@Banned Was ich Dir nun mitteile wird Dir nicht gefallen, aber es geht nicht anders. Du hast eine ganz starke Meinung zum Thema Layout, aber offensichtlich keine Ahnung vom Thema.
Wenn Du dem Abhelfen willst empfehle ich das hervorragende Buch "Erste Hilfe in Typographie" von Hans Peter Willberg und Friedrich Formann, es ist leider nicht mehr im Druck, aber gebraucht sehr billig zu haben. Die Lesetypografie und Detailtypografie sind genial gute Bücher aber auch deutlich teurer.
Blocksatz und Flattersatz (linksbündig) sind Gestaltungsoptionen. Blocksatz ist nicht
besser als Flattersatz. Blocksatz hat einen ruhigen rechten Textrand. Flattersatz hat einen unruhigen oder lebhaften rechten Rand. Unruhig oder lebhaft je nach dem wie man es sieht.
Der Blocksatz wird möglich indem das was am Zeilenende fehlt auf die Wordabstände und manchmal sogar die Zeichenabstände*) verteilt. Die unregelmäßigen Wordabstände sind nicht gut und sie sollen auch nicht so sein. Die unregelmäßigen Wordabstände sind der Preis, den man für den geraden rechten Rand zahlen muss. Je weniger Wörter in der Zeile sind, desto mehr muss auf einzelne Wordzwischenräume geschlagen werden. Ebenso problematisch ist, wenn zu viel "Lücke" auf die Wordzwischenräume verteilt werden muss. Dies kann zu hässlichen Lücken führen. Besonders schlecht wird das Ganze, wenn große Lücken von mehreren Zeilen direkt angrenzenden Zeilen übereinander stehen. Das sieht dann wie Lochfraß aus.
Damit Blocksatz gut wird muss die Spaltenbreite groß genug sein und man benötigt im Deutschen eine gute Silbentrennung. Da die automatische Silbentrennung im deutschen nicht gut funktioniert, läuft es deshalb auf manuelle Zeilenumbruch hinaus, wenn man einen guten Blocksatz haben will. Flattersatz ist erheblich toleranter und pflegeleichter was die Silbentrennung anbelangt. Beim Flattersatz muss man eigentlich nur eingreifen, wenn es einmal ein zu großes Loch gibt oder wenn der Rhythmus nicht stimmt **).
Blocksatz ist notwendig, wenn man mehrere Spalten auf einer Seite setzen will. Flattersatz würde für viel zu viel Unruhe zwischen den Spalten sorgen. Bei einspaltigen Texten funktionieren Blocksatz und Flattersatz. Für einen guten Blocksatz kommt es nicht darauf an dass der rechte Rand der Zeichen auf einer Linie ist, sondern dass der rechte Rand optisch so wirkt. Deshalb werden bei guten Blocksatz die Trennstriche über den rechten Seitenrand gedruckt, ...
Seiten im Blocksatz wirken ruhiger. Richtig. Guter Blocksatz entsteht nicht von alleine, es ist mehr erforderlich als Blocksatz einzuschalten. Schlechtes Layout sieht man nur wenn man genau hinschaut. Das Fatale ist, dass man schlechtes Layout immer bemerkt, weil es das Lesen erschwert.
*) das sieht dann richtig grotig aus.
**) zu viele Zeilen mit annähernd gleicher Länge
Banned schrieb:
Doch, absolut. Einfach schon, weil du überall einen gleichmäßigen Zeilenabschluss hast. Deshalb ist es auch eigentlich bei allen wissenschaftlichen Arbeiten Standard.
Was bei wissenschaftlichen Arbeit Standards ist, ist beim Schreiben von wisschenschaftlichen Arbeiten relevant. Wenn man keine wissenschaftliche Arbeiten schreibt ist dieser Standard irrelevant.
Banned schrieb:
Was soll das für ein seltsames Argument sein?
Schlechten Blocksatz kann man ganz einfach machen. Für guten Blocksatz muss man mehr investieren.
Banned schrieb:
Du willst mir ernsthaft erzählen, du findest den ersten Abschnitt hier optisch ansprechender und besser zu lesen als den zweiten?
Anhang anzeigen 1708735
Die beiden Texte passen nicht zusammen, da ist manuell eingegriffen worden, das sieht man an der 3. Zeile.
Banned schrieb:
Ich persönlich finde es schon komplett ätzend, wenn ich nach dem Komma einen Zeilenumbruch habe.
Das hat aber nichts mit dem Satz zu tun, sondern damit, dass der Umbruch manuell verändert wurde. Beim oberen stehen die Kommas am Zeilenende sehen beim unteren nicht.
"Lorem ipsum ..." wird gerne als Blindtext verwendet. Es ist sicher, brauchbar wenn man latinische Texte setzen will. Aber nicht dafür zu beurteilen, was für deutschsprachige Texte die bessere Option ist. Im konkreten Fall haben deutsche Texte längere Wörter was zu längeren Lücken am Zeilenende führen. Und dementsprechend zu größeren Wortzwischenräumen im Blocksatz.
Bei beiden Texten sind zu viele Zeichen in der Zeile. D. h., die Spalte ist zu breit oder die Schriftgröße zu klein.