Abspaltung der Lokführergewerkschaft - Der richtige Weg?

@hapelo

Wie kann man die Bahn mit einem defizitären Unternehmen vergleichen?
Die Bahn war, ist und wird auch in Zukunft, trotz der unnötigen Teilprivatisierung, ein Zuschußbetrieb bleiben.

Eigentlich wäre es an der Zeit daß der Eigentümer mal reinen Tisch macht, den Vorstand in die Wüste schickt und mit einem neuen Management all die Probleme angeht die es bei der Bahn gibt.

Davon wäre der Tarifkonflikt wohl noch das kleinste.
 
Pieper ein Punkt der dazu führt, dass die DB AG keine Gewinne abwirft ist die Tatsache, dass sie viele ihrer Strecken bedienen muss selbst wenn es sich nicht lohnt. Würde die Bahn rein wirtschaftlichen Interessen folgen, so wäre der Regionalverkehr nahezu komplett eingestellt und die Bahn würde sich auf den Fern- und Güterverkehr fokusieren, denn da lässt sich richtig gutes Geld machen.

Willst du wirklich, dass die DB AG rein wirtschaftlichen Interessen folgt?
 
Also Ich unterstütze den Weg der GDL, auch wenns mich selbst trifft!

Die Lokführer haben imo berechtigte finanzielle Forderungen, die besonders deutlich werden, wenn man mal die Einkommen europäischer Lokführer-Kollegen dagegenhält. Dort liegen die dt. ziemlich hinten, in der Schweiz verdient ein 40 J. Zugführer mit Familie 4455 netto!
Interessant finde ich, das zb bei Piloten die hohe Verantwortung gegenüber den Pasagieren eine (exorbitant) höhere Entlohnung rechtfertigt (obwohl die Vögel schon ganz automatisch fliegen können ;)). Bei Zugführern gilt dies dann plötzlich nicht mehr, obgleich auch diese 100erte Menschen transportieren!?

Den Streit über die Forderung nach einem eigenen Tarifvertrag für die GDL (bzw die Weigerung der Bahn) kann Ich nur äußerst verwundert verfolgen: Jahrelang wurde von den Arbeitgebern eine Öffnung der Flächentarifverträge gefordert, jetzt macht es jemand und plötzlich kommt die 180 Grad Kehrtwende?? :confused_alt: :watt:

Zitat: "Wir brauchen eine gesetzliche Öffnungsklausel im Tarifrecht"... ermöglicht werden, betriebliche Vereinbarungen zu treffen, die von den geltenden Tarifverträgen abweichen könnten."


Das verwundert doch sehr, ebenso wie der ganze Ablauf dieses "Ereignisses", warum nur scheinen alle Beteiligten auf Biegen & Brechen so stur zu sein /zu bleiben?

Nehmen wir die GDL, warum der eigene Vertrag? Wenn man weiß das die Bahn mit der Transnet-Gewerkschaft einen Tarifvertrag geschlossen hatte, der in einer Klausel jegliche andere Tarifverträge (GDL) untersagte, kann man die GDL schon besser verstehen!
Und die unsägliche Art der Bahn, mittels gerichtl. Verfügungen das Streikrecht zu unterwandern (welches im GG fest verankert ist!), hat mich persönlich echt angewidert! Da war der "Widerstand" der GDL doch fast zwangsläufig.

Zur Bahn: Warum nimmt Mehdorn die Mio / Mrd-Verluste einfach so hin (vom Imageverlust ganz zu schweigen), und "zahlt" nicht einfach die erwarteten 100 Mio Mehrbelastung?
An den Finanzen kanns nicht liegen, wenn man die Umsätze & "Gewinne" der Bahn sieht, Mehdorn bekommt ja sogar noch Milliarden pro Jahr vom Bund!
Nein, imo liegst am geplanten Börsengang, für diesen müssen um jeden Preis die Gewinne maximiert und die zukünftigen Shareholder beruhigt werden! Welcher Aktionär sieht denn schon gerne, das ein paar Leute in "seinem" Laden ihre Forderungen durchsetzen können, hm?

Und auch die Bundesregierung möchte keine großen Wellen bei der Bahn, sondern schnell und "unbemerkt" den erwarteten Bahn-Erlös einkassieren, möglichst bevor die Allgemeinheit mitbekommt, das dort Volksvermögen von geschätzten 200 Mrd € für 6-8 Mrd "verschleudert" wird.
Anders kann ich mir das Stillsitzen des Bundes nicht erklären. Und gerade dort könnte zb die SPD ihr gerade wiedergefundenes soziale Gewissen mal wirklich glaubwürdig aufzeigen!

