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A Game by Hideo

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Wenn wir über die Metal Gear Solid Reihe oder Death Stranding sprechen, reden wir nicht über bloßen Zeitvertreib. Wir reden über interaktive Weltliteratur. Hideo Kojima baut Spiele, die den Spieler emotional brechen und wieder zusammensetzen sollen. Denn seine Spiele sind wie ein Buch von Dostojewski oder ein Film von Stanley Kubrick. Es trägt die kompromisslose Handschrift eines einzelnen Menschen und "A Game by Hideo Kojima" ist kein Marketing-Gag den Kojima schreibt, führt Regie, designt und schneidet die Trailer oft selbst.

Dadurch entsteht eine bizarre, aber geniale Mischung aus Tiefgründiger Philosophi und Absurdem Humor, denn seine Spiele durchbrechen die vierte Wand, weil er die Grenze zwischen dem Fernseher und dir nicht respektiert. Wenn Gray Fox stirbt, nutzt Kojima die Kamerafahrten, den Sound und das markerschütternde Brüllen von Snake und die Ohnmacht des Spielers, weil du ihn in dem Moment absolut nichts tun kannst, um ihn zu retten und um dich emotional zu manipulieren. Er nutzt das Medium Videospiel auf eine Weise, die in keinem anderen Medium funktioniert und greift dich, den Spieler, direkt vor dem Bildschirm an.

Die Cutszenen in seinen Spielen, ob es Gray Fox' Opfer ist oder Snakes finaler Salut, funktionieren deshalb so gut, weil Kojima die Gesetze des Kinos versteht wie kein zweiter in der Branche. Er arbeitet mit echten Schauspielern wie Norman Reedus oder Mads Mikkelsen und nutzt echtes Motion-Capturing und führt Regie wie bei einem Hollywood-Blockbuster. Aber das Wichtigste ist, er nimmt sich Zeit und eines seiner Markantesten Merkmale dabei ist, das Kojima nicht einfach nur Charaktere erschafft.

Er gibt den Charakteren in den Cutszenen eine Seele und damit baut er Emotionen zu dem Spieler auf. Als ich zum erstenmal Metal Gear Solid 3 Snake Eater gespielt habe und The Boss den Legendären Satz "Theres only room for one Boss. And one Snake" sagt und den Spieler dazu zwing deine Mentorin, deine Mutterfigur, die Frau, die du liebst zu töten. Bin ich in tränen ausgebrochen und musst laut schreien. Weil es mich bis ins Mark erschütterte. Das selbe tat er in Death Stranding als Sam Porter Bridges den Leichnahm seiner eignen Mutter zum Krematorium trägt und den Spieler anschließend dazu zwingt den Körper deiner eigenen Mutter in Asche zu verwandeln, um die Welt vor der Zerstörung zu retten.

Kojima nutzt das Interface des Spiels, die Menüs und die Tasten als emotionale Waffe. In einem Film würde die Kamera wegschwenken und die Musik würde anschwellen, die Szene wäre vorbei. Bei Kojima blendet das Spiel nicht ab. Er lässt die Benutzeroberfläche erscheinen. Er zwingt dich, den Cursor auf "Bestätigen" zu bewegen. In diesem Moment realisiert dein Gehirn "Wenn ich diesen Knopf jetzt nicht drücke, bleibt das Spiel für immer hier stehen. Es gibt keinen anderen Ausweg. Ich muss das jetzt tun."

Und genau das unterscheidet Kojima von "normalem" Gaming. Er nutzt die Interaktivität des Mediums nicht, um dir Macht zu geben so wie es die meisten Spiele tun, bei denen du der unbesiegbare Held bist, sondern um dir deine Ohnmacht vor Augen zu führen. Kojima's Spiele sind der Beweis dafür, dass Pixel und Code dieselbe emotionale und intellektuelle Wucht haben können wie die ganz große Literatur.
 
