Pragmata im Test: Fazit

 5/5
Wolfgang Andermahr
80 Kommentare

Pragmata mit neuem Gameplay und bereits bewährter Technik

Mit Pragmata geht Capcom ein größeres Risiko ein: Das Gameplay ist ein wenig ungewöhnlich, darüber hinaus handelt es sich um eine neue IP. Bei der Technik geht man dagegen einen sicheren Weg. Die verbesserte RE-Engine hat erst vor wenigen Wochen in Resident Evil Requiem (Test) überzeugt und tut dies nun auch wieder in Pragmata. Es ist ein hübsches Spiel geworden, das auch bei gleicher Technik ziemlich unterschiedlich zu Resident Evil aussieht.

Pragmata setzt deutlich mehr auf Raytracing. Die Reflexionen sind essenziell für eine gute Grafik. Das hat zur Folge, dass die reine Rasterizer-Grafik qualitativ deutlich abfällt. Die Raytracing-Reflexionen sehen deutlich besser aus und sind zudem „stabil“. Wegwischen lassen sich diese nicht. Der Spiel-Denoiser ist zwar nicht sonderlich gut, manche Reflexionen rauschen sichtbar. Aber das Rauschen ist immer noch weniger als bei den Screenspace-Reflexionen bei Raster-Grafik. Dort ist der Effekt noch einmal deutlich ausgeprägter.

60 FPS mit Raytracing werden in Pragmata erreicht ab (Direkt zu den Benchmarks):
Nvidia AMD Intel
2.560 × 1.440 RTX 5060 Ti (16 GB)
RTX 4060 Ti (16 GB)
RX 9060 XT (16 GB)
RX 7700 XT
X
3.440 × 1.440 RTX 5060 Ti (16 GB)
RTX 4070
RX 9060 XT (16 GB)
RX 7700 XT
X
3.840 × 2.160 RTX 5070
RTX 4070
RX 9070
RX 7900 XT
X

Die Unterschiede zwischen Raster, Ray- und Pathtracing sind sehr groß

Der Fokus auf Reflexionen in der Spielgrafik hat zur Folge, dass es sich bei Pragmata um einen Benchmark für Pathtracing handelt. Denn mit Pathtracing steigt die Grafikqualität noch einmal deutlich an – mehr als in jedem anderen PT-Spiel bisher. Die Reflexionen sind deutlich detaillierter, werden auch bei größerer Sichtweite angezeigt und sind absolut stabil. Nur mit Pathtracing rauschen diese nicht, denn hier kommt Nvidias DLSS Ray Reconstruction zum Einsatz. Das funktioniert leider nur bei Pathtracing, bei Raytracing dagegen nicht. Und da AMDs konkurrierendes Ray Regeneration gänzlich nicht vorhanden ist, können RX-9000-Nutzer Pathtracing nicht einmal ausprobieren. Das sollte sich Capcom wirklich noch einmal überlegen.

Wer mehr über die Ray- und Pathtracing-Umsetzung in Pragmata und vorallem Details zur Technik als solches erfahren will, der ist übrigens im ComputerBase-Podcast dieser Woche perfekt aufgehoben:

Pragmata zeigt eine gute Performance. In Verbindung mit Upsampling können die meisten Grafikkarten sowohl die Rasterizer- als auch die Raytracing-Optik gut wiedergeben. DLSS 4, DLSS 4.5 und FSR Upscaling 4.1 haben zwar allesamt Probleme mit der Darstellung der Hologramme, sind davon abgesehen aber gut in Form. Und sollten auch genutzt werden. FSR Upscaling 3.1 ist wie gewohnt nicht im Ansatz konkurrenzfähig. Grafikkarten, die die modernen Upscaler nicht unterstützen, haben entsprechend ein Qualitätsproblem.

Pragmata im Test

GeForce und Radeon schneiden vergleichbar gut ab

AMD- und Nvidia-Grafikkarten sind dabei gleich schnell unterwegs, was sowohl für Rasterizer- als auch für Raytracing-Grafik gilt. Und allzu schnell muss das Modell auch nicht sein. Pragmata ist auch in höheren Auflösungen ziemlich hardwareschonend unterwegs.

