Sammelthread Aktien kaufen, verkaufen und Fragen

Stunrise schrieb:
Ich hatte meine Riester mit 17 abgeschlossen und März 2020 mit 30 Jahren gekündigt. Von etwa 11500€ habe ich ca. 8000€ rausbekommen.
Glückwunsch, ich habe meinen immer noch, wurde mir mit 18 aufgeschwätzt, die Zulagen habe ich das erste Mal 2 Jahre später erhalten, keiner sagte auch nur ein Wort darüber, dass man rentenversicherungspflichtig sein muss. Bei Kündigung würde es bei mir wahrscheinlich gleich ablaufen. Allerdings fahre ich mit der Steuerrückzahlung immer ganz gut, weshalb es sich alles in allem noch lohnt durch die Zulagen und die Steuern. Von der Rückzahlung kaufe ich ETFs die performen. D.h. Riester kackt ab, gibt Zulage, der ETF aus den Steuern perfomed.

Zum Thema Immobilien:
Das ist so eine Sache, also bei mir in der Gegend sind die Preise so krass, dass 4% Rendite eigentlich nicht mehr möglich sind. Und ich bin mir persönlich ehrlich gesagt nicht mal so sicher, ob in 30 Jahren die Preise immer noch so sind wie heute, wenn ich mir die Alterspyramide in Deutschland so anschaue. Aber immerhin müssten Immobilien inflationsbeständig sein.
 
Enteignet schrieb:
Aber immerhin müssten Immobilien inflationsbeständig sein.

Das sind Aktien in der Regel auch. Deflation ist für Aktien wiederum schwieriger.

Inflation:
  1. Die (Rohstoff-) Preise steigen
  2. Unternehmen heben die Preise für ihre Produkte an (der Verbraucher zahlt drauf)
Deflation:
  1. Die (Rohstoff-) Preise fallen
  2. Unternehmen senken stetig die Preise um noch günstiger zur Konkurrenz zu sein (kein gesunder Dauerzsutand)
In einem Markt, wo die Preise stetig steigen, ist der Konsument eher dazu verleitet zu kaufen, da alles immer teurer wird (je länger man wartet, desto teurer wird es).

Bei Deflation ist der Verbraucher hingegen dazu verleitet weniger zu kaufen - weil: "Wird ja immer billiger, lieber warten".

In beiden Situationen sollten fremdgenutzte Immobilien recht stabil sein (wobei inflationär bedingte Mieterhöhungen schwierig durchzusetzen sein könnten).

Im Grunde finde ich, dass man einfach der Typ für Immobilien sein muss - oder eben nicht. Aktien schienen mir damals angenehmer, weshalb ich den Weg gegangen bin.

- Nur meine leienhafte, versimpelte Auffassung von Inflation und Deflation. Gerne korrigieren!
 
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Mit GME ist echt spannend wieder im Moment.
Total eingeknickt gestern und heute.

Zeitgleich hat Citadel (der MM), der Ende Januar noch 3 Milliarden (!) an Melvin überwiesen hat damit die sich über Wasser halten können, gestern/heute wohl selbst 600 Millionen geliehen und dafür, wenn ich es richtig verstanden habe, eine Art Unternehmensanleihe rausgegeben. Das Geld kommt wohl von einem anderen Finanzvehikel, das 2020 gegründet wurde und muss bis Mai 2022 zurück gezahlt werden, sonst gehören dem Finanzvehikel wohl Anteile an Citadel...
Warum sich so ein Ungetüm wie Citadel selbst Geld leiht muss jeder selbst überlegen.
Denke durch meine rosarote Brille das sind letzte Aufbäumversuche bevor der Stimmy kommt und die Quartalszahlen veröffentlich werden. Wenn es im April ne nennenswerte Dividende von Gamestop gibt, siehts ganz böse für die Hedgies aus (m.M.n.).

