Intel Core Ultra 5 225F & 235 im Test: Benchmarks in Anwendungen
3/7In den Anwendungstests wird das gleiche System genutzt wie in Spielen. Einzige Änderung: die Nvidia GeForce RTX 5090 wird gegen eine RTX 4060 getauscht. Erstere ist für viele andere Tests in der Redaktion weiterhin heißbegehrt, zweitens reicht für Anwendungen einfach auch die kleinere GPU völlig aus, da keine Grafikleistung gefordert wird. Da dies auf jeder Plattform so gemacht wird, sind die Ergebnisse auch weiterhin komplett vergleichbar.
Mit dabei für den Vergleich der beiden Neulinge Intel Core Ultra 5 225F und 235 sind sowohl als Vorgänger vor allem aber als preislich sehr günstige Alternative der Intel Core i5-12600K und 14400F ebenfalls noch einmal neu getestet worden.
- Windows 11 24H2 mit Februar-2025-Updates (Build 33xx)
- Letztes Microcode-Update für Core-CPUs der 13. und 14. Gen veröffentlicht. (Details) und Arrow-Lake-Prozessoren
- Nvidia GeForce RTX 4060 für alle Systeme
- Alle Anwendungen aktualisiert
Aus Zeitgründen konnten noch nicht alle CPUs, die zuletzt im Parcours waren, erneut getestet werden. Die Liste der CPUs wird in den kommenden Wochen erweitert, weitere Tests mit dann auch entsprechend den passenden Vorgängern sind bereits in Planung.
ComputerBase verfolgt seit Jahren den Testansatz, neue Hardware entsprechend zu fordern und auch an ihre Grenzen zu bringen – und dies auch zu zeigen. Dabei wurden über Jahre Verfahren und Herangehensweisen entwickelt und entsprechend verfolgt, sowie Dinge so angegangen, wie sie letztlich eher der Realität entsprechen, wenngleich sie nicht 1:1 aus dem Handbuch der Hersteller oder der Spezifikation entstammen.
Zum Beispiel sind das die DRAM-Einstellungen: hier wird nicht nach strengster JEDEC-Spec mit zugrunde liegenden ziemlich schlechten Timings getestet, wohl aber nach offiziell abgesegnetem Maximaltakt. Ein Auge zugedrückt wird in dem Fall auch bei Grenzfällen, die letztlich aber primär der Kompatibilität dienen: Für Arrow Lake segnet Intel beispielsweise neuen CUDIMM nur auf Boards mit zwei DIMM-Slots für den höchsten Speichertakt ab. Nun könnte das Testsystem auf exakt eines dieser Boards umgestellt werden, oder aber schlichtweg ein ganz normales Board genutzt werden und hier entsprechend das Auge zugedrückt werden – es läuft eben problemlos auch dort und kein Kunde wird seinen Speicher deshalb einbremsen, zumal der Hersteller auf der anderen Seite ja auch direkt mit Speicher-OC jenseits der 10.000-MT/s-Marke wirbt.
Das Thema der Spezifikationen betrifft auch oder vor allem die Powerlimits bei Prozessoren. Ohne Turbo-Modi und entsprechend hohe Leistungsaufnahme geht dort heute nichts mehr. Hier gab es im Jahr 2024 viel Aufmerksamkeit für Intel und neue Basis-Power-Profile, nachdem ursprünglich der Verdacht bestand, die hohe Leistungsaufnahme sei Schuld für das Sterben der CPUs der 13. und 14. Generation. Dies war aber nicht der Fall, der Blick in die Spezifikationen Anfang 2025 zeigt so weiterhin ganz klar, dass noch immer offiziell 253/253 Watt bei K-CPUs und bei KS-CPUs auch 320/320 Watt vollständig von Intel abgesegnet sind. Da auch die Einstellungen auf Mainboards in dem Defaults-Laden-Profil exakt so aussehen, wird die Redaktion hier keine grundlegend andere Einstellung vornehmen und die CPUs künstlich einbremsen – es entspricht schlichtweg wieder nicht der Realität. Auch Intels Konkurrent AMD testet die Intel-CPUs entsprechend im „Performance/Extreme“-Profil, in dem PL1=PL2 ist.
Bei AMD-CPUs ist die Herangehensweise bei den Powerprofilen eine andere. Auch hier gibt es eine TDP und eine Oberrenze, die PPT. Die TDP existiert aber auch hier wie Intels PL1-Wert gern nur auf dem Papier, im Alltag ist die PPT die begrenzende Größe – und liegt so im Test auch als Maximum auch an. Hier wird stets dieser PPT-Wert als maximales Limit ausgewählt und von den CPUs in der Regel auch gefordert.
