AMD Cezanne im CPU-Test: Leistungsaufnahme, Effizienz, Temperatur und Overclocking

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Volker Rißka
273 Kommentare

ComputerBase hat die Leistungsaufnahme und die Temperaturentwicklung der neuen und alten Prozessoren in diversen Szenarien gemessen. Neben der Leistungsaufnahme im Leerlauf unter Windows 10, bei Teillast auf nur einem Kern/Thread (Cinebench R20 1T) und bei voller Last auf allen Kernen/Threads (Cinebench R20 xT) wurde das absolute Maximum in Prime95 („Small FFT“ inklusive AVX-Nutzung) ermittelt. Im Worst-Case-Szenario ist dabei auch die Leistungsaufnahme für das ganze System (das Netzteil ist stets ein Corsair RM750) protokolliert worden. Parallel dazu wurde die maximale Tctl-Temperatur der CPU-Kerne ausgelesen. Als Kühler kam jeweils ein Noctua NH-U14S mit zwei NF-A15-Lüftern zum Einsatz.

AMD Ryzen 5 5600G
AMD Ryzen 5 5600G

Leistungsaufnahme und Temperatur in Anwendungen

Im Leerlauf zeigen die neuen Cezanne-APUs, dass sie zur Familie Ryzen 5000 gehören. Auf gleichem B550-Board mit RTX 3080 liegt der Verbrauch unterhalb der klassischen CPUs, deren separater I/O-Die mit PCIe 4.0 für einen höheren Stromverbrauch sorgt. Denn Cezanne hat hier nach wie vor nur PCIe 3 – kompakt in einem Chip vereint, bringt es aber auch Vorteile.

Leistungsaufnahme – Leerlauf (Windows 10, komplettes System)
    • AMD Ryzen 7 5700G
      38
    • AMD Ryzen 5 5600G
      38
    • AMD Ryzen 5 3400G
      41
    • Intel Core i5-11400F (65/154 LT, 2933 G1)
      48
    • AMD Ryzen 3 4350G Pro
      49
    • Intel Core i5-11600K (125/250 LT)
      51
    • AMD Ryzen 7 5800X
      52
    • AMD Ryzen 5 5600X
      52
    • AMD Ryzen 9 5900X
      55
    • AMD Ryzen 7 3700X
      56
    • AMD Ryzen 9 3900X
      57
    • AMD Ryzen 7 3800X
      57
    • AMD Ryzen 5 3600X
      57
    • Intel Core i7-11700K (125/250 LT, 2933G1)
      65
    • Intel Core i7-11700 (65/224 LT, 2933G1)
      66
Einheit: Watt (W)

Diese Erkenntnis zieht sich durch alle Lastszenarien. Die APUs arbeiten in ihrem TDP-Rahmen, den vor allem der 5700G in fordernden Szenarien mit 88 Watt (TDP × Faktor 1,35) voll ausschöpft. Der Ryzen 5 5600G setzt maximal 73 Watt um.

Leistungsaufnahme
Leistungsaufnahme – maximale CPU Power
  • ermittelt mit HWiNFO bei Prime95 29.8 (Small FFTs max. Power/Heat):
    • AMD Ryzen 3 4350G Pro
      61
    • AMD Ryzen 5 3400G
      61
    • Intel Core i7-11700 (65/224 LT, 2933G1)
      65
      Peak 219 W, dann greift PL1
    • Intel Core i5-11400F (65/154 LT, 2933 G1)
      65
      Peak 153 W, dann greift PL1
    • AMD Ryzen 5 5600G
      73
    • AMD Ryzen 5 5600X
      76
    • AMD Ryzen 7 5700G
      88
    • AMD Ryzen 7 3700X
      90
    • AMD Ryzen 5 3600X
      115
    • Intel Core i5-11600K (125/250 LT)
      125
      Peak 182 W, dann greift PL1
    • Intel Core i7-11700K (125/250 LT, 2933G1)
      125
      Peak 243 W, dann greift PL1
    • AMD Ryzen 9 5900X
      130
      EDC von 140 A früher erreicht
    • AMD Ryzen 9 3900X
      131
    • AMD Ryzen 7 3800X
      141
Einheit: Watt (W)