Also ich für meinen Teil habe meinen Gewinn der letzten Wochen wieder verschwinden sehen und bin jetzt wieder fast bei 0 auf 0 aber ich verkauf goa nüschts vor Monatsende.

Was auch interessant ist, sind die gehandelten Volumen.
Ende Januar hatten wir da täglich 100-200 Millionen gehandelte Aktien am NYSE, als es in der heissen Phase war.
Noch sind es i.d.R. 20-30 Millionen. Denke wenn das Volumen da so massiv hoch geht wie Ende Januar könnte wieder was los sein aber da müssten auch die Preise eigntl. hoch...
 
Senior_Cartmene schrieb:
Wenn es im April ne nennenswerte Dividende von Gamestop gibt, siehts ganz böse für die Hedgies aus (m.M.n.).
Ja ganz sicher. Vorallem weil Gamestop so wahnsinnig Umsätze in 2020 hatte, dass sie jetzt dicke Kohle ausshcütten können... die Dividendenzahlung war ja nicht schon 2020 massiv eingebrochen, es gab nämlich keine. Und 2019 grade mal 38 cent die Aktie.
Auch der Rest deiner Gedankengänge kann höchstens zum schmunzeln dienen...
 
Dass GME überhaupt nochmal so einen Spike macht hätte ich ja nicht gedacht, warum man da dann als investierter kein Stop Loss setzt sobald man die Gewinnzone erreicht hat verstehe ich noch weniger - naja ich guck da gespannt zu wie es weiter geht.
Würde da im Nachhinein zu gerne eine Analyse sehen wie genau es zu diesen Kursbewegungen kam, aber vermutlich wird das nie so ganz klar werden.

VW gibt mit den Gigafactory Plänen endlich wirklich Gas, ich hoffe nur dass diese ganzen Umwälzungen schnell genug voran kommen und nicht von irgendwelchen internen Interessengruppen verzögert oder verwässert werden. Und dann bleibt nich die Frage ob man softwareseitig bzgl autonomem Fahren mit Tesla, Waymo, Baidu usw mithalten kann.
Für Deutschland kann man nur hoffen dass VW das alles packt.
 
Magellan schrieb:
Dass GME überhaupt nochmal so einen Spike macht hätte ich ja nicht gedacht, warum man da dann als investierter kein Stop Loss
Machen sie ja, nur wird halt weiterhin die Mär genährt, dass das auf 1000€ steigen muss. Daher stehen die Stop Loss weit höher als die Aktie dann tatsächlich erreicht. Selbst hier wird ja immer noch erzählt, dass die Hedgefonds drin stecken und rausmüssen, selbst jetzt, wo die Quote dafür bei nichtmal 30% steht und damit in einem völlig normalen Bereich.Ein Short Squeeze ist auf der Basis schlicht unmöglich außer man nimmt an, dass 70% und mehr der Aktien bei Shareholdern liegt, die nicht verkaufen. WSB mag groß sein, das sie das aber tun, halte ich für weit hergeholt.

Letztlich wird das ne Menge manipulation und noch viel mehr schlicht Fehlinfos sein. Den selbst wen man annimt, das Gamestop sich erholt und massiv zulegt, wäre die Aktie auch bei 40-50€ noch überbewertet. Fakt ist jedoch, dass Gamestop 2020 keine Wende hinbekommen hat, im gegenteil. Die Eigenkapitalquote ist massiv gesunken, die Bilanzsumme ist drastisch verkleinert worden, die Umsätze sind gesunken, der Verlust ist zwar kleiner geworden aber immer noch da und der VErringerung des Verlusts dürfte primär aus den massigen Entlassungen stammen.

Das Unternehmen ist weit weg von erholt oder gar gesund.
 