Aber nein, man macht sich lieber zum Lakaien der Wirtschaft und orakelt "dramatische" Folgen für die selbige und das der Aufschwung dadurch gefährdet ist.....:rolleyes:

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@Wiesel

Anscheinend habe ich mich irgendwie mißverständlich ausgedrückt.

Also ich weiß was defizitär bedeutet. :rolleyes:
Was ich meinte ist daß man die Bahn nicht mit einem üblichen verlustbringenden Unternehmen (führt ja irgendwann in den Konkurs) vergleichen kann. Nicht jedes Unternehmen hat schließlich einen Geldgeber der jährlich 2 - 2,5 Mrd. Euro zuschießt.

@Adam_Smith

Willst du wirklich, dass die DB AG rein wirtschaftlichen Interessen folgt?

Wie kommst du denn auf diese Idee? Jetzt wirds vogelwild!
Ich schrieb doch daß die Bahn auch in Zukunft ein Zuschußbetrieb sein wird. Sollte eigentlich nicht negativ gemeint sein.
Daß der Regionalverkehr unrentabel ist ist auch klar, darum ja die Subventionen. Und damit dieser auch weiterhin, flächendeckend, von dem 'Volkseigentum' Bahn abgedeckt wird müßte man einen neuen Mann an die Spitze setzen der den Willen des Bundes auch so umsetzt wie es sich für ein Staatsunternehmen gehört.


@PCB

Das funktioniert, wie in fast allen Bereichen nach dem Prinzip: 'was ineressiert mich mein Geschwätz von gestern'!

Und eine so 'mächtige' Gewerkschaft, die es schafft eine längst überfällige Lohnkorrektur, und dazu noch als Einzeltarifvertrag, durchzusetzen verringert natürlich das Interesse von Investoren. Und um die tänzelt Mehdorn doch herum wie um einen Honigtopf.
 
Zuletzt bearbeitet:
@ PCB

Aus Zeitgründen kann ich nur kurz auf deine Äußerungen eingehen. Ich verlinkte bereits eine Quelle aus der hervorgeht, dass die Lokführer in Deutschland im gesamteuropäischen Vergleich gar nicht so schlecht da stehen. Die GDL führt in ihrer Tabelle nur jene Länder auf in denen der Lokführer mehr verdient als in Deutschland.

Gerade wenn man die Bruttolöhne vergleicht stehen die deutschen Lokführer gar nicht mal so schlecht da. Netto sieht es etwas anders aus, aber dafür kann die DB AG nichts, denn sie ist nicht für die hohen Abzüge verantwortlich.

Ferner sollten auch immer die Lebenshaltungskosten mit in die Betrachtung eingezogen werden. Diese sind in fast allen von der GDL aufgeführten Ländern höher als in Deutschland. Teilweise sogar bis zu 28% (Schweiz). All das muss bei dem Vergleich von Nettolöhnen berücksichtigt werden, die GDL macht dies nicht und verzerrt so natürlich das Bild zu ihren Gunsten.

Was nicht bedeuten soll, dass die Lokführer in Europa überall weniger verdienen als in Deutschland.

Schwachsinnige Vergleiche zu Piloten gab es hier im Forum und auch von Seiten der GDL bereits zu genüge. Bitte setz dich doch mal ne Stunde zu einem Piloten ins Cockpit und lass dir erklären was er alles machen muss. Dazu reicht die Stunde nicht aus ...
Dann setz dich in den Führerstand einer Regionalbahn und lass dir von dem Lokführer seinen Job erklären.

Danach kannst du wieder kommen und Vergleiche ziehen ...
 
Wie bitte, die Deutschen Lockführer sollen Brutto im Europähischen Vergleich nicht so schlecht verdienen ??

Also wenn ich schon als Pflegekraft brutto über 2100 Euro (ohne Zulagen) bei 36 Stunden in der Woche verdiene, dann ist der selbe Bruttolohn für über 40 Stunden in der Woche nicht wenig ??? So weit ich mich erinnern kann verdient ein Lockführer in der Schweiz über 3500 euro brutto.

