ALLES raus -> in die Cloud?

drmiu

Cadet 4th Year
Registriert
Juni 2011
Beiträge
126
Hey Leute,

mir ist heute mal wieder etwas durch den Kopf gegangen.
Und zwar ob es möglich, sinnvoll und gut ist, das komplettsystem eines mittelständischen Unternehmens zu 99% in die Cloud auszulagern.
Hierbei spreche ich von z.B. folgender Konfiguration:

1x DC-Server
1x SQL-Server
1x Terminalserver
1x Managementserver
1x Fileserver

Die Leute werden praktisch von ihren (Fat-)Clients auf den Terminalserver in der Cloud zugreifen und haben an sich nur noch diesen. Was macht es für einen Terminalserver für einen Unterschied, ob dieser in der Cloud liegt, oder im Unternehmen selber? Vorallem wenn der Hauptdatenbestand im gleichen Rechenzentrum, auf dem selben Host liegt?

Natürlich sollten ein paar Randbedingungen geklärt sein, wie dass die Produktion nicht betroffen sein sollte, die Drucker und Scanner irgendwie hochgereicht werden sollten (oder auch nicht?) oder das Backup nachts auf eine noch im Haus liegende NAS heruntergeladen wird.

Was haltet ihr denn von so einer Spinnerei? Macht das Sinn, ist es performant genug oder seht ihr da irgendwelche Probleme - sei es grundsätzlich oder bei den Randbedingungen.
Bitte mal ohne die Datenschutzgeschichte mit einzubeziehen ;)
 
Servus FamouZz,

ich will jetzt gar nichts groß an deiner Idee kritisieren, aber mir fällt spontan ein Problem ein, welches du vielleicht nicht bedacht hast.
Ich sag mal kurz: Wir hatten letzte Woche durchgehend Internetausfall. Das heißt diese Methode wäre nicht störungssicher, wenn für das Unternehmen wichtige Daten nicht abgreifbar sind. Dementsprechend bedeutet der Server im eigenen Hause, dass immerhin der Zugriff gewährleistet wäre.
Andere technische Störungen können natürlich auch immer auftreten, aber Redundanz wäre in keinem Fall falsch.

Grüßle Duplx
 
Duplx schrieb:
Servus FamouZz,

ich will jetzt gar nichts groß an deiner Idee kritisieren, aber mir fällt spontan ein Problem ein, welches du vielleicht nicht bedacht hast.
Ich sag mal kurz: Wir hatten letzte Woche durchgehend Internetausfall. Das heißt diese Methode wäre nicht störungssicher, wenn für das Unternehmen wichtige Daten nicht abgreifbar sind. Dementsprechend bedeutet der Server im eigenen Hause, dass immerhin der Zugriff gewährleistet wäre.
Andere technische Störungen können natürlich auch immer auftreten, aber Redundanz wäre in keinem Fall falsch.

Grüßle Duplx

Vielen Dank für deinen Einwand, das habe ich bedacht, nur vergessen aufzuschreiben, danke :)
 
Hier nicht auf den Datenschutz einzugehen zu wollen halte ich für Irrsinn, da der Datenschutz in der Cloud dank Patriot Act & Co. nach wie vor ein reales Problem ist. Unternehmensdaten würde ich never ever in eine public Cloud legen.

Zudem muss dann euer Internetprovider + der Cloudanbieter + das eigene Systemteam das euer LAN Betreut eine Höchstverfügbarkeit garantieren können (teuer!).

Dies geht i.d.R. nur mit sehr teurer Netzwerkhardware, permanenter Überwachung der Verfügbarkeit und einem Bereitschaftsdienst eures Systemteams (je nachdem ob ihr Schichtet + am WE noch arbeitet) auch Nachts + am WE.

Technisch ist das was du vorhast heute kein Problem, wenn die Leitungen dem Datenvolumen gewachsen sind. Der zweite ganz große Nachteil bei dieser Methode ist die Abhängigkeit zu deinem/n Cloudanbieter/n und zu deinem Internetprovider in die du dich begibst.

Ich würde es bleiben lassen. Es gibt, neben den defintiv vorhandenen positiven Punkten, eben auch einige extrem dunkle.

greetz
hroessler
 
hroessler schrieb:
Hier nicht auf den Datenschutz einzugehen zu wollen halte ich für Irrsinn, da der Datenschutz in der Cloud dank Patriot Act & Co. nach wie vor ein reales Problem ist. Unternehmensdaten würde ich never ever in eine public Cloud legen.

Zudem muss dann euer Internetprovider + der Cloudanbieter + das eigene Systemteam das euer LAN Betreut eine Höchstverfügbarkeit garantieren können (teuer!).

Dies geht i.d.R. nur mit sehr teurer Netzwerkhardware, permanenter Überwachung der Verfügbarkeit und einem Bereitschaftsdienst eures Systemteams (je nachdem ob ihr Schichtet + am WE noch arbeitet) auch Nachts + am WE.

Technisch ist das was du vorhast heute kein Problem, wenn die Leitungen dem Datenvolumen gewachsen sind. Der zweite ganz große Nachteil bei dieser Methode ist die Abhängigkeit zu deinem/n Cloudanbieter/n und zu deinem Internetprovider in die du dich begibst.

Ich würde es bleiben lassen. Es gibt, neben den defintiv vorhandenen positiven Punkten, eben auch einige extrem dunkle.

greetz
hroessler

Thema Datenschutz - joa, ich würde wenn dann sowieso nur auf deutsche Anbieter pochen.

Die Höchstverfügbarkeit - hast du recht, für etwas wichtigere Netze. Für die mittelständischen Unternehmen die ich meine (max. 20 Benutzer) bei denen die meisten sowieso feste Ottonormalbürozeiten haben bin ich der Meinung, dass eine redundante Leitung ausreicht. Sind die Server in den Rechenzentren sind sowieso schon Hochverfügbar? Kommt sicherlich auf den Provider an, aber ein guter Nachfragegrund bei der Support-Hotline.

Abhängigkeit - ja hast recht. Prinzipiell übernimmt man die virtuellen Maschinen vom einen ESXi auf den anderen, da könnte man den alten zur Not noch irgendwo im Keller rumstehen haben. Ein weiterer Nachfragegrund aber - was passiert mit den Daten wenn der Cloudanbieter pleite geht?

Danke für deine Meinung :) Welche extrem dunklen Punkte meinst du denn würde mich mal interessieren :evillol:
 
Als Vorteil einzuwenden: Je nachdem, ob es eine Scaled Cloud ist bzw. welches Angebot genau genommen wird, sind Ressourcen extrem schnell umschichtbar. Ihr braucht mehr Speicher? 3 Knopfklicks und du hast ihn :D
 
Auch deutsche Anbieter unterliegen den US-Gesetzen (z.B. dem Partiot Act), sofern diese Geschäftsverbindungen in die USA pflegen! Das ist einer der dunklen Punkte. "Deutsche Anbieter" müssen daher nicht automatisch "safe" sein. Und woher weisst du, dass dein Cloud-Anbieter deinen Daten nicht (auch) in den USA (oder auch Russland, China etc.) speichert oder backupt?

greetz
​hroessler
 
Zurück
Oben