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joa... ich kann mit diesem kult um kojima ehrlich gesagt überhaupt nichts anfangen.

kaum fällt irgendwo sein name, wird sofort von "genie", "weltliteratur" oder "gaming-kubrick" gesprochen. als wäre alles, was möglichst wirr, kryptisch und unnötig kompliziert ist, automatisch große kunst. für mich ist das einfach nur prätentiös.

death stranding war da der absolute höhepunkt. stundenlang pakete von a nach b schleppen, ständig von ellenlangen cutszenen unterbrochen werden und sich dabei dialoge anhören müssen, die krampfhaft tiefgründig wirken wollen. wenn das für manche ein meisterwerk ist, dann reicht bei denen offenbar schon eine halbe stunde bedeutungsschwangeres geschwafel, um in ehrfurcht zu verfallen.

und dieses argument, kojima würde das medium videospiel besser verstehen als alle anderen, finde ich besonders witzig. gefühlt verbringt man in seinen spielen mehr zeit damit, filme zu schauen, als tatsächlich zu spielen. wenn ich alle paar minuten den controller wieder weglegen darf, ist das für mich kein geniales gamedesign.

für mich lebt kojima vor allem von seiner fanbase, die aus jeder schrägen idee und jedem völlig überladenen dialog sofort ein philosophisches meisterwerk macht. andere entwickler müssen gutes gameplay und gutes storytelling liefern. kojima reicht es offenbar, alles möglichst kryptisch zu verpacken und seinen namen groß aufs cover zu schreiben.

wer das mag, bitte. ich sehe darin aber keinen visionär, sondern einen entwickler, der maßlos überschätzt wird und dessen spiele ohne den namensbonus vermutlich deutlich kritischer bewertet würden.
 
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Also ich kann den Hype um Kojima auch nicht verstehen. Metal Gear Solid V war zum Beispiel nur durch billige Nebenmissionen gestreckt bei denen man teilweise immer wieder das gleiche machen musste es gab nur sehr wenige echte Story Missionen und bei der zweiten Hälfte des Games haben sich fast alle Missionen wiederholt. Das ist bei mir weit weg von Masterpiece. Death Stranding zum Beispiel sehr speziell war kein schlechtes Game aber wurde auch wieder endlos in die Länge gezogen durch unnötige Lieferaufträge. Für mich ist das halt auch kein Masterpiece. Für mich ist Kojima überbewertet und es gibt deutlich bessere Games.
 
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Kojima ist zumindest jemand mit Visionen und Name/Budget dahinter um es umfänglich und in guter Qualität umzusetzen.
Ich habe keines seiner Spiele gespielt und habe abseits von MGS(3) auch kein Interesse.

Es gibt Entwickler mit Visionen und Entwickler mit Budget. Kojima ist einer der wenigen mit beidem. IMHO einer der wenigen, die sich mit Videospielen einen Namen gemacht haben.

Man muss die Spiele nicht gut finden, es ist alles Geschmacksache. Aber die Namen von anderen Entwicklern (abgesehen von Romero) müsste ich erst googeln…
 
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lazsniper schrieb:
death stranding war da der absolute höhepunkt. stundenlang pakete von a nach b schleppen, ständig von ellenlangen cutszenen unterbrochen werden und sich dabei dialoge anhören müssen, die krampfhaft tiefgründig wirken wollen. wenn das für manche ein meisterwerk ist, dann reicht bei denen offenbar schon eine halbe stunde bedeutungsschwangeres geschwafel, um in ehrfurcht zu verfallen.
In Death Stranding geht es um eine apokalyptische Welt, die durch ein übernatürliches Phänomen verwüstet wurde. Du schlüpfst in die Rolle des Kuriers Sam Porter Bridges und reist durch ein zerstörtes Amerika, um isolierte Überlebende zu versorgen und die Menschheit wieder miteinander zu vernetzen.

Das Spiel Thematisiert Einsamkein und Soziale hilfe, so wie Empathie und Fürsorge. In fast jedem anderen Spiel wäre das Bridge Baby ein reines Werkzeug gewesen, oder ein Radar-Item, eine Lebensleiste. Bei Kojima wird es dein emotionaler Anker. Ein weiterer genialer Faktor ist, das Sam Porter Bridges, der so grandios von Norman Reedus gespielt wird, unter Aphenphosmphobie leidet. Der krankhaften Angst vor Berührung. Kojima nutzt das Spieldesign, um dir diese Isolation aufzuzwingen

Du läufst stundenlang mutterseelenallein durch diese kargen, wunderschönen, aber völlig toten Landschaften. Die Einsamkeit wird zu einem spielerischen Element.