Aber an diesem Beispiel sieht man mal wieder was im Kapitalismus los ist. Um die Profite der Vermögenden Anleger möglichst hoch zu halten dürfen die jenigen die diesen Profit erarbeiten halt nicht so viel verdienen. Klar das sich der Bahnvorstand erst kürzlich über 60% mehr eingestrichen hat, 31% für Lockführer sind da natürlich zu viel.

Interessant übrigens das der Aufschrei vor 7 Jahren beim Pilotenstreik lange nicht so scharf war. Und das bei einer Berufsgruppe die wirklich alles andere als unterbezahlt gilt. Die haben damals ja wirklich auf hohem Niveau gejammert und sich letztendlich durchsetzen können.
 
Adam_Smith schrieb:
Die GDL führt in ihrer Tabelle nur jene Länder auf in denen der Lokführer mehr verdient als in Deutschland.
Nein, in der Tabelle sind die Löhne in vergleichbaren EU-Staaten gelistet! Du willst doch nicht ernsthaft Zugführer-Gehälter aus Lettland oder Bulgarien als zus. Maßstab miteinbeziehen, oder?

Und die um 28% höheren Lebenskosten der Schweiz relativieren sich ja wohl bei einem um 258 % höheren Lohn, oder?

Adam_Smith schrieb:
Schwachsinnige Vergleiche zu Piloten gab es hier...
Aber trotz Wiederholung scheinst du es nicht zu begreifen! Es geht nicht darum, wer wieviel technisches Können & Wissen für seinen Job benötigt, sondern um die Verantwortung in seinem Job!

Bei dem einen Beruf ist es relevant, beim anderern nicht, nur das hatte ich angemerkt!

Und btw, Piloten und ebenfalls Ärzte haben ihren eigenen Tarifvertrag, den sich auch beide Gruppen mit Streiks erkämpft haben! Das scheint aber kein Problem für dich zu sein.....!!

Und zu dem Argument, das die Bahn momentan das ablehnt, was alle Arbeitgeber jehrelang gefordert haben, nämlich die Öffnung der Tarifverträge, kommt von dir nicht viel!


Zur Wahrnehmung einer anderen Sichtweise als der von Mr. Smith empfehle ich allen diesen Kommentar der Frankfurter Rundschau

Zitat: "Nun kann man sagen: Wenn da jeder käme! Ja, soll doch jeder kommen! Sollen doch die deutschen Drehbuchschreiber die Filmproduktion boykottieren, und sollen doch ein paar TV-Techniker das Fernsehen lahmlegen,... sollen die Arbeiter am Band den Schraubenschlüssel zur Seite und den Betrieb lahm legen. ...
Was da alles lahmgelegt werden kann! Und was wird dann passieren? Es wird sich herausstellen, dass viel mehr Leute viel wichtiger sind, als sie gedacht haben."


my2cents
 
Wir haben hinlänglich über das Thema Verantwortung diskutiert auf den vergangenen Seiten dieses Threads. Es wurde auch bereits sehr ausführlich geschrieben, dass es innerhalb der DB AG verschiendeste Jobs gibt in denen die Arbeitnehmer eine mindestens ebenso hohe Verantwortung tragen wie der Lokführer.

Piloten im Cockpit eines Passagierflugzeuges sind 100% auf sich gestellt, wenn es hart auf hart kommt. Hast du im Flugzeug schon einmal einen Hebel für die Notbremse gesehen? Ich nicht!
Der Pilot muss in Gefahrensituationen deinen Hirnschmalz anstrengen um eigenverantwortlich Entscheidungen zu treffen die die Gefahr bannen. Bei einem Lokführer beschränkt sich das dann doch eher darauf die Gefahrensituation zu erkennen und dann auf die Bremse zu treten.
Ich will damit den Beruf des Lokführers keinesfalls herabwürdigen, aber überbewerten sollte man ihn auch nicht.

PCB schrieb:
Es wird sich herausstellen, dass viel mehr Leute viel wichtiger sind, als sie gedacht haben.

In einer Gesellschaft ist prinzipiell jeder Job wichtig. Selbst der Produzent von Konsumgütern erfüllt innerhalb unseres Systems eine wichtige Funktion. Unwichtige Jobs gibt es nicht und der eine Job ist nicht wichtiger als der andere ... wie gesellschaftsfeindlich muss man sein um dies anders zu sehen?!

