E2EE in iCloud: Apple entzieht sich Zugriff auf Safari-Lesezeichen

Frank Hüber
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E2EE in iCloud: Apple entzieht sich Zugriff auf Safari-Lesezeichen
Bild: Apple

Über iCloud lassen sich Lesezeichen aus Safari bereits seit geraumer Zeit zwischen verschiedenen Systemen von Apple synchronisieren, gleich ob diese mit macOS, iOS oder iPadOS betrieben werden. Von nun an erfolgt auch die Übertragung der Lesezeichen mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.

Alle Safari-Daten nun Ende-zu-Ende-verschlüsselt

Auf diese Weise hat niemand mit Ausnahme des Nutzers selbst Zugriff auf die in iCloud gespeicherten Lesezeichen, auch Apple nicht. Bislang, genauer gesagt seit iOS 13, bezog sich die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung über iCloud und Safari nur auf den Verlauf des Browsers und die iCloud Tabs, eine Funktion, mit der sich auf einem Apple-Gerät geöffnete Tabs auch auf einem anderen Gerät aufrufen lassen, wenn beide mit demselben iCloud-Account verbunden sind und die Synchronisierung aktiviert ist. Durch die neu hinzugekommene Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Lesezeichen sind nun alle über iCloud synchronisierten und gesicherten Daten derart verschlüsselt.

Zwei-Faktor-Authentifizierung und Passcode vorausgesetzt

Apple hat die Änderungen, die in einem Support-Dokument aufgeführt werden, mit dem Start von iOS und iPadOS 15 freigegeben, nennt aber keine detaillierten Voraussetzungen an Geräte und Betriebssystem-Versionen. Lediglich die Zwei-Faktor-Authentifizierung für die Apple ID und ein Passcode, Passwort, Face ID oder Touch ID für das Endgerät werden als generelle Voraussetzung genannt. Für einige, auch nicht näher spezifizierte Funktionen sei zudem mindestens iOS 13 Voraussetzung.

Es gibt weiterhin viele Ausnahmen

Alle iCloud-Daten sind dennoch weiterhin nicht verschlüsselt. Einerseits werden iCloud-Backups weiterhin nicht mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bedacht, andererseits fehlt sie bei der geräteübergreifenden Synchronisation von Kontakten, Erinnerungen, Kalendern, Notizen, Sprachaufzeichnungen, Fotos und Wallets. Diese Daten sind verschlüsselt in iCloud gespeichert, neben dem Nutzer hat aber auch Apple Zugriff. Apple strebt nach eigenen Angaben an, alle Daten Ende-zu-Ende-verschlüsseln, dem sollen aber auch Begehrlichkeiten von US-amerikanischen Strafverfolgungsbehörden im Wege stehen.

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