Die relativ geringe Leistungsaufnahme sorgt bei den Temperaturen für keine Probleme, wenngleich AMD vor dem Beginn der Tests noch einmal allen Testern klar gemacht hat, wie die Temperaturen und Spannungen bei Ryzen 5000 inklusive der neuen APUs zu verstehen sind. 1,5 Volt Spannung ist in gewissen Szenarien genauso normal wie bis zu 95 °C Temperatur bei dem kleinen, mitgelieferten Stealth-Kühler. Mit riesigem Tower-Kühler und Doppellüfter sind unter 70 °C im Testsystem problemlos möglich.

Temperatur der CPUs
  • Tctl bei Prime95 29.8 (Small FFTs max. Power/Heat):
    • Intel Core i5-11400F (65/154 LT, 2933 G1)
      46,0
      Peak 74 Grad, dann greift PL1
    • Intel Core i7-11700 (65/224 LT, 2933G1)
      47,0
      Peak 82 Grad, dann greift PL1
    • Intel Core i5-11600K (125/250 LT)
      51,0
      Peak 62 Grad, dann greift PL1
    • AMD Ryzen 5 5600G
      60,0
    • AMD Ryzen 5 5600X
      64,0
    • AMD Ryzen 5 3400G
      64,5
    • Intel Core i7-11700K (125/250 LT, 2933G1)
      65,0
      Peak 92 Grad, dann greift PL1
    • AMD Ryzen 9 5900X
      68,0
    • AMD Ryzen 7 5700G
      68,0
    • AMD Ryzen 7 3700X
      69,5
    • AMD Ryzen 9 3900X
      71,5
    • AMD Ryzen 3 4350G Pro
      72,0
    • AMD Ryzen 5 3600X
      87,5
    • AMD Ryzen 7 5800X
      90,0
    • AMD Ryzen 7 3800X
      95,0
    • AMD Ryzen 9 5980HS
      96,0
    • AMD Ryzen 7 5800H
      96,0
Einheit: °C

Leistungsaufnahme in Spielen

In Spielen übernimmt traditionell die Grafikkarte die größte Last, dennoch muss auch die CPU mit Energie versorgt werden. Hier zeigen sich die beiden APUs ebenfalls sehr genügsam: Nur zwischen 50 und 60 Watt entfallen auf sie, während das Gesamtsystem schnell über 300 Watt verbraucht und hier das Gesamtbild zunehmend verschwimmt.

Diagramme
Leistungsaufnahme – F1 2020 (Package Power)
04080120160200Watt (W) 15101520253035404550556065707580859095100105110115120125130Sekunden

Übertakten von RAM, CPU und iGPU möglich

Die neue Generation der APUs steht auch in puncto Overclocking dem Vorgänger in nichts nach. Die Zen-3-Kerne arbeiten zwar mit einem intelligenten Turbo-Modus, dennoch lassen sie sich manuell übertakten. Und das klappt bei beiden Modellen, am besten wird parallel auch noch der Arbeitsspeicher übertaktet – ein einfaches Unterfangen.

Stabil waren beide CPUs mit All-Core-Last rund um 4,7 GHz zu betreiben. Mit etwas Feintuning waren auch 4,8 GHz möglich. Wird mehr Hand an einzelne Kerne und Abstufungen gelegt, können diese sogar mit über 5 GHz arbeiten. Einmal mehr zeigt die Ryzen-5000-Serie hier, dass sie die 5-GHz-Marke knacken kann. Das dürfte im Marketing vermutlich der nächste große Schachzug sein, wenn der Refresh ansteht, um nicht noch einmal bei 4,9 GHz stehen zu bleiben.

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