Google Fitbit Edge im Test: Fitnessarmband mit AMOLED, EKG, GPS und Health Coach
Googles neues Fitnessarmband, das Fitbit Edge, mit Display und GPS muss sich im Test gegen das Fitbit Air behaupten. Zahlreiche Gesundheits- und Fitnessfunktionen ersetzen teilweise eine Smartwatch und im Gegensatz zum Fitbit Air sieht man die Daten beim Training in Echtzeit am Handgelenk.
Das Fitbit Edge ist Googles neues Fitnessarmband. Zwischen der Smartwatch Pixel Watch 5 (Test), die den größten Funktionsumfang im größten Formfaktor exklusiv für Android bietet, und dem Fitbit Air, das als reiner Fitness-Tracker ohne Display auskommt und auch mit iOS kompatibel ist, startet das Fitbit Edge mit ovalem Display als Kombination beider Geräte sowohl für Android als auch iOS. Wir testen, ob Google das Beste aus beiden Geräten im Fitnessarmband vereint hat und welche Abstriche und Komfortgewinne jeweils einhergehen.
Neben einem AMOLED-Touchscreen bietet das Fitnessarmband zahlreiche Gesundheits- und Fitnessfunktionen, integriertes GPS, eine EKG-App und die Anbindung an den KI-gestützten Google Health Coach. Anders als die Pixel Watch 5 setzt das neue Fitnessarmband nicht auf Wear OS, sondern auf eine speziell für den Tracker entwickelte Benutzeroberfläche.
Im Mittelpunkt des Fitbit Edge stehen somit einerseits die kontinuierliche Erfassung von Gesundheitsdaten, die Aufzeichnung sportlicher Aktivitäten und deren Auswertung in der Google-Health-App, andererseits aber auch der ständige Zugriff auf diese über den Bildschirm und die Interaktion mit Benachrichtigungen und Inhalten über das Display des Armbands.
Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 179,99 Euro liegt das Fitbit Edge zwischen dem 99,99 Euro (UVP) teuren Fitbit Air und der Pixel Watch 5, die ab 419 Euro (UVP) angeboten wird. Das Fitbit Edge ist ab dem 27. Oktober erhältlich. Die Farbauswahl ist mit Obsidian, Olive, Canyon und Fog an die aktuellen Pixel-Smartphones angepasst. Auch das Aluminiumgehäuse ist in verschiedenen Farben verfügbar: Matt-Schwarz, Silber, Pyrite und Gold. Neben dem Sportarmband bietet Google zahlreiche andere Armbänder aus Stoff und Metall an, um das Fitbit Edge verschiedenen Anlässen anpassen zu können. Im Test kommt Satin Pyrite mit Sportarmband in Olive zum Einsatz. Im Lieferumfang befinden sich zwei unterschiedlich lange Silikonarmbänder mit Soft-Touch-Beschichtung. Die kleinere Variante eignet sich für einen Handgelenkumfang von 130 bis 170 mm, die größere für 170 bis 210 mm.
Gehäuse und Verarbeitung: Aluminium statt Kunststoff
Das Gehäuse des Fitbit Edge besteht aus Aluminium und misst 39,22 × 25,56 × 11,58 mm. Ohne Armband wiegt der Tracker 17,7 Gramm. Damit fällt das Gerät größer und schwerer aus als das Fitbit Air. Dessen Sensoreinheit misst 34,9 × 17,0 × 8,3 mm und bringt ohne Armband lediglich 5,2 Gramm auf die Waage. Die Pixel Watch 5 ist mit ihrem runden Gehäuse und einem Gewicht von 31 beziehungsweise 36,7 Gramm deutlich größer.
Die Verarbeitung des Fitbit Edge ist hervorragend. Der Übergang vom Display zum Gehäuse ist quasi nahtlos und scharfe Kanten gibt es keine. Die Taste bietet einen sehr guten Druckpunkt. Google schafft es zudem durch schwarze Hintergründe auf den Zifferblättern erneut, dass man keinen Übergang zwischen AMOLED-Display und Rand erkennt. Das erweckt den Eindruck, das Display belege die sichtbare Fläche vollständig. Erst wenn man das Gerät gegen das Licht hält oder durch Inhalte wischt, sieht man, dass der Rand sogar relativ breit ist und bei rund 3 bis 4 mm je Seite liegt.
Wechselbare Armbänder mit neuem Mechanismus
Für den Wechsel des Armbands nutzt Google einen anderen Mechanismus als bei der Pixel Watch, obwohl sich die Silikonarmbänder sehr ähneln. Anstatt neben dem Armband am seitlichen Rand die Arretierung herunterzudrücken und das Armband leicht zu drehen, wird dieses über kleine Laschen an der Unterseite des Fitbit Edge gelöst. Diese müssen auch nicht gedrückt, sondern nach außen gehebelt werden. Das funktioniert im Alltag sehr gut und ist ein durchdachter neuer Ansatz. Um neue Armbänder zu befestigen, werden diese einfach an den Tracker gedrückt. Dabei muss man darauf achten, so stark zu drücken, dass man ein Klicken hört. Erst dann ist das Armband eingerastet.
Das Fitbit Air trägt sich angenehmer
Trotz dieses gut gelösten Mechanismus kann das Fitbit Edge nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich das Fitbit Air im Alltag deutlich angenehmer trägt. Das liegt in erster Linie am Textilarmband des Fitbit Air, während das Fitbit Edge als Standard das Silikonarmband vorsieht. Subjektiv ist das Textilarmband viel angenehmer zu tragen, sorgt für weniger Hautirritationen, da man unter dem Band nicht schwitzt, und vermittelt auch ein leichteres Tragegefühl. Wer das Fitbit Edge wie vorgesehen rund um die Uhr tragen möchte, sollte über das optionale Textilarmband nachdenken, das allerdings 60 Euro extra kostet.
