Access Point Steering

HelmutK

Ensign
Dabei seit
Apr. 2012
Beiträge
149
Da ich aufgrund des gesetzlich vorgeschriebenen Brandschutzes und Wärmedämmung nun in einem faradayschen Käfig wohnen werde, habe ich einige Probleme mit der Planung meines WLAN.
Die von mir Anfangs befürchtete feindliche Übernahme der Frequenzen in meinem Haus, durch meine Nachbarn ist dafür kein Problem mehr.

Meine Frage ist, welches AP System hat ein intelligentes Clientmanagement, der den Client zum AP mit dem besten Empfang übergibt?
Und ist dies für einen Privathaushalt überhaupt erschwinglich?


AVM möchte dies erst mittelfristig impletieren.
 

Picormorant

Cadet 3rd Year
Dabei seit
Sep. 2017
Beiträge
62
Ich empfehel Ubiquiti.
Das dürfte der einzige Hersteller mit 802.11r Unterstützung und erschwinglichem Preis sein.

Ich möchte noch ergänzen. dass bei UBNT seit einiger Zeit 802.11r quasi deprecated ist und stattdessen auf eine proprietäre Roaming Lösung gesetzt wird. ("Zero Handoff Roaming")

Der Vorteil ist, dass dies ohne Zutun vom Client funktioniert und die Umschaltzeiten nochmal verbessert wurden. (-> Client muss keine zusätzlichen Roaming Protokolle unterstützen)

Bei meinen letzten Deployments hat dieses Feature sehr zuverlässig funktioniert. Es eignet sich jedoch nicht für alle Szenarien. Alternativ kann man über den Controller aber auch noch 802.11r aktivieren.

Hier zum nachlesen:
https://help.ubnt.com/hc/en-us/articles/115004662107-UniFi-Fast-Roaming
 
Zuletzt bearbeitet:

HelmutK

Ensign
Ersteller dieses Themas
Dabei seit
Apr. 2012
Beiträge
149
Ok... ich sehe, ich komm wohl nicht um Unifi herum... auch wenn es imho recht teuer ist (60€ für 1750E zu 160€UniFi AC Mesh Pro oder 130€ für AP AC PRO)...
 

Picormorant

Cadet 3rd Year
Dabei seit
Sep. 2017
Beiträge
62
Eventuell reichen bei dir auch die AC Lite.
Das Upgrade auf den Pro macht nur bei entsprechender Clientdichte Sinn.
 

Raijin

Fleet Admiral
Dabei seit
Nov. 2007
Beiträge
10.410
Moment mal: Du willst fortgeschrittenes WLAN, empfindest Ubiquiti aber als teuer? Dir ist schon klar, dass vergleichbare Geräte locker 500+ € kosten können? Ubiquiti ist in keinster Weise teuer, das Gegenteil ist der Fall. Klar, wenn du als Vergleich reine Consumer-Hersteller heranziehst, ist Ubiquiti teurer, aber das ist ein Vergleich von Äpfeln und Birnen. Man kann nicht den Komfort eines Mercedes für den Preis eines Kia erwarten...
Ergänzung ()

@Picormorant ZeroHandoff gibt es nicht mehr bzw wird von den aktuellen APs nicht mehr unterstützt. Du meinst vermutlich das was Ubiquiti banal als FastRoaming bezeichnet.
 

parats

Lt. Junior Grade
Dabei seit
Okt. 2018
Beiträge
384
Kann da meinem Vorredner nur beipflichten. Die Unifi-Reihe von Ubiquiti ist der absolute Einstieg und gute 100 Euro für einen AP sind nicht wirklich viel wenn ich gewisse Funktionen/Comfort/Zuverlässigkeit möchte. Schau dir mal vergleichbare Geräte an von bspw Cisco oder Aerohive.
 

Atkatla

Lt. Commander
Dabei seit
Dez. 2007
Beiträge
1.638
Ich empfehel Ubiquiti.
Das dürfte der einzige Hersteller mit 802.11r Unterstützung und erschwinglichem Preis sein.
802.11r ermöglicht ein schnelleres Roaming, wenn der Client sich zu einem Wechsel entschieden hat. Es veranlasst aber keine Wechsel des Clients.
Ich möchte noch ergänzen. dass bei UBNT seit einiger Zeit 802.11r quasi deprecated ist und stattdessen auf eine proprietäre Roaming Lösung gesetzt wird. ("Zero Handoff Roaming"). Der Vorteil ist, dass dies ohne Zutun vom Client funktioniert und die Umschaltzeiten nochmal verbessert wurden.
Zero-Handoff-Roaming war kein Roaming, sondern die Signale wurden einfach über alle APs auf dem selben Kanal rausgehauen. Das ist aus vielerlei Gründen sehr ineffizient, daher hat UBNT das "Zero Handoff Roaming" wieder abgeschafft und empfiehlt, es nicht mehr einzusetzen.
Derzeit bietet UBNT das von dir erwähnte Fast Roaming an, das ist aber nur eine propritäre Version von 802.11r und bietet für Privatpersonen mit PSK-Authentifizierung gegenüber 802.11r keine Vorteile. Genau wie 802.11r kann es den Client nicht zum Roamen veranlassen und die auf der Webseite angegebenen Roamingzeiten sind irreführend. (Wenn sie denn so gemessen wurden, zeigen sie nicht, das Fast Roaming sehr schnell ist, sondern das deren reguläre Implementierung furchtbar langsam ist (11 bzw 14 Sekunden) oder das deren Client einfach nur sehr träge beim Wechseln war.)