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Magellan schrieb:
Dass GME überhaupt nochmal so einen Spike macht hätte ich ja nicht gedacht, warum man da dann als investierter kein Stop Loss setzt sobald man die Gewinnzone erreicht hat verstehe ich noch weniger...
^this
 
Mal was zum Thema AMC:

"KANSAS CITY (dpa-AFX) - Der chinesische Konzern Dalian Wanda hat die Kontrolle über die weltgrößte Kinokette AMC aufgegeben. Anfang März hielt Dalian Wanda nur noch einen Anteil und Stimmrechte von 9,8 Prozent, wie aus dem am Wochenende veröffentlichten Jahresbericht von AMC hervorgeht. Noch Ende vergangenen Jahres kontrollierte der chinesische Investor mit einer Beteiligung von rund 23 Prozent gut 47 Prozent der Stimmrechte. Dalian Wanda hatte den Filmtheater-Betreiber, zu dem in Deutschland die UCI-Kinos gehören, 2012 gekauft.

AMC war von der Schließung der Kinos in der Corona-Pandemie hart getroffen worden und bekundete im vergangenen Jahr mehrfach Existenzsorgen. Doch im Januar gehörten AMC-Aktien zu den Papieren, deren Kurs Amateur-Investoren in die Höhe trieben. Binnen weniger Tage schnellte der Preis von rund drei Dollar auf in der Spitze 20 Dollar hoch. AMC profitierte von dem Hype und gab Ende Januar bekannt, dass unter anderem durch Aktienverkäufe 917 Millionen Dollar (gut 769 Mio Euro) an frischem Geld gesichert worden seien. Die Finanzfirma Silver Lake als langfristiger Investor nutzte das Kurshoch zum Ausstieg."

Die meisten größeren Investoren sind raus, AMC selbst hat seine Aktien verkauft um sich über Wasser zu halten (sprich das Geld ist weg und wird nicht für Investitionen zur Verfügung stehen). Die Kurstreiber sind allein Retailer würd ich schätzen, von denen irgendwann einige die Zeche zahlen werden. AMC dankt würd ich sagen, haben diejenigen doch letztlich denen Corona bezahlt...
 
Hm, im AMC-Roulette hab ich auch mitgespielt. War aber von vorn herein ja nur ein Zock der sich mit gerade mal 10% bei einer kleinen dreistelligen Summe kaum gelohnt hat. Was solls. Man kann sagen man war dabei^^
Überlege allerdings gerade, ob der kürzliche Kurssprung etwas mit dem Ausstieg von Dalian Wanda zu tun hat.
 
Bespart hier jemand mit ETFs ? :) Wäre mal interessant, wie ihr euer Portfolio aufbaut und womit
 
Aktien und ETFs, MSCI Emerging Markets und den Vanguard FTSE All World, Einzelaktien aus Deutschland, USA, GB, und China.
 
Das allermeiste steckt bei mir in ETFs. Neben etwas Kleinkram, was ich in der "Experimentierphase" gekauft hab, steck das in in ETFs zum MSCI Word, MSCI EM und MSCI Europe Small Cap im Verhältnis 60:30:10
 
Habe eigentlich 80% in ETFs. Dabei ausschließlich den FTSE AllWorld dist bis zum Freibetrag und alles drüber in der acc Version.
 
Vom Gesamtdepot 45% in ETFs. 25% MSCI World Momentum, 10% MSCI China, 10% MSCI Europe Small Cap.
 
@SametoO 40 % des Anlagevermögens bisher in den Vanguard All-World DIS (A1JX52), jetzt mit dem Schwenk Richtung identischem Produkt thesaurierend (A2PKXG). Da sind ja Emerging Markets schon mit drin, deswegen kein weiterer EM-ETF. Weiterhin ein bisschen S&P-500- und NASDAQ-ETF (also starke Nordamerika-Überlast). In einen DAX-ETF zu investieren habe ich aufgegeben, der performt einfach nicht gegenüber den amerikanischen Werten.

Sehr gut fahre ich auch mit dem S&P500-Energy-ETF (A142NX).

Aus Jux und Dollerei noch MSCI USA Small Caps, Automation & Robotics, Edge World Momentum, TecDax, SDAX und Global Clean Energy (alles als ETFs).

