3TB WD Black vs Red Pro

Eine Backupplatte soll ja nicht dauernd mitlaufen, sondern in einem USB Gehäuse stecken und nur zum Erstellen, Prüfen und Aktualisieren des Backups angeschlossen werde, damit hat die ST3000DM001 wie alle anderen Desktopplatten auch kein Problem. Man sollte sie eben nicht im Dauerbetrieb nutzen, dann sind sie nach so 2 Jahren eben einfach auf, haben dann aber auch so viele Betriebsstunden hinter sich, wie Seagate erst nach über 7 Jahren des vorgesehenen Desktopbetriebs erwarten würde.

@Freak_On_Silicon, damit schränkst Du Dir dich Auswahl bei HDDs aber gewaltig ein.
 
@Holt
Habe was interessantes und aktuelles im Blackblaze Blog gefunden.

Blackblaze hat doch nix dazu gelernt und verwendet aktuell 30.000 der billigsten 4 TB Seagate, ST4000DM000

Anscheinend hat aber Seagate was dazu gelernt, denn die haben nur eine jährliche Fehlerrate von 3% und nicht mehr 30% wie die besagte 3 TB Platte.

https://www.backblaze.com/blog/storage-pod-5-0-hack/

Hier auch die aktuellen Zuvelässigkeitszahlen:
https://www.backblaze.com/blog/hard-drive-reliability-q3-2015/

Das sieht man auch, dass auch von WD die Billigplatten verwendet werden und nicht die Ausfallraten der Seagates haben. Die 7200.11 war ja anscheinend auch ein Problemkind.

Man kann aus der Statistik schon ableiten, dass es bei Seagate dann und wann irgendwie schief geht. Scheint aber sehr modellabhängig.
 
Die jährliche Fehlerrate von 30% der ST3000DM001 täuscht, denn in den ersten rund 2 Jahren waren die Fehlerraten der ST3000DM001 sehr gering:
Dafür das die Platten doch auch noch mit sehr vielen HDDs zusammen in einem Gehäuse betrieben werden, waren die Ausfallraten bis einschl. Q3 2013 nicht sehr hoch und sind dann vor allem in 2014 gewaltig gestiegen, als die eben so etwa 2 Jahre rum hatten (die Platten werden ja vorher einem Burn-In Test unterzogen bevor sie in die Produktion gehen). In Betrieb genommen wurden sie ja vor allem in Q1, Q2 und Q3 von 2012 und damit haben alle wenigstens ein Jahr, also bis Q3 2013 gut durchgehalten und als dann der Anstieg der Ausfallraten erfolgte, waren schon die ersten bei knapp 2 Betriebsjahren und als in Q3 die Ausfälle die Spitze erreicht haben, waren alle etwa 2 Jahre in Betrieb, außer denen die später nachgekauft wurden.

Interessant wäre halt eine Statistik wie alt eine Platte war als sie ausgefallen ist, dann könnte man sehen wie viele Stunden die so einen Betrieb ausgehalten haben, für den sie gar nie gemacht wurden. Ob die ST4000DM000 nun nach 2 Jahren und mehr im Einsatz wirklich besser abschneiden wird, vielleicht weil sie auch nur mit 5900 statt 7200rpm dreht und daher erst in 2½ Jahren so viele Umdrehungen gemacht haben wird wie eine mit 7200rpm in 2 Jahren macht, wird man abwarten müssen. Seagate muss da auch nichts lernen, die machen schon alles richtig, der Fehler liegt im Einsatz solche Desktopplatten für Enterprisezwecke, dafür sind die nicht gedacht und gemacht. Man kann die Ausfallraten der Hersteller daher auch nicht vergleichen, die Megascale von HGST ist eine Enterprise HDD (angeblich halten die Enterpise Platten ja nicht länger, in der Praxis dann aber doch), die WD Red eine NAS Platten und die von Tsohiba und Seagate sind eben nur einfach Desktopplatten. Daher müssten die HGST es am Besten vertragen, die von WD sollten auf Platz zwei landen.