Und genau dann, wenn die Isolation fast unerträglich wird, lässt Kojima die Kamera leicht zurückfahren und es setzt ein melancholischer Song von Low Roar ein. In diesem Moment verschmelzen Sams Einsamkeit und deine Gefühle vor dem Bildschirm komplett.

Das ist der Unterschied zu Kojimas Spielen, weil er die Spielmechanik nutzt, um die philosophische Botschaft des Spiels zu transportieren. Die Menschheit kann nur überleben, wenn sie aufhört, egoistisch zu sein, und anfängt, sich gegenseitig zu stützen.
gefühlt verbringt man in seinen spielen mehr zeit damit, filme zu schauen, als tatsächlich zu spielen.
Korrekt, weil Kojima ein großer Fan von Filmen ist. Du sollst kein Spiel spielen wie Counter-Strike, sondern einen Film Erleben. Du sollst dich in die Charaktere hineinversetzen und dich mit ihnen Identifizieren.
 
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Kojima ist overrated af. Meine Meinung. Hab übrigens nur Metal Gear Solid 1 gespielt. War ganz nett, mehr aber auch nicht. Der Rest reizt mich nicht wirklich.

Sein Storywriting finde ich nicht gut. Ich hab mir zur gesamten Metal Gear Solid Story mal so ein Zusammenfassungsvideo angesehen und nicht mal damit hab ichs wirklich gerafft was da überhaupt abgeht. Also keine Ahnung was daran gut sein soll. Hab ja nichts dagegen auch mal bei Spielen oder Filmen mitzudenken was Story angeht aber das ist ja schon so maximal überladen, verschachtelt und in X Richtungen verzweigt und sonstwie verworren, da kennt sich doch wirklich keiner mehr aus der das nicht mehrere Tage komplett durchstudiert.

Warum es so nen Kult um Kojima gibt konnte, kann und werde ich in meinem Leben nie nachvollziehen. Aber gut, gibt ja so einige Künstler in verschiedenen Branchen bei denen ich nicht verstehen kann warum Leuten bei denen und deren Kunst so einer abgeht. Kojima gehört da definitiv dazu.

Vielleicht sollte er lieber Filme machen. Glaube darauf hat er eigentlich mehr Bock als auf Spiele. Seine Spiele bestehen ja auch hauptsächlich aus Cutscenes. Das bisschen Gameplay dazwischen (das auch nur gestreckt ist) kann man ja streichen und bei nem Film kann sich Kojima zu 100% auf das erzählen einer Geschichte konzentrieren.

Victor van Doom schrieb:
weil er die Spielmechanik nutzt, um die philosophische Botschaft des Spiels zu transportieren.

Victor van Doom schrieb:
Du sollst kein Spiel spielen wie Counter-Strike, sondern einen Film Erleben.

Victor van Doom schrieb:
Du sollst dich in die Charaktere hineinversetzen und dich mit ihnen Identifizieren.

Das widerspricht sich alles etwas. Soll ich jetzt einen Film ansehen wo ich quasi nur der Zuschauer bin oder soll ich mich selber in den spielenden Charakter hineinversetzen und mich mit ihm identifizieren durch das Gameplay?
 
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Die Cutszenen in seinen Spielen sind deshalb so lange, weil er ein riesiger Film Fan ist. Es existiert das legendäre Kojima-Twitter-Gesetz.

„70% of my body is made of movies.“
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Wenn Kojima einen Film im Kino sieht, den er furchtbar oder einfach nur belanglos findet, postet er meistens nur das Filmplakat und schreibt staubtrocken „Saw.“ Er schreibt kein einziges Adjektiv. Das ist seine Art von absolutem, höflichem Schweigen. Schreibt er hingegen einen halben Aufsatz über die Kameraführung und das Setdesign, weiß die gesamte Gaming-Welt, Ab ins Kino, der Film ist ein Meisterwerk.

Kojima wollte eigentlich immer Filmregisseur werden. Da die japanische Filmindustrie in den 80ern aber extrem schwer zugänglich war, landete er beim Gaming und hat das Medium einfach gekapert, um seine filmischen Visionen umzusetzen.

Deshalb fühlen sich seine Spiele nicht an wie Counter-Strike oder Call of Duty, wo die Story oft nur die Ausrede ist, um zum nächsten Schießplatz zu rennen. Du spielst hier kein Spiel, das versucht, ein bisschen wie ein Film zu sein. Du spielst das Lebenswerk eines Mannes, der das Kino atmet und die Interaktivität von Videospielen nutzt, um Filme auf das nächste Level zu heben.
 