Denn neben den regulären Sportarmbändern bietet Google einige weitere Varianten aus Textil, Metall und Silikon an. Dazu gehören das Active-Sport-Armband, ein Textilarmband mit Klettverschluss, eine magnetische Ausführung sowie ein Gliederarmband aus Metall. Doch diese muss man eben zusätzlich erwerben und kann sie nicht schon beim Kauf als Standard wählen. Das macht sie unnötig teuer. Die fast schon obligatorische Möglichkeit, das Silikonarmband direkt beim Kauf gegen ein anderes Modell zu ersetzen, fehlt jedoch. Das ist schlecht gelöst.
Allerdings ist das Fitbit Air auch schmaler, dünner und leichter als das Fitbit Edge, was ebenfalls zum höheren Tragekomfort beiträgt.
Man kann auch beide tragen
Grundsätzlich ist es auch kein Problem, Fitbit Air und Fitbit Edge gleichzeitig oder abwechselnd zu tragen. Die Health-App führt die Daten beider Tracker zusammen und zeigt anschließend nur einen gemeinsamen Datensatz an, auf Wunsch kann man die Daten in der App aber auch nach dem jeweiligen Gerät filtern. In Verbindung mit einem Android-Smartphone funktioniert dies auch zusammen mit der Pixel Watch. Dadurch können verschiedene Geräte zu unterschiedlichen Tageszeiten oder für unterschiedliche Aktivitäten verwendet werden, ohne separate Gesundheitsverläufe führen zu müssen.
Fügt man die Pixel Watch allerdings auf einem Android-Smartphone hinzu und nutzt das Edge oder Air dann mit einem iPhone, taucht die Pixel Watch auch dort in den Einstellungen auf, ohne jedoch mit dem iPhone verbunden zu sein. Im Test führte diese Konstellation zu Synchronisationsproblemen und die Pixel Watch musste in Android aus der Health-App entfernt werden, um das Air und Edge wieder normal unter iOS nutzen zu können.
Außerdem musste im Test die iOS-Variante der Health-App immer wieder manuell geöffnet werden, damit die Daten vom Fitbit Edge (und/oder Air) auch mit Apple Health synchronisiert werden. Denn auch wenn eine Synchronisation in beide Richtungen möglich ist, findet diese nicht immer zeitnah statt, wenn die App geschlossen ist, weshalb unter Umständen aktuelle Daten etwa von der Nacht in Apple Health fehlen, bis man die Google-Health-App geöffnet hat. Eine Einschränkung, die vor allem an Apples App-Richtlinien zur Hintergrundaktivität liegt.
Die Technik: AMOLED, SoC und IP68
Das 1,34 Zoll große AMOLED-Display des Fitbit Edge bietet 46 Prozent mehr Anzeigefläche als beim Fitbit Charge 6. Details zur Auflösung nennt Google nicht, aber die Darstellung ist gestochen scharf. Dank der hohen Spitzenhelligkeit ist es auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut lesbar. Wie bei einer Smartwatch hat man beim Fitbit Edge die Wahl, ob das Display immer aktiviert sein soll (Always-on-Display) oder nur durch Drehen des Handgelenks oder Interaktion eingeschaltet werden soll.
Als Prozessor kommt der stromsparende Ambiq AP5 MCU zum Einsatz. Im Unterschied zur Pixel Watch 5, die einen Qualcomm Snapdragon W5 der zweiten Generation mit zusätzlichem Cortex-M55-Coprozessor verwendet, ist das Fitbit Edge so zwar weniger leistungsfähig, aber auf seinen Einsatzzweck als Fitnesstracker hin optimiert.
Der integrierte NOR-Flash-Speicher umfasst 64 MB. Google gibt an, dass das Fitbit Edge detaillierte Bewegungsdaten sieben Tage lang minutengenau speichert. Tagesgesamtwerte werden für 30 Tage vorgehalten. Herzfrequenzwerte werden in Intervallen von zwei Sekunden erfasst und gespeichert. Ein interner Speicher für Musikdateien oder die Installation zusätzlicher Apps steht nicht bereit.
Das Fitbit Edge ist nach IP68 gegen Staub und Wasser geschützt und für einen Wasserdruck von 5 ATM ausgelegt. Es auch beim Schwimmen zu tragen, ist somit kein Problem.
Kein Google Pay & verbessertes GPS
Google Pay unterstützt das Fitbit Edge nicht, da es kein NFC besitzt. Auch das bei der Pixel Watch 5 (Test) genutzte Post-Processing bei den GPS-Daten über Google Maps kommt beim Fitbit Edge nicht zum Einsatz. Während das Fitbit Edge zwar über einen neuen GPS-Chipsatz und verbesserte Antennen verfügt, jedoch weiterhin Single-Band-GPS nutzt, unterstützt die Pixel Watch 5 Dual-Band-GPS. In den Einstellungen des Fitbit Edge lässt sich auswählen, ob man das GPS des Armbands oder, sofern verbunden, das GPS des Smartphones nutzen möchte, um die Akkulaufzeit zu verlängern.
