Sammelthread Aktien kaufen, verkaufen und Fragen

Benegt schrieb:
Wie geht ihr heute am Liberations Day vor?
Mein Sparplan auf den Euro Stoxx 600 lief gesten, der auf den FTSE All World läuft kommende Woche. So lange ich nicht die Rückzahlung meiner privaten Rentenversicherung erhalte und den Betrag einmalig investieren möchte, läuft das alles einfach weiter.

Wenn ich auf lange Frist mit einer allgemeinen Marksteigerung rechne, kann ich also auf einem weiteren Rückgang der Kurse um wieviel spekulieren? 10% oder werden es 40% sein (im Vergleich zu meinem ATH oder zu heute)?

Sagen wir also, ich verliere durch meine persönliche, zu späte Investitiotn 20% auf den zu investierenden Betrag. Wie hoch ist dann mein persönlicher Realverlust (die hohen 5- bis niedrige 6-stellige Einmalanlage aus der pRV mal außen vor)?

Da ich keine für mich hohen Summen hier uninvestiert herum liegen habe, ist das max. ein niedriger vierstelliger Wert. Macht bei 20% "Verlust" (Invest in 3 Wochen anstatt heute, weil ich das Geld ggf. noch für anderes brauchen könnte) und 2000€ Invest also 400€ Verlust, aufgezinst über 20 Jahre und 5% Durchschnittsrendite p.A. also 1000€ Verlust (vor Steuer).

Das mag viel Geld sein, ist für mich aber persönlich nicht genug, um mich über den falschen Tag/die falsche Woche für das Invest zu ärgern. Jedenfalls werde ich deshalb nicht meinen Konsum einschränken, um das Geld heute für einen zusätzlichen Invest locker zu lachen.

Persönlich mache ich mir über die Ergebnisse der Koalitionsverhandlungen viel mehr sorgen. Dabei könnte mir locker ein mittlere 5-stelliger Betrag geklaut werden (ich meine nicht die u.U. folgende Erhöhung der Abgeltungssteuer).
 
@gymfan Gefühlt wurde geprädigt die letzten Jahre von der Politik,das es später wahrscheinlich keine Rente mehr gibt.Die Leute müssen selber vorsorgen.Nun finden sie Wege wie sie die Selbstanleger über die nächsten Jahrzehnte prellen können.
 
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@bam138
Statt der Abgeltungssteuer könnte man die Kapitalerträge auch dem normalen Einkommensteuertarif unterwerfen. Das wäre mir sozial gerecht ;)
 
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Der Durchschnittssteuersatz des Medianeinkommens ist von der Kapitalertragssteuer wahrscheinlich nicht so weit weg.
 
act_ schrieb:
Das wäre mir sozial gerecht ;)
Schröpfen wir die Deppen, die schon vorher mehr in die Umverteilung gespendet haben, doch einfach noch weiter. Irgendwann ist man soweit, dass sich auch diese Leute freiwillig mit der Grundsicherung im Alter abfinden. M.W.n. wird derzeit der Obst- und Gemüseanbau (oder die Nutztierhaltung) im Garten noch nicht angerechnet, aber auch dazu wird sich noch eine Lösung finden.

Welcher Rentner kommt schon auf >20k€ zu versteuerndes Einkommen. Ab dann gilt derzeit der Grenzsteuersatz von 25%.

bam138 schrieb:
Gefühlt wurde geprädigt die letzten Jahre von der Politik,das es später wahrscheinlich keine Rente mehr gibt.
Wann soll dieses später sein? Ohne eine Systemänderung (wozu kein Politiker bereit ist) wird es keine gesetzliche Rente mehr geben, von der man so weiter leben kann wie während dem Erwerbsleben. Das ist aber schon seit Jahrzehnten jedem klar, der Behördenpost nicht ungelesen wegwirft oder schon nur etwas Statistik beherrscht.