Mit ist völlig bewusst dass das viel zu viele Produkte sind. Danke für die allfälligen Hinweise ;)

Für einen Anfänger reicht eigentlich der A1JX52 (DIS, Wiederanlage der Ausschüttungen und/oder Begrenzung auf 750 € Kapitalgewinn durch Ausschüttungen) oder A2PKXG (ACC, einfach vergessen bis du 60 bist).

Alle ETFs zusammen dürften auf so 60 % meines Anlagevermögens hinauslaufen. Der Rest sind Aktien von reeelativ stabil (sofern man das während Corona sagen kann, etwa SAP, BP, Shell, OXY (heißer Scheiß das Ding), HeidelbergCement, Intel, ...) bis zocken (Plug Power, Mind Medicine (medizinisches LSD^^) ...).
 
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90% Einzelaktien und 10% Bitcoin (das Verhältnis ergibt sich aber aus dem starken Bitcoin Anstieg ab Ende letzten Jahres).

Für andere hab ich je nach Fall ne Auswahl aus Vanguard All World, Vanguard S&P500, Lyxor New Energy, Lyxor Robotics & AI, Lyxor Disruptive Technology bzw falls verfügbar ARK Disruptive Innovation.

@sudfaisl Ich halte nichts von "das sind zu viel", ob man sich auf einen All-World beschränkt oder zig unterschiedliche hat ist eher Geschmackssache und gewisse Sparten bewusst stärker zu gewichten hat ja seine Gründe. Sehe da keinen Nachteil solange du den Überblick hast. Blöd wäre ja nur wenn man monatlich in kleinstbeträgen zig unterschiedliche ETF bespart und dadurch unverhältnismäßig viel Gebühren zahlt.

Genauso wie bei Aktiendepots einige Grenzen von 10, 12, 15 Werten oder so ziehen nur weil irgendwelche Musterdepots in der Regel klein gehalten werden um für den Leser übersichtlich zu sein - ich hab ~40 Titel und keine Probleme damit.
 
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Sind alle gebührenfrei außer der große FTSE All-World, den ich DIS bis Neujahr für 49 ct und seitdem für 1,50 € je Rate bespare. Ab nächsten Monat der Acc für 80 ct je Rate. Das spätere Umschichten wenn ich keinen Bock mehr auf 11 12 (nach deinem Beitrag :D) Einzel-ETFs habe ist höchstens steuerlich nachteilig, aber ... wenn ich mit dem S&P-500-Energy nach einem Jahr bei +38 % stehe, wobei der FTSE +18 % hat, ist das zu vernachlässigen. :)

Deinen Disruptive Technology werde ich mir mal anschauen. Viel Biotech und Pharma. Da habe ich eigentlich nichts außer der Katastrophe, die Pfizer ist (und die kanadische LSD-Klitsche). Danke, ich denke da werfe ich mal ne Mark rein ;)
 
Naja Pfizer hab ich auch, ist halt defensiv und bringt Dividende, sowas kann man doch immer gut als Beimischung nehmen, da weiss man ja vorher das es keine Kursrakete wird. 🤭

Und selbst wenn der Kurs gleich bleibt verliert man nicht und hat über 3% Dividende, ich hatte vom Spin Off noch Viatris Aktien bekommen. 😉
 
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Ich habe auch etwa 45 - 50 Einzelaktien und den MSCI ACWI als ETF. Das ist aktuell auch der einzige ETF.
Durch die letzten Zukäufe von Teladoc, Okta und CrowdStrike ist Tech eventuell wieder etwas zu stark gewichtet.
Sparpläne laufen auf den ETF und Microsoft.
Daneben noch etwas Spielgeld in Shitcoin, um die Hypewelle noch etwas zu reiten. Außerdem etwas Geld in Crowd-investing Projekte.
Gold will ich eigentlich auch noch. Ob physisch oder als Zertifikat, mal sehen.