@HelmutK
Bei WLAN entscheiden die Clients, ob und wann sie wechseln. Z.B. bei zu niedriger Signalstärke oder abgerissener Verbindung. Roaming-Protokolle versuchen, die Anmeldung auf dem "neuen" AP möglichst schnell abzuwickeln anhand von Informationen, die das WLAN bereits vom alten AP kennen. Ebenso kommen langsam Protokolle ins Feld, die den Clients eine bessere Übersicht über die verfügbaren APs verschafft (z.B. 802.11k). Am Ende hängt es aber an der Planung.

Beispiel:
Nehmen wir mal ein größeres Haus/Wohnung an, am einen Ende ist das Wohnzimmer mit einem Accesspoint (AP1) und am anderen Ende oder Etage ist ein Arbeitszimmer oder so mit AP2. Der Client bucht sich im Wohnzimmer an AP1 ein und bewegt sich dann zum Arbeitszimmer. Dort kann er den AP1 aber nachwie vor sehen, wenn auch mit deutlich geringerer Datenrate. Der Treiber im Client entscheidet sich daher nicht für eine neue Suche und hängt weiter am entfernten AP mit einer langsamen Datenrate ("sticky client"). Eine Möglichkeit ist es, dem AP zu verbieten, auch die niedrigeren Datenraten zu unterstützen. Man schaltet dann die niedrigen Datenraten ab und erlaubt Verbindungen erst mit DatenRaten ab 18 oder 24 MBit. (Die Datenraten für 802.11n und ac passen sich dann analog an).
https://help.ubnt.com/hc/en-us/articles/115006559827-UniFi-802-11-Basic-Supported-Rate-Controls#2

Wenn in unserem Beispiel der Client vom Wohnzimmer ins Arbeitszimmer gewechselt hat und die niedrige Datenrate, mit der er bisher mit dem Wohnzimmer-AP noch die Verbindung gehalten hat, nun vom AP nicht mehr supported wird, dann verliert er die Verbindung, sucht nach einer neuen Basisstation und verbindet sich dann gezwungenermaßen mit AP2 im Arbeitszimmer, hat dafür dort aber wieder eine schnelle Verbindung.

Die UBNT-Produkte sind für Privatkunden keine schlechte Lösung, allerdings sollten hier keine übersteigerten Erwartungen bezüglich des Roamings gestellt werden. Viel wichtiger ist, ob man bei seiner Lösung die Data Rates kontrollieren kann. Ich kann leider nicht sagen, ob alle der UBNT-Produkte dies unterstützen. Zudem muss man dann auch in seiner Umgebung austarieren, wie viele der langsamen Datenraten man deaktivieren kann, so dass überall dennoch mit hohen Datenraten Empfang herrscht.
 

HelmutK

Ensign
Ersteller dieses Themas
Dabei seit
Apr. 2012
Beiträge
149
Eventuell reichen bei dir auch die AC Lite.
Das Upgrade auf den Pro macht nur bei entsprechender Clientdichte Sinn.
Danke für den Hinweis

Moment mal: Du willst fortgeschrittenes WLAN, empfindest Ubiquiti aber als teuer? Dir ist schon klar, dass vergleichbare Geräte locker 500+ € kosten können? Ubiquiti ist in keinster Weise teuer, das Gegenteil ist der Fall. Klar, wenn du als Vergleich reine Consumer-Hersteller heranziehst, ist Ubiquiti teurer, aber das ist ein Vergleich von Äpfeln und Birnen. Man kann nicht den Komfort eines Mercedes für den Preis eines Kia erwarten...
Ergänzung ()

@Picormorant ZeroHandoff gibt es nicht mehr bzw wird von den aktuellen APs nicht mehr unterstützt. Du meinst vermutlich das was Ubiquiti banal als FastRoaming bezeichnet.
Dessen war ich mir nicht bewusst... ich habe bisher nie ein WLAN mit mehr als einem weiteren AP betreut.
Ehrlich gesagt wusste ich nicht, dass Stickyclients heutzutage überhaupt noch ein Thema sind.
Von daher waren für mich die Unifi Produkte teuer, da abgesehen von diesem Stickyclient Problem, mir auch ein Kia reichen würde.

