Also Ich unterstütze den Weg der GDL, auch wenns mich selbst trifft!
Die Lokführer haben imo berechtigte finanzielle Forderungen, die besonders deutlich werden, wenn man mal die Einkommen europäischer Lokführer-Kollegen
dagegenhält. Dort liegen die dt. ziemlich hinten, in der Schweiz verdient ein 40 J. Zugführer mit Familie 4455 netto!
Interessant finde ich, das zb bei Piloten die hohe Verantwortung gegenüber den Pasagieren eine (exorbitant) höhere Entlohnung rechtfertigt (obwohl die Vögel schon ganz automatisch fliegen können

). Bei Zugführern gilt dies dann plötzlich nicht mehr, obgleich auch diese 100erte Menschen transportieren!?
Den Streit über die Forderung nach einem eigenen Tarifvertrag für die GDL (bzw die Weigerung der Bahn) kann Ich nur äußerst verwundert verfolgen: Jahrelang wurde von den Arbeitgebern eine Öffnung der Flächentarifverträge gefordert, jetzt macht es jemand und plötzlich kommt die 180 Grad Kehrtwende??
Zitat:
"Wir brauchen eine gesetzliche Öffnungsklausel im Tarifrecht"... ermöglicht werden, betriebliche Vereinbarungen zu treffen, die von den geltenden Tarifverträgen abweichen könnten."
Das verwundert doch sehr, ebenso wie der ganze Ablauf dieses "Ereignisses", warum nur scheinen alle Beteiligten auf Biegen & Brechen so stur zu sein /zu bleiben?
Nehmen wir die GDL, warum der eigene Vertrag? Wenn man weiß das die Bahn mit der Transnet-Gewerkschaft einen Tarifvertrag geschlossen hatte, der in einer Klausel jegliche andere Tarifverträge (GDL) untersagte, kann man die GDL schon besser verstehen!
Und die unsägliche Art der Bahn, mittels gerichtl. Verfügungen das Streikrecht zu unterwandern (welches im GG fest verankert ist!), hat mich persönlich echt angewidert! Da war der "Widerstand" der GDL doch fast zwangsläufig.
Zur Bahn: Warum nimmt Mehdorn die Mio / Mrd-Verluste einfach so hin (vom Imageverlust ganz zu schweigen), und "zahlt" nicht einfach die erwarteten 100 Mio Mehrbelastung?
An den Finanzen kanns nicht liegen, wenn man die Umsätze & "Gewinne" der Bahn sieht, Mehdorn bekommt ja sogar noch Milliarden pro Jahr vom Bund!
Nein, imo liegst am geplanten Börsengang, für diesen müssen um jeden Preis die Gewinne maximiert und die zukünftigen Shareholder beruhigt werden! Welcher Aktionär sieht denn schon gerne, das ein paar Leute in "seinem" Laden ihre Forderungen durchsetzen können, hm?
Und auch die Bundesregierung möchte keine großen Wellen bei der Bahn, sondern schnell und "unbemerkt" den erwarteten Bahn-Erlös einkassieren, möglichst bevor die Allgemeinheit mitbekommt, das dort Volksvermögen von geschätzten 200 Mrd € für 6-8 Mrd "verschleudert" wird.
Anders kann ich mir das Stillsitzen des Bundes nicht erklären. Und gerade dort könnte zb die SPD ihr gerade wiedergefundenes soziale Gewissen mal wirklich glaubwürdig aufzeigen!
Aber nein, man macht sich lieber zum Lakaien der Wirtschaft und orakelt "dramatische" Folgen für die selbige und das der Aufschwung dadurch gefährdet ist.....
my2cents