Getestet wurde auf einem aktuellen Windows 11 24H2 inklusive der im Februar verfügbaren Updates (Build 26100.3321). Alle Plattformen liefen mit den letzten BIOS-Updates, Intel also inklusive letztem „Anti-Aging“ Microcode 0x12B und AMD inklusive 1.2.0.3a Patch A.
- LGA 1851: Asus ROG Maximus Z890 Hero, BIOS 1501
- LGA 1700: Asus ROG Maximus Z790 Dark Hero, BIOS 1801
- AM5: Asus ROG Crosshair X870E Hero BIOS 1202
- AM4: Asus ROG Strix B550-E Gaming, BIOS 3610
Für die verwendete GeForce RTX 5090 kam der Treiber GeForce 572.42, bei AMD Chipsatztreiber 7.01.08.129 zum Einsatz. PCIe Resizable BAR (rBAR/SAM) war aktiv.
Um Probleme mit dem Chipsatztreiber zu vermeiden, wurden bei AMD verschiedene Systeme aufgesetzt: für 9950X3D + 9900X3D, für 9800X3D, für 7800X3D + 7600X3D, 5800X3D und 9950X + 9900X. Laut offiziellem AMD-Tenor hat der Hersteller aber bestimmte Probleme im Zusammenspiel mit einem Wechsel von einem auf zwei CCDs und zurück behoben, Windows sollte nun immer wie bei einer Neuinstallation reagieren. Darauf verlassen wollte sich die Redaktion zum Test aber nicht, deshalb der bekannte Weg.
Die Windows-Sicherheits-Features Core Isolation (Kernintegrität) und Memory Integrity (Speicherintegrität, Hypervisor-Protected Code Integrity (HVCI)) waren auch dieses Mal aktiv – auf den genutzten Plattformen sind sie es mit geladenen BIOS-Defaults ab Werk ohnehin. Insbesondere HVCI kostet im CPU-Limit in Spielen teilweise zweistellig an Leistung. Darauf zu achten, ist essenziell. Nach jedem CPU-Wechsel wurde penibel darauf geachtet, dass alle Voraussetzungen für die Nutzung der Features weiterhin vorlagen.
Das Energieprofil unter Windows lautete für alle Prozessoren „Beste Leistung“. Getestet wurde in 720p um den Fokus auf die CPU zu legen.
Die alten Intel-CPUs wurden mit den „Intel Default Settings“ und dem Performance-Power-Profile getestet, das heißt die maximale Leistungsaufnahme durfte die offiziell festgelegte Obergrenze (zum Beispiel 285K: 250 Watt, 14900K: 253 Watt) nicht überschreiten und auch alle anderen Intel-Vorgaben bezüglich Temperaturen oder Stromstärken waren aktiv.
Auch für Core Ultra 200S wurden die Intel Default Settings sowie das Power Delivery Profil „Performance“ genutzt. Die Default-Einstellung des Mainboards (F5 laden) sorgt bei den großen K-CPUs dann für PL1=PL2 mit 250 Watt.
Multi-Core-Leistung
In Bereich der Anwendungsleistung zeigt sich der Unterschied zwischen Core Ultra 5 225F und 235 deutlich: die vier fehlenden E-Cores. Sie sorgen im Mittel für rund 20 Prozent Unterschied zwischen beiden, während sich der 245K kaum zehn Prozent vom 235 absetzen kann.
Auch gegenüber AMD passt die Leistung der neuen Core Ultra 5 quasi perfekt. Während der eine gegen den Ryzen 7 9700X antritt, übernimmt der andere den Ryzen 5 9600X. Es ist ein Duell auf Augenhöhe.
In den Einzeltests, die am Ende das Rating ausmachen, offenbaren sich die Stärken und Schwächen. Der größte Unterschied zwischen 225F und 235 ist in kurzen, aber heftigen Tests zu sehen – am besten unter 28 Sekunden, solange darf PL2 von 121 Watt anliegen. Hier können beide CPUs dann auch mal über 30 Prozent trennen. Dauern Anwendungen länger, werden beide von der TDP von 65 Watt eingebremst. In Handbrake ist dann ein 235 auch mal über 20 Prozent langsamer als ein 245K, der 225F braucht hier sogar 50 Prozent zusätzliche Zeit. Dies verdeutlicht den Unterschied, den Kerne, Takt und vor allem aber auch die dauerhaft bereitgestellte TDP als PL1 ausmacht.
Single-Core-Leistung
Bei Last auf nur einem Kern rücken die CPUs noch näher zusammen. Da alle Core Ultra 5 die gleichen Performance-Kerne nutzen und die TDP keine Rolle spielt, wird hier letztlich nur der Takt 1:1 umgesetzt. Da der mit jedem kleineren Modell etwas sinkt, sinkt auch die Leistung im Test.