Darüber hinaus verfügt das Fitbit Edge über einen Höhenmesser, um diese Information beim Training aufzeichnen und bei der Auswertung berücksichtigen zu können.
| Kategorie | Google Fitbit Edge |
|---|---|
| Farben | Aluminiumgehäuse in Matte Black / Sportarmband in Obsidian Aluminiumgehäuse in Polished Silver / Sportarmband in Fog Aluminiumgehäuse in Satin Pyrite / Sportarmband in Olive Gehäuse in Champagne Gold / Sportarmband in Canyon Aluminiumgehäuse in Satin Pyrite / Stephen-Curry-Special-Edition-Armband |
| Armbandmaterialien und -oberflächen | Gehäuse: 100 % recyceltes Aluminium Sportarmband: Silikon mit Soft-Touch-Beschichtung Special-Edition-Stephen-Curry-Armband: Recyceltes Polyester mit wasserabweisender Beschichtung und Edelstahl-Anstößen sowie einer erhöhten Prägung auf der Innenseite für eine bessere Luftzirkulation |
| Abmessungen und Gewicht | 39,22 × 25,56 × 11,58 mm, 17,7 g (ohne Armband) |
| Display | 1,34 Zoll, Always-on-AMOLED-Display |
| Konnektivität | Bluetooth 5.4 |
| GPS | GPS, Galileo, GLONASS, BeiDou, QZSS |
| Kompatibilität | ab iOS 16.4 und Android 11 |
| Armbandgröße | Sportarmband: je ein kleines und ein großes Armband im Lieferumfang enthalten (klein: 130–170 mm, groß: 170–210 mm) Special-Edition-Stephen-Curry-Armband: 150–195 mm |
| Akku | 65 mAh bis zu 7 Tage Akkulaufzeit Ladegeschwindigkeit: etwa 90 Minuten 5 Minuten Ladezeit für eine Akkulaufzeit von etwa 1 Tag Akkugewicht: 1,35 g |
| Prozessor | Ambiq AP5 MCU |
| Bedienung | Touchscreen und mechanische Seitentaste |
| Speicher | 64 MB NOR-Flash-Arbeitsspeicher Beschleunigungsmesser: Speichert Bewegungsdaten für 7 Tage, Minute für Minute Speicherung der Tagesgesamtwerte der letzten 30 Tage Speicherung der Herzfrequenzwerte in 2-sekündigen Intervallen |
| Sensoren | Höhenmesser Gyroskop Rot- und Infrarot-Sensoren zur Messung der Sauerstoffsättigung (SpO2) Mit der EKG-App kompatible elektrische Mehrzwecksensoren Optischer Herzfrequenzsensor mittels Photoplethysmographie (PPG) Umgebungslichtsensor Fernfeld-Hauttemperatursensor |
| Fitnessfunktionen | Personalisierte Fitnesspläne mit Google Health Coach Trainingstracker mit mehr als 40 Trainingsmodi Live-Trainingsdaten auf dem Gerät und in der mobilen App Echtzeitanleitung mit Coach-Hinweisen am Handgelenk Automatische Aktivitätserkennung für über 40 Trainingsmodi Stockwerke und Höhenunterschiede tracken GPS-Tracking für Outdoor-Training Trainingsintensitäts-Karte in der Google-Health-App Zusammenfassung nach dem Training Cardio-Belastung Tagesform Schritte, Distanz und Tempo-Tracking Aktivzonenminuten VO2max 24/7-Herzfrequenzmessung & Ruheherzfrequenz Live-Herzfrequenz auf Trainingsgeräten |
| Gesundheitsfunktionen | Proaktive Einblicke in Gesundheit und Wohlbefinden mit dem Google Health Coach Erweiterte Schlafanalyse Monatliche Trends zur Insulinresistenz Monatliche Trends zum Blutdruck Tracking des Menstruationszyklus EKG-App VHF-Erkennung Benachrichtigungen bei unregelmäßiger Herzfrequenz Benachrichtigungen bei hoher/niedriger Herzfrequenz Hauttemperatursensor SpO2 |
| Funktionen | Smartphone-Benachrichtigungen Quick Replies auf Nachrichten Universal-Mediensteuerung mit Bluetooth-verbundenem Smartphone Wecker Timer |
| Schutzart | 5 ATM IP68 |
| Lieferumfang | Google-Fitbit-Edge-Tracker Sportarmband (klein und groß) USB‑C-Schnellladekabel Kurzanleitung |
Die Einrichtung: Google-Health-App für Android und iOS
Zur Einrichtung des Fitbit Edge wird ein Smartphone mit mindestens Android 11 oder iOS 16.4 benötigt. Es ist also – anders als die nur mit Android nutzbare Pixel Watch – sowohl mit Android als auch iOS kompatibel. Außerdem sind ein Google-Konto und die Google-Health-App erforderlich. Unter Android kann die Kopplung über Fast Pair gestartet werden. Alternativ erfolgt sie innerhalb der App über die Geräteverwaltung. Während der Ersteinrichtung muss das Fitbit Edge mit dem Ladegerät verbunden sein.
Die Google-Health-App unterteilt die Informationen in die Bereiche Heute, Fitness, Schlaf und Gesundheit. Auf der Startseite werden individuell ausgewählte Kennzahlen und aktuelle Hinweise des Google Health Coach angezeigt. Der Fitnessbereich enthält Trainingspläne, letzte Aktivitäten und Belastungsdaten. Im Schlafbereich werden die nächtlichen Aufzeichnungen dargestellt, während die Gesundheitsübersicht Vitalwerte, Trends und weitere Einträge zusammenfasst.