Victor van Doom schrieb:
Schreibt er hingegen einen halben Aufsatz über die Kameraführung und das Setdesign, weiß die gesamte Gaming-Welt, Ab ins Kino, der Film ist ein Meisterwerk.
Also ein Film muss für jemanden noch lange kein Meisterwerk sein nur weil Kojima was dazu sagt 😂

Also ganz ehrlich, du kannst ja gerne Fan von Kojima sein, spricht ja nichts dagegen aber bei dem Thread hab ich so ein klitzekleines bisschen das Gefühl dass du Ragebaitest. Du tust so als ob das, was du über Kojima denkst, quasi Gesetz wäre und allgemeingültig ist. Es ist aber halt nur deine Meinung, deine Ansicht und von mir aus noch die Ansicht vieler anderer Kojima Fans aber mehr auch nicht. Gibt viele andere die das überhaupt nicht so sehen.

Wenn mal wieder was von Kojima angekündigt wird, rolle ich nur mit den Augen und denke mir dabei "Und das nächste overhypte Game mit maximal kryptischer Story die keine Sau versteht aber genau deswegen als das nonplusultra abgestempelt wird."

Victor van Doom schrieb:
Deshalb fühlen sich seine Spiele nicht an wie Counter-Strike oder Call of Duty, wo die Story oft nur die Ausrede ist, um zum nächsten Schießplatz zu rennen.
Gibt auch genug andere Spiele die ne gute Geschichte erzählen und der man sogar folgen kann ohne alles auf Reddit mit anderen zu Tode zu analysieren und die fühlen sich auch nicht an wie ein CS oder CoD zumal CS gar keine Story hat und die Story von CoD eher vergleichbar ist mit Popcornkinoaction und sowas per se auch nicht schlecht sein muss.
 
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Fällt so ein Geschreibsel nicht schon unter Werbung?

Es ist halt eine andere Art von Kultur den Erfolg eines Titels, eines Produkts oder Spielserie nicht dem dahinter stehenden Studio / Firma und allen Mitarbeitern, sondern speziell einer Person zuzuschreiben.
Und da gibt es einige Beispiele, Naoki Yoshida – Final Fantasy, Yoko Taro – NieR, Todd Howard – Bethesda. Oder Swen Vincke in seiner BG3 Ritterrüstung, Jensen Huang – Nvidia passt auch gut in die Gruppe.

Ich sehe hier nichts besonderes gegenüber anderen erfolgreichen Spielen, wo gute Ideen massentauglich und erfolgreich umgesetzt wurden. Wenn es einen triggert erlebt man durchaus eine immersive und intensive Erfahrung. Wie bei jedem (erfolgreichen) Titel wird es auch Spieler geben, die damit nichts anfangen können. Ich habe Death Stranding sehr gerne gespielt, Red Dead Redemption 2 oder Witcher 3 z.B. war dagegen überhaupt nix für mich.
 
Mir fällt da gerade noch die Mass Effect Trilogie ein. Kojima mag ja ein guter Filmemacher sein aber Videospiele zeichnen sich vorallem durch die Freiheiten und Interaktivität aus und da bietet ein Mass Effect halt viel mehr als jedes Kojima Spiel.

Hier geht man wirklich über 3 Spiele Beziehungen mit seiner Crew ein und je nachdem welche Entscheidung man trifft, hat das Auswirkungen auf die Crew was soweit geht dass sogar welche sterben können. Das kann einem dann richtig nahe gehn wenn dein guter Kumpel oder dein Love Interest plötzlich draufgeht weil du als Captain ne falsche Entscheidung getroffen hast.

Sowas spricht mich als Spieler dann doch mehr an als ein linearer Film wo man die Story kaum bis gar nicht versteht und wo man zwischen den Cutscenes ein bisschen Gameplay hat dass man es noch als Spiel verkaufen kann.

Wenn ich wiederum nen interaktiven Film spielen will, dann eher sowas wie Detroit become Human, Heavy Rain und dergleichen. Läuft wie ein Film wo ich als Spieler aber eingreifen und so die Story mitgestalten und verändern kann.