Wären von Toshiba und Seagate auch NAS Platten eingesetzt worden, dann könnten die Zahlen wirklich etwas darüber aussagen, welche NAS Platten bei hartem Einsatz besser standhalten, aber so kann man darauf nur den Schluss ziehen, das man besser die für den Einsatzzweck passenden HDDs kaufen sollte, sonst funktioniert es zwar eine Zeit, aber eben nicht sehr lange. Ob das dann am Ende nicht doch die wirtschaftlichere Lösung ist, steht auf einem anderen Blatt, aber dann soll man nicht über hohe Ausfallraten klagen und miese Qualität dahinter vermuten. Klar ist die Qualität nur so gut, wie man auch dafür bezahlt hat. HDDs die auch bei Dauereinsatz oder gar Dauerlast länger durchhalten gibt es ja auch, von allen Herstellern, nur sind die aufwendiger zu produzieren und kosten daher auch mehr, das braucht nicht jeder und will auch nicht jeder bezahlen.

Das ist ja nicht nur bei HDDs so, die billigen Elektromotoren wie sie in viele Haushaltsgeräten wie Staubsaugern oder Hochdruckreinigern stecken, sind nicht selten für gerade mal 80 Betriebsstunden ausgelegt. Das reicht um jahrelang die Wohnung zu saugen, die Gehwegplatten und ab und zu den Wagen oder das Motorrad zu waschen. In einer Waschanlage wären die nach ein paar Wochen kaputt, da stehen deshalb auch Profigeräte die viel mehr kosten, aber eben trotz Dauereinsatz richtig lange über viele Jahre hinweg durchhalten. Sind die billigen Hobbygeräte deswegen alle Schrott?

Oder sind es nicht vielmehr ganz andere Produktkategorien für ganz unterschiedliche Anwender, die eben auch unterschiedliche Anforderungen stellen? Der Betreiber einer Autowaschanlage wird das sicher sich sehen, aber darf der Opa, der bisher die Chemiekeule geschwungen hat um die Gehwegplatten vom Moos zu befreien sich nicht über den Hochdruckreiniger im Sonderangebot für 100€ freuen? Um dann damit ein paar mal im Jahr den Moos von den Platten los zu bekommen, nur weil der wahrscheinlich nur 80 Betriebsstunden aushält, den Opa aber wohl trotzdem noch überleben wird? Für das Profigerät für ein paar Tausend Euro hätte die Rente nicht gereicht und die Anschaffung hätte sich auch nicht gelohnt. Die gehen auch irgendwann kaputt, die Dauerschmierung in den Lagern hält nicht ewig, Kabelisolierungen und Dichtungen werden porös, etc., irgendwann setzen sie bei zu wenig Nutzung womöglich Korrosion an und gehen fest.

Ebenso ist, zumindest inzwischen, früher war das mal anders aber früher gab es auch Hochdruckreiniger für 100€, auch bei den HDDs. In den PC der Sekretärin die ein paar Briefe für den Chef schreibt, seinen Terminkalender verwaltet, Flüge und Hotels für ihn raussucht und bucht, braucht keine teure Enterprise Nearline HDD, der des Sachbearbeiters der Aufträge eingibt, Rechnungen schreibt und die Zahlungseingänge prüft, sicher auch nicht. Einfach und billige Desktopplatten haben also ihre Berechtigung, aber eben nicht für einen Einsatz wie den bei Backblaze.

Und von WD werden eben nicht mehr die Green oder neuerdings Blue Billigplatten verwendet, sondern aktuell nur noch die Red und das sind NAS Platten die mehr kosten aber auch mehr können. Die unterscheiden sich entgehen den schwachsinnigen Gerüchte die von einigen immer noch verbreitet werden, durch mehr als die FW, die Red haben z.B. Vibrationssensoren die den Green/Blue fehlen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das Backblaze das Ziel hat den Speicher möglichst billig zu bekommen, finde ich als Ziel okay.

Dein formuliertes Ziel mit der Festplatte kann ich so nicht so ganz folgen.
Auch der Sekretärin sind die Briefe wichtig und wenn man eine Platte kauft, weiß man vielleicht noch gar nicht was man damit machen wird in den nächsten 3 Jahren.
Klar kann man immer sagen Backup, Backup ... aber in der Praxis funktioniert das nicht und verdoppelt oder verdreifacht sofort die Kosten für den Speicherplatz und Zeit, sich um die Backups zu kümmern.
Außerdem Plattenwechsel, ggf. Neuinstallation, Backup zurückspielen.

Ist der Hochdruckreiniger hin kaufe ich einen neuen und habe keine Folgeprobleme. Kostet wenig Zeit.