Google Health kann außerdem Daten aus unterstützten externen Anwendungen und Geräten zusammenführen. Dazu gehören je nach Integration auch Informationen zur Ernährung, zum Gewicht und zum Blutzucker. Über Bluetooth kann es auch direkt mit kompatiblen Sportgeräten verbunden werden, um die Herzfrequenz an diese zu senden.
Möchte man Funktionen des Health Guardians wie Trends bei Blutdruck und Insulinresistenz und Benachrichtigungen bei hoher oder niedriger Herzfrequenz nutzen, muss man diese in der App im Gesundheits-Tab einrichten.
Die Bedienung: Touch und Taste
Zur Bedienung dienen der Touchscreen und eine mechanische Seitentaste mit haptischem Feedback an der rechten Gehäuseseite. Mit einer horizontalen Wischbewegung wechselt man zwischen den Kacheln, während ein Wischen nach unten die Schnelleinstellungen und ein Wischen nach oben die Benachrichtigungen öffnet. Die Seitentaste öffnet vom Zifferblatt aus die App-Übersicht. Innerhalb einer Anwendung führt sie zurück zum Zifferblatt.
Die Watchfaces, Kacheln, Apps und Benachrichtigungen
Über die Google-Health-App lassen sich bis zu sechs Zifferblätter auf dem Edge hinterlegen. Farben und Komplikationen, etwa um Schritte oder die Herzfrequenz unmittelbar auf dem Zifferblatt anzuzeigen, können über die Health-App angepasst und dann mit dem Armband synchronisiert werden. Auf dem Edge selbst kann dann zwischen den Watchfaces gewechselt werden, indem man lange auf das Zifferblatt drückt oder die Schnelleinstellung wählt, anpassen lassen sie sich direkt auf dem Gerät aber nicht.
Zusätzlich stehen konfigurierbare Kacheln für Schnellstart (Fitness), Messwerte, Schlaf, Herz, Mediensteuerung, Timer, Wetter und den Menstruationszyklus bereit, die durch horizontales Wischen durchgeschaltet werden. Diese lassen sich über die Smartphone-App hinzufügen, entfernen und neu anordnen.
Als Apps bietet das Fitbit Edge Google Maps, EKG, Health, Medien, Stoppuhr, Timer, Training, Wecker und Wetter. Die EKG-App ist erst im Laufe des Testzeitraums freigegeben worden. Sie muss ebenso wie Google Maps über die Google-Health-App eingerichtet werden, bevor man sie auf dem Edge nutzen kann. Google Maps und Medien setzen zudem immer ein verbundenes Smartphone voraus, auf dem die entsprechende App ausgeführt wird. Um die Turn-by-Turn-Navigation auf dem Edge nutzen zu können, muss also die Zielführung auf dem Smartphone gestartet werden. Anschließend erscheinen die Richtungsangaben und Entfernungen auf dem Display des Edge. Allein mit dem Fitbit Edge am Handgelenk kann über Google Maps also nicht navigiert werden, da das Gerät keine App mit Offline-Karten bietet. Allerdings wird bei der Navigation auch Laufen und Radfahren unterstützt, wobei im Hintergrund automatisch das Training aufgezeichnet wird.
Über die Medien-App kann der Tracker die Wiedergabe auf dem Smartphone steuern. Dazu gehören Wiedergabe und Pause, Titelwechsel und Lautstärkeregelung. Die Musik muss aber auf dem verbundenen Smartphone abgespielt werden. Eine lokale Speicherung von Titeln auf dem Armband für die Offline-Wiedergabe ist nicht möglich.
Beim Wecker lässt sich die Option „Intelligenter Wecker“ aktivieren, direkt am Handgelenk. Diese Option führt dazu, dass das Fitbit Edge bis zu 30 Minuten vor der eingestellten Weckzeit zu vibrieren anfängt, wenn es anhand der Schlafphasen gerade eine optimale Weckzeit feststellt. Zusätzlich steht eine Schlummerfunktion mit einem Intervall von zehn Minuten zur Verfügung. Grundsätzlich handelt es sich beim Wecker auf dem Fitbit Edge um einen Vibrationswecker, da das Armband keinen Lautsprecher besitzt. Bis zu acht Wecker lassen sich auf dem Edge einstellen – bei wem die Wecker-App normalerweise zum Doomscrolling einlädt, der muss sich also zügeln.
Benachrichtigungen eines verbundenen Smartphones werden auf dem Bildschirm des Edge angezeigt. Unter Android lassen sich Nachrichten mit vordefinierten Kurzantworten beantworten. Unter iOS steht dies nicht zur Verfügung. Zudem werden in Verbindung mit einem Android-Smartphone sofort alle Benachrichtigungen gespiegelt. Unter iOS müssen die Benachrichtigungen der einzelnen Apps hingegen separat in der Health-App auf dem iPhone freigegeben werden, was vor allem anfänglich für Verwunderung sorgt, warum keinerlei Benachrichtigung angezeigt wird. Umständlich ist dies auch deshalb, da eine Benachrichtigung für eine App erst dann aktiviert werden kann, wenn die App erstmalig auf dem iPhone eine Benachrichtigung ausgelöst hat. Deshalb muss man in den ersten Tagen immer wieder manuell die Benachrichtigungen in der Health-App prüfen und einzeln aktivieren. Wie bei Drittanbieter-Geräten in Verbindung mit iOS üblich, zeigt auch das Fitbit Edge zu den Benachrichtigungen keine Bilder an.
Auch eingehende Anrufe können über das Fitbit Edge am Handgelenk angenommen oder abgelehnt werden. Da das Armband aber weder Mikrofon noch Lautsprecher besitzt, muss der eigentliche Anruf dann über das Smartphone oder die damit verbundenen Kopfhörer geführt werden.