Die 5% zusätzliche Abgeltungssteuer schlagen zwar irgendwie zu, aber mit meinem recht kurzem Anlagehorizont bis zur Rente wären das bei vollständiger Umschichtung (warum auch immer ich sowas machen sollte) meiner bis dahin angedachten Depothöhe sind das ca. 6000€ zusätzlich. Auch da gilt wieder: das ist nicht wenig Geld, aber noch weit unterhalb der nur ansatzweise zu erratenden Depotschwankung im Jahre 2033.

So Dinge wie die Verschiebung der Rente für langjährig Versicherte um 2 Jahre, die Erhöhung der Abschläge oder die Berechnung des Rentenniveaus mit 47 anstatt 45 Jahren würden viel heftiger zuschlagen. So richtig stören tut mich aber nur ersteres.
 
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@gymfan
Bin gerade nur am Handy, daher etwas kürzer.
Aber wenn du die Rente retten willst, hier hast du meinen Support:
  • Einkünfte aus Kapitalerträgen sollten einfach der ESt unterliegen und dann natürlich auch sozialversicherungspflichtig sein
  • Mieteinnahmen unterliegen ja bereits dem persönlichen Steuersatz. Aber wieso sind die nicht sozialversicherungspflichtig? Sollten wir ändern
  • Beitragsbemessungsgrenze sollten wir abschaffen. Bei hohen Einkommen steigt zwar die Einkommenssteuerlast, aber gleichzeitig sind sinkt die relative Sozialversicherungslast. Das ist doch Unfug.
  • wieso gibt es Berufe, die sich mit ihrem Versorgungswerk aus dem solidarischen System der Rentenversicherung ausklinken dürfen? Wenn nur Ärzte sich gegenseitig versorgen müssen und nicht die soziale Last tragen müssen, dann ergeben sich dafür natürlich privilegierte Möglichkeiten
  • ...

Wenn wir das alles umsetzen würden, müssten nicht jährlich(!) fast 100 Mrd € aus unser aller Steuermittel aus dem Bundeshaushalt zur Absicherung der Rente geschoben werden. Vielleicht könnte man zusätzlich auch die prozentuale Beitragshöhe reduzieren.

Aber was phantasiere ich hier. Schließlich hat die Einführung vom Mindestlohn Hunderttausende Arbeitsplätze gekostet und die Vermögenssteuer gilt mittlerweile als kommunistisches Schreckensgespenst des Sozialismus. Dass wir historisch in der BRD einen längeren Zeitraum eine Vermögenssteuer hatten als keine passt da irgendwie nicht...
 
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act_ schrieb:
@gymfan

  • Einkünfte aus Kapitalerträgen sollten einfach der ESt unterliegen und dann natürlich auch sozialversicherungspflichtig sein
Ihr seid ernsthaft für noch mehr Steuern? Meine Kohle die bereits versteuert ist und ich mühsam angelegt habe um etwas Ertrag abzuwerfen soll dann noch mal versteuert werden? Dann erhöht wenigstens den Sparerfreibetrag.
 
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Um dem Topic treu zu bleiben:

Immer daran denken: Verluste sind erst dann „echte“ Verluste, wenn tatsächlich unter dem Einkaufspreis verkauft wird. Bei der aktuellen politischen Situation würde ich daher ruhig bleiben und nicht hektisch verkaufen.

Generell kann niemand vorhersagen, wie stark dieser „Zollkrieg“ noch eskalieren wird. Trump verhält sich hierbei äußerst erratisch. Bei einem Anlagehorizont von mehreren Jahrzehnten wird jedoch auch die aktuelle „Trump-Delle“ nur eine von vielen sein.
 
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2Fast2Jump schrieb:
Meine Kohle die bereits versteuert ist und ich mühsam angelegt habe um etwas Ertrag abzuwerfen soll dann noch mal versteuert werden?
Deine Kohle nicht, nur die Erträge daraus ;)
 
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Nazrael schrieb:
Bei der aktuellen politischen Situation würde ich daher ruhig bleiben und nicht hektisch verkaufen.
Ich denke eher ans kaufen. Frage mich ob um 15:30 die Kurse nochmal nachgeben. Ich vermute schon. Oder sieht die Mehrheit der Amerikaner diese Maßnahmen wirklich als wirtschaftlichen Vorteil?