Kojima-Spiele sind irgendwie weder Fleisch noch Fisch. Nicht ganz Film aber auch nicht ganz Spiel aber irgendwie auch kein Zwischending wie Detroit become Human. Du hast einmal Film wo du nichs machst und nur zusiehst, dann wieder Spiel wo du halt Missionen erfüllst (wo du auch nicht groß eingreifen kannst wie das ganze endet da die Story ja schon geschrieben ist) und das alles mit so Hardcuts im ständigem Wechsel.
 
Azeron schrieb:
Also ein Film muss für jemanden noch lange kein Meisterwerk sein nur weil Kojima was dazu sagt 😂
Das kannst du gerne sehen wie du willst. Fakt ist aber das er das Medium Film besser versteht als die gesamte Youtube Influenza Gemeinde zusammen.

Und das Wort "Influenza" passt da sogar perfekt, weil diese Art von Content-Erstellung oft wie eine ansteckende Krankheit wirkt, die das echte Verständnis für Kunst wegschwemmt, weil viele moderne YouTube-Kritiker Filme wie eine Steuererklärung ab arbeiten und einfach nur Argumentieren "Gibt es Plot-Holes?, Ist das Pacing mathematisch korrekt? Hat Charakter X genug Screen-Time?“ Das ist mechanisch, oberflächlich und übersieht komplett, was Kino eigentlich ist nämlich pure Emotion, Rhythmus und visuelles Erzählen.

Kojima hingegen versteht das Medium auf einer fast akademischen, aber zutiefst leidenschaftlichen Ebene, weil er auf Dinge achtet, die dem normalen Zuschauer kaum auffallen.

  • Welche Kameralinse wurde genutzt, um die Enge eines Raumes zu betonen?
  • Wie bricht das Licht durch das Fenster, um die innere Zerrissenheit einer Figur zu spiegeln?
  • Wie wird Stille genutzt, um Spannung aufzubauen?

Ein Film kann technisch perfekt sein und keine einzige Logiklücke haben, aber trotzdem sterbenslangweilig sein. Genau das ist es, was Kojima bei seinen wortlosen Film-Posts oft abstraft. Ein guter Film muss dich nicht logisch überzeugen, er muss dich emotional erschüttern.

Kojima sucht das Wagnis, die Vision des Regisseurs, das Unkonventionelle und genau deshalb liebt er oft Independent-Filme oder abgedrehtes Arthouse-Kino, mit dem die typische "Popcorn-Checklisten-Fraktion“ auf YouTube überhaupt nichts anfangen kann.

Er kopiert Hollywood nicht einfach nur, er hat dessen Sprache gelernt und nutzt sie nun, um ein völlig neues Medium zu dominieren.
 
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Victor van Doom schrieb:
Fakt ist aber das er das Medium Film besser versteht als die gesamte Youtube Influenza Gemeinde zusammen.
Das ist kein Fakt sondern ne Meinung. Ein Fakt müsste irgendwie beweisbar sein und in diesem Fall gehts um persönlichen Geschmack und persönliche Geschmäcker sind nunmal nie Fakt.

Victor van Doom schrieb:
weil viele moderne YouTube-Kritiker Filme wie eine Steuererklärung ab arbeiten und einfach nur Argumentieren "Gibt es Plot-Holes?, Ist das Pacing mathematisch korrekt? Hat Charakter X genug Screen-Time?“ Das ist mechanisch, oberflächlich und übersieht komplett, was Kino eigentlich ist nämlich pure Emotion, Rhythmus und visuelles Erzählen.
Das ist eine objektive herangehensweise einen Film zu bewerten. Alles andere liegt einfach im Auge des betrachters ob es einem gefällt oder nicht.

Wenn Kojima einen Film gut findet, ist das schön, der muss mir aber trotzdem nicht gefallen aus den unterschiedlichsten Gründen. Ist am Ende eben alles subjektiv und kein Fakt.

Aber ich sehe schon. Du hast deine Meinung, ich ne andere. Für dich ist Kojima ein Gott der alles verstanden hat und das für sich zu nutzen weiß, für mich ein überhypter Videospielentwickler. Für mich ist der ganze Thread irgendwie Ragebait. Ich bin dann mal raus aus der "Diskussion" aber ich werde noch gespannt mitlesen.