Die Benutzeroberfläche greift damit mehrere Bedienkonzepte der Pixel Watch auf. Im Unterschied zur Smartwatch ist der Umfang jedoch auf eine festgelegte Auswahl von Apps und Funktionen beschränkt.
Die Akkulaufzeit: (K)eine Woche
Google nennt für das Fitbit Edge mit 65-mAh-Akku eine Akkulaufzeit von bis zu einer Woche, womit diese trotz Display identisch zum Fitbit Air ausfallen soll. Allerdings gilt dies nur, wenn das Always-on-Display deaktiviert ist. Ist es aktiviert, spricht Google nur noch von bis zu zwei Tagen Akkulaufzeit. In nur 5 Minuten soll ausreichend Energie nachgeladen sein, damit das Fitnessarmband wieder bis zu einen Tag durchhält.
Als USB-C-Ladegerät kommt der gleiche Ladeadapter wie beim Fitbit Air zum Einsatz, der sich magnetisch an die Rückseite des Edge dockt und mit Pins verbindet. Das vollständige Aufladen des Fitbit Edge dauert im Test etwas über 1,5 Stunden.
Auch im Test bestätigt sich, welchen enormen Einfluss das Always-on-Display auf die Akkulaufzeit hat. Mit aktiviertem Always-on-Display erreichen wir im Test eine Akkulaufzeit von rund 2,5 Tagen, bevor das Fitbit Edge zwingend geladen werden muss. Ohne Always-on-Display konnten 6,5 Tage erzielt werden. Die Akkulaufzeit hängt dabei aber stark von der Bildschirmnutzung, GPS-Aufzeichnungen und der Häufigkeit von Benachrichtigungen ab. Genauso wie sich so beispielsweise manchmal nur 5 Tage erreichen lassen, sind mitunter 8 Tage möglich.
Bei einer Akkulaufzeit von weniger als einem Tag beziehungsweise von unter 20 Prozent erhält man eine Benachrichtigung auf dem Smartphone und das Edge vibriert, um auf den schwachen Akku aufmerksam zu machen.
Akku lässt sich austauschen
Sollte der Akku in seiner Laufzeit erheblich nachlassen oder einen Defekt aufweisen, ermöglicht Google beim Fitbit Edge wie bei der Pixel Watch einen leichten Austausch des Akkus, ohne gleich das ganze Fitnessarmband auswechseln zu müssen. Vier Schrauben sitzen wie bei der Smartwatch unter den Befestigungspunkten für das Armband. Über sie lässt sich das Gehäuse öffnen und der Akku tauschen.
Die Gesundheitsfunktionen: EKG, SpO2 und Herzfrequenz
Die Gesundheitsüberwachung umfasst mehrere optische und elektrische Sensoren an der Unterseite des Fitbit Edge und erlaubt neben der Herzfrequenzmessung auch das Aufzeichnen eines EKGs, die Messung der Blutsauerstoffsättigung, die Bestimmung der Herzfrequenzvariabilität und Ruheherzfrequenz, die Messung der Hauttemperatur sowie ein Zyklus- und Schlaftracking.
Der PPG-Sensor erfasst die Herzfrequenz kontinuierlich. Daraus werden unter anderem die Ruheherzfrequenz und die Herzfrequenzvariabilität (HRV) abgeleitet. Letztere beschreibt die zeitlichen Unterschiede zwischen aufeinanderfolgenden Herzschlägen und wird unter anderem für die Bewertung der Belastung und Erholung genutzt.
Rot- und Infrarotsensoren dienen zur Messung der Sauerstoffsättigung des Blutes (SpO2). Ein zusätzlicher Temperatursensor erfasst Veränderungen der Hauttemperatur gegenüber dem individuellen Ausgangswert, der zunächst über mehrere Tage hinweg und dann fortlaufend ermittelt wird.
Für die Beurteilung des Herzrhythmus und Hinweise auf Vorhofflimmern besitzt das Fitbit Edge elektrische Mehrzwecksensoren und eine EKG-App. Nach der Einrichtung der Funktion in der Google-Health-App kann direkt am Handgelenk eine EKG-Aufzeichnung über die App auf dem Edge gestartet werden. Für die Messung werden Daumen und Zeigefinger an die beiden seitlichen Flächen des Gehäuses gelegt, wobei man möglichst ruhig halten muss, um den Sensor zur Pulsmessung nicht ständig zu bewegen. Bewegt man sich doch, wird die Messung mehrfach neu gestartet und die 30 Sekunden zählen von Neuem herunter. Das Ergebnis lässt sich anschließend direkt auf dem Display ablesen, weitere Details sind in der Smartphone-App abrufbar. Sollte man trotz eines Sinusrhythmus Beschwerden haben, macht auch das Edge darauf aufmerksam, einen Arzt aufzusuchen. Die EKG-App ist nicht für Personen unter 22 Jahren vorgesehen.
Darüber hinaus unterstützt das Gerät Benachrichtigungen bei unregelmäßigem Herzrhythmus und bei ungewöhnlich hohen oder niedrigen Herzfrequenzen.
Im Vergleich zum Fitbit Air verfügt das Edge damit über eine zusätzliche EKG-Messfunktion. Das Fitbit Air unterstützt „nur“ die kontinuierliche Herzfrequenzmessung und Benachrichtigungen zu möglichen Herzrhythmusunregelmäßigkeiten, besitzt aber keine eigene EKG-App.