Jetzt fragt man sich natürlich wie dann unterschiedliche Löhne zustande kommen...
Da wir in einer Marktwirtschaft leben wird auch der Preis für die geleistete Arbeit (also der Lohn) entsprechend den Gesetzen des Marktes gebildet. Hier ist nicht die Wichtigkeit des Jobs entscheidend sondern das Angebot an potentiellen Arbeitnehmern. Bei Jobs die unbequem sind oder hohe Anforderungen an die individuellen Fähigkeiten stellen sind die Löhne höher als bei "einfachen" Berufen oder eben jenen für die man keine hohen Qualifikationen braucht.

Bahner im Betriebsdienst ist ein Lehrberuf. Als Eingangsqualifikation reicht der Realschulabschluss. Es ist schlichtweg so, dass viele Menschen die nötigen Qualifikationen besitzen um diesen Beruf ausüben zu können. Die Anforderungen sind nicht höher als die Anforderungen die an die übrigen Bahner im Betriebsdienst gestellt werden.
Bei Piloten und Ärzten ist dies vollkommen anders.

Nun stellt sich die Frage ob 20€ Stundenlohn für einen Lehrberuf ausreichend sind ... Im nationalen Vergleich (und das ist der einzige Vergleich der zählt !), verdient der Bahner im Betriebsdienst dann auf einmal gar nicht mehr so schlecht...

Ich habe übrigens auf den ersten Seiten dieses Threads schon geschrieben, dass ich es nicht als optimale Lösung sehe, dass Ärzte und Piloten einen eigenen Tarifvertrag haben.
Ich sagte lediglich, dass man aus der Tatsache, dass Piloten und Ärzte einen eigenen Tarifvertrag haben ableiten kann, dass die Lokführer auch einen bekommen sollten. Piloten haben nun einmal einen vollkommen anderen Bildungsweg beschritten als die Stewardessen oder Fluggerätmechaniker in der Wartung. Bei Ärzten ist es ebenso ... auch ihr Bildungsweg ist in keiner Weise mit dem einer Krankenschwester vergleichbar.
Bei Lokführern ist es eben nicht so! Die Lokführerausbildung ist nun mal eine ganz normale Ausbildung mit anschließender Qualifikation auf einen Triebwagentyp. Diese dauert wenige Monate und wird von der DB AG voll bezahlt. In den ersten 3 Jahren der Ausbildung unterscheidet sich der Lokführer nicht von den Arbeitnehmern in der Wartung, den Arbeitnehmern in den Leitständen, ...

@extasy:

Der Vergleich mit den Löhnen ausländischer Arbeitnehmer hinkt immer! Zumal die GDL etwas flunkert wenn es um die Netto Löhne geht... Dazu habe ich bereits an mehreren Stellen recht ausführlich etwas geschrieben. Ich würde dich bitten dies und die dazu gehörigen Quellen durchzuarbeiten sonst drehen wir uns hier im Kreis.
 
Zuletzt bearbeitet:
zum thema verantwortung, ein Busfahrer transportiert auch viele menschen.
und 1500€ netto ist für ein Ausbildungsberuf gar nicht so schlecht.
Ist ja ok das sie für mehr lohn kämpfen aber 31% ?
warum haben sich die gewerkschaften nicht vorher schonmal mehr geld verlangt als jetzt aufeinmal bis zu 30%?
Ein weiteres Problem sind die anderen gewerkschaften die sich mit der bahn schon geeinigt haben.
Wenn man der GDL 30% gewähren würde gäbe es mitarbeiter 1. und 2.ter Klasse, und das kann es nicht sein
 
Eine interessante Runde hat sich da gestern bei Anne Will zusammen gefunden um öffentlich diese Thematik zu diskutieren.

Unter anderem saßen da Frau Suckale, Herr Schell sowie Herr Biedenkopf (zusammen mit Geißler bildeten sie damals das Moderatorenteam welches zwischen GDL und TG sowie DB AG schlichten sollte). Lustig an der ganzen Runde war der Versuch Schells die Moderatorenvereinbarung welche von Geißler und Biedenkopf kam zu interpretieren während Herr Biedenkopf daneben saß. Ist ihm nicht ganz geglückt :D .

http://daserste.ndr.de/annewill/aktuellesendung/t_cid-4260020_.html

Leider ist die Szene in der Herr Biedenkopf klar sagte, dass es Ziel des Moderationsverfahrens war, dass TG, DB AG sowie GDL in Kooperation einen Konfliktfreien Tarifvertrag zu vereinbaren haben in welchem die GDL in einem eigenständigen "Abschnitt" Arbeitszeit und Lohn der Lokführer regeln darf. Dieser Tarifvertrag soll aber in das Tarifgeflecht der DB AG eingebunden werden.

