Haudrauff schrieb:
Nein. Denn die Zeit sorgt dafür, dass nicht alles auf einmal passiert.
Hat zumindest Harald Lesch mal so gesagt.
Ohne die Zeit wäre unser Universum nicht 15 Milliarden Jahre alt geworden.
Von maximal 4% der für uns messbaren Materie auf das Alter unseres Universums zu schließen, halte ich persönlich für gewagt.
Ich habe aber auch ein Problem mit der Begründung, dass die Zeit dafür Sorge tragen würde, dass nicht alles auf einmal passiert. Meinem Empfinden nach passiert alles in unserem Universum "zeitgleich", auch wenn das Licht für die Übertragung dieser Information zu unserer Erde z. Bsp. 10 Millionen Lichtjahre benötigt. Ist das Beispielereignis jetzt vor 10 Millionen Jahren passiert oder "sind wir 10 Millionen Lichtjahre der Zeit hinterher"?
Gedankenxperiment:
Wie sieht dies z. Bsp. ein Beobachter vom Rand unserer Milchstraße aus? Angenommen unsere Erde würde Morgen explodieren und er sieht dies in 60.000 Lichtjahren.
Wann ist die Erde explodiert?
a) Morgen ? oder
b) erst in 60.000 Lichtjahren? oder
c) Morgen und vor 60.000 Lichtjahren ? oder
d) in 30.000 Lichtjahren, wenn sich die Bildinformationen kreuzen? oder
e) in rd. 16.000.030.000 Lichtjahren vom Nullpunkt Urknall aus gerechnet?
Je nach Betrachtungsstandpunkt dürfte a) bis e) richtig sein. a) bis d) inkludieren aber unendlich viele Zeiten, weil unendlich viele Ortstandpunkte im Universum existieren, erst recht für die Natur und ihre Naturgesetze.
Falls e) als einzige singulare Lösung richtig sein sollte, wofür braucht die Natur dies? Wird sie ihr Verhalten (ihre Naturgesetze) ändern, weil irgendwann ein Zeitlimit erreicht wird?
Theoretisch vielleicht ja, zum Beginn einer Implosionsphase, einer Rückentwicklung unseres Universums zum Nullpunkt. Leider ist dies bei der herrschenden Urknalltheorie aber so gar nicht vorgesehen (nur bei kontrahierenden Theorien-kann ich mich persönlich anfreunden).
Ansonsten ist es der Natur meines Erachtens völlig egal, zu welchem Zeitpunkt sich Energie umwandelt. Auch der Energieumwandlungsprozess bedarf meines Erachtens keiner Zeiteinteilung, um sicherzustellen, dass nicht alles auf einmal passiert - weil eben alles auf einmal passiert - weil für die Natur "immer jetzt ist"!
Das die Zeit
für den Menschen dafür sorgt, dass in der Natur nicht alles auf einmal passiert, ist richtig. Aber eben mit der Einschränkung "für den Menschen"!
Die Zeit ist meines Erachtens lediglich eine Hilfsgröße des Menschen, für die Natur ist sie völlig entbehrlich. Nimm der Natur die Zeit weg und sie wird trotzdem noch existieren. Energie wird sich weiter ständig umwandeln, in Materie, Antimaterie, dunkle Energie usw.
Weil der Mensch ein "end of life" hat (= eigene Vergänglichkeit) ist für ihn die Zeit eine wichtige Messgröße, vielleicht sogar eine der wichtigsten.
Die Natur wirkt aber ständig und jederzeit
an jedem Ort im Universum.
Warum soll es für die Natur Sinn machen, nach Zeit zu unterscheiden ? ? (zwei, weil so wichtig)
Braucht die Natur die Lichtinformation der Zeit für Ihr Wirken ?
Braucht die Natur die Zeit der Lichtinformation für Ihr Wirken ?