Health Guardian mit Blutdruck- und Stoffwechseltrends
Wie erwähnt unterstützt auch das Fitbit Edge den Health Guardian. Mit ihm werden weitere Gesundheitsdaten über längere Zeiträume hinweg ausgewertet. Dazu gehören Blutdrucktrends und Trends zur Insulinresistenz. Dabei handelt es sich aber nicht um eine medizinische Messung, sondern eine berechnete Entwicklung.
Für die Blutdrucktrends verarbeitet Google wiederkehrende Pulsmuster und Bewegungssignale. Daraus werden längerfristige Veränderungen abgeleitet. Das Fitbit Edge misst aber gerade keinen systolischen oder diastolischen Blutdruck wie ein klassisches Blutdruckmessgerät oder die Huawei Watch D3 (Test).
Für die Erstellung eines monatlichen Blutdrucktrends muss das Gerät mindestens fünf aufeinanderfolgende Tage getragen werden, mit jeweils mindestens acht Stunden verwertbarer Sensordaten. Google empfiehlt zudem das Tragen während des Schlafens.
Die Trends zur Insulinresistenz sollen Veränderungen des Stoffwechsels über längere Zeiträume darstellen. Dafür benötigt das System mindestens sieben aufgezeichnete Tage und sieben erfasste Schlafdaten. Auch diese Trends werden aus den aufgezeichneten Daten errechnet, das Edge nimmt keine echte Blutzuckermessung vor und es wird auch kein externer Glukosesensor benötigt. Die Daten sollen Anhaltspunkte geben, die weitere Untersuchungen veranlassen können, kein medizinisch exaktes Ergebnis.
Trägt man zusätzlich zum Edge eine Pixel Watch 5, erhält man auch eine Auswertung der nächtlichen Atmungsqualität.
Monatliche Health-Guardian-Berichte werden jeweils automatisch in der App zu Beginn des Folgemonats erstellt. Da im Testzeitraum noch kein Monatswechsel lag, konnte während des Tests noch nicht auf eine solche Auswertung zugegriffen werden.
Fitness-Tracking mit GPS und Echtzeitdaten
Da das Fitbit Edge als Fitness-Armband ausgelegt ist, lassen sich selbstredend auch Workouts direkt über das Display starten, automatisch erfassen und wichtige Daten in Echtzeit während des Trainings einsehen – ein entscheidender Unterschied zum Fitbit Air.
Das Fitbit Edge erfasst Schritte, zurückgelegte Distanzen, Geschwindigkeit, Herzfrequenz, Aktivzonenminuten und den Kalorienverbrauch. Hinzu kommen Kennzahlen wie die Cardio-Belastung, die Tagesform und die geschätzte maximale Sauerstoffaufnahme VO2max. Für Outdoor-Aktivitäten verfügt der Tracker über GPS, so dass beispielsweise Lauf- und Fahrradstrecken auch ohne GPS-Signal des Smartphones aufgezeichnet werden können. Zum Vergleich: Das Fitbit Air besitzt keinen integrierten GPS-Empfänger. Der integrierte Höhenmesser des Edge dient zudem zur Erfassung von Höhenunterschieden und zurückgelegten Stockwerken.
50 Trainingsarten am Handgelenk starten
Mit der Trainings-App können über 50 verschiedene Sportarten am Handgelenk gestartet werden. Vor Beginn eines Trainings können Ziele und Zielwerte ausgewählt werden. Während des Trainings werden Echtzeitdaten auf dem Display angezeigt – unter anderem die Herzfrequenz, Dauer, Distanz und weitere sportartspezifische Informationen wie etwa die Pace. Mit horizontalen Wischbewegungen lässt sich zwischen verschiedenen Datenansichten wechseln. Über die Seitentaste lässt sich das Training jederzeit pausieren.
Nach Abschluss einer Aktivität erstellt die App eine Trainingszusammenfassung mit den erfassten Kennzahlen. Vorherige Einheiten bleiben in der Trainingshistorie verfügbar und lassen sich auch später noch einsehen.
Das Fitbit Edge kann die aktuelle Herzfrequenz außerdem wie erwähnt per Bluetooth an kompatible Trainingsgeräte übertragen. Dadurch lässt sich der Puls beispielsweise auf dem Display eines Fitnessgeräts anzeigen.
Automatische Erkennung mit Nachfragen
Das Fitbit Edge besitzt aber auch eine automatische Aktivitätserkennung, die rund 100 Trainingsarten automatisch kategorisiert. Die erforderliche Mindestdauer, nach der ein Training automatisch erkannt wird, hängt von der jeweiligen Aktivität ab. Für Laufen und Radfahren im Freien nennt Google zehn Minuten. Beim Gehen sind standardmäßig 15 Minuten eingestellt, wobei auch zehn Minuten möglich sind. Für Golf gelten 30 Minuten, für stationäres Radfahren, Rudern und Crosstrainer jeweils zehn Minuten. Bei anderen Aktivitäten liegt die Mindestdauer in der Regel bei 15 Minuten. Auch wenn man das manuelle Starten eines Trainings vergisst, zeichnet das Fitbit Edge das Training somit im Idealfall automatisch in der richtigen Kategorie auf und rechnet es dem wöchentlichen Ziel an.