Herr Schell hat dies wohl leider nicht ganz verstanden (bis heute noch nicht wie mir scheint).

Amüsant wurde es dann als ein ehemaliger Verhandlungsführer der Polizei, der heute Manager in Fragen des Konfliktmanagements berät zu Wort kam.
Er sagte, dass es für alle Seiten das beste wäre, wenn man endlich miteinander redet...

Gesagt getan, dachte sich wohl Frau Suckale und versprach Herrn Schell vor laufender Kamera, dass sich der gesamte Vorstand der DB AG heute frei nehmen würde um mit der GDL zu sprechen und zu verhandeln. Schell hat es selbst zu dem Zeitpunkt einfach nicht geschafft über seinen Schatten zu springen und direkt einzuwilligen, man konnte förmlich spüren wie er sich gewunden hat und Argumente gegen ein solches Treffen suchte.

Heute dann kommt auf einmal die Pressemitteilung, dass die GDL morgen bereit wäre zu Verhandeln ... ein Schelm wer böses dabei denkt.

Auf dem Rücken der ganzen Nation tragen da zwei Dickköpfe (ja hier will ich außnahmsweise auch mal Herrn Mehdorn mit in die Verantwortung nehmen) ihren Egotrip aus! Ihr könnt mir sagen was ihr wollt ... um das Wohl der Lokführer geht es Herrn Schell nur sekundär, primär geht es um das Ego.
Und die Äußerungen eines Herrn Mehdorn oder auch riesige Zeitungsannoncen tragen nicht gerade dazu bei den Konflikt zu lösen.

Hier wird das ganze Streikrecht ad absurdum geführt!
 
... ein Schelm wer böses dabei denkt.

Ich denke dabei nur folgendes: Herr Schell konnte dies in diesem Moment gar nicht alleine entscheiden, da er alleine nicht Beschlussfähig ist. Dazu bedarf es der Zustimmung der GDL.
Und der Vorstand der DB AG wußte dies. Gehört halt auch zum Kampf um die öffentliche Meinung..

Eine andere Frage ist, ob ich diese Unflexibilität in bestimmten Situationen gut heiße.
 
Niemand erwartete von Herrn Schell, dass in der Sendung gleich ein Tarifabschluss erfolgt. Es ging nur darum, dass er als Vorsitzender der GDL Bereitschaft zeigt sich mit den übrigen Tarifpartnern an einen Tisch zu setzen.

Ich denke diese Entscheidung hätte er als GDL Vorsitzender durchaus spontan treffen können und dürfen. Und wenn es keine Entscheidung ist, dann hätte er wenigstens Worte sagen können wie: "Ich werde mich gerne morgen mit Ihnen zusammen an einen Tisch setzen, muss dies aber noch mit dem übrigen Vorstand abstimmen."

Doch auch dies sagte er nicht ...

Der GDL wurde in der Sendung folgendes Angeboten:

- Vetorecht bei den Tarifverhandlungen zwischen den 3 Bahngewerkschaften und der DB AG
- Die GDL darf Fragen zu Arbeitszeit und Lohn für die Lokführer eigenständig diskutieren, die Ergebnisse müssen aber Konfliktfrei zu dem restlichen Tarifgefüge sein.
- Die TRANSNET arbeitet bereits an einer strukturellen Veränderung (Verbesserung) des Tarifgefüges und würde die GDL gerne in diesen Prozess einbinden.

Dafür sollte die GDL nur eins zusichern:

- Friedenspflicht für die nächsten 2-3 Monate und Verhandlungsbereitschaft.

Was will denn eine Gewerkschaft mehr die nicht einmal 10% der Angestellten der DB AG vertritt?

/edit:

Nun gibt es also eine Einigung zwischen den Konfliktparteien.

