Samsung Galaxy S26 Ultra im Test: Kamera, Akku, Laden und Fazit
3/3Samsung hält sich mit Kamera-Upgrades zurück
Die Kameras sind laut einer Statistik von Samsung zu zwei Dritteln kaufentscheidend für die Galaxy-S-Serie und somit das primäre Merkmal, warum Käufer zu dieser Reihe greifen. Umso mehr verwundert es, warum Samsung auch dieses Jahr vergleichsweise wenig daran verändert hat. Während Galaxy S26 und S26+ praktisch gänzlich leer ausgehen, gibt es für das Galaxy S26 Ultra zumindest zwei Anpassungen: eine offenere Anfangsblende für die Hauptkamera und das gleiche auch für das zweite Teleobjektiv.
Brennweiten von 13, 23, 69 und 115 mm
Das Paket aus vier Kameras, die Brennweiten von 13, 23, 69 und 115 mm abdecken, ist dennoch weiterhin konkurrenzfähig, wenngleich vor allem das 69-mm-Tele mit 10-Megapixel-Sensor sein Alter zeigt, da es seit dem Galaxy S21 Ultra zugegen ist.
Fotos mit dem Galaxy S26 Ultra aus Barcelona
Das Galaxy S26 Ultra wurde als primäres Smartphone während des Ende Februar bis Anfang März laufenden MWC in Spanien genutzt. Dementsprechend ließen sich die Kameras an zahlreichen Orten Barcelonas immer wieder ausgiebig testen, von morgens bis abends und damit auch unter verschiedensten Lichtbedingungen.
Zunächst einmal sticht wie beim Vorgänger die Flexibilität der insgesamt vier Linsen hervor. Es gibt nur selten Situationen, in denen man mit dem Galaxy S26 Ultra nicht die passende Brennweite zur Hand hat. Die Kameras punkten mit durch die Bank guten Ergebnissen, die sich zugleich aber allesamt nicht wirklich von einem Galaxy S25 Ultra absetzen, da sich dafür technisch zu wenig verändert hat. Detailgrad, Weißabgleich und Farben sind durchweg stimmig, der Dynamikumfang könnte aber besser ausfallen. Im Vergleich etwa zu den Pixel-Smartphones von Google hellt Samsung die Szene etwa zu stark auf und sorgt damit für überbelichtete Bildbereiche.
Kritik muss sich Samsung auch für die minimale Distanz zum Objekt beim Fokussieren gefallen lassen, die bei der Hauptkamera bei rund 20 cm liegt. Nutzt man sie im Nahbereich, sind das Resultat häufig unscharfe Fotos, weil das Smartphone schlichtweg nicht fokussieren kann. Das gilt mit einem Abstand von etwa 50 cm auch für das 115-mm-Teleobjektiv, das sich damit nur eingeschränkt als Makro-Teleobjektiv nutzen lässt.
Der Akku bleibt so gut wie letztes Jahr
Durch die Nutzung als Haupt-Smartphone zur Messe lässt sich auch zum Akku ein praxisnahes Fazit ziehen. Das Galaxy S26 Ultra kam nämlich von früh morgens bis in die Nacht zum Einsatz und wurde dabei auch umfangreich für Fotos und als Hotspot genutzt. Mit der Ausnahme von Spielen lag somit ein anspruchsvolles Benutzungsszenario mit durchweg hoher Belastung vor.
Zu Engpässen mit dem nach wie vor 5.000 mAh großen Akku kam es an keinem einzigen Tag, der während der für ComputerBase insgesamt fünf Tage laufenden Messe. Von etwa 7 Uhr morgens bis 23 Uhr abends waren selbst im schlimmsten Fall noch 15 Prozent Restkapazität vorhanden, meistens ließ sich der Tag aber sogar mit einem Viertel Restkapazität abschließen.
Akku-Benchmarks für YouTube und PCMark
Die Akku-Benchmarks für Streaming (YouTube) und produktive Nutzung (PCMark) bei jeweils 200 cd/m² untermauern diese Eindrücke aus dem Alltag. Mit knapp 29 Stunden fürs Streaming in 720p und 16:45 Stunden für den PCMark schneidet das Galaxy S26 Ultra durchweg gut ab. An die chinesische Konkurrenz wie das Oppo Find X9 Pro (Test) mit Silizium-Kohlenstoff-Batterie kommt Samsung mit den seit dem Galaxy S20 Ultra verbauten 5.000 mAh aber nicht heran. In diesem Punkt tritt Samsung auf der Stelle.