Bei der automatischen Erkennung fragt der Google Health Coach derzeit häufig noch nach, ob er die Aktivität richtig erkannt hat, da er sich nicht ganz sicher ist – in der Regel hat er sie jedoch korrekt erkannt. Dann kann man in der App die erkannte Trainingsart bestätigen oder eine andere auswählen. Abzuwarten bleibt, ob sich diese Erkennung im Laufe der Zeit, wie von Google versprochen, tatsächlich verbessert – nach rund 2 Monaten mit Fitbit Air und Fitbit Edge jedenfalls noch nicht. Die automatische Erkennung funktioniert aber dennoch gut und zuverlässig. Nur ein Mal kam es im Test dazu, dass das Fitbit Edge dachte, wir hätten nachts um 5 Uhr ein Workout auf dem Heimtrainer eingelegt, weil der Puls im Schlaf für 15 Minuten erhöht war. Gleichzeitig hat es aber erkannt, dass wir schlafen. Diese Diskrepanz ließ sich nicht auflösen, weshalb uns der Coach an diesem Tag mehrfach für unser frühes Workout und unseren Start in den Tag lobte.
Die neue, automatische Aktivitätserkennung steht jedoch nicht ausschließlich dem Fitbit Edge zur Verfügung. Auch das Fitbit Air sowie die Pixel Watch 3, 4 und 5 nutzen die neue Erkennung.
Schlaftracking mit überarbeitetem Schlafindex
Das Fitbit Edge erfasst während der Nacht Kennzahlen wie die Schlafdauer, Schlafphasen und Schlafunterbrechungen. In der Google-Health-App wird dabei zwischen Leichtschlaf, Tiefschlaf, REM-Schlaf, Unruhe und Wachphasen unterschieden. Zusätzlich werden Schlafenszeiten, Regelmäßigkeit und Schlafeffizienz berücksichtigt. Google hat hierfür die Algorithmen zur Schlaferkennung überarbeitet. Im Vergleich zur vorherigen Generation gibt Google eine um 15 Prozent höhere Genauigkeit bei der Zuordnung von Schlafphasen an. Auffällig im Test ist jedoch, dass das Fitbit Edge kurze Wachphasen etwa am Morgen fast immer als „Unruhe“ klassifiziert, während das Fitbit Air diese als „Wach“ einordnet. Ob dies am unterschiedlichen Sitz und Armband liegt, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Mit dem Fitbit Edge ist man jedoch zu selten wach, mit dem Fitbit Air tendenziell zu lange, auch wenn man sich nur kurz umdreht.
Der Schlafindex stellt die einzelnen Einflussfaktoren als einen täglichen Gesamtwert dar. Dabei ist nicht allein die absolute Dauer des Schlafs ausschlaggebend, sondern auch, wie viel Zeit man in welcher Schlafphase verbracht hat. Dieser Schlafindex fließt wiederum in die Tagesform ein, aus der Google Empfehlungen ableitet, ob man sich heute eher Ruhe gönnen, ein moderates oder ein intensives Training absolvieren sollte.
Die KI: der Google Health Coach
Zentraler Bestandteil all dieser Funktionen ist der bereits mehrfach im Test angesprochene Google Health Coach, Googles KI in der Google-Health-App, die den Nutzer mit Hinweisen und Rückfragen bei seinen anfänglich gesetzten Zielen unterstützen soll.
Alle Funktionen bekommt man dabei nur im Abonnement, denn den AI-Fitness-Coach Google Health Coach bietet die Health-App nur mit Google Health Premium für 8,99 Euro im Monat. Beim Kauf des Edge sind drei Monate Google Health Premium inklusive.
Die auf Gemini basierende Funktion verarbeitet persönliche Aktivitäts-, Schlaf- und Gesundheitsdaten und erstellt daraus die gerade erwähnten, individuell angepassten Empfehlungen. Die eigentliche Interaktion mit dem Coach erfolgt überwiegend über die Smartphone-App. Dies führt zu viel Text und einer etwas überladenen App, die den Nutzer mit Informationen überhäuft. Hier muss man auch als Nutzer selbst etwas filtern und gezielt die für einen relevanten Informationen mitnehmen.
Nutzer können beispielsweise in der App Trainingspläne erstellen lassen, Fragen zu ihren aufgezeichneten Daten stellen oder ein Training mit bestimmten Vorgaben anfordern. Bei der Erstellung eines Trainings können Sportart, Dauer, Intensität sowie verfügbare Ausrüstung berücksichtigt werden. Der Coach kann darüber hinaus auch Wochenpläne erstellen und die Trainingsziele anhand des aufgezeichneten Fortschritts anpassen.
Relativ zentraler Bestandteil des Coachs ist die wöchentliche Cardio-Belastung. Sie beschreibt die erfasste kardiovaskuläre Beanspruchung durch das in der Woche absolvierte Training und die tägliche Bewegung. Daraus wird ein persönlicher Zielbereich abgeleitet, dessen Fortschritt prozentual in der App dargestellt wird. Allerdings wird aktuell nicht berücksichtigt, ob man das Cardio-Ziel an einem Tag oder in sieben Einheiten an sieben Tagen erreicht. Selbst wenn man das Wochen-Ziel an nur einem Tag erreicht, reicht dies somit aus. Zumindest dauerhaft scheint dies aber keine sinnvolle Betrachtung zu sein.
Die erweiterten Coaching-Funktionen stehen auch Nutzern eines Fitbit Air und einer Pixel Watch 5 zur Verfügung. Sie sind an die Google-Health-App und das Abonnement gebunden, nicht an das Fitbit Edge. So können einerseits mehrere Geräte parallel oder abwechselnd getragen werden, ohne das Coaching zu unterbrechen, andererseits ist der Health Coach aber eben auch keine Edge-exklusive Funktion.