Eins noch: Bei Kojima sieht man ganz gut warum es sowas wie Sekten überhaupt gibt😂Der wäre auch ein ganz guter Sektenanführer mit ner Menge Mitglieder. Falls er mal keinen Bock mehr auf Videospiele oder Filme hat, kann er ja diesen Zweig einschlagen. Die Leute würden ihm auch Geld für nichts geben, allein weil er in ihren Augen so ein Genie ist.
 
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Ist das hier der Peter Molyneux Thread?
Ich finde man sollte geltungssüchtige Selbstdarsteller nicht auch noch in ihren Neurosen bestärken.
 
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Victor van Doom schrieb:
Das kannst du gerne sehen wie du willst. Fakt ist aber das er das Medium Film besser versteht als die gesamte Youtube Influenza Gemeinde zusammen.
An der Stelle wirst du jetzt sehr unsachlich, sofern du deine Behauptung nicht noch sachlich belegst.
Wie schon geschrieben, du machst einfach Werbung hier.
 
Mir ist nicht so ganz klar, was Ziel und Zweck des Threads sein soll, der noch nicht mal mit einer Frage verbunden ist, sondern eher nach "Preiset den Herrn" aussieht.

Wenn dann auch noch die eigene Perspektive gegen abweichende verteidigt wird, mutet das etwas schräg an und entzieht dem Thema wichtige Objektivität und damit Reflektions- und Kritik-Fähigkeit.

Nun ist das Prinzip des (überidentifizierten) Fans und des Personenkultes ja nicht neu und findet sich an vielen Stellen. Mir läuft das immer gegen den inneren Widerstand, eine Person auf ein hohes Podest zu stellen. Leistung würdigen, kein Thema. Über alle andere erheben? No go.

Ich habe verstanden, dass @Victor van Doom großer Fan ist und warum. Die Überidentifikation finde ich allerdings bedenklich.

Allerdings... mutet ein Teil des Textes wie KI-Output an. So ähnlich antwortet Genimi im "Beigeisterungsmodus". Die häufige Verwendung von "Du" im Kontext von Erläuterung sieht man häufig in Dialogen mit einer KI, die auf Bestätigungskurs mit dem User ist. Aber da kann ich mich natürlich irren und will nichts unterstellen, sondern nur anmerken, dass mir eine gewisse Ähnlichkeit auffällt.

Mit den Spielen Kojimas konnte ich nichts anfangen. Death Stranding eine Chance gegeben, sogar einige Stunden durchgehalten, dann aber aufgrund des zähen und langweiligen Gameplays aufgegeben. Also meinen Geschmack trifft es überhaupt nicht, weil sich die durchaus interessante Story hinter einer Wall aus öden Gameplay-Mechaniken versteckt.

Den künstlerischen Anspruch, die technische Güte und die schon coole Ästhetik kann ich anerkennen, aber Spaß hat es nicht gemacht.

Allerdings muss ich auch mal reflektieren, warum ich das hier überhaupt tippe und die Zeit aufbringe? Wirkt der Kaffee noch nicht 😅?

Egal, Sport und dann ab ins Office. Kann nur besser werden. Habt einen guten Start.
 
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Azeron schrieb:
Für dich ist Kojima ein Gott der alles verstanden hat und das für sich zu nutzen weiß, für mich ein überhypter Videospielentwickler.
Und genau das ist der Ausschlaggebende Punkt. Ich versuche nicht zu behaupten mehr Ahnung von der Materie zu haben als die Person die tatsächlich in der Branche tätig ist. Im Gegensatz zu den Personen die das tun.

Ich sage nicht Kojima sei ein Überhypter Spiele Entwickler. Der Mann ist seit über 20 Jahren in der Branche. Ich Respektiere seine Werke und das tue ich bei jedem Medium. Damit ich dieses Wort "Überhypter" Spieleentwickler benutze, müsste ich in der Branche Tätig sein und mindestens genau so viel oder mehr Erfahrung haben, wie die Personen die dort tätig sind.

Ich maße mir das nicht an, so etwas zu behaupten. Ich Respektiere die Werke der Menschen die mit ihren Visionen und Fähigkeiten Filme und Spiele Entwickeln.
Ergänzung ()

Ich bin zum Beispiel kein Fan von den Herr der Ringe Filmen. Aber deswegen sage ich nicht das Peter Jackson ein schlechter Regisseur ist oder die Filme schlecht sind. Ich bin einfach nur nicht die richtige Zielgruppe dafür und jeder der es mag, darf es gern genießen und ich habe auch kein Interesse daran den Personen die Freude daran zu nehmen, die es mögen.
 