Schnelleres Laden mit 60 Watt
Immerhin lässt sich das Flaggschiff dieses Jahr mit 60 W statt 45 W laden. Mit dem passenden Netzteil*, das aber nicht zum Lieferumfang gehört, lässt sich ein leeres Galaxy S26 Ultra in einer Dreiviertelstunde vollständig aufladen. Die halbe Akkukapazität erreicht man mit 60 Watt hingegen schon nach einer Viertelstunde.
Fazit
Das Galaxy S26 Ultra stellt in erster Linie über den Bildschirm ein gelungenes Upgrade dar. Wer ein derartiges „Privacy Display“ benötigt, findet es ausschließlich bei Samsung. Diese Exklusivstellung kann somit – selbst für iPhone-Nutzer – ausschlaggebend für den erstmaligen Einstieg in die Galaxy-S-Serie oder aber für ein Upgrade von einem Vorgänger sein.
Das Display ist außerdem die einzige Veränderung gegenüber dem Vorgänger, von der man nicht unbedingt ausgegangen war. Der neue Qualcomm-Chip überzeugt mit sehr hoher Leistung, er stellt aber das übliche Upgrade von einer Generation auf die nächste dar.
In Bereichen wie Kamera und Batterie herrscht hingegen weitgehend Stillstand, auch wenn das Gebotene weiterhin von guter Qualität ist. Aber aus der Masse hervorsticht Samsung mit diesen Eigenschaften schon seit mehreren Generationen nicht mehr. Noch reicht die Ausstattung aber, um sich in der Android-Oberklasse über Wasser zu halten.
Das hat Samsung in erster Linie der nur eingeschränkt verfügbaren chinesischen Konkurrenz zu verdanken, die viele Flaggschiffe erst verspätet oder gar nicht nach Europa bringt. Sind sie dann aber wie das Oppo Find X9 Pro doch mal hierzulande verfügbar, wird deutlich, was technisch alles möglich ist. Während in Europa zumindest noch etwas Konkurrenzkampf herrscht, dürfte die mangelnde Innovationskraft vor allem auch dem US-Markt anzukreiden sein, wo sich Samsung ohne wirkliche Android-Konkurrenz ziemlich gemütlich mit kleinen Verbesserungen zurücklehnen kann. Was wäre wohl möglich, wenn man Oppo, Xiaomi und Co. auch in den USA erwerben könnte?
Diese Kritik soll nicht negieren, dass das Galaxy S26 Ultra ein gutes Smartphone geworden ist. Wer von einem Galaxy S22 oder S23 Ultra kommt, erhält mit dem neuen Modell ein grundsolides Upgrade. Zugleich bleibt aber der Eindruck, dass sich Samsung ein wenig auf den Lorbeeren der letzten Jahre ausruht. Zugleich sind – mit Ausnahme des 256-GB-Basismodells – alle Preise gestiegen, was die Tür für eine uneingeschränkte Kaufempfehlung weiter schließt. Deshalb bleibt das Galaxy S26 Ultra abschließend in erster Linie dann eine Empfehlung, wenn das neue Privacy Display an erster Stelle bei den Anforderungen steht.
- Effektives Privacy Display
- Reflexionen reduzierendes Glas
- Sehr gutes OLED-Panel
- Hohe CPU- und GPU-Leistung
- Sieben Jahre Software-Support
- Lange Akkulaufzeiten
- Schnelleres Laden
- Dünner und leichter als der Vorgänger
- Hochwertige Verarbeitung
- Schneller Fingerabdrucksensor
- Moderne Konnektivität (Wi-Fi 7, UWB)
- Geringfügige Kamera-Upgrades
- Seit Jahren gleich großer Akku
- Neue Vapor Chamber kaum mit Vorteil
ComputerBase wurde das Galaxy S26 Ultra leihweise von Samsung zum Testen zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Es gab kein NDA.
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