Das ist ein bisschen wie die Diskussion um billige Lebensmittel.
"Der Kunde ist Schuld, weil der die ja billig kauft."
Funktioniert für mich auch nicht so gut. Der Fachmann ist der Lebensmittelhersteller oder -verkäufer. Ich kann doch als Käufer gar nicht bewerten, ob das Schweinefilet nun gut/schlecht usw. ist. Glückliches Schwein ... was weiß ich.
Dazu fehlt die Grundlage und auch die Informationen.
Ich bin ja im normalen Lebensmittelhandel auch kaum in der Lage den gleichen Lieferanten noch einmal zu kaufen.
Klar, es gibt Läden wo das geht und die Preise sind dann auch sehr hoch.
Ich weiß trotzdem nicht, ob an dem Schweinefleisch irgendwas besser ist. Ich bekomme Marketing dazu und wenn ich Glück habe, schmeckt es irgendwie anders. Ich nehme dann an, dass das besser ist, weil es ja so viel teurer war.


So sehe ich das auch bei Festplatten. Die sollte man nicht als Wegwerfartikel herstellen.

Und wenn, dann wenigstens unter einem anderen Label verkaufen, dann hat der Kunde eine Chance.
Wie Infineon, die irgendwann beschlossen hatten Speicher für Endkunden unter dem Label Aeneon zu verkaufen, um "Den Ruf der Kernmarke nicht zu schädigen." ... war trotzdem okay als Speicher :)

Nochmal Backblaze:
Wenn ich in die Statistik gucke (zweiter Link) sehe ich da genauso viele WD Green mit einem Alter von 70 Monaten wie 7200.11.
Auch sehr viele Deskstars.
Die meisten Neuanschaffungen sind im Moment die 4 TB Seagte, die auch erst rund 14 Monate auf dem Buckel haben.
Also ja, vielleicht krepieren die noch alle.

Reds sind nur eine handvoll und für den Einsatzzweck auch nicht gemacht. Die Ausfallrate ist auch schon recht hoch dafür dass die noch kein Jahr unterwegs sind.

Also gut.
Tipp für den Endkunden. Platten billig kaufen, dafür doppelt und immer schön backuppen ...
Am besten dreimal kaufen, denn sonst kann man den Restore ja nicht testen.
Je nach Backuptool.
 
Zuletzt bearbeitet:
klampf schrieb:
Das Backblaze das Ziel hat den Speicher möglichst billig zu bekommen, finde ich als Ziel okay.
Das ist aber wie wenn der Betreiber der Autowaschanlage dann statt Profigeräten die billigen Consumer Hochdruckreiniger und Staubsauger einsetzt und diese diese natürlich nicht sehr lange halten werden. Das mag zwar unter Umständen am Ende günstiger kommen, aber dann sollte man auch nicht über deren Ausfälle meckern, die waren ja nicht für diesen Einsatz gemacht.

klampf schrieb:
Dein formuliertes Ziel mit der Festplatte kann ich so nicht so ganz folgen.
Auch der Sekretärin sind die Briefe wichtig und wenn man eine Platte kauft, weiß man vielleicht noch gar nicht was man damit machen wird in den nächsten 3 Jahren.
Da wird Platte alleine im Rechner sein und der Rechner aber nicht 24/7 durchlaufen, das ist der zentrale Punkt der Desktopnutzung ausmacht und das hast Du offenbar nicht verstanden. Dann halten solche Desktopplatten ja auch viele Jahre, von einzelnen Ausfälle die jede HW erwischen kann, mal abgesehen. Gegen Datenverlust helfen sowieso nur Backups und in Unternehmen sie die meist zentral über das Netzwerk gelöst.
klampf schrieb:
Klar kann man immer sagen Backup, Backup ... aber in der Praxis funktioniert das nicht und verdoppelt oder verdreifacht sofort die Kosten für den Speicherplatz und Zeit, sich um die Backups zu kümmern.
Es war noch nie billige größere Datenmengen sicher zu speichern und wie gesagt machen Unternehmen das eben meist zentral. Ohne Backups gibt es keine Datensicherheit.
klampf schrieb:
Außerdem Plattenwechsel, ggf. Neuinstallation, Backup zurückspielen.
Wenn man dann eine Neuinstallation machen muss, hat man beim Backup etwas falsch gemacht!
klampf schrieb:
So sehe ich das auch bei Festplatten. Die sollte man nicht als Wegwerfartikel herstellen.
Das sind sie aber sowieso, egal ob man die billigen oder die teuren Enterprise HDDs nimmt, die haben alle nur eine geplante Lebensdauer von so 5 bis 7 Jahren, mehr nicht. Der Unterschied ist, dass die Enterprise Platten diese eben auch bei harten Einsatzbedingungen erreichen, die Desktopplatten halten dann weit weniger lange, weshalb man die Platten eben entsprechend dem Einsatzzweck oder höherwertiger kaufen sollte, nur kostet höherwertiger mehr und hält eben am Ende auch nicht länger, die Enterprise Nearline HDD im PC der von Montag bis Freitag täglich so 8 bis 9 Stunden läuft, hälte nicht unbedingt länger als die Desktopplatte die nur halb so viel bis ein Drittel kostet.