Und ich frage mich auch: Was wäre, wenn niemand darauf reagiert. Oder gar die Zölle senken? Dann lägen die Mehrkosten nur bei den US Bürgern. Wobei diese Sichtweise auch nciht stimmt. Wir haben zum Bsp. Lager in den USA, wo unsere Ware (verzollt) lagert und die Kunden zahlen Preis ab US Lager. Wenn man da nicht vertraglich vorsieht, dann zahlen wir in der Tat den Zoll.

Aber im großen und ganzen - es glaubt doch niemand, daß in Europa so wenige Maschinen oder Autos aus USA verkauft werden wegen den hohen Zöllen?
 
@Micha- wenn ich dir das alles mit Gewissheit vorhersagen könnte, wäre ich in ein paar Monaten sehr sehr...wohlhabend;)

Daher halte ich aktuell die Füße still und beobachte die Lage - mehr kann ich als normaler Arbeitnehmer ohnehin nicht tun. Ein Kauf in fallende Kurse hinein ist grundsätzlich nicht verkehrt, allerdings kann niemand genau vorhersagen, wann der Boden erreicht ist.

Meine zentrale Aussage war ohnehin eher, dass man jetzt nicht hektisch auf den „Verkaufen“-Button drücken sollte. Wie ich bereits zuvor erwähnt habe, waren die Börsenjahre 2023 und 2024 außergewöhnlich und im positiven Sinne absurd stark. Auch ohne die „Trump-Show“ wären bald Korrekturen überfällig gewesen - wahrscheinlich hat Trump diese Entwicklung lediglich vorweggenommen.
 
meine Gold ETC sind jetzt die besten :freak::king: (das war noch nie der Fall)
Zum Glück habe ich die noch, ebenso wie Europa wie EU 50 Stoxx (die ích schon vertickern wollte)...

Solange die nächsten 4 Jahre nichts ansteht, würde ich die Sparpläne weiterlaufen lassen...
 
Ich glaube man bräuchte halt einen Weg der das Investieren für den Kleinanleger nicht weniger attraktiv macht, im Gegenteil müsste man das im Sinne der Altersvorsorge fördern (und dafür den ganzen Riester und sonstwas Bullshit komplett einstampfen).
Also etwas 401k ähnliches und größere Freibeträge.

Umgekehrt aber ist es ja (Extrembeispiel) recht fragwürdig wenn der privatversicherte Multimillionärssohn rein von seinen Kapitaleinkünften lebt und da dann nur 25% abdrücken muss.
 
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das könnte man ja mit Freibeträgen oder - Grenzen regeln. Also deutlich höher als die aktuellen 1000€. Wenn man die 10* so hoch macht wäre allen Normalsterblichen geholfen.
 
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Magellan schrieb:
So ein wenig trumpgeschädigt sind wir wohl alle :/
Wo sind meine Cash-Reserven, wenn ich sie mal brauche...
 
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@p4z1f1st mal abwarten, vielleicht gleitet die USA und damit der Rest der Welt in eine länger anhaltende Rezession bzw. werden mit Verkündung von Gegenzöllen noch tiefere Kurse erreicht..
 
Ganz ehrlich: Nach dem ganzen hin- und her der letzten 10 Jahre und den absolut verrückt anmutenden Apokalypse-Aussagen in dieser Zeit UND der aktuellen Weltwirtschaftslage glaube ich nicht mehr an eine (aktue!) "klassische" Rezession... meine persönlich Vermutung ist, dass wir aktuell nahe dem Tal sind oder dieses ggf. schon durchlaufen.
Ggf. ist dieses Tal etwas länger zu durchwandern inklusive den temporären Herzaussetzern durch die nächsten 3,5 Jahre Trump, aber an einen absoluten Absturz glaube ich nicht mehr.
Dafür wurde mir zu lange und zu oft dieses Narrativ genutzt... richtig am Boden liegt komischerweise immer noch keiner.
Die, denen es jetzt (verhältnismäßig) schlecht geht (wie z.B. der deut. Autoindustrie) haben diese Situation in gefühlt vollem Bewusstsein so auf sich zukommen lassen, weshalb sie dort stecken, wo sie nun stecken.
Da sind diese idiotischen Trump-Zölle nur noch die Kirsche auf der Sahnehaube aber ganz sicher nicht der Auslöser der Krise selbst.
 