Edge, Air, Watch: Die Funktionsunterschiede
Nachfolgende Übersicht fasst deshalb die für diesen Test wichtigsten Funktionen und Unterschiede zwischen dem Fitbit Edge, Fitbit Air und der Pixel Watch 5 abseits des eigentlichen Formfaktors noch einmal zusammen.
| Funktion | Fitbit Air | Fitbit Edge | Pixel Watch 5 |
|---|---|---|---|
| Integriertes GPS | Nein | Single-Band | Dual-Band |
| Herzfrequenz, HRV, SpO2 | Ja | Ja | Ja |
| EKG-App | Nein | Ja | Ja |
| Automatische Trainingserkennung | Ja | Ja | Ja |
| Live-Trainingsdaten am Handgelenk | Nein | Ja | Ja |
| Google Maps am Handgelenk | Nein | Turn-by-Turn mit Smartphone | Ja, Wear-OS-App |
| Mediensteuerung am Handgelenk | Nein | Ja | Ja |
| Google Wallet | Nein | Nein | Ja |
| Mikrofon und Lautsprecher | Nein | Nein | Ja |
| Google Health Coach | Mit Premium | Mit Premium | Mit Premium |
| iPhone-Unterstützung | Ja | Ja | Nein |
Fazit
Das Fitbit Edge ist als Fitness-Armband vollgestopft mit Funktionen, die über die reine Aktivitätsaufzeichnung hinausgehen. Neben einem AMOLED-Display bietet der Fitness-Tracker zahlreiche Gesundheits- und Fitnessfunktionen, integriertes GPS, eine EKG-App und die Anbindung an den KI-gestützten Google Health Coach. Das Fitbit Edge kombiniert so die Gesundheitsdatenerfassung des Fitbit Air mit einem Display, integrierter Navigation, erweiterten Bedienfunktionen und rudimentären Smartwatch-Features. Im Vergleich zur Pixel Watch 5 fehlen aber insbesondere die Wear-OS-Funktionen wie zusätzliche Apps, die Audiowiedergabe und das kontaktlose Bezahlen per Smartwatch.
Anders als die Pixel Watch 5 lässt sich das Fitbit Edge problemlos auch mit einem iPhone nutzen. Die iOS-Kompatibilität ist dabei durchaus wichtig, denn laut Google ist das Fitbit Air auch deshalb ein Erfolg. Rund 80 Prozent der Nutzer des Fitbit Air seien nämlich sogenannte First-Time-User, also neue Kunden für Google und das Wearable-Ökosystem des Unternehmens.
Das ebenfalls noch vergleichsweise neue Fitbit Air ist schlussendlich auch der größte Konkurrent des Fitbit Edge. Denn für wen das Fitbit Edge eine echte Kaufoption ist, lässt sich relativ einfach kategorisieren.
Wer bereits eine Smartwatch trägt und diese nicht zugunsten des Fitbit Edge ablegen möchte, für den ist das Fitbit Air die bessere Wahl. Wer hingegen keine Smartwatch und keine Uhr trägt, der greift statt zum Fitbit Air direkt zum Fitbit Edge und nimmt die zusätzlichen Funktionen mit. Wer aktuell eine normale Uhr nutzt und keine Smartwatch-Features am Handgelenk vermisst, für den ist in der Regel das Fitbit Air die bessere Wahl. Wer ausschließlich ein Trainingsarmband sucht, unabhängig davon, was er sonst gegebenenfalls am Handgelenk trägt, der muss seine individuellen Bedürfnisse abwägen, ob er schon während des Trainings Kennzahlen sehen möchte und dafür das größere Fitbit Edge wählt. In der Regel ist das Fitbit Edge dann jedoch die bessere Wahl, da man anders als beim Air direkt am Handgelenk während des Trainings wichtige Daten abrufen kann.
Der kostenpflichtige Google Health Coach ist nur dann eine überlegenswerte Investition, wenn man ihn tatsächlich intensiv nutzen und mit persönlichen Daten füttern möchte. Ansonsten reichen den meisten Nutzern auch die kostenlosen Funktionen aus. Ein Problem, das auch Google mit der neuen Health-App noch nicht abschließend gelöst hat, besteht darin, die schiere Datenmenge, die ein Fitnessarmband und eine KI liefern, dem Nutzer auch möglichst einfach zu visualisieren. Die App hat zwar viele sehr gute Ansätze und bietet zweifellos enorm viele Informationen und Auswertungen, übersichtlich wird es dadurch aber nicht.
Die Datenerhebung selbst absolviert das Fitbit Edge im Test tadellos. Die Messwerte liegen im direkten Vergleich stets auf dem Niveau einer Apple Watch Series 12 (Test), der Puls weicht im direkten Vergleich beispielsweise nur um 1 bis 2 Schläge pro Minute ab. Und auch die Verarbeitung und das Display sind hervorragend. Knapp eine Woche Akkulaufzeit erhält man jedoch nur, wenn man das Always-on-Display deaktiviert, sonst muss das Edge alle 2 bis 2,5 Tage an das Ladegerät.
Nicht optimal für ein Fitnessarmband ist für uns die feste Vorgabe des Silikonarmbands beim Kauf des Fitbit Edge. Google bietet zwar weitere Armbänder an, diese müssen aber zusätzlich gekauft werden. Wir würden gerne schon beim Kauf das Stoffarmband (Sportarmband mit Klettverschluss) wählen können, statt es für volle 60 Euro separat kaufen zu müssen. Denn so ist das Fitbit Air insbesondere auch nachts der angenehmere Begleiter.
Wir haben das Fitbit Edge leihweise unter NDA von Google zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Test fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Die einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt.
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