klampf schrieb:
Und wenn, dann wenigstens unter einem anderen Label verkaufen, dann hat der Kunde eine Chance.
Auf dem Label der einen HDD steht Desktop und auf dem der anderen Enterprise, reicht das nicht?
klampf schrieb:
Wenn ich in die Statistik gucke (zweiter Link) sehe ich da genauso viele WD Green mit einem Alter von 70 Monaten wie 7200.11.
Die alten Green waren noch nicht so kostenoptimiert und daher damals auch teurer als die Seagate. Irgendwo stand aber mal, dass sie die kleinen Platten schon alle ausrangiert haben, aber es scheinen noch einige im Dienst zu sein. Ich würde es jedenfalls mal so interpretieren, dass sie bei denen 0.0 also Durchschnittalter angegben ist, die sind die nicht mehr im Dienst sind, also z.B. die WD Green 3TB. Das dumme ist, dass man dann nicht weiß wie lange die genutzt wurden. Bei denen steht aber schon für 2014 0,00% und für 2015 dann gar nichts mehr in der Tabelle, die dürften wohl Anfang 2014 rausgeflogen sein. Die Max # in Service sagt auch nichts darüber wie viele aktuell nicht im Betrieb sind, die Zahl müsste pro Jahr angeben sein, dann würde es mehr Sinn machen.

Schaut man sich die Zahlen für Q2 2015 an, so sind die kleinsten HDDs dort 2TB Modelle und ebenso bei den Zahlen von Q1 2015. Die haben auch das Durchschnittsalter und von der Seagate Barracuda LP (ST31500542AS) waren es in Q1 nur noch 81 und die waren im Schnitt 2,8 Jahre alt, nach 3 Jahren werden die doch eigentlich bei Backblaze sowieso ersetzt.

Bei den Q3 Zahlen sind eben die alten HDDs mit dabei, die sind nur bedingt vergleichbar und die bei denen 70 Monate oder so steht, dürften wohl ein Fehler in der Tabelle sein, da wurde offenbar einfach das Alter auch nach der Außerdienststellung weitergerechnet und irgenwleche frühren Ausfallraten in der Tabelle für 2013 bis 2015 eingetragen.
klampf schrieb:
Die meisten Neuanschaffungen sind im Moment die 4 TB Seagte, die auch erst rund 14 Monate auf dem Buckel haben.
Also ja, vielleicht krepieren die noch alle.
Das steht zu erwarten, denn die sind definitiv nicht für diese Art der Nutzung gemacht und dann wird Backblaze wieder Schlagzeilen machen, also auch kräfitg Werbung und überall in den Foren wird wieder über die meise Qualität der Seagate HDD geschrieben werden. Einige Dummköpfe die die Zusammenhänge nicht durchblicken werden wieder jedem von Kauf der auch so wenig zuverlässig Seagate HDDs abraten etc. pp.

klampf schrieb:
Reds sind nur eine handvoll und für den Einsatzzweck auch nicht gemacht. Die Ausfallrate ist auch schon recht hoch dafür dass die noch kein Jahr unterwegs sind.
Das ist richtig, aber immerhin haben die eine 24/7 Zulassung und auch Vibrationssensoren, wenn auch nur ene Lösung für maximal 5 HDDs in einem Gehäuse, bzw. 8 bei späteren Modellen.
klampf schrieb:
Tipp für den Endkunden. Platten billig kaufen, dafür doppelt und immer schön backuppen ...
NEIN, Backups sind sowieso Pflicht, wenn man Daten nicht verlieren will und die Backupplatten sollten keineswegs dauern mitlaufen, da reichen also billige Desktopplatten, aber sonst die Platten kaufen die für den geplanten Einsatz vorgesehen sind, also für ein NAS auch NAS (oder Enterprise) Platten und bei Dauerbetrieb des PC oder vielen HDDs im PC Gehäuse dort ebenfalls NAS Platten.
 
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