Grafikkarten bis 300 Euro im Test: 8-GB-Probleme und Fazit
9/98 GB VRAM reichen nicht immer
Grafikkarten mit nur 8 GB VRAM können auch in Full HD in Probleme geraten. Das ist nicht neu, sondern seit Jahren bekannt. Die Folgen können ganz unterschiedlich ausfallen: Manchmal stockt das Spiel, ein anderes Mal bricht die Framerate deutlich ein – oder es gibt gleich eine Diashow. Ebenso ist es möglich, dass das Spiel automatisch die Texturqualität reduziert (oder Texturen gar nicht erst lädt), um die Performance halbwegs auf hohem Niveau zu halten. Das ist die Entscheidung der Engine beziehungsweise der Entwickler.
Je nach Intensität des Speichermangels fällt die reduzierte Texturqualität unterschiedlich stark auf. Mal sind nur kleine Objekte betroffen, was schnell übersehen werden kann. Mal sind es aber auch große Flächen, was leicht zu erkennen ist. Letzteres ist in der aktuellen RE-Engine der Fall, die in Resident Evil: Requiem und Pragmata eingesetzt wird.
Pragmata reagiert extrem auf Speichermangel und der tritt mit nur 8 GB VRAM auch in Full HD auf: Selbst mit maximal reduzierter Texturqualität sind 8 GB nicht ausreichend, solange die restlichen Grafikdetails auf dem Maximum stehen. Dafür wären viele der Low-End-Grafikkarten zwar schnell genug, es fehlt schlicht an VRAM.
In Folge dessen kann es passieren, dass Fahrzeuge teils keine runden, sondern eckige Reifen haben. Oder es gehen Fahrbahnmarkierungen verloren, andere sind nur noch teilweise sichtbar. Andere Oberflächen wiederum verlieren ihre Tiefendetails, sie wirken dann nur noch flach.
Fazit
Wer derzeit auf der Suche nach einer möglichst günstigen, aber dennoch aktuellen Gaming-Grafikkarte mit mindestens 8 GB VRAM ist, findet im Preisbereich von 250 bis 300 Euro die ersten echten Optionen am Markt. Unter 250 Euro wird es direkt noch einmal deutlich langsamer und vor allem auch älter.
RTX 5060 vs. RX 9060 XT 8 GB
Mit Blick auf die Benchmarkergebnisse, die Features und die konkreten Preise bleiben zwischen 250 und 300 Euro im Endeffekt zwei Modelle, zwischen denen man sich entscheiden sollte:
- die GeForce RTX 5060 (immer mit 8 GB) von Nvidia
- die Radeon RX 9060 XT in der 8-GB-Version von AMD
Beide Modelle sind für knapp 300 Euro allen anderen Kandidaten von Nvidia, AMD und auch Intel im Vergleich klar überlegen, den Aufpreis gegenüber den günstigsten Alternativen im Preisbereich ist das allemal wert (alle Preise Stand 18. Mai 2026).
Für das investierte Geld bekommt der Käufer in beiden Fällen eine ordentliche Rechenleistung für das Spielen in Full HD bei hohen Grafikeinstellungen und auch Raytracing ist immer mal wieder möglich.
Das Featureset ist auf beiden Modellen gut, Nvidia liegt mit DLSS 4.5 und dem RTX-Ökosystem schlussendlich aber vorne. AMD hat mit FSR Upscaling 4.1 und FSR Ray Regeneration in letzter Zeit jedoch aufgeholt. Bei der Energieeffizienz schneiden beide Grafikkarten gut ab.
Das gilt nicht für den Speicherausbau von 8 GB: Er ist selbst in Full HD nicht immer ausreichend groß bemessen, selbst reduzierte Texturdetails helfen im Jahr 2026 nicht immer aus. Das muss Käufern bewusst sein, denn es ist ein Problem. Allerdings gibt es zu diesem Preis keine Grafikkarte mit mehr Speicher, die nicht zugleich andere, schwerwiegendere Probleme hat.
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AMD Radeon RX 9060 XT 8 GB
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AMD Radeon RX 7600
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Intel Arc B580
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Nvidia GeForce RTX 5060
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Nvidia GeForce RTX 4060
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Nvidia GeForce RTX 5050
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Nvidia GeForce RTX 3060 12 GB
Also wie sieht es nun konkret bei den anderen Modellen im Vergleich aus?
Die Konkurrenz analysiert
Die GeForce RTX 4060 ist schon spürbar langsamer als die RTX 5060, im Vergleich zum Launch der RTX 5060 ist die Lücke inzwischen deutlich größer – hier hat es offenbar Verbesserungen im Treiber gegeben. Kaufen lässt sich die Grafikkarte aber ohnehin nicht mehr. Die GeForce RTX 5050 ist vergleichbar schnell wie die RTX 4060, kostet aber nur einige Euro weniger als die RTX 5060: Das lohnt sich nicht.
Ähnliche Probleme haben Radeon RX 7600 und Arc B580, die beide mit rund 250 Euro auch nur etwas günstiger sind. Und das macht die Nachteile bei weitem nicht wieder wett: Die Radeon RX 7600 ist spürbar langsamer als GeForce RTX 5060 und Radeon RX 9060 XT, bietet weniger Features (auch wenn im Juli FSR 4.1 folgt) und hat nochmal deutlich mehr mit den 8 GB an VRAM zu kämpfen. Auch ist Raytracing mit der RDNA-3-GPU nur in der Theorie, nicht aber in der Praxis möglich. Die Einbußen sind aus Sicht der Redaktion viel zu groß für die gesparten 50 Euro.
Die Arc B580 ist in etwas so schnell wie die GeForce RTX 4060 ohne Raytracing und mit den Strahlen sogar etwas schneller – 12 GB VRAM sei dank. Letzterer ist zweifelsohne ein ordentlicher Vorteil für die Intel-Grafikkarte. Aber eben leider auch der einzige.
Davon abgesehen ist die Grafikkarte langsamer als RTX 5060 sowie RX 9060 XT und bietet weniger Features. Und auch wenn Intel bei den Treibern deutlich aufgeholt hat, macht Arc regelmäßig die meisten Probleme im Test neuer AAA-Titel.
Auch der GeForce RTX 3060 bringen die 12 GB Speicher wenig. Ja, in zwei Raytracing-Titeln im Test sowie in Pragmata hat die Grafikkarte ihre Sternstunden. In allen anderen Spielen schaut es dagegen düster für das alte Modell aus. Die Performance ist deutlich geringer, die Energieeffizienz ist schlechter und bei den Features zeigt sich ein zweischneidiges Schwert: DLSS 4.5 ist zwar verfügbar, kostet aber mehr Performance.
Falls Nvidia wirklich plant, die RTX 3060 neu aufzulegen, kann das nur über den Preis funktionieren: Denn wenn die RTX 5060 300 Euro kostet, ist die RTX 3060 auch mit 12 GB VRAM höchstens 200 Euro wert. Und so günstig wird eine potenzielle Neuauflage vermutlich nicht werden.
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