Die Pathtracing-Optik benötigt erwartungsgemäß deutlich mehr GPU-Power, Einsteiger-Grafikkarten sind dafür nicht geeignet. Doch auch wenn die Anforderungen hoch sind, im Vergleich zu anderen Pathtracing-Spielen sind sie eher moderat. Je nach Testszene kann die Performance zwischen RTX 4000 und RTX 5000 zudem zu Gunsten letzterer ausschlagen. Das ist in Resident Evil Requiem mit derselben Engine bereits passiert und nun schon wieder. Das ist ungewöhnlich. Es wird sich zeigen müssen, ob dies ein Treiberupdate wird ändern können.

Die PC-Version von Pragmata hat im Test einen guten Eindruck hinterlassen. Nicht nur bezüglich der Features, auch das Frame Pacing und die Stabilität sind gut. Wer sich das Spiel anschaffen möchte, kann dies bedenkenlos für den PC tun.

Meinung von Wolfgang Andermahr
Wolfgang Andermahr

Hui, das hat Spaß gemacht! Pragmata sah für mich zwar immer interessant aus, dass das neue und etwas ungewöhnliche Gameplay aber so gut funktioniert und das restliche Spiel den Titel über die Spielzeit so gut tragen kann, hätte ich nicht gedacht. Sehr schön Capcom! Und auch die Technik weiß zu gefallen, mit Pathtracing sieht Pragmata richtig lecker aus. Mit einfachem Raytracing ist der genutzte Denoiser aber ein Ärgernis – was es zuletzt in Spielen häufiger gegeben hat. Ich hoffe, dass das nicht der neue Standard wird. Und wenn doch: Dann macht DLSS/FSR Ray Reconstruction zum Standard. So aber ist das weit weg von optimal.

Dass mit Pragmata dann das zweite Spiel mit RE-Engine in wenigen Wochen gewesen ist, in dem es auf RTX 4000 bei Pathtracing ungewöhnliche Performancewerte in der Testsequenz gegeben hat, hat mich schon genervt, denn für das ganze Spiel steht dieses Verhalten nicht. In dieser sehr fordernden Szene ist es aber nun einmal so.

Die technischen Merkmale
Pragmata Eigenschaften
Entwickler Capcom
Publisher Capcom
Engine RE-Engine
API DirectX 12
Nvidia Reflex
Nvidia Reflex 2 Nein
AMD Anti-Lag 2 Nein
Intel XeLL Nein
HDR
Widescreen (21:9) (Screenshot-Vergleich)
Kantenglättung TAA, TAA+FXAA
Temporales Upsampling
Nvidia DLSS Super Resolution ✓ (DLSS 4 im Spiel, DLSS 4.5 per Nvidia-App)
Nvidia DLSS Frame Generation
Nvidia DLSS Multi Frame Generation ✓ (4×)
Nvidia DLSS Ray Reconstruction ✓ (nur mit Pathtracing)
AMD FSR Upscaling ✓ (4.0.3 im Spiel, FSR 4.1 per AMD-App)
AMD FSR Frame Generation ✓ (4.0 im Spiel)
AMD FSR Ray Regeneration Nein
Intel XeSS Super Resolution Nein
Intel XeSS Frame Generation Nein
Native Auflösung + Upsampling ✓ (DLAA, kein FSR Native!)
Manuelles Nachschärfen Nein
Direkt zur Upsampling-Analyse
Raytracing
Globale Beleuchtung
Reflexionen
Schatten
Umgebungsverdeckung
Pathtracing
Direkt zur Raytracing-Analyse
Direkt zur Pathtracing-Analyse
60 FPS im Benchmark ab (mit DLSS/FSR)
WQHD RTX 5060 Ti (16 GB) / RTX 4060 Ti (16 GB) / RX 9060 XT (16 GB) / RX 7700 XT
UWQHD RTX 5060 Ti (16 GB) / RTX 4070 / RX 9060 XT (16 GB) / RX 7700 XT
UHD RTX 5070 / RTX 4070 / RX 9070 / RX 7900 XT
Direkt zu den Benchmarks
Release-Datum 17. April 2026
Preis zum Release 60 Euro
70 Euro (Deluxe Edition)

ComputerBase hat Pragmata vom Publisher Capcom zum Testen erhalten. Das Spiel wurde unter NDA zur Verfügung gestellt. Die einzige Vorgabe war der frühstmögliche Veröffentlichungszeitpunkt. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht.

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