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Victor van Doom schrieb:
Ich maße mir das nicht an, so etwas zu behaupten.
Aber du maßt dir an zu behaupten dass es Fakt ist dass Kojima Filme besser versteht als jeder andere auf Youtube auch wenn das nicht selten sehr Subjektiv ist. Ok.
 
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Und das selbe gilt für Spiele wie Counter-Strike oder Final Fantasy. Ich bin einfach nicht die richtige Zielgruppe und nur weil ich es nicht mag, heißt das nicht das es schlechte Spiele sind oder deren Entwickler überhyped sind. Im Gegensatz, sie haben Millionen andere begeistern können, ich war nur keiner davon.
 
Victor van Doom schrieb:
In Death Stranding geht es um eine apokalyptische Welt, die durch ein übernatürliches Phänomen verwüstet wurde. Du schlüpfst in die Rolle des Kuriers Sam Porter Bridges und reist durch ein zerstörtes Amerika, um isolierte Überlebende zu versorgen und die Menschheit wieder miteinander zu vernetzen.

Das Spiel Thematisiert Einsamkein und Soziale hilfe, so wie Empathie und Fürsorge. In fast jedem anderen Spiel wäre das Bridge Baby ein reines Werkzeug gewesen, oder ein Radar-Item, eine Lebensleiste. Bei Kojima wird es dein emotionaler Anker. Ein weiterer genialer Faktor ist, das Sam Porter Bridges, der so grandios von Norman Reedus gespielt wird, unter Aphenphosmphobie leidet. Der krankhaften Angst vor Berührung. Kojima nutzt das Spieldesign, um dir diese Isolation aufzuzwingen

Du läufst stundenlang mutterseelenallein durch diese kargen, wunderschönen, aber völlig toten Landschaften. Die Einsamkeit wird zu einem spielerischen Element.

Und genau dann, wenn die Isolation fast unerträglich wird, lässt Kojima die Kamera leicht zurückfahren und es setzt ein melancholischer Song von Low Roar ein. In diesem Moment verschmelzen Sams Einsamkeit und deine Gefühle vor dem Bildschirm komplett.

Das ist der Unterschied zu Kojimas Spielen, weil er die Spielmechanik nutzt, um die philosophische Botschaft des Spiels zu transportieren. Die Menschheit kann nur überleben, wenn sie aufhört, egoistisch zu sein, und anfängt, sich gegenseitig zu stützen.

Korrekt, weil Kojima ein großer Fan von Filmen ist. Du sollst kein Spiel spielen wie Counter-Strike, sondern einen Film Erleben. Du sollst dich in die Charaktere hineinversetzen und dich mit ihnen Identifizieren.
genau das meine ich. sobald kojima ein offensichtliches thema wie einsamkeit, verbindung oder empathie anspricht, wird sofort so getan, als hätte er die philosophie neu erfunden.

dass ein spiel isolation vermittelt, indem es dich stundenlang allein durch leere landschaften laufen lässt, ist für mich kein genialer geistesblitz, sondern erst mal schlicht langweiliges gameplay. eine idee wird nicht automatisch brillant, nur weil sie sich konsequent durchzieht.

und low roar im richtigen moment einzuspielen, ist jetzt auch keine magische meisterleistung. musik kann fast jede szene emotional aufladen. das schaffen unzählige spiele und filme, ohne dass daraus gleich ein kult entsteht.

du sagst selbst, man soll eher einen film erleben als ein spiel. genau da liegt für mich das problem. wenn ich einen film sehen will, schaue ich einen film. wenn ich ein videospiel kaufe, möchte ich vor allem spielen und nicht alle paar minuten die maus aus der hand legen, weil der entwickler sich lieber als regisseur versteht.

und dieses "das ist der unterschied zu kojima" höre ich ständig. als hätte vor ihm niemand gameplay und erzählung miteinander verbunden. dabei haben das unzählige andere spiele geschafft – nur mit dem unterschied, dass sie neben ihrer botschaft auch noch spaß gemacht haben.
 
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