezent im Hintergrund aktiv. Bei geringer Last bleibt das ThinkPad X1 Nano häufig komplett still.

Nur noch eine Stelle für Leistungsprofile

Das ThinkPad X1 Nano lagert die gesamte Leistungssteuerung in den Schieberegler der Taskleiste aus, anstatt eigene Lenovo-Anwendungen dafür vorauszusetzen und somit an verschiedenen Stellen des Betriebssystems unterschiedliche, sich gegenseitig überschreibende oder gar identische Stellschrauben zu schaffen. Das war bei Lenovo nicht immer so und ist in puncto Software die beste Veränderung am ThinkPad X1 Nano.

Standardmäßig läuft das ThinkPad X1 Nano mit dem Leistungsprofil „Bessere Leistung“ im Akku- und Netzbetrieb, mit dem auch alle Benchmarks durchgeführt wurden. Im Modus „Beste Leistung“ werden die anfänglichen 40 Watt für rund 50 statt 25 Sekunden gehalten, letztlich pendelt sich der Prozessor thermisch bedingt aber auf dem Niveau des Standardprofils ein. Im Modus für Akku-Effizienz wird mit 10 bis 7 Watt die Leistung deutlich zugunsten längerer Akkulaufzeiten zurückgefahren.

Von der Leistung her sortiert sich das ThinkPad X1 Nano in den Alltagsanwendungen exakt auf dem Niveau des Core i5-1135G7 aus dem Dynabook Portégé X30W-J-10H ein. Prozessoren aus der vorherigen Ice-Lake-Generation hält die CPU klar in Schach, der Core i7-1165G7 mit größerem TDP-Korsett im Schenker Vision 15 (Test) schneidet aber leicht besser ab. Eklatante Unterschiede sind jedoch erst am Flaggschiff Core i7-1185G7 aus dem Intel Whitebook festzustellen. Je nach Implementierung landet der Core i7-1160G7 in einer Klasse mit dem AMD Ryzen 5 4500U der Renoir-Familie.