AbbVie gibt es übrigens seit gestern wieder mit Discount. Da stocke ich vielleicht auch nochmal auf.
Pfizer habe ich auch. Finde die Aktie sogar immer noch relativ günstig bewertet. Aber auch ohne große Kursentwicklung gibt es ja eine nette Dividende.
 
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Hat jemand von Euch Gestern die 2. Kongressanhörung zu Gamestop verfolgt?

Ich hab mir das wieder reingezogen, war nicht ganz so spannend wie die erste in meinen Augen, aber neben viel Geschwafel und am Thema vorbei, wurden dann doch hier und da über die Schnitzel und Kartoffel bei der Sache gesprochen.

Ich fand insbesondere die Aussagen von Herrn Blaugrund (dem COO des NYSE) sehr brisant und interessant.
Der hat z.B. irgendwann ganz gerade heraus gesagt (ich fasse in eigenen Worten zusammen):
Es gibt 2 Regime am Markt. Da ist einmal "on exchange trading" also der Handel am Markt, dass was wir "als den Markt" bezeichnen und dann gibt es noch "off exchange trading", was auch manchmal als OTC (over the counter trading) bezeichnet wird, obwohl ich das für eine irreführende Bezeichnung halte, da es eigntl. "UTC" also "under" the counter trading heissen müsste.
Das wäre der Handel "abseits" oder "außerhalb" des "Marktes".

Hier geht es um die sogenannten "Dark Pools", noch so ein Begriff zur Verwirrung...

In einfacher Sprache übersetzt (so wie ich es verstanden habe), heisst das im Grunde nichts anderes, als das wir auf dem "eigentlichen" Markt handeln und der Meinung sind, da findet der gesamte Handel statt, tatsächlich gibt es aber noch einen "Schattenmarkt" und der ist doch problematisch und in meinen Augen alles andere als legal.

Das Problem mit diesen Dark Pools und diesem Schattenmarkt ist vielfältig...
Zum einen hat Blaugrund ausgesagt, dass gerade bei "heissen" Aktien sowie bei Aktien mit geringen Werten, bis zu 70% des Handels mit diesen Werten auf der Schattenseite des Marktes geschieht...
Zum anderen hat er angesprochen, dass die Thematik mit der 4. Dezimalstelle auch ein riesen Problem darstellt.
Ganz einfach gesagt müssen wir auf dem "eigentlichen Markt" mit ganzen Cent handeln, wärend die Jungs in den Dark Pools auf das 4. Dezimal gehen können.
Die Liquidität, die aus den 2 zusätzlichen Dezimalstellen entsteht, ist aber nur für "Mitglieder" des jeweiligen Dark Pools verfügbar und nicht für den gesamten Markt.
Klingt vllt. nicht wild, ist aber definitiv ein gigantisches Ungleichgewicht, wegen der Volumen die da gehandelt werden usw. usw.

Der andere Kernpunkt der mir hängen geblieben ist, ist aber dass durch Handel in Dark Pools, private Firmen wie HedgeFunds, Market Maker und co. Aktien untereinander in gigantischen Stückzahlen handeln können, OHNE DAMIT DEN AKTIENKURS ZU BEEINFLUSSEN. Da der Handel im Dark Pool ja nicht vom "offiziellen Markt" registriert wird.


So richtig zusammengefügt hat sich das Puzzle und die Problematik aus diesen Umständen für mich aber erst nachdem ich einen Artikel auf r/GME gelesen habe (der kurz nach der Kongressanhörung dort als "DD" veröffentlicht und schnell hochgewählt wurde).
Der Artikel hatte so etwa den Titel "Robinhood und Du haben an keinem Punkt tatsächlich GME Aktien in besitz gehabt".

