Wildcat Lake im Test: Akkulaufzeiten und Fazit
3/3Akkulaufzeit
Die Batterie des Chuwi UniBook weist mit 53 Wh zwar nur eine mittelgroße Kapazität auf, da die verbauten Komponenten aber relativ stromsparend und nicht so leistungsstark sind, geht die Rechnung auf: Bei der Office-Nutzung wurde eine Laufzeit von über 11 Stunden erreicht. Das MacBook Neo hielt mit kleinerem 37-Wh-Akku, aber höher auflösendem Display nur sieben Stunden durch (40 Prozent weniger Laufzeit bei 30 Prozent weniger Kapazität).
Beim YouTube-Streaming in 4K30 ging es knapper zu. Elfeinhalb gegenüber knapp zehn Stunden lautet das Ergebnis. Der Apple A18 scheint in diesem Szenario noch deutlich sparsamer zu agieren als der Core 3 304.
Chuwi legt dem Laptop standardmäßig weiterhin ein Netzteil bei, nachdem zuletzt viele Hersteller den Weg ohne Netzteil gegangen sind. Das moderne Netzteil liefert via USB-C-Anschluss 65 Watt und ist mehr als ausreichend dimensioniert. Dank Schnellladung erreicht der Akku bis zu 60 Prozent Kapazität in einer Stunde.
Fazit
Was leistet das Chuwi UniBook 304 mit Intel Core 3 304 zum aktuellen Aktionspreis von 419 Euro (Rabatt-Code: CB30)? Rein bezogen auf die Leistung im wahrsten Sinne des Wortes wenig, aber bezogen auf das Gesamtpaket doch überraschend viel. Das gilt auch, wenn man bedenkt, dass andere Wildcat-Lake-Systeme eher Richtung 1.000 Euro gehen werden.
Sofern die auf einen der fünf größeren Core 300 mit zwei P-Cores und zwei Xe-Shader-Clustern setzen, wird zwar hoffentlich auch die Leistung höher ausfallen. Denn mit nur einem P-Core und einem Xe-Cluster ist der Core 3 304 wirklich langsam unterwegs. Aber auch ein Dell 14S wird in der Basis nur mit 8 GB RAM kommen – mit den aufgezeigten Problemen unter Windows 11. Da lohnt eventuell dann doch auch wieder der Blick auf ältere Systeme, wenngleich die Zeit für „günstige Restposten mit mehr Speicher“ gerade die falsche ist.
Dem Chuwi UniBook 304 kann man für 419 Euro am Ende die Leistung kaum ankreiden. Man muss nur darauf hinweisen, was man bekommt, wenn man im September 2026 derart wenig Geld für ein neues Notebook ausgibt, das in vielen anderen Punkten sogar überzeugen kann.
Ein schlichtes Design mit A- und C-Cover aus eloxiertem Aluminium und vielen Anschlüssen sieht man in der Liga eher selten, auch das 14-Zoll-Display mit 1.200p-Auflösung macht einen soliden Job. Denn auch wenn 300 Nits zu dunkel zum Arbeiten im Freien bei Sonnenschein und 60 % sRGB-Abdeckung zu wenig zum ernsthaften Bildbearbeiten sind, gibt es in diesem Preissegment in der 14-Zoll-Klasse nichts Vergleichbares. Die Akkulaufzeiten sind gut, die Tastatur geht in Ordnung, das Touchpad eigentlich nicht und hinter dem Service steht mindestens ein Fragezeichen. Doch schon wieder steht es im Raum: das Preisargument.
In Summe liefert das Chuwi UniBook 304 mit Core 3 304 zum aktuellen Preis und mit Blick auf das Konkurrenzangebot ab. Wer derart wenig zahlt, muss mit Einschränkungen leben, aber sie stehen in diesem Fall nicht im Kontrast zum Preis. Teurere Systeme mit Core 300 Wildcat Lake müssen das jetzt auch noch beweisen, wenngleich sie neben schnelleren Prozessoren der Serie auch weitere Argumente wie ein besseres Display oder Touchpad in die Waagschale werfen können werden.
Und was ist mit dem UniBook 304 als MacBook-Neo-Killer, so wie es der Hersteller sieht? Nun, im Endeffekt stellt sich die Frage auch dieses Mal nicht, denn Windows und macOS und die dahinterstehenden Ökosysteme waren, sind und bleiben nur schwer direkt miteinander zu vergleichen. Das fällt auch an Chuwis eigener Vergleichstabelle (mit fehlerhafter Angabe zum Farbraum) wieder einmal auf, die Dinge vergleicht, die kaum zu vergleichen und erst recht nicht objektiv als „besser“ oder „schlechter“ zu bewerten sind.
Unabhängig davon liefert das Neo das viel hochwertigere Chassis (mit weniger Anschlüssen), ein helleres (500 Nits), höher auflösendes, wenn auch kleineres Display sowie mehr Leistung und ein Betriebssystem, das mit 8 GB nicht jederzeit, aber im Alltag definitiv länger problemlos läuft. Zum Preis von aktuell ab 689 Euro ist das Neo aber auch mehr als 50 Prozent teurer.
Letztlich adressieren Chuwi UniBook und Apple MacBook Neo einen anderen Markt: Wer nur 419 Euro ausgeben und dafür viel Notebook erhalten will, der wird beim Chuwi UniBook fündig. Wer knapp 700 Euro übrig hat und die Vorzüge (und gegebenen Einschränkungen) des Apple MacBook Neo zu schätzen weiß, erhält in diesem Modell das bessere System.
ComputerBase wurde das UniBook 304 von Chuwi leihweise zum Testen zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme der Hersteller auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Es gab kein NDA.
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