Doch wer genauer hinschaut, der fragt sich wofür denn nun die GDL unser Land gelähmt hat. Am Ende kommt nämlich nur das Ergebnis raus, was man von der Bahn auch ohne Streiks bekommen hätte.
Einen Artikel der die Ergebnisse zusammenfasst und kritisch hinterfragt findet sich bei der FAZ.
http://www.faz.net/s/Rub4D8A76D29AB...37FE7C~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_aktuell
 
Zuletzt bearbeitet:
Recht hast Du, und was mich persönlich freut ist die Reaktion von Herrn Mehdorn mit der Ankündigung von Preiserhöhungen und Personalreduzierung.
Da kann die Politik schimpfen wie sie will, ein Unternehmen muss auf die Zahlen schauen und wenn es wettbewerbsfähig sein will kann man nicht auf der Ausgabenseite erhöhen ohne auf der Einnahmenseite zuzulegen.
Das ist vom Bahnvorstand ja auch immer so gesagt worden, ohne bei der GDL Gehör zu finden.
Hoffentlich müssen jetzt die größten Quertreiber auch gehen und nicht die, die nichts dafür können.
 
Ist doch völliger Quatsch, die Erhöhungen im Dezember wurden schon mit der Begründung durchgeführt, dass man für die anstehenden Tarifabschlüsse mehr Geld benötigt. Es ist doch nur ein vorgeschobener Grund, und wenn man die Mehrausgaben hochrechnet, sollen es angeblich 5€ für 10000 Bahnkilometer sein...
 
Na ob jetzt der Lohnkostenanteil in der Bilanz der DB AG dermaßen hoch ist, dass die jetztigen Tarifabschlüsse eine derart drastische Preiserhöhung rechtfertigen sei mal dahingestellt.

Das die Bahn (zumindest mittelfristig betrachtet) aber in Zukunft vor allem im Bereich des Nah- und Güterverkehrs Stellen abbauen muss halte ich für schlüssig. Schließlich haben nahezu alle Konkurrenten deutlich geringere Lohnkosten.
Da im Nahverkehr und auch im Güterverkehr mittlerweile doch ein echter Wettbewerb statt findet, wird die Bahn wohl zukünftig des öfteren den kürzeren ziehen.
 
Das steht aber gar nicht zur Debatte, es geht allein um die Aussagen von Herrn Mehdorn und den Bezug auf den Tarifabschluss.
Wenn der Abschluss angeblich so weitreichende Folgen hat, wieso hat Herr Mehdorn dann nicht einfach seine Unterschrift verweigert? Entweder war er so kalt und hat den Stellenabbau willig in Kauf genommen oder er redet jetzt Unsinn, was davon stimmt darf sich jeder selber aussuchen.
 
Wenn der Abschluss angeblich so weitreichende Folgen hat, wieso hat Herr Mehdorn dann nicht einfach seine Unterschrift verweigert?

Und in diesem Moment lässt du dem Bahnvorstand dann gar keinen Spielraum mehr ...

Auf der einen Seite ist der Bahnvorstand schuld, wenn die GDL Streikt und damit in ganz Deutschland einen imensen wirtschaftlichen Schaden produziert und auf der anderen Seite soll er den Tarifabschluss verweigern, weil dieser Arbeitsplätze in Gefahr bringt?

Dem Bahnvorstand ist es recht egal, wie er seinen Gewinn einfährt. Ohne den hohen GDL Tarifabschluss hätte man keine Leute entlassen und die Fahrpreise nicht erhöhen müssen um eine Umsatzredite von X% zu erwirtschaften, jetzt mit dem hohen Tarifabschluss muss man eben Leute entlassen und Preise erhöhen um die selbe Rendite X% zu erwirtschaften.

Vollkommen legitim.

Ferner sind die wirtschaftlichen Schäden durch einen unbefristeten Streik vielleicht ja viel höher ...

Die Wahrung von Arbeitnehmerinteressen ist in erster Linie Aufgabe der Arbeitnehmervertreter (Betriebsräten und Gewerkschaften). Der Bahnvorstand hat mehrfach darauf hin gewiesen welches die Konsequenzen aus einem hohen Tarifabschluss sein können. Die GDL hat diese Warnungen ignoriert und weiterhin unhaltbare Forderungen aufgestellt.

Die Suppe dürfen sie nun selbst auslöffeln.
 
Gerade im Radio, die Entlassungen sind wieder vom Tisch, soviel dazu..
 
Nee, vom Tisch sind die nicht, noch lange nicht. Verschüttet oder verschoben vielleicht aber nicht vergessen.
Der Weg und der Zeitpunkt waren unglücklich gewählt, das ändert aber nichts an der Notwendigkeit wettbewerbsfähig zu bleiben.
So wie ich Herrn Mehdorn kenne findet der andere Wege die fehlenden Gelder einzutreiben...
 
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