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naja Freihandel ist Win-Win, das jetzige lose-lose
Trumps Idee ist ja dass Unternehmen hinter seiner Zollmauer kommen werden, um den amerikanischen Markt von dort zu bedienen, das wird aber nicht passieren, wg. Trump und sein bescheuertes Regieren...
Erstmal wird alles arschteuer für die US Konsumenten... heute noch ein Video gesehen (The Wall Street Journal)
aus wie vielen - nicht - US Teilen der F150 besteht... oder andere Richtung, wie teuer Medikamente, ab jetzt!, in den USA werden ... total verrückt... als ob man das alles in 3,5 Jahren in den USA herstellen könnte... Das wird also m.E. zwangsläufig zu Kaufzurückhaltung -> Rezession gepaart mit irrer Inflation führen... oder anderes gesagt, die USA schießen sich selbst ins Knie und der Rest der Welt kriegt die Schrapnelle ab...
 
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p4z1f1st schrieb:
Wo sind meine Cash-Reserven, wenn ich sie mal brauche...
Die liegen bei mir auf dem gesonderten Tagesgeldkonto. Erst, wenn die Märkte (für mich) tief genug fallen, bewerte ich diese anders wie bisher.

Micha- schrieb:
Frage mich ob um 15:30 die Kurse nochmal nachgeben. Ich vermute schon.
Auf Euro-Basis ist das bisher jedenfalls beim FTSE-All World nicht passiert. Da hätte man heute um 15:21 kaufen sollen.

Magellan schrieb:
Ich glaube man bräuchte halt einen Weg der das Investieren für den Kleinanleger nicht weniger attraktiv macht, im Gegenteil müsste man das im Sinne der Altersvorsorge fördern (und dafür den ganzen Riester und sonstwas Bullshit komplett einstampfen).
Das Altersvorsorgedepot, das die FDP mal vorgeschlagen hat, hätte in diese Richtung gehen können.

Ob das aber etwas genützt hätte? Investieren die Leute heute nicht, weil sie die 25% KAP für zu hoch erachten? Oder tun sie es nicht, weil sie entweder so tolle Ansichten wie die "Sozialverbände" haben (Aktien sind etwas Böses, was aber auch kein Wunder bei der Historie des gröpßten Verbandes ist) oder weil sie schlicht kein Geld zurücklegen wollen (oder wenige auch wirklich nicht können). Ich gehe eher von letzterem aus.

act_ schrieb:
Aber wenn du die Rente retten willst, hier hast du meinen Support:
Das einzige, was es bei mir zu retten gibt, ist der Beginn der Vollfreistellung auf Langzeitkonto. Dazu muss ich bei Beantragung bis zum Rentenbeginn meinen Brutto-Anteil finanzieren können. Das war halt bisher auf Rente mit 63 (und Abzügen, die in der BAV sind schon höher wie in der GRV) und Freistellung ab Q2/2026 geplant.

Für mich gehört die GRV schon seit den 1970er auf komplette Eignefinanzierung umgestellt. Seit damals wäre jeder in der Lage gewesen, sich selber etwas aufzubauen und parallel dazu der Kriegsgeneration die Rente zu finanzieren.

act_ schrieb:
Beitragsbemessungsgrenze sollten wir abschaffen. Bei hohen Einkommen steigt zwar die Einkommenssteuerlast, aber gleichzeitig sind sinkt die relative Sozialversicherungslast. Das ist doch Unfug.
Das sehe ich absolut nicht so. Es wird dann u.A. dazu führen, dass endgültig alle, die es noch irgendwie können, in die PKV abwandern. Man ist jetzt schon bei einem Beitrag von 1100€ jeden Monat in der GKV und erhält dafür exakt die gleich schlechte Versorgung wie jemand, der nur 200€/Monat Mindestbeitrag zahlt (wenn der Staat das denn für Sozialleistungsempfänger wenigstens zahlen würde).
 
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