Die These (die mir nach der Kongressanhörung als sehr warscheinlich erscheint und auch in der Kongressanhörung hier und da durch Kommentare als Tatsache erscheint) ist wie folgt:
Du haust eine Buy-Order bei Robinhood (oder Traderepublic, eToro und wie sie alle heissen) rein. Du willst GME zu Kurs X kaufen.
Nun gingen die meisten Leute wohl in der Annahme was als nächstes passiert, ist dass Robinhood die Buy Order an Citadel weiterleitet, Citadel sich die Aktie hier oder da (entweder am Markt oder in einem Dark Pool) besorgt, die an RH weitergibt und diese Dir dann die Aktie zum vereinbarten Preis in's Depot legen.

Tatsächlich sieht aber alles danach aus, dass RH und Citadel tatsächlich mit sogenannten CFDs (Contracts for Difference oder zu Deutsch Differenzkontrakten) gehandelt haben.
Sprich die waren sich so sicher, dass Du sowieso Geld verlierst, dass weder RH noch Citadel ne tatsächliche Aktie gekauft/besorgt und in Dein depot gelegt haben, sondern die haben Dir einfach einen "Schuldschein" ausgestellt und den in Dein Depot gelegt (ohne dass Du was davon wusstest), darauf gewartet, dass Du mit Minus verkaufst um Dir dann einfach die Differenz auszuzahlen.

Das alleine ist m.M.n. schon heftig (und es steht im Raum, dass dieses Verhalten der Hauptgrund für den 3 Milliarden schweren Margin Call am 28. Januar war) aber es geht noch weiter...
Es steht im Moment im Raum, dass Citadel, wenn sie von RH eine buy oder sell order erhalten, diese auch gar nicht sofort ausführen müssen, sondern bei sich sammeln können und "in einem gebührlichen Zeitraum" (ja die gesetzliche Formulierung ist tatsächlich so schwammig anscheinend) ausführen müssen.
Wenn man nach den Short "Regeln" geht, kann das wieder ein Zeitfenster von 3-21 Tagen bedeuten oder theoretisch auch wieder endlos mit rollovers usw. ...

Jedenfalls liegt die Vermutung nahe, dass Citadel die buy orders von Robinhood wenn überhaupt, über dark pools bedient hat (was den Aktienkurs am offiziellen Markt nicht nach oben treibt) während sie die sell orders quasi "aus der Tasche gezahlt" haben, ohne wirkliche Verkäufe, weder am Markt noch in Dark Pools zu tätigen.

Ziel dieser Aktionen war/ist es dann wohl zu den Zeitpunkten zu denen z.B. Shorts gecovert werden müssen (weil öffentlicher Druck zu hoch, Strafen und Zinsen zu kostspielig etc.), den "offiziellen Markt" mit den gesammelten/gebündelten Sell orders auf einen Schlag zu überfluten und somit den Kurs in den Keller zu drücken (über die letzten Monate mehrfach durch diese Massiven Kursstürze in Minuten zu beobachten).
Zu diesem Zeitpunkt kann man dann seine Shorts zu deutlich niedrigeren Preisen covern indem man "echte Aktien" am "echten Markt" zu deutlich niedrigeren Preisen kaufen kann.

Das stinkt in meinen Augen alles deutlich nach Marktmanipulation und Betrug und würde auch zumindest n Stück weit erklären, was wir die letzten Monate mit GME beobachtet haben.


Es wurden auch die endlosen Beleihungen bei Shorts angesprochen (und das Thema, das eine Aktie nicht mal geliehen werden muss, sondern dass ein Marktspieler nur die "begründete Annahme" haben muss, dass er die Aktie beleihen kann.
Oder das Payment for Order Flow in vielen anderen Ländern (genannt wurden Canada, Australien und UK) seit 2012 oder 2016 der was verboten ist. Ich nehme mal an das ist dann in der ganzen EU verboten, da die Briten ja damals noch dazugehört haben.
Was mich da dann interessieren würde, ist wie das hier tätige 0 Kommisions Händler wie Traderepublic und eToro und Co. handhaben?
Wenn die kein Payment for Order Flow von MMs in der EU erhalten dürfen, wie werden die dann bezahlt um uns 0 Kommision Handel anzubieten? hmmmmm
 
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