802.11r ermöglicht ein schnelleres Roaming, wenn der Client sich zu einem Wechsel entschieden hat. Es veranlasst aber keine Wechsel des Clients.
Zero-Handoff-Roaming war kein Roaming, sondern die Signale wurden einfach über alle APs auf dem selben Kanal rausgehauen. Das ist aus vielerlei Gründen sehr ineffizient, daher hat UBNT das "Zero Handoff Roaming" wieder abgeschafft und empfiehlt, es nicht mehr einzusetzen.
Derzeit bietet UBNT das von dir erwähnte Fast Roaming an, das ist aber nur eine propritäre Version von 802.11r und bietet für Privatpersonen mit PSK-Authentifizierung gegenüber 802.11r keine Vorteile. Genau wie 802.11r kann es den Client nicht zum Roamen veranlassen und die auf der Webseite angegebenen Roamingzeiten sind irreführend. (Wenn sie denn so gemessen wurden, zeigen sie nicht, das Fast Roaming sehr schnell ist, sondern das deren reguläre Implementierung furchtbar langsam ist (11 bzw 14 Sekunden) oder das deren Client einfach nur sehr träge beim Wechseln war.)

@HelmutK
Bei WLAN entscheiden die Clients, ob und wann sie wechseln. Z.B. bei zu niedriger Signalstärke oder abgerissener Verbindung. Roaming-Protokolle versuchen, die Anmeldung auf dem "neuen" AP möglichst schnell abzuwickeln anhand von Informationen, die das WLAN bereits vom alten AP kennen. Ebenso kommen langsam Protokolle ins Feld, die den Clients eine bessere Übersicht über die verfügbaren APs verschafft (z.B. 802.11k). Am Ende hängt es aber an der Planung.

Beispiel:
Nehmen wir mal ein größeres Haus/Wohnung an, am einen Ende ist das Wohnzimmer mit einem Accesspoint (AP1) und am anderen Ende oder Etage ist ein Arbeitszimmer oder so mit AP2. Der Client bucht sich im Wohnzimmer an AP1 ein und bewegt sich dann zum Arbeitszimmer. Dort kann er den AP1 aber nachwie vor sehen, wenn auch mit deutlich geringerer Datenrate. Der Treiber im Client entscheidet sich daher nicht für eine neue Suche und hängt weiter am entfernten AP mit einer langsamen Datenrate ("sticky client"). Eine Möglichkeit ist es, dem AP zu verbieten, auch die niedrigeren Datenraten zu unterstützen. Man schaltet dann die niedrigen Datenraten ab und erlaubt Verbindungen erst mit DatenRaten ab 18 oder 24 MBit. (Die Datenraten für 802.11n und ac passen sich dann analog an).
https://help.ubnt.com/hc/en-us/articles/115006559827-UniFi-802-11-Basic-Supported-Rate-Controls#2

Wenn in unserem Beispiel der Client vom Wohnzimmer ins Arbeitszimmer gewechselt hat und die niedrige Datenrate, mit der er bisher mit dem Wohnzimmer-AP noch die Verbindung gehalten hat, nun vom AP nicht mehr supported wird, dann verliert er die Verbindung, sucht nach einer neuen Basisstation und verbindet sich dann gezwungenermaßen mit AP2 im Arbeitszimmer, hat dafür dort aber wieder eine schnelle Verbindung.

Die UBNT-Produkte sind für Privatkunden keine schlechte Lösung, allerdings sollten hier keine übersteigerten Erwartungen bezüglich des Roamings gestellt werden. Viel wichtiger ist, ob man bei seiner Lösung die Data Rates kontrollieren kann. Ich kann leider nicht sagen, ob alle der UBNT-Produkte dies unterstützen. Zudem muss man dann auch in seiner Umgebung austarieren, wie viele der langsamen Datenraten man deaktivieren kann, so dass überall dennoch mit hohen Datenraten Empfang herrscht.

Wow! Ok, vielen Dank für die ausführliche Antwort!

Ich denke, ich brauche mir jetzt hier gar keine Gedanken machen, da es augenscheinlich für mein Problem keine brauchbare Lösung gibt.

Nach aktuellem Stand hätte ich Bereiche, in dem sich die APs überlappen. Würde ich diese so einstellen, wie vorgeschlagen, dann hätte ich "weiße Flecken", was dann mehr APs zu folge hätte.

Ich werde das WLAN Thema wohl auf Eis legen, bis ich eingezogen bin...
 
Top