Sony WF-1000XM4: Besseres ANC mit neuen Ear-Tips, Treibern und V1-SoC

Frank Hüber
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Sony WF-1000XM4: Besseres ANC mit neuen Ear-Tips, Treibern und V1-SoC
Bild: Sony

Die Sony WF-1000XM4 bringen nicht nur eine neue Form und ein kleineres Ladecase, sondern ein neues, integriertes SoC für eine schnellere Signalverarbeitung und leistungsfähigeres ANC. Zudem erben die kabellosen In-Ear-Kopfhörer Funktionen des Over-Ear-Kopfhörers WH-1000XM4.

Neuer 6-mm-Treiber und Hi-Res Audio

Der Audio-Treiber der WF-1000XM4 misst zwar wie beim WF-1000XM3 (Test) weiterhin 6 mm im Durchmesser, Sony spricht aber von mehreren Verbesserungen, sowohl beim Material als auch der Leistungsfähigkeit, unter anderem durch ein 20 Prozent größeres Magnetvolumen.

Bei den Audio-Codecs wird neben SBC auch Sonys LDAC und AAC geboten. Sony verspricht so auch High-Resolution Audio Wireless, wenn in der Headphones-Connect-App die Funktion „Priorität auf Klangqualität“ aktiviert und LDAC genutzt wird. Auch Sonys 360 Reality Audio wird vom WF-1000XM4 wieder unterstützt.

Ohrhörer mit neuer Form, Qi-Ladecase deutlich kleiner

Sowohl die Ohrhörer als auch das Ladecase verfügen über ein neues Design. Die Ohrhörer konnten verkleinert werden, da der neue Prozessor, der V1, nun anders als der QN1e des Vorgängers alle Bestandteile wie den Bluetooth-Chip integriert hat, was einen deutlichen Größenvorteil im Vergleich zum Vorgänger zur Folge hat. Die Integration aller Audio-Bestandteile in das V1-SoC hat laut Sony aber auch positive Auswirkungen auf das Rauschverhalten und die Latenz der Signalverarbeitung. Eine möglichst kurze Latenz ist etwa bei der Geräuschunterdrückung wichtig, um eine optimale Abstimmung der Feed-Forward- und Feedback-Verarbeitung zu erzielen.

Das Ladecase habe insbesondere durch Verbesserungen beim Akku deutlich kleiner gestaltet werden können. Das mit Abmessungen von 42,6 × 103,0 × 24,5 mm große Ladecase des WF-1000XM3 konnte um circa 40 Prozent auf 40,0 × 67,0 × 30,0 mm verkleinert werden. Das Gewicht fällt von 77 auf 41 Gramm. Eine vollständige Aufladung der Ohrhörer dauert im Ladecase rund 1,5 Stunden. Über eine Schnellladefunktion steht nach 5 Minuten genug Akkuvermögen für eine weitere Stunde Musikwiedergabe zur Verfügung. Das Ladecase kann nun zudem auch drahtlos nach Qi-Standard aufgeladen werden.

Die Akkulaufzeit des WF-1000XM4 gibt Sony mit bis zu 8 Stunden bei aktiviertem ANC mit einer Akkuladung an – ohne ANC sollen bis zu 12 Stunden möglich sein. In Verbindung mit dem Ladecase erhöht sich die Akkulaufzeit auf 24 Stunden, womit sie in Summe identisch zum WF-1000XM3, wobei bei diesem die Ohrhörer bis zu 6 Stunden durchhielten – statt drei Mal lädt das Ladecase die Ohrhörer somit nur noch zwei Mal auf.

Das neue Modell ist nach IPX4 gegen Wasser geschützt, so dass Regen und Schweiß den Ohrhörern nichts anhaben kann.

Bluetooth 5.2 mit Fast und Swift Pair

Die Sony WF-1000XM4 setzen für die Funkverbindung auf Bluetooth 5.2, was insbesondere Verbesserungen bei der Reichweite zur Folge hat, wenn es vom Endgerät unterstützt wird. Bluetooth-Multi-Connect, auch Multipoint genannt, bieten die neuen kabellosen In-Ear-Kopfhörer von Sony jedoch nicht. Sie können demnach immer nur mit einem Endgerät gleichzeitig verbunden sein. Soll auf ein anderes Endgerät gewechselt werden, muss die aktive Verbindung getrennt werden, um ein anderes Gerät zu verbinden. Ein schneller Wechsel vom Tablet auf das Smartphone, etwa bei Anrufen, ist so nicht möglich. Unter Android wird auch Fast Pair und unter Windows Swift Pair geboten, so dass die WF-1000XM4 auf einem kompatiblen Android-Smartphone oder Windows-10-PC beim Öffnen des Ladecases für die Kopplung angeboten werden, ohne sich mit den Einstellungen auseinandersetzen zu müssen.

Für eine direkte Verbindung mit der PlayStation 5 sind die Sony WF-1000XM4 nicht ausgelegt.

Verbesserungen bei den Mikrofonen für ANC und Telefonie

Sony setzt drei Mikrofone pro Ohrhörer für die aktive Geräuschunterdrückung und Telefonie ein. Um eine geringere Windanfälligkeit zu erreichen, deaktivieren sich die äußeren ANC-Mikrofone (Feed-Forward) automatisch, wenn die Funktion „Automatische Windgeräuschunterdrückung“ in der App aktiviert ist und Wind erkannt wird. Um bei der Telefonie die Sprachqualität zu verbessern, setzt Sony zudem auf Knochenschallsensoren, deren Vorteil darin liegt, dass sie über Vibrationen nur die Stimme des Trägers erfassen, aber keine Umgebungsgeräusche. Durch das neue V1-SoC soll die Dämpfung der Umgebung bei aktiviertem ANC über alle Frequenzen hinweg verbessert worden sein.

Neue Ohreinsätze für weniger Lärm

Ein Aspekt, der dies unterstützt, sind neue Ear-Tips aus Polyurethan-Schaumstoff, die Sony in den Größen S, M und L mitliefert. Sie sollen nicht nur einen besseren Sitz gewährleisten, sondern auch weniger Geräusche an die Ohren des Trägers dringen lassen. Hierfür sind lauter kleine Luftblasen in den Ear-Tips eingeschlossen, die die Schallweiterleitung dämpfen sollen. Auf Memory-Foam setzt Sony dabei aber bewusst nicht.

In der Headphones-Connect-App von Sony gibt es nun zudem einen Test für den Sitz der Ohrhörer, bei dem über Testtöne geprüft wird, wie gut die Ohrhörer abdichten. Über die App kann auch die Touch-Steuerung angepasst werden.

Sony WF-1000XM4 Sony WF-1000XM3
Bluetooth-Standard: 5.2 5.0
Audio-Codecs: SBC, AAC, LDAC SBC, AAC
Bedienung: Touch
Akkulaufzeit der Ohrhörer: 12,0/8,0 (ANC) h 8,0/6,0 (ANC) h
Akkulaufzeit mit Ladecase: 24,0 h 32,0 h
Wireless Charging: Ja
ANC: Ja
Einzelnutzung: Ja
IP-Zertifizierung: IPX4 Keine
Gewicht je Ohrhörer / nur Ladecase: 7,3/41,0 g 8,6/77,0 g
USB-Ladeanschluss: USB-C
Abmessungen Ladecase: 40,00 × 67,00 × 30,00 mm 42,60 × 103,00 × 24,50 mm
Preis: ab 286 € ab 220 €

Redet der Nutzer, schweigt der Kopfhörer

Mit Speak-to-Chat hat der Sony WF-1000XM4 eine Funktion des WH-1000XM4 geerbt: Sobald der Nutzer spricht, pausieren die Ohrhörer die Musikwiedergabe und aktiviert den Transparenzmodus. Die Wiedergabe setzt 30 Sekunden nach dem letzten vom Träger gesprochenen Wort wieder ein, wobei die Zeitspanne in der App angepasst (15, 30 oder 60 Sekunden) oder ganz ausgeschaltet werden kann, so dass die Wiedergabe nicht von allein wieder einsetzt.

Auch der Quick-Attention-Modus ist auf dem WF-1000XM4 verfügbar. Wenn der Nutzer beispielsweise eine Durchsage hören oder kurz etwas sagen möchte, kann der Finger auf den linken Ohrhörer gelegt werden, um die Lautstärke zu verringern und Umgebungsgeräusche durchzulassen.

Adaptive Geräuschsteuerung und Auto-Pause/Play

Auch der WF-1000XM4 bietet nun die ortsbasierte adaptive Geräuschsteuerung, über die automatisch erkannt wird, wo sich der Nutzer befindet und was er gerade tut. Über die Funktion wird der jeweils passende Umgebungsgeräuschmodus auf Wunsch automatisch aktiviert. Die Funktion kann dabei auch Orte wie das Zuhause oder den Arbeitsplatz erkennen.

Über Näherungssensoren wird erkannt, ob ein Ohrhörer aus dem Ohr genommen wird. Dies deaktiviert die Musikwiedergabe. Wird der Ohrhörer wieder eingesetzt, wird auch die Musikwiedergabe automatisch fortgesetzt.

DSEE Extreme statt DSEE HX

Wie der Sony WH-1000XM4 (Test) ist der WF-1000XM4 mit der Funktion „DSEE Extreme“ („Digital Sound Enhancement Engine Extreme“) statt DSEE HX ausgestattet. Sie soll komprimierte Musikstücke um fehlende Informationen ergänzen, um den Klang zu verbessern. Bei komprimierten Musikdateien soll so in Echtzeit eine dynamische Erkennung von Instrumentierung, Musikstil und weiteren Eigenschaften erfolgen, um hohe Frequenzen wiederherzustellen. Die Funktion kann in der Headphones-Connect-App von Sony ein- und ausgeschaltet werden.

Google Assistant und Alexa rein per Sprache aktivierbar

Die Sprachassistenten Google Assistant und Amazon Alexa lassen sich mit den WF-1000XM4 rein per Sprache über das jeweilige Signalwort „Ok Google“ und „Alexa“ aktivieren. Auch Siri kann auf den neuen In-Ears genutzt werden, eine reine Sprachaktivierung ist bei Apples Sprachassistent aber nicht möglich. Hier muss auf die Touch-Steuerung zurückgegriffen werden.

In Kürze für 280 Euro erhältlich

Die Sony WF-1000XM4 sind in den Farben Schwarz und Weiß noch im Laufe des Monats Juni zu einer unverbindlichen Preisempfehlung von 279 Euro erhältlich.

ComputerBase hat Informationen zu diesem Artikel von Sony unter